Wienerberger Aktie: Die Gaspreis-Bremse

Der Baustoffkonzern meldet höheren Nettogewinn, kämpft jedoch mit steigenden Gaspreisen und einer schwachen Aktienkursentwicklung. Die Übernahme von Italcer soll das Wachstum ankurbeln.

Dr. Robert Sasse ·
Wienerberger Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Nettogewinn 2025 auf 168 Millionen Euro gestiegen
  • Energiekosten belasten Prognose für 2026 deutlich
  • Übernahme von Italcer als strategischer Wachstumstreiber
  • Aktienkurs notiert nahe dem Jahrestief

Gute Zahlen im Gepäck, aber kräftiger Gegenwind an der Börse: Wienerberger kämpft trotz eines gestiegenen Nettogewinns mit der Schwäche im Wohnbau und massiv steigenden Energiekosten. Während die strategische Neuausrichtung in Richtung Infrastruktur greift, drückt die Angst vor teurem Erdgas den Kurs in Richtung Jahrestief.

Energiekosten belasten die Prognose

Ein zentraler Belastungsfaktor für das laufende Jahr ist die Entwicklung der Energiepreise. Wienerberger rechnet für 2026 mit zusätzlichen Kosten von rund 30 Millionen Euro, da die Preise im Erdgasportfolio von 24 auf 32 Euro je Megawattstunde klettern könnten. Diese Steigerung lässt sich voraussichtlich nicht vollständig durch Preiserhöhungen an die Kunden weitergeben.

Dennoch peilt das Management für 2026 ein operatives EBITDA von 760 Millionen Euro an. Interne Optimierungsmaßnahmen sollen den Energie-Gegenwind weitgehend kompensieren. Die operative Stärke zeigte sich bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025, in dem der Nettogewinn auf 168 Millionen Euro gesteigert werden konnte.

Italcer-Deal als Wachstumstreiber

Um den Fokus weg vom volatilen Neubaugeschäft zu lenken, setzt der Konzern verstärkt auf Zukäufe. Die Übernahme des italienischen Keramikspezialisten Italcer steht kurz vor dem Abschluss. Wienerberger sichert sich zunächst eine Mehrheit von 50 Prozent plus einer Aktie und hält eine Option auf die restlichen Anteile für das Jahr 2027.

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Inklusive des Beitrags von Italcer könnte das operative EBITDA im Jahr 2026 auf rund 810 Millionen Euro steigen. Dieser Schritt unterstreicht den Wandel zum Lösungsanbieter für Gebäuderenovierung und Wassermanagement. Mittlerweile entfällt mehr als die Hälfte des Umsatzes auf Dach- und Rohrsysteme.

Diskrepanz zwischen Kurs und Analyse

Trotz der strategischen Fortschritte spiegelt der Aktienkurs die operative Entwicklung derzeit kaum wider. Seit Jahresbeginn verlor der Titel rund 24,7 Prozent an Wert und notiert mit 22,78 Euro nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 22,32 Euro. Dem steht eine optimistische Einschätzung der Analysten gegenüber, die das durchschnittliche Kursziel bei 32,70 Euro sehen.

Ein wichtiger Termin für Aktionäre ist der 12. Mai 2026. Dies ist der Ex-Tag für die geplante Dividende von 0,95 Euro je Aktie. Eine fundamentale Erholung des Marktes erwartet das Unternehmen hingegen erst ab dem Sommer, sofern sinkende Zinsen und neue Förderprogramme den Wohnungsbau wieder beleben.

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Wienerberger Aktie

22,78 EUR

– 0,14 EUR -0,61 %
KGV 15,08
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 4,14 %
Marktkapitalisierung 2,50 Mrd. EUR
ISIN: AT0000831706 WKN: 852894

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