Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Verglichen mit Öl und Gold fiel der Preisrückgang für Industriemetalle gestern milde aus, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.
Der LMEX habe um lediglich 1,5% nachgegeben. Grundsätzlich würden die zahlreichen Meldungen über Produktionskürzungen stabilisieren. Preisunterstützend sei gestern zudem die Ankündigung der chinesischen Provinz Yunnan gewesen, angesichts der schwachen Nachfrage die Metallvorräte um 1 Mio. Tonnen aufzustocken: 150 Tsd. Kupfer, 300 Tsd. Tonnen Aluminium, 150 Tsd. Tonnen Blei, 300 Tsd. Tonnen Zink und 100 Tsd. Tonnen Zinn sollten gekauft und für ein Jahr eingelagert werden. Vor allem am Zinnmarkt dürfte dieser Effekt zu spüren sein, denn das Volumen sei mehr als zwanzigmal so hoch wie die derzeitigen LME-Vorräte. Zinn habe deshalb gestern auch gegen den Trend leicht zulegen können.
Der Abschwung in der Stahlindustrie - gestern sei gemeldet worden, dass die Kapazitäten der US-amerikanischen Stahlindustrie nur noch zu 50% ausgelastet seien, dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren - zeige immer stärkere Auswirkungen auf die Märkte der Vorprodukte: Brasiliens Eisenerzexporte seien laut Handelsministerium im November auf 17,9 Mio. Tonnen gefallen. Sie hätten damit 20% unter dem Vorjahr gelegen. Darüber hinaus heiße es aus Industriekreisen, dass Nippon Steel, zweitgrößter Stahlproduzent der Welt, mit seinen Lieferanten in Verhandlungen sei, die Liefermenge an Eisenerz und Kokskohle zu reduzieren. Nach Erachten der Analysten von Commerzbank Corporates & Markets werden die Preise für Eisenerz und Kokskohle in der nächsten Verhandlungsrunde stark unter Druck geraten. (02.12.2008/ac/a/m)