Thyssenkrupp Aktie: Umbau mit Tempo

Thyssenkrupp meldet einen Quartalsverlust von 334 Millionen Euro, treibt aber gleichzeitig den Umbau mit starken Marineaufträgen und einem BMW-Deal für CO₂-reduzierten Stahl voran.

Kurz zusammengefasst:
  • Quartalsverlust durch hohe Restrukturierungskosten
  • Marinesparte TKMS mit Rekord-Auftragsbestand
  • BMW wird Abnehmer von grünem bluemint-Stahl
  • Prüfung von Börsengang und Stahlverkauf läuft

Thyssenkrupp liefert gleich mehrere Schlagzeilen in wenigen Tagen: Fortschritte im Marinegeschäft, ein wichtiger Abnehmer für CO₂-reduzierten Stahl – und gleichzeitig Zahlen, die den Umbau teuer aussehen lassen. Genau diese Mischung aus operativen Lichtblicken und Restrukturierungskosten prägt das Bild. Können positive Nachrichten aus TKMS und „grünem Stahl“ den finanziellen Gegenwind aus der Stahlsparte ausgleichen?

Marinegeschäft: Technologie und Rekord-Auftragsbestand

Am Dienstag übergaben TKMS und Israel Aerospace Industries (IAI) das autonome Unterwasserfahrzeug BlueWhale an die Deutsche Marine. Die Übergabe fand in Eckernförde statt, begleitet von hochrangigen Vertretern aus Bundeswehr und Politik. Das System ist für Aufklärung, verdeckte maritime Einsätze sowie unbemannte U‑Boot-Abwehr ausgelegt. TKMS integrierte über ATLAS ELEKTRONIK unter anderem ein Schleppsonar zur U‑Boot-Abwehr.

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Parallel setzt TKMS-Chef Oliver Burkhard auf einen größeren industriepolitischen Hebel: Er fordert eine Konsolidierung der europäischen Rüstungsindustrie. Seine Begründung ist klar: „Geld allein baut keine Schiffe“ – entscheidend sei Tempo in der Zusammenarbeit von Industrie und Auftraggebern. Laut Reuters liegt bereits ein unverbindliches Übernahmeangebot für German Naval Yards Kiel vor.

Operativ unterstreicht TKMS seine Position mit einem Rekord-Auftragsbestand von rund 18,7 Mrd. Euro (Q1 2025/2026) und einer angehobenen Umsatzprognose für 2025/2026: Erwartet wird nun ein Wachstum von 2 bis 5%.

Grünstahl: BMW setzt auf „bluemint“

Auch die Stahlsparte lieferte diese Woche eine positive Nachricht: Thyssenkrupp Steel wird ab 2026 CO₂-reduzierten bluemint-Stahl an BMW liefern – unter anderem für Außenhautteile, Interieur-Komponenten und das Batteriegehäuse des BMW iX3.

Laut Eurometal weist „bluemint recycled“ 0,75 Tonnen CO₂ pro Tonne warmgewalztem Coil auf – 1,35 Tonnen weniger als konventioneller Stahl. Die CO₂-Reduktion ist laut Quelle von TÜV Süd verifiziert. Für Thyssenkrupp ist das mehr als ein PR-Thema: Der Deal stützt die Positionierung in einem Markt, in dem Automobilhersteller derzeit als besonders aktive Abnehmer gelten.

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Zahlen und Umbau: Restrukturierung drückt Ergebnis

Der Gegenpol sind die Q1-Zahlen (Geschäftsjahr 2025/2026): Thyssenkrupp meldete einen Nettoverlust von 334 Mio. Euro. Haupttreiber waren Restrukturierungsaufwendungen von 401 Mio. Euro bei Steel Europe. Der Umsatz sank um 8% auf 7,2 Mrd. Euro, während das bereinigte EBIT um 10% auf 211 Mio. Euro stieg – ein Hinweis darauf, dass das operative Ergebnis (bereinigt) stabiler wirkt als das Nettoergebnis.

Die Jahresprognose bleibt bestätigt: bereinigtes EBIT 500 bis 900 Mio. Euro, beim freien Cashflow vor M&A erwartet der Konzern -600 bis -300 Mio. Euro.

Am Markt spiegelt sich diese Gemengelage weiterhin in Zurückhaltung: Die Aktie notiert heute bei 10,62 Euro (-1,25%). Damit liegt sie fast exakt am 50‑Tage-Durchschnitt (10,65 Euro) – der Kurs sucht also eher die Richtung, statt sie schon gefunden zu haben.

Im Hintergrund läuft der Konzernumbau weiter: Laut Reuters prüft Thyssenkrupp eine Abspaltung oder einen Börsengang von Materials Services (MX); ein IPO könne demnach im Herbst 2026 möglich sein. Zudem laufen laut Reuters die Gespräche über einen Mehrheitsverkauf von Steel Europe an Jindal Steel International weiter, nachdem Jindal am 11. Februar ein unverbindliches Angebot gemeldet hatte.

Unterm Strich zeigt die Woche zwei Linien: TKMS und der BMW-Vertrag liefern operative Argumente – die Quartalszahlen machen aber klar, dass der Umbau kurzfristig Geld kostet. Der nächste konkrete Taktgeber ist die Hauptversammlung am 27. Februar, bei der die strategische Stoßrichtung und der Umbaukurs erneut im Mittelpunkt stehen dürften.

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