BASF Aktie: US-Zollurteil als Joker
Ein US-Gerichtsurteil könnte BASF Zollrückerstattungen bringen. Während Analysten die Aktie extrem unterschiedlich bewerten, steht die Veröffentlichung der Quartalszahlen Ende April an.

Kurz zusammengefasst
- US-Gerichtsurteil ermöglicht Zollrückforderungen
- Analystenprognosen driften extrem auseinander
- Quartalszahlen Ende April als wichtiger Prüfstein
- Aktie notiert mit deutlichem Jahresplus
Ein überraschendes US-Gerichtsurteil könnte dem Ludwigshafener Chemiekonzern unverhoffte Einnahmen bescheren. Während der Vorstand mögliche Rückerstattungen von Zöllen prüft, herrscht an der Wall Street tiefe Uneinigkeit über den operativen Kurs. Wenige Wochen vor der Präsentation der Quartalszahlen driften die Analysten-Prognosen massiv auseinander.
Nach einer Entscheidung des obersten US-Gerichtshofs, die pauschale Zölle der Trump-Regierung für verfassungswidrig erklärte, bereitet eine Allianz internationaler Unternehmen Rückforderungen vor. BASF-Chef Markus Kamieth prüft aktuell rechtliche Schritte, um mögliche treuhänderische Ansprüche geltend zu machen. Finanzchef Dirk Elvermann ordnete die direkten Effekte der Zölle in der Vergangenheit zwar als überschaubar ein, da der Konzern 80 bis 90 Prozent seiner in den USA verkauften Waren lokal produziert. Eine erfolgreiche Klage könnte dennoch einen willkommenen finanziellen Puffer in einem schwierigen Marktumfeld liefern.
Analysten im Zwiespalt
Wie dringend ein solcher Puffer sein könnte, zeigt der Blick auf die aktuellen Markteinschätzungen. Die britische Bank Barclays bekräftigte am Donnerstag ihre „Underweight“-Einstufung mit einem Kursziel von lediglich 40 Euro. Analystin Katie Richards verweist auf geopolitische Risiken im Nahen Osten, die Sorgen um Energieversorgung und Nachfrage schüren. BASF hänge stark von der vorgelagerten Rohstoffproduktion ab.
Als Gegenpol agiert Goldman Sachs. Die US-Bank hob das Kursziel auf 63 Euro an und empfiehlt den Titel zum Kauf. Analystin Georgina Fraser rechnet mit einem unerwartet starken ersten Quartal und schraubte ihre Prognose für das bereinigte operative Ergebnis um 16 Prozent nach oben. Anleger scheinen aktuell eher der optimistischen Lesart zu folgen: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von knapp 14 Prozent und notiert derzeit bei gut 50 Euro.
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Konkrete Zahlen Ende April
Die Wahrheit zwischen diesen extremen Prognosen wird sich am Monatsende zeigen. Das Management dämpfte zuletzt die Erwartungen und verwies auf anhaltende Belastungen, etwa durch die Schwäche des US-Dollars. Dieser Währungseffekt allein könnte das operative Ergebnis im ersten Quartal um bis zu 200 Millionen Euro schmälern.
Die kommenden Wochen liefern klare Datenpunkte für die weitere Bewertung:
* 30. April 2026: Veröffentlichung der Q1-Finanzergebnisse.
* 30. April 2026: Hauptversammlung im Congress Center Rosengarten in Mannheim.
* 6,6 Milliarden Euro: Mittelwert der unternehmenseigenen EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr, die damit deutlich unter der Konsensschätzung von 7,0 Milliarden Euro liegt.
Der anstehende Quartalsbericht wird belegen, ob die forcierten Einsparungen und Preiserhöhungen ausreichen, um die anhaltenden Währungsbelastungen zu kompensieren. Übertrifft das operative Ergebnis die vorsichtige eigene Prognose und nähert sich den Erwartungen von Goldman Sachs an, verringert sich der Druck auf das Management – unabhängig vom Ausgang der US-Zollprüfungen.
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