Omv Aktie: Mittelfristige Planung

OMV erhält staatliche Förderung für 140-MW-Wasserstoffanlage in Österreich. Das Projekt ist ein strategischer Baustein der Dekarbonisierung, während Analysten die Aktie weiterhin zurückhaltend bewerten.

Kurz zusammengefasst:
  • Staatliche Förderung für 140-MW-Elektrolyseur in Bruck
  • Geplanter Produktionsstart Ende 2027
  • Joint Venture mit Masdar für Finanzierung und Betrieb
  • Analystenmeinungen bleiben überwiegend verhalten

OMV macht beim Umbau in Richtung klimafreundliche Energie einen klaren Schritt nach vorn: Für das geplante 140-MW-Wasserstoffprojekt in Bruck an der Leitha sichert sich der Konzern eine staatliche Produktionsförderung von bis zu 123 Millionen Euro. Das Vorhaben wurde zudem von der European Hydrogen Bank positiv bewertet. Spannend ist nun, ob diese langfristige Weichenstellung auch den eher verhaltenen Blick der Analysten verändert.

Großprojekt für grünen Wasserstoff

OMV und die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) haben heute den Fördervertrag für eine Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff unterzeichnet. Zuvor hatte die European Hydrogen Bank das Projekt geprüft und für eine Förderung empfohlen.

Omv

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Die Eckpunkte des Vorhabens:

  • Elektrolyseleistung: 140 Megawatt
  • Förderhöhe: bis zu 123 Millionen Euro
  • Geplanter Start: Ende 2027
  • Produktion: bis zu 23.000 Tonnen grüner Wasserstoff pro Jahr
  • CO₂-Einsparung: bis zu 150.000 Tonnen jährlich

Die Investition liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. OMV setzt dabei komplett auf erneuerbare Energiequellen wie Wind-, Solar- und Wasserkraft. Nach Inbetriebnahme soll die Anlage zu den fünf größten Wasserstoffprojekten Europas zählen.

CEO Alfred Stern spricht von einem „starken Signal für die Zukunft der nachhaltigen Energieversorgung und für den Standort Österreich“. Inhaltlich passt das: Der Schritt fügt sich nahtlos in die Konzernstrategie zur Dekarbonisierung ein.

Charttechnisch spiegelt sich die Meldung zunächst nicht in einem Ausbruch wider: Die Aktie schloss gestern bei 48,14 Euro und liegt damit praktisch auf dem 50-Tage-Durchschnitt von 48,13 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht jedoch ein Plus von rund 23 Prozent zu Buche.

Joint Venture mit Masdar und Industrieanbindung

Bereits im November 2025 hatte OMV mit Masdar, einem international führenden Anbieter für saubere Energie, eine Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures unterschrieben. Dieses Gemeinschaftsunternehmen soll:

  • die Finanzierung des Projekts strukturieren,
  • die Elektrolyseanlage errichten und
  • den laufenden Betrieb übernehmen.

Der Abschluss des Joint Ventures wird für Anfang 2026 erwartet. Ein wichtiger technischer Baustein ist zudem die direkte Anbindung an die OMV-Raffinerie Schwechat: Eine 22 Kilometer lange Pipeline soll den dortigen Standort versorgen und so einen spürbaren Beitrag zur Dekarbonisierung der Raffinerie leisten.

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Damit wird das Wasserstoffprojekt nicht nur als „Leuchtturm“ aufgebaut, sondern direkt in bestehende industrielle Prozesse eingebunden – ein Punkt, der für die praktische Umsetzung der Energiewende entscheidend ist.

Strategie 2030: Wasserstoff als Baustein

Das Projekt ist ein zentrales Element der OMV Strategie 2030 sowie der österreichischen Wasserstoffstrategie. Mit der 140-MW-Anlage positioniert sich der Konzern als ein wichtiger Produzent von grünem Wasserstoff in Europa.

Gleichzeitig bleibt das operative Umfeld anspruchsvoll: Für 2025 rechnen Analysten im Schnitt mit einem Umsatz von rund 29,9 Milliarden Euro – etwa 14,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Beim Gewinn pro Aktie wird dagegen nur ein stabiles Niveau erwartet, mit Prognosen von 5,61 Euro für 2025 und 5,63 Euro für 2026. Das deutet auf Kostendisziplin und Effizienz, aber auch auf begrenztes Wachstum im Kerngeschäft hin.

Bewertungsseitig wirkt der Titel mit einem niedrigeren KGV überschaubar bepreist, trotz einer Marktkapitalisierung im mittleren zweistelligen Milliardenbereich. Gleichzeitig notiert die Aktie rund 12 Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 55 Euro, aber mehr als 26 Prozent über dem Tief von 38,10 Euro – der Kurs bewegt sich also derzeit eher im oberen Mittelfeld der Spanne.

Verhaltener Analystenblick trotz Projektfortschritt

Trotz der klaren Fortschritte beim Wasserstoffprojekt ist die Stimmung auf Analystenseite derzeit zurückhaltend. Berenberg hatte das Papier im November 2025 von „Strong-Buy“ auf „Hold“ abgestuft. Barclays bestätigte im Dezember ein „Underweight“-Rating.

Der Konsens aus fünf erfassten Einschätzungen liegt aktuell bei „Reduce“ und setzt sich aus vier Hold- und einer Sell-Empfehlung zusammen. Marktbeobachter könnten dies so interpretieren, dass der langfristige Umbau zur grüneren Energie zwar anerkannt wird, kurzfristig aber Faktoren wie zyklische Öl- und Gasgeschäfte oder der rückläufige Umsatz stärker im Vordergrund stehen.

Konkreter Fahrplan für 2026

Operativ stehen in den kommenden Monaten mehrere Termine an, die neue Impulse liefern können:

    1. Januar 2026: Trading Update Q4 2025 (7:30 Uhr MEZ)
    1. Februar 2026: Veröffentlichung der vollständigen Jahreszahlen 2025
    1. Mai 2026: Hauptversammlung in Wien
    1. Juni 2026: Geplante Dividendenzahlung

Mit der heute fixierten Förderung und dem geplanten Joint-Venture-Abschluss zu Jahresbeginn liegt ein klarer Fahrplan für den Ausbau des Wasserstoffgeschäfts vor. Entscheidend wird nun, ob die kommenden Quartals- und Jahreszahlen zeigen, dass OMV den Spagat zwischen traditionellem Energiegeschäft und wachsendem Portfolio an nachhaltigen Projekten auch finanziell überzeugend umsetzen kann.

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