Nordex Aktie: Starker Jahresauftakt

Der Windkraftspezialist Nordex startet mit Aufträgen im Gigawatt-Bereich ins Jahr 2026. Die Neuaufträge umfassen langfristige Serviceverträge und stärken die operative Basis nach einer starken Kursrally.

Kurz zusammengefasst:
  • Neue Aufträge mit rund 1,4 Gigawatt Leistung
  • Markteintritt der N175-Turbine in Nordamerika
  • Langfristige Servicevereinbarungen bis zu 20 Jahren
  • Aktie notiert nach Rally deutlich über Durchschnitten

Nordex startet mit einem vollen Auftragsbuch ins Jahr 2026. In nur wenigen Handelstagen haben die Hamburger Windkraftspezialisten Neuaufträge in einer Größenordnung gemeldet, die sonst oft ein ganzes Quartal füllen. Die zentrale Frage: Wie gut stützt dieser Auftragsschub die ohnehin schon stark gelaufene Aktie?

Aufträge im Gigawatt-Bereich

Der Jahresauftakt zeigt, wie breit Nordex inzwischen aufgestellt ist. Über drei Kontinente verteilt meldet das Unternehmen neue Projekte im industriellen Maßstab:

Nordex

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Heute: -
7 Tage: -
  • Kanada: 508 MW – inklusive des ersten Einsatzes der neuen N175/6.X-Turbine in Nordamerika
  • Frankreich, Belgien, Portugal: 414 MW – 78 Turbinen für 15 Windparks
  • Spanien: 246 MW – 38 Anlagen in mehreren Provinzen
  • Deutschland: 224 MW – 33 Turbinen für Projektentwickler UKA im Rahmen eines Rahmenvertrags

In Summe ergeben sich damit rund 1,4 Gigawatt neu gemeldete Leistung – und das innerhalb von nur vier Handelstagen. Sämtliche Verträge enthalten langfristige Premium-Servicevereinbarungen mit Laufzeiten von bis zu 20 Jahren. Für Nordex bedeutet das: nicht nur einmalige Anlagenverkäufe, sondern wiederkehrende Erlöse über die gesamte Projektlaufzeit.

Die Fakten im Überblick

  • Neuaufträge in der ersten Januarwoche: ca. 1.392 MW
  • Fokus: Onshore-Turbinen der 4- bis 7-MW-Klasse
  • Wichtige Plattform: N175/6.X für Standorte mit moderatem Windangebot
  • Alle Verträge mit langfristigen Servicepaketen (bis zu 20 Jahre)

Die Auftragsstruktur unterstreicht die strategische Ausrichtung auf Onshore-Anlagen im mittleren bis hohen Leistungssegment. Gerade hier wächst weltweit der Bedarf, da viele Länder ihre Ausbauziele für erneuerbare Energien konkretisieren.

Regionale Schwerpunkte und Strategie

Der Auftrag aus Deutschland über 224 MW zeigt die Bedeutung des Heimatmarkts. Die 33 Turbinen für UKA werden im Rahmen eines bestehenden Rahmenvertrags geliefert. Solche Vereinbarungen stehen für planbare Volumina und feste Kundenbeziehungen – ein wichtiger Stabilitätsfaktor in einem zyklischen Geschäft.

In Spanien festigt Nordex mit 246 MW seine Präsenz in einem etablierten Kernmarkt. Die Projekte verteilen sich auf mehrere Provinzen, was die regionale Diversifikation zusätzlich erhöht.

Ein besonderer Akzent liegt jedoch auf Nordamerika: Der 508-MW-Auftrag aus Kanada ist nicht nur groß, sondern markiert auch den Markteintritt der N175/6.X-Plattform auf diesem Kontinent. Die Lieferung erfolgt als Wiederholungsauftrag bestehender Kunden, was als Hinweis auf die Zufriedenheit mit früheren Projekten gewertet werden kann.

Parallel dazu bleibt Westeuropa mit Frankreich, Belgien und Portugal ein wichtiger Pfeiler. Die 78 Turbinen für 15 Windparks belegen, dass Nordex im Wettbewerb um Projekte in reifen Märkten weiterhin mithalten kann.

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Aktie: Starke Rally, kurze Atempause

An der Börse hat die Story der vergangenen Monate bereits Spuren hinterlassen. Auf 12-Monats-Sicht legte der Kurs um mehr als 170 % zu, auch auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von knapp 10 %. Heute gibt das Papier dagegen leicht nach: Bei rund 31,64 Euro ergibt sich ein Tagesminus von gut 2 %, der Abstand zum jüngsten 52‑Wochen-Hoch bei 33,32 Euro liegt bei etwa 5 %.

Auffällig: Trotz der jüngsten Konsolidierung notiert die Aktie deutlich über ihren Durchschnittslinien. Der Kurs liegt mehr als 11 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt und rund 42 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Mit einem RSI von 32 ist der Titel aus technischer Sicht allerdings deutlich abgekühlt und nähert sich dem überverkauften Bereich an – nach der langen Rally keine Überraschung.

Operativ steht hinter der Kursentwicklung ein deutlich gewachsenes Unternehmen:

  • Umsatz 2024: 7,3 Mrd. Euro
  • Installierte Kapazität: rund 57 GW weltweit
  • Mitarbeiterzahl: über 10.400
  • Produktionsstandorte: u. a. in Deutschland, Spanien, Brasilien, Indien, USA und Mexiko

Die aktuelle Marktkapitalisierung von rund 7,8 Mrd. Euro spiegelt damit sowohl das gewachsene Volumen als auch die Erwartungen an weiteres Wachstum im Windsektor wider.

Nachhaltigkeit als Pluspunkt bei Investoren

Ein weiterer Baustein im Gesamtbild ist das Thema ESG. Im Dezember 2025 erhielt Nordex erstmals den Platinum-Status im EcoVadis-Rating und erzielte 85 von 100 möglichen Punkten. Damit zählt das Unternehmen zum obersten Prozent der weltweit bewerteten Firmen.

Für institutionelle Anleger mit strengen Nachhaltigkeitskriterien ist das ein relevantes Signal. Projekte mit hoher ESG-Einstufung sind häufig besser finanzierbar, und Emittenten mit starken Nachhaltigkeitsratings finden sich eher in entsprechenden Fonds und Indizes wieder.

Fazit: Starker Start mit Rückenwind

Nordex verbindet zum Jahresauftakt mehrere positive Faktoren: gut gefüllte Auftragsbücher mit rund 1,4 GW neuer Leistung, eine breite geografische Aufstellung und den erfolgreichen Markteintritt einer zentralen Turbinenplattform in Nordamerika. Die langfristigen Serviceverträge erhöhen die Visibilität der Erlöse deutlich.

Nach der starken Kursrally der vergangenen zwölf Monate wirkt der aktuelle Rücksetzer eher wie eine Verschnaufpause auf hohem Niveau. Entscheidend wird in den kommenden Monaten sein, ob Nordex das hohe Auftragstempo halten und in profitable Umsätze verwandeln kann – dann hätte der starke Start ins Jahr 2026 das Potenzial, sich im Zahlenwerk klar niederzuschlagen.

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