Bitcoin: Zwischenzone im Fokus

Bitcoin notiert bei rund 89.000 US-Dollar und verzeichnet die höchsten ETF-Abflüsse seit Monaten. Institutionelle Vorsicht und makroökonomische Unsicherheit prägen die Konsolidierungsphase.

Kurz zusammengefasst:
  • Höchste ETF-Abflüsse seit November 2025
  • Kurs pendelt nahe wichtiger Unterstützung bei 84.000 USD
  • Derivatemarkt signalisiert anhaltende Vorsicht
  • Institutionelle Entwicklung schreitet trotz Schwächephase voran

Bitcoin steckt zum Wochenschluss in einer engen Handelsspanne fest. Zwischen geopolitischen Spannungen, einer Flucht in defensive Anlagen und Rekordhöhen beim Gold sucht der Markt nach Orientierung. Besonders auffällig: US‑Spot‑ETFs ziehen so viel Kapital ab wie seit Monaten nicht mehr – ausgerechnet in einem Bereich, der für institutionelle Investoren entscheidend ist.

Kursentwicklung: Korrektur nach Rekordhoch

Nach dem Rekordlauf bis Oktober 2025 hat Bitcoin deutlich Luft abgelassen. Aktuell liegt der Kurs bei rund 89.000 US‑Dollar und damit klar unter dem früheren Allzeithoch über 120.000 Dollar. Auf Sicht der letzten sieben Tage ergibt sich ein Rückgang von knapp 7 %, seit Jahresbeginn bewegt sich Bitcoin dagegen praktisch seitwärts.

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Bemerkenswert: Vom 52‑Wochen‑Hoch ist der Kurs inzwischen fast 29 % entfernt, während der Abstand zum Tief der vergangenen zwölf Monate nur gut 5 % beträgt. Technisch betrachtet pendelt Bitcoin damit nahe der unteren Spanne seiner jüngsten Handelshistorie, der RSI von 38 signalisiert eine eher schwache, aber noch nicht überverkaufte Marktphase.

ETF-Abflüsse und institutionelle Vorsicht

Ein wesentlicher Belastungsfaktor kommt derzeit von der ETF‑Seite. US‑Spot‑Bitcoin‑ETFs verzeichneten diese Woche Abflüsse von 1,22 Milliarden US‑Dollar – der höchste Wochenwert seit November 2025. Historisch fielen solche starken Abflüsse häufig in die Nähe lokaler Tiefpunkte, was einige Marktbeobachter als potenziell konträren Hinweis werten.

Interessant ist dabei die Kostenbasis: Der durchschnittliche Einstandskurs der US‑Bitcoin‑ETF‑Investoren liegt bei 84.099 Dollar. Der aktuelle Kurs handelt damit noch etwas darüber, sodass viele institutionelle Käufer aus dieser Welle zwar noch im Plus sind, aber deutlich weniger Puffer haben als vor einigen Wochen.

Die Abflüsse passen in ein größeres Bild: Viele Investoren schichten in einen risikoärmeren Modus um. Treiber sind unter anderem:

  • Steigende Renditen japanischer Staatsanleihen
  • Schwankungen im US‑Treasury‑Markt
  • Neue Zollankündigungen der Trump‑Administration gegenüber europäischen Ländern

In Kombination führen diese Faktoren dazu, dass Engagements in volatileren Anlagen wie Bitcoin reduziert werden.

Derivatemarkt: Vorsicht dominiert

Auch im Derivatehandel zeigt sich Zurückhaltung. In den vergangenen 24 Stunden wurden Krypto‑Futures im Volumen von über 200 Millionen Dollar liquidiert, mit einem Schwerpunkt auf Long‑Positionen. Das deutet darauf hin, dass viele Marktteilnehmer auf steigende Kurse gesetzt hatten und von der jüngsten Schwäche auf dem falschen Fuß erwischt wurden.

Die implizite 30‑Tage‑Volatilität (BVIV) von Bitcoin ist von 44 % auf 40 % gefallen. Das spricht für anhaltendes Interesse an Strategien, bei denen Investoren Volatilität verkaufen, etwa über Covered Calls. Gleichzeitig laufen heute Optionen auf Bitcoin und Ethereum im Wert von 2,3 Milliarden Dollar aus. Bitcoin notiert dabei unter dem „Max‑Pain“-Niveau von 92.000 Dollar – also unter jenem Preis, bei dem die meisten Optionen wertlos verfallen würden. Für den Spotmarkt verstärkt das tendenziell den kurzfristigen Druck.

On-Chain-Daten: Belastung mit Lichtblicken

Die On‑Chain‑Metriken liefern derzeit ein gemischtes Bild. Laut dem „Bitcoin ChainCheck“-Report von VanEck (Mitte Januar 2026) zeigen sich mehrere Schwächesignale:

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  • Tägliche Netzwerkumsätze: minus 15 %
  • Aktive Adressen: minus 6 %
  • Neue Adressen: minus 4 %
  • Hashrate: 6 % unter dem Höchststand von Mitte November 2025

Die leicht rückläufige Hashrate wird teilweise darauf zurückgeführt, dass Miner Rechenkapazitäten in Richtung KI‑Rechenzentren umleiten. Ein Beispiel: Riot erwirtschaftete 6,2 Millionen Dollar an Stromgutschriften, ein Plus von 520 % im Jahresvergleich – ein Hinweis darauf, dass alternative Erlösquellen attraktiver werden.

Parallel dazu sieht Glassnode in seinem „Week 4“-Update aber auch stabilisierende Faktoren. Das Spot‑Handelsvolumen ist leicht gestiegen, und das Netto‑Verhältnis von Käufen zu Verkäufen hat statistische Bänder nach oben durchbrochen – ein Signal nachlassenden Verkaufsdrucks. Zudem zeigen die US‑Spot‑ETFs an einzelnen Tagen bereits wieder deutliche Zuflüsse, was auf selektive Kaufbereitschaft hindeutet.

Makrolage: Gold glänzt, Krypto hängt am Risiko

Im aktuellen Umfeld wird die Rolle von Bitcoin als „digitales Gold“ erneut auf den Prüfstand gestellt. Während das klassische Gold sich der Marke von 5.000 Dollar je Unze nähert und neue Rekordstände markiert, verhält sich Bitcoin eher wie ein typischer Risiko‑Asset. Die Kursentwicklung läuft eng mit Indizes wie Nasdaq 100 und S&P‑500‑Futures.

Analysten von XS.com bringen es so auf den Punkt: Die Erzählung vom digitalen Gold passe eher innerhalb des Kryptomarktes. In Phasen, in denen Altcoins einbrechen, steigt die Dominanz von Bitcoin im Krypto‑Universum. Sobald die Stimmung an den Gesamtmärkten aber Richtung Risikoaversion kippt, geraten Kryptowährungen insgesamt unter Druck.

Der „Crypto Fear & Greed Index“ steht aktuell bei 24 und signalisiert damit weiterhin „Extreme Fear“. Im Vergleich zu 20 Punkten vor 24 Stunden hat sich die Stimmung minimal aufgehellt, bleibt aber klar defensiv.

Regulierung und Institutionelle: Strukturwandel läuft weiter

Trotz der schwächeren Kursphase schreitet die institutionelle Entwicklung rund um Bitcoin voran. Zu den jüngsten Ereignissen zählen:

  • BitGo‑Börsengang: Der Kryptoverwahrer hat als erstes Krypto‑Unternehmen 2026 ein IPO an der NYSE abgeschlossen.
  • Großkauf durch Strategy Acquisition: Das Digital‑Asset‑Treasury‑Unternehmen hat über 2 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert – und das mitten in der Marktphase mit Korrekturcharakter.
  • Laser Digital (Nomura): Die Einheit des japanischen Finanzkonzerns hat einen tokenisierten Bitcoin‑Renditefonds aufgelegt. Der Fokus verlagert sich damit ein Stück weit von passivem Halten hin zu Ertragsstrategien.
  • US‑Gesetzgebung: Ein neues Krypto‑Gesetzesvorhaben des Landwirtschaftsausschusses im US‑Senat ist vorerst an fehlender Einigung mit den Demokraten gescheitert, auch wenn es bei Kernelementen weiterhin parteiübergreifende Schnittmengen gibt.

Diese Punkte zeigen: Abseits der kurzfristigen Kursschwankungen wird weiter an Marktstruktur, Produkten und institutioneller Infrastruktur gearbeitet.

Ausblick: Entscheidende Spanne vor dem Wochenende

In den kommenden Tagen rückt die Zone zwischen 84.000 und 90.000 Dollar in den Mittelpunkt. Sie vereint mehrere relevante Marken: die mittelfristige Handelsspanne sowie den durchschnittlichen Einstandskurs der US‑ETF‑Investoren bei gut 84.000 Dollar, der als potenzielle Unterstützungszone gilt. Historische Muster legen nahe, dass Phasen starker ETF‑Abflüsse nicht selten in die Nähe lokaler Tiefpunkte fallen.

Gegenläufig wirkt jedoch der makroökonomische Gegenwind: hohe Unsicherheit, ein inzwischen negativer Sharpe‑Wert für Bitcoin und Zurückhaltung institutioneller Investoren sprechen eher für eine anhaltende Konsolidierungsphase, bevor ein klarer Trend entsteht. Kurzfristig dürfte Bitcoin stark auf neue US‑Konjunkturdaten reagieren – insbesondere auf die anstehenden Januar‑PMI‑Werte und Stimmungsindikatoren der Verbraucher, die die Risikoneigung an den Märkten und damit auch den Kryptomarkt maßgeblich beeinflussen können.

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