Heute legt Barrick Mining die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor – und das in einer Phase, in der der Goldpreis zuletzt spürbar geschwankt hat. Nach dem Rücksetzer von Ende Januar schauen Anleger nun genauer hin: Wie robust waren Cashflow und Kostenbasis – und was sagt das Management zur Lage?
Wichtige Eckpunkte für heute:
– Veröffentlichung der Ergebnisse vor US-Börsenstart um 6:00 Uhr ET
– Webcast und Analysten-Q&A um 11:00 Uhr ET
– CFO-Wechsel steht fest: Helen Cai übernimmt am 1. März, Vorgänger Graham Shuttleworth geht nach Einreichung der Jahreszahlen
Goldpreis als Taktgeber
Der Termin fällt in eine unruhige Marktphase für Edelmetalle und Minenwerte. Am 30. Januar geriet Gold deutlich unter Druck, nachdem Präsident Trump Kevin Warsh als nächsten Fed-Chef nominiert hatte. Spot-Gold verlor laut CNBC an diesem Tag rund 9% auf 4.895,22 US-Dollar je Unze, Gold-Futures fielen 11,4% auf 4.745,10 US-Dollar.
In den Tagen danach stabilisierte sich der Markt wieder. Am 3. Februar lag Gold laut Fortune bei 4.913 US-Dollar je Unze (9:20 Uhr ET). Gold-Futures starteten am selben Morgen laut Yahoo Finance bei 4.691 US-Dollar und zogen im frühen Handel um fast 6% an – wieder über 4.900 US-Dollar. Am 4. Februar eröffneten die Futures demnach bei 4.966,10 US-Dollar und stiegen erneut über 5.000 US-Dollar.
Q3 als Messlatte
Die Zahlen zum dritten Quartal 2025 lieferten bereits eine klare Basis für die Erwartungen an das Jahresende. Barrick meldete damals:
– Goldproduktion: 829.000 Unzen (+4% gegenüber Q2)
– Kupferproduktion: 55.000 Tonnen
– Operativer Cashflow: 2,4 Mrd. US-Dollar (Quartalsrekord)
– Free Cashflow: 1,5 Mrd. US-Dollar (+274% gegenüber Q2)
– Gewinn je Aktie (Netto): 0,76 US-Dollar
– AISC (Q3): 1.538 US-Dollar je Unze
Beim Ausblick blieb es zudem bei der Jahresprognose für 2025 von 3,15 bis 3,50 Mio. Unzen. Das Unternehmen sah sich dabei in der unteren Hälfte der Spanne, zugleich sollte die Quartalsproduktion im vierten Quartal am höchsten ausfallen.
Kosten, CFO-Wechsel und strategische Themen
Trotz der jüngsten Goldpreisbewegungen bleibt der Blick stark auf die Kosten gerichtet. Mit AISC von 1.538 US-Dollar je Unze im dritten Quartal lag die Kostenbasis deutlich unter den zuletzt berichteten Goldpreisen. Für das Gesamtjahr 2025 lag die AISC-Guidance bei 1.460 bis 1.560 US-Dollar je Unze – gerechnet mit einem Goldpreis von 2.400 US-Dollar. Weil der reale Goldpreis deutlich höher lag, nannte Barrick einen Royalty-Effekt von rund 50 US-Dollar je Unze. Damit verschob sich die effektive Spanne auf 1.510 bis 1.610 US-Dollar je Unze.
Zusätzlich rückt ein Wechsel in der Finanzführung in den Fokus. Barrick kündigte am 19. Januar an, dass Helen Cai am 1. März den CFO-Posten übernimmt. Graham Shuttleworth scheidet nach Einreichung der Jahreszahlen aus. Cai bringt laut Unternehmen über zwei Jahrzehnte Erfahrung aus Equity-Research, Corporate Finance und M&A im Mining-Sektor mit.
Neben den Zahlen selbst dürften heute auch Updates zu mehreren Initiativen wichtig sein:
– Fourmile-Projekt: von Barrick als besonders bedeutende Goldentdeckung beschrieben, mit Potenzial von bis zu 750.000 Unzen pro Jahr
– Verkäufe nicht-strategischer Assets: Verkäufe der Minen Hemlo und Tongon Ende 2025; insgesamt rund 2,6 Mrd. US-Dollar Bruttoerlöse aus Non-Core-Veräußerungen im Jahr
– Aktienrückkäufe: bis Q3 wurden 1 Mrd. US-Dollar zurückgekauft, das Programm wurde auf bis zu 1,5 Mrd. US-Dollar ausgeweitet
Mit den Ergebnissen heute vor Börsenstart und dem Webcast am späten Vormittag (ET) dürfte sich zeigen, ob Barrick das starke Q3-Niveau bis ins Jahresende tragen konnte – und wie das Management die Kombination aus hoher Preisbasis und spürbarer Volatilität einordnet.
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