Nach dem starken Einbruch im Herbst bleibt Fiserv an der Börse angeschlagen. Heute notiert die Aktie weiter in der Nähe von Mehrjahrestiefs, während gleich mehrere Analysten ihre Kursziele spürbar nach unten angepasst haben. Im Fokus steht die Frage, ob das neue, deutlich niedrigere Gewinnziel erreichbar ist oder weiterer Gegenwind droht.
Deutliche Kurszielkürzungen
Innerhalb von zwei Tagen haben drei Häuser ihre Erwartungen an den Aktienkurs reduziert.
- B. Riley senkt Kursziel von 105 auf 76 US‑Dollar (Rating: Neutral)
- Stephens reduziert von 80 auf 75 US‑Dollar (Rating: Equalweight)
- TD Cowen trimmt von 80 auf 77 US‑Dollar (Rating: Hold)
- Konsens-Kursziel laut FactSet: rund 78,73 US‑Dollar
B. Riley begründet die deutliche Kürzung um 28 % mit einem verhaltenen Ausblick für 2026. Fiserv müsse in Technologie und operative Strukturen investieren, was die Ergebnisse kurzfristig belaste. Die Analysten erwarten, dass das Unternehmen bei den operativen Margen unter dem Branchendurchschnitt wächst, solange die Wettbewerbsposition verbessert wird.
Stephens hat sein Kursziel auf 75 US‑Dollar zurückgenommen und damit näher an das aktuelle Kursniveau herangeführt. TD Cowen hat sein Ziel leicht auf 77 US‑Dollar gesenkt. Insgesamt signalisiert der neue Konsens ein begrenztes Aufwärtspotenzial ausgehend vom jüngsten Schlusskurs.
Kursverlauf seit der Gewinnwarnung
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 67 % an Wert verloren und liegt weit unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 238,59 US‑Dollar. Am Freitag schloss der Titel bei 66,29 US‑Dollar, was einer Marktkapitalisierung von etwa 36 Milliarden US‑Dollar entspricht.
Auslöser des Einbruchs war die Meldung vom 29. Oktober 2025. Fiserv präsentierte schwache Zahlen für das dritte Quartal und kappte die Jahresprognose deutlich. An diesem Tag verlor die Aktie 43 % und verzeichnete damit den stärksten Tagesverlust seit dem Börsengang 1986.
Das Management räumte damals ein, dass die frühere Prognose auf Annahmen beruht hatte, die „objektiv schwer zu erreichen“ gewesen seien – selbst bei hohen Investitionen und guter Umsetzung. Die Gewinnprognose je Aktie (EPS) für 2025 wurde von zuvor 10,15–10,30 US‑Dollar auf 8,50–8,60 US‑Dollar gesenkt.
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Institutionelle Bewegungen und Insiderkäufe
Die jüngsten Aktivitäten von Insidern und Großanlegern zeichnen ein gemischtes Bild.
CFO Paul Todd sowie Chief Administrative Officer Adam Rosman haben im Bereich von 62 bis 63 US‑Dollar eigene Käufe getätigt. Solche Transaktionen werden häufig als Signal gewertet, dass das Management das aktuelle Niveau für attraktiv hält.
Auf institutioneller Seite hat Country Trust Bank ihre Position im dritten Quartal um 14,6 % ausgebaut. Focused Investors LLC erhöhte den Bestand sogar um 22,5 %. Demgegenüber steht Manning & Napier Advisors, das nahezu seine gesamte Beteiligung veräußerte und mehr als 780.000 Aktien abgab.
Zum Ende des dritten Quartals 2025 hielten 83 Hedgefonds Anteile an Fiserv, nach 94 im Quartal zuvor. Damit ist das Engagement dieser Anlegergruppe spürbar zurückgegangen.
Ausblick und nächste Termine
Wichtigster nächster Meilenstein sind die Zahlen zum vierten Quartal 2025, die Fiserv am 9. Februar vorlegen will. Dann wird sich zeigen, ob das Unternehmen auf Kurs liegt, die angepasste EPS‑Spanne von 8,50 bis 8,60 US‑Dollar für 2025 zu erreichen.
Die durchschnittliche Analystenempfehlung liegt weiterhin bei „Hold“. Der Markt rechnet kurzfristig eher mit einer Seitwärtsbewegung, während das Management die Neuausrichtung vorantreibt. Dazu gehört auch die im Oktober eingeleitete Umstrukturierung mit den neuen Co‑Präsidenten Takis Georgakopoulos und Dhivya Suryadevara, deren Umsetzung sich in den kommenden Quartalen in den Zahlen widerspiegeln dürfte.
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