Tesla stellt kurz vor den Q4-Zahlen gleich zwei Weichen: Ein Top-Manager erhält ein außergewöhnlich großes Aktienoptionspaket, gleichzeitig geht der Konzern in einem heiklen Diskriminierungsverfahren auf die US-Behörden zu. Für Anleger stellt sich damit die Frage, wie gut Führung und Rechtsrisiken im Griff sind – und was das für die nächste Phase der Tesla-Story bedeutet.
Großes Optionspaket für Tom Zhu
Am 12. Januar meldete Tesla der US-Börsenaufsicht SEC ein umfangreiches Aktienoptionspaket für Tom Zhu, Senior Vice President Automotive. Der Manager erhielt 520.021 Optionen mit einem Ausübungspreis von 435,80 US-Dollar je Aktie, datiert auf den 8. Januar 2026 – eines der größten Vergütungspakete für einen Nicht-CEO in der Firmengeschichte.
Die Struktur ist klar auf Bindung ausgelegt:
– Laufzeit fast fünf Jahre
– Start der Ausübbarkeit: 5. April 2027 (1/48 der Optionen)
– Danach monatliche Freigabe bis zur vollständigen Vesting im März 2031
Auf Basis des aktuellen Kurses von 447,20 US-Dollar beläuft sich der nominelle Wert des Pakets auf deutlich über 230 Millionen US-Dollar. Tesla knüpft Zhus Zukunft damit eng an den langfristigen Aktienkurs.
Zhu gilt als Schlüsselfigur im operativen Geschäft. Er verantwortete Aufbau und Hochlauf der Gigafactory Shanghai und wurde 2023 zum SVP Automotive befördert. Seitdem wird er häufig dorthin geschickt, wo es brennt – etwa zu Produktionsanläufen in Texas.
Das Paket signalisiert, wie wichtig Tesla Kontinuität im Management einschätzt, während das Unternehmen von seiner „ambitioniertesten Phase“ spricht. Dazu zählen aggressive Ziele bei Cybercab-Produktion, Ausbau des Robotaxi-Geschäfts und ein stark wachsender Börsenwert, wie im CEO-Performance-Programm von Elon Musk für 2025 umrissen.
Einigung auf Mediation mit der EEOC
Parallel dazu bewegt sich Tesla in einem langwierigen Rechtsstreit. Am Dienstag, den 13. Januar 2026, stimmte der Konzern einer Mediation mit der US-Behörde EEOC (Equal Employment Opportunity Commission) zu. Ziel ist eine mögliche Einigung in einer Diskriminierungsklage, die bereits seit September 2023 läuft.
Der Vorwurf: Tesla soll in seinem Werk im kalifornischen Fremont schwere und weit verbreitete Belästigungen schwarzer Mitarbeitender geduldet haben. In der Klage ist von rassistischen Beleidigungen und Graffiti die Rede – einschließlich Hakenkreuzen und Schlingen, teils sogar an Fahrzeugen, die das Band bereits verlassen hatten.
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Laut einem Schriftsatz vor einem Bundesgericht in San Francisco suchen EEOC und Tesla derzeit einen Mediator. Die Verhandlungen könnten im März oder April 2026 starten. Scheitert die Mediation, wollen beide Seiten bis zum 17. Juni Vorschläge vorlegen, wie das Verfahren weitergehen soll.
Tesla weist die Vorwürfe zurück, bestreitet Kenntnis von den geschilderten Vorgängen und hatte der Behörde zuvor „Suchen nach Schlagzeilen“ vorgeworfen. Zugleich hat der Konzern im November 2025 einen wichtigen Teilerfolg erzielt: Ein kalifornischer Richter entschied, dass mehr als 6.000 schwarze Beschäftigte Tesla nicht gemeinsam in einer Sammelklage verklagen dürfen. Die jetzige Mediation öffnet dennoch die Tür für eine übergeordnete Lösung mit der EEOC.
Kurs und Belastungsfaktoren
An der Börse zeigt sich die Aktie aktuell stabil, aber mit spürbarer Dynamik: In den vergangenen 30 Tagen legte der Titel um rund 10,6 % zu und notiert mit 447,20 US-Dollar klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 333,72 US-Dollar. Gleichzeitig liegt der Kurs noch knapp 8 % unter dem 52-Wochen-Hoch, was auf eine laufende, aber noch nicht überzogene Erholung hindeutet.
Fundamental steht Tesla jedoch weiterhin unter Druck. Die Fahrzeugauslieferungen gingen 2025 um 9 % zurück – bereits das zweite Jahr in Folge mit rückläufigen Stückzahlen. Für einen wachstumsgetriebenen Autokonzern ist das ein deutliches Warnsignal, das die Abhängigkeit von neuen Ertragsquellen wie Software, Services und autonomem Fahren erhöht.
Fokus auf Q4-Zahlen und Robotaxis
Der nächste große Termin ist gesetzt: Die Zahlen für das vierte Quartal 2025 will Tesla am 28. Januar 2026 nach Börsenschluss präsentieren. Im Mittelpunkt dürften dann Marge, Ausblick auf die Produktion 2026 und vor allem konkrete Fortschritte bei Robotaxis und Cybercab stehen.
Das Robotaxi-Projekt kommt bislang nur schrittweise voran. Der Dienst, im Juni 2025 in Austin gestartet, ist weiterhin auf zwei Metropolregionen beschränkt: Austin und San Francisco. Zudem müssen nach wie vor Tesla-Mitarbeitende im Fahrzeug sitzen, vollständig autonome Fahrten ohne Sicherheitsfahrer gibt es noch nicht.
Trotzdem rechnen optimistische Stimmen wie Wedbush-Analyst Dan Ives damit, dass Tesla 2026 in bis zu 30 Städten Robotaxi-Dienste anbieten könnte. Kritiker verweisen dagegen auf die fehlende vollständige Autonomie im laufenden Betrieb und sehen die Lücke zwischen Ankündigungen und Umsetzung als Risiko.
Im kommenden Earnings-Call wird es daher entscheidend sein, wie Tesla drei Baustellen zusammenbringt: den Ausbau von Robotaxis, die Stabilisierung der Profitabilität nach zwei Jahren rückläufiger Auslieferungen und den Umgang mit rechtlichen und regulatorischen Themen wie der EEOC-Klage – flankiert von Maßnahmen zur Bindung zentraler Manager wie Tom Zhu.
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