Circus SE Aktie: Heute wird abgerechnet

Circus SE steht unter Druck, Pilotprojekte in verbindliche Verträge umzuwandeln, um die ambitionierte Umsatzprognose für 2026 zu erreichen. Die Aktie hat bereits stark an Wert verloren.

Eduard Altmann ·
Circus Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzprognose für 2026 erfordert große Vertragsabschlüsse
  • Management kaufte trotz Kursverfall eigene Aktien
  • Produktionskapazitäten für Roboter sind ausgebaut
  • Hoher Kostendruck in der Gastronomie als Marktchance

Heute ist der Tag, an dem Circus SE liefern muss. Beim Anlegertag in der Münchner Motorworld — von 09:30 bis 17:00 Uhr — steht das Management vor der Aufgabe, aus einer Sammlung von Pilotprojekten eine überzeugende Wachstumsstory zu machen. Der Markt hat seine Skepsis bereits in den Kurs eingepreist: Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.

Die Lücke zwischen Prognose und Realität

Die Zahlen für 2025 sprechen eine klare Sprache: 250.000 Euro Umsatz, knapp 15 Millionen Euro operativer Verlust. Für 2026 steht eine Prognose von 44 bis 55 Millionen Euro im Raum — ein Sprung, der nur mit verbindlichen Vertragsabschlüssen erreichbar ist.

Genau daran mangelt es bislang. Hinter den meisten Projekten stehen Pilotphasen und Absichtserklärungen. Der REWE-Pilot in Düsseldorf-Heerdt läuft, der Mercedes-Benz-Einsatz in der Sindelfinger Werkskantine ist für Sommer 2026 geplant. Im Verteidigungsbereich existiert ein Vertrag mit der Bundeswehr zur Einführung des KI-Roboters CA-1 in einer deutschen Kaserne — die Inbetriebnahme steht noch aus und soll im ersten Halbjahr 2026 erfolgen. Feste Lieferverträge im großen Maßstab fehlen.

Bemerkenswert ist das Verhalten des Managements in dieser Phase: Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins kaufte zuletzt Aktien zu 7,26 Euro, weitere Käufe aus dem Führungsumfeld folgten Ende Januar und Anfang Februar — zu Kursen deutlich über dem heutigen Niveau.

Infrastruktur steht, Nachfrage wartet

Auf der Produktionsseite hat Circus Fortschritte gemacht. Mit dem Fertigungspartner Celestica wurde die Industrialisierung des CA-1 abgeschlossen, die Kapazitäten sind auf eine vierstellige Stückzahl ausgelegt. Für den Verteidigungsbereich plant das Unternehmen eine zweite europäische Produktionsstätte mit einer Zielkapazität von mehr als 10.000 Einheiten jährlich — eine NATO-Zulassung für multinationale Beschaffungsprogramme besteht seit August 2025.

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Um die Hürde hoher Anschaffungskosten zu senken, hat Circus gemeinsam mit MMV Leasing, einer LBBW-Tochter, ein Leasingmodell entwickelt. Kurz vor dem Anlegertag wurde zudem eine Mini-Anleihe platziert, die rund 1,67 Millionen Euro einsammelt, um sechs CA-1-Roboter über ein Sale-and-Leaseback-Verfahren zu finanzieren. Die Finanzierungsbasis ist vorerst gesichert — Ende 2025 flossen rund 30 Millionen Euro von institutionellen Investoren.

Der strukturelle Rückenwind ist real: Die Insolvenzen in der Gastronomie stiegen 2025 um knapp 30 Prozent, allein rund 2.900 Betriebe mussten aufgeben. Kostensteigerungen bei Waren, Personal und Energie von teils 40 Prozent seit 2022 erhöhen den Druck auf die Branche — und damit potenziell die Nachfrage nach Automatisierungslösungen.

Was München heute entscheiden muss

Liefert das Management heute konkrete Auslieferungspläne und Belege dafür, dass Partner wie REWE und Mercedes-Benz bereit sind, von Piloten zu Kaufverträgen überzugehen, erhält die Umsatzprognose für 2026 erstmals ein greifbares Fundament. Bleibt die Präsentation vage, dürfte der Verkaufsdruck auf den Titel anhalten — der bereits knapp 58 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt notiert. Das für 2026 geplante EBITDA-Minus von 6 bis 8 Millionen Euro wäre für eine frühe Skalierungsphase verkraftbar, vorausgesetzt, die Umsatzseite zieht tatsächlich an.

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Circus Aktie

5,52 EUR

– 0,34 EUR -5,80 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 139,40 Mio. EUR
ISIN: DE000A2YN355 WKN: A2YN35

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