TUI meldet Rekordgewinn im ersten Quartal – und die Börse schaut weg. Stattdessen richten sich die Blicke auf schwächere Vorausbuchungen und den eskalierten Handelsstreit zwischen USA und EU. Während Ratingagenturen wie Moody’s die Kreditwürdigkeit optimistischer einstellen, reagiert der Kurs kaum. Was steckt hinter dieser Diskrepanz?
Operative Stärke trifft auf Buchungsschwäche
Der Reisekonzern erzielte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 ein bereinigtes EBIT von rund 77 Millionen Euro bei einem Umsatz von etwa 4,9 Milliarden Euro. Das höchste Q1-Niveau seit der Fusion mit TUI Travel im Jahr 2014. Für das Gesamtjahr peilt das Management weiterhin ein Umsatzplus von 2 bis 4 Prozent sowie einen EBIT-Anstieg um 7 bis 10 Prozent an.
Der Markt ignoriert diese Zahlen weitgehend. Grund ist der Blick nach vorn: Die Buchungen für den Winter 2025/26 liegen 1 Prozent unter Vorjahr, für den Sommer 2026 sogar 2 Prozent. Zusätzlich belasten neue US-Zölle von 10 Prozent das Sentiment – weitere 15 Prozent sind angekündigt. Die eingefrorenen Verhandlungen zwischen USA und EU lassen befürchten, dass ein eskalierender Handelskonflikt die Konsumlaune dämpft.
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Ratingagenturen ziehen andere Schlüsse
Während die Aktie Anfang Februar bei 8,11 Euro notierte, hob Moody’s am 18. Februar den Ausblick für TUI von „stabil“ auf „positiv“ an. Das Ba3-Rating selbst blieb bestätigt. Die Agentur verweist auf das neue Nettoverschuldungsziel von unter 0,5x (zuvor unter 1,0x) und den verbesserten Cashflow. Der bereinigte Verschuldungsgrad lag im Dezember 2025 bei rund 2,5x, ein Jahr zuvor noch bei 2,8x.
Fitch hatte bereits im Februar 2025 ein Rating von BB mit stabilem Ausblick vergeben. Parallel läuft ein Kostensenkungsprogramm mit geplanten Einsparungen von 250 Millionen Euro bis 2028. Nach Jahren der Pandemie-Pause kehrt TUI zudem zur Dividende zurück: Für das Geschäftsjahr 2025 sind 0,10 Euro je Aktie vorgesehen. Ab 2026 soll die Ausschüttungsquote bei 10 bis 20 Prozent des bereinigten Gewinns je Aktie liegen.
Halbjahresbericht als Lackmustest
Am 13. Mai 2026 legt TUI den Halbjahresbericht vor. Dann wird sich zeigen, ob die Buchungsdaten für den Sommer 2026 nur eine vorübergehende Delle darstellen oder ob sich der verhaltene Trend verfestigt. Der Reisekonzern bewegt sich in einem Umfeld, in dem starke Fundamentaldaten auf skeptische Erwartungen treffen – eine Konstellation, die auch im Chart sichtbar wird.
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