UBS Aktie: Tiefe Täler?

UBS stemmt sich gegen strengere Schweizer Kapitalvorschriften, die Milliarden kosten könnten, und treibt gleichzeitig die Schuldenrückzahlung voran. Die Quartalszahlen im Februar werden zum nächsten Prüfstein.

Kurz zusammengefasst:
  • Widerstand gegen geplante Kapitalerhöhung um 24 Milliarden
  • Vorzeitige Rückzahlung von Schulden in Milliardenhöhe
  • Politische Debatte über Wettbewerbsfähigkeit versus Stabilität
  • Aktienkurs mit deutlichen Verlusten in den letzten Wochen

Die UBS steht mitten in einer Grundsatzdebatte: Wie viel Sicherheit verlangt der Schweizer Staat – und was kostet das die größte Vermögensverwalterin Europas an Wettbewerbsfähigkeit? Während die Politik über schärfere Regeln diskutiert, legt die Bank selbst mit Schuldenrückzahlungen und Bilanzoptimierung vor. Wie wirkt sich dieser Mix aus regulatorischem Druck und aktivem Finanzmanagement auf die Aktie aus?

Front gegen strengere Kapitalregeln

UBS geht klar auf Distanz zu den geplanten Schweizer Bankenreformen. Die Regierung will die Kapitalanforderungen deutlich anheben, um das System nach der Credit-Suisse-Rettung widerstandsfähiger zu machen. Für UBS hätte das einen hohen Preis: Laut Bank müssten zusätzlich rund 24 Milliarden US‑Dollar an Kapital vorgehalten werden.

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CEO Sergio Ermotti kritisierte in einem Bloomberg-Interview, die Vorschläge gingen „zu weit“. Die Bank legt ihre Argumente offen:

  • Deutlich höhere Kapitalkosten für das Institut
  • Gefährdung des aktuellen, profitablen Geschäftsmodells
  • Strenge Vorgaben für ausländische Tochtergesellschaften
  • Möglicher Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit

Im Zentrum steht die Forderung der Aufsicht, ausländische Tochtergesellschaften vollständig mit Eigenkapital zu unterlegen. Das würde die Refinanzierung teurer machen, was nach Einschätzung der Bank höhere Kosten für Kunden und potenziell eine zurückhaltendere Kreditvergabe nach sich ziehen könnte.

UBS plädiert stattdessen dafür, Additional Tier 1 (AT1)-Kapital und Bail-in-Anleihen stärker anzurechnen – so wie es in der EU und in Großbritannien üblich ist. Unterstützung kommt von der Schweizer Bankenvereinigung. Sie verweist darauf, dass die Credit-Suisse-Krise weniger an zu lockeren Kapitalregeln lag, sondern an einem zu großen regulatorischen Spielraum in der Anwendung.

Politischer Streit um den richtigen Kurs

Die Debatte spaltet die Schweizer Politik. Die SVP drängt auf einen Kompromiss, der die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes schützt. Sozialdemokraten und Grüne unterstützen hingegen die strengeren Regulierungspläne und stellen die Stabilität des Systems in den Vordergrund.

Auch aus der Wirtschaft gibt es Widerstand gegen höhere Anforderungen. Der Dachverband Economiesuisse warnt, steigende Kapitalkosten der Banken könnten sich auf die gesamte Industrie auswirken – etwa über teurere Finanzierungen und geringere Kreditverfügbarkeit.

Für UBS ist damit klar: Die Regulierungsdiskussion ist nicht nur ein technisches Thema, sondern ein politischer Faktor mit potenziell langfristigen Folgen für die Kapitalstruktur.

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Aktives Bilanzmanagement nach der Credit-Suisse-Integration

Parallel zum Streit um künftige Regeln arbeitet die Bank weiter an ihrer eigenen Bilanz. Jüngster Schritt ist die Ankündigung, Zero Coupon Accreting Callable Senior Notes über 60 Millionen australische Dollar vorzeitig zurückzuzahlen. Ursprünglich wären diese Papiere erst 2038 fällig gewesen, nun erfolgt die Tilgung bereits am 9. Februar 2026.

Bereits Mitte Januar hatte UBS die Rückzahlung von Senior Callable Notes im Volumen von 2 Milliarden US‑Dollar angekündigt. Diese Serie von Schuldenrückführungen signalisiert, dass die Bank ihre Kapital- und Finanzierungsstruktur nach der Integration der Credit Suisse aktiv neu ausrichtet.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Vorzeitige Tilgung von AUD 60 Mio. Zero Coupon Callable Notes (ursprüngliche Fälligkeit 2038)
  • Rückzahlung von USD 2 Mrd. Senior Callable Notes im Januar
  • Fokus auf Optimierung der Kapitalstruktur und Reduktion von Fremdkapital

Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite mehr regulatorischer Druck, auf der anderen Seite ein klar erkennbares aktives Schuldenmanagement.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Die nächste Bewährungsprobe steht bereits fest: Am 4. Februar 2026 will UBS die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Bank of America rechnet damit, dass das Management neue Zielvorgaben präsentieren und weitere Aktienrückkäufe ankündigen könnte. RBC hat zuletzt eine Kaufempfehlung bestätigt, insgesamt bleibt der Analystenkonsens positiv.

Der Kurs hat die jüngsten Wochen jedoch nicht unbeschadet überstanden. Auf Sicht von sieben Tagen liegt die Aktie rund 20 % im Minus, auch über 30 Tage ergibt sich ein Rückgang von gut 20 %. Mit einem aktuellen Kurs von 37,71 CHF notiert die UBS-Aktie etwa 22 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 48,11 CHF, bleibt aber klar über dem Tief von 26,39 CHF.

Damit steht die Aktie charttechnisch zwischen den Polen: Der deutliche Abschlag vom Hoch signalisiert Verunsicherung, gleichzeitig ist der Abstand zum 52‑Wochen-Tief komfortabel. Ob die anstehenden Quartalszahlen und mögliche neue Rückkaufprogramme diesen Druck mindern können, dürfte sich Anfang Februar sehr konkret zeigen.

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