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Meldung
Hannover (aktiencheck.de AG) - Datenseitig konnten die vergangenen Tage nicht so recht überzeugen, so die Analysten der Nord LB.

In den USA seien die Auftragseingänge langlebiger Güter im Berichtsmonat Oktober regelrecht eingebrochen (-6,2% M/M). Entsprechend gehe man davon aus, dass auch die Stimmung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eher frostig bleibe und das wichtige Stimmungsbarometer - der ISM PMI - weiter an Wert einbüße (Prognose: 36,5 Punkte). Er dürfte damit die wichtige Expansionsschwelle bei 50 Punkten allmählich aus den Augen verlieren. Deutlich abzulesen seien die Konjunkturprobleme in den USA bereits seit längerem an den Arbeitsmarktzahlen. Für die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Daten rechne man mit einem anhaltenden Anstieg der Arbeitslosenquote auf dann 6,7%. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen dürfte im November um 340.000 gesunken sein.

Dagegen schlage sich der deutsche Arbeitsmarkt noch vergleichsweise gut. Die hiesige Arbeitslosenquote habe im vergangenen Monat unverändert bei 7,5% notiert. Positive Nachrichten seien zuletzt von der Preisfront gekommen. Der Rückgang der Inflationsrate auf 2,1% in der Eurozone helfe der EZB, den Leitzins ohne Gewissensbisse weiter abzusenken und damit ihren geldpolitischen Beitrag zu einer hoffentlich zügigen Überwindung der Rezession leisten zu können.

Der deutsche Aktienindex notiere aktuell um das Niveau von 4.500 Punkten. In der vergangenen Woche habe sich der Markt zum zweiten Mal in diesem Herbst von zyklischen Tiefstständen bei 4.000 Punkten absetzen können. Dennoch sehe es keineswegs danach aus, dass bereits ein endgültiger Boden in der Assetklasse Aktien herausgebildet worden sei. Insbesondere der Blick auf das Umsatzvolumen lasse eine gewisse Skepsis angebracht erscheinen. So sei das Volumen in Phasen des Ausverkaufs durchaus sehr hoch, die nachfolgenden Gegenbewegungen seien hingegen nur von unterdurchschnittlichem Volumen getragen worden. Selbst wenn keine neuen zyklischen Tiefststände im DAX generiert werde, so sei trotzdem zu vermuten, dass der Aktienmarkt in den kommenden Monaten bestenfalls zu einem Seitwärtstrend ansetzten werde, der die Renditeforderungen eines Aktieninvestors stets aufs Neue enttäuschen werde.

Der Bund-Future habe zum Wochenstart ein neues Hoch über 122 Ticks gesetzt. Die entsprechende Rendite für die zehnjährige europäische Benchmark-Anleihe liege dementsprechend bei niedrigen 3,2%. In den USA habe das zehnjährige Pendant, die Marke von 3% bereits deutlich unterschritten und notiere aktuell bei historisch niedrigen 2,9%.

Damit würden sich die Marktteilnehmer derzeit sehr deutlich auf das Rezessionsumfeld fokussieren, dass durch die Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks täglich neue Nahrung bekomme. Das Credo laute: Risikoaversion und Flucht in Qualität. Aufgrund des sehr weit ausgereizten Trends im Bund-Future und der überkauften Situation, sei jederzeit mit einer stärkeren technischen Gegenbewegung zu rechnen. Im Euro sei bereits seit mehreren Wochen kein klarer Trend erkennbar. Die europäische Gemeinschaftswährung bewege sich in den Bandbreiten zwischen 1,25 USD und 1,30 USD, ohne in der Lage zu sein, sich in die ein oder andere Richtung abzusetzen. (01.12.2008/ac/a/m)


 
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