Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Angesichts der sehr schwachen Konjunkturdaten setzte sich der Aufwärtstrend an den internationalen Rentenmärkten auch in der vergangenen Woche fort, berichten die Analysten der Commerzbank.
Zu Wochenbeginn seien allerdings zunächst deutliche Kursverluste zu verzeichnen gewesen. Die Zusage eines milliardenschweren Rettungspakets für die Citigroup und die Ankündigung des designierten US-Präsidenten Barack Obama, ein neues Konjunkturpaket aufzulegen, habe die Risikoaversion vieler Markteilnehmer reduziert und entsprechend zu Verkäufen sicherer Staatsanleihen geführt. Angesichts der schlechten Daten zu Auftragseingängen und Konsum in den USA und der erneut stark rückläufigen Stimmungsindikatoren im Euroraum habe das Sentiment jedoch wieder gedreht, sodass die Rentenmärkte ihren Aufwärtspfad fortgesetzt hätten.
Zwar sei bei den bereits sehr tiefen Renditen durchaus zwischenzeitlich Rückschlagpotenzial gegeben, die in dieser Woche anstehenden Konjunkturdaten würden allerdings eher für weiter steigende Kurse oder zumindest für eine Stabilisierung der Renditen auf tiefem Niveau als für einen deutlichen Kursrückgang sprechen. Auch die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank, insbesondere der anschließende Kommentar, dürfte stützend wirken, da die EZB den Leitzins kräftig um 75 Basispunkte senken und weitere Zinssenkungen in Aussicht stellen dürfte.
Mittelfristig werde für die Kursentwicklung entscheidend sein, wie lange sich die Rezession hinziehe und wie weit die EZB noch die Zinsen senken werde. Eine Senkung bis auf unter 2% halten die Analysten der Commerzbank im nächsten Jahr für realistisch, was weiteres Kurspotenzial für Staatsanleihen liefere. (01.12.2008/ac/a/m)