München (aktiencheck.de AG) - Zu Wochenbeginn haben die Rentenmärkte ein weiteres Kursfeuerwerk entzündet, so die Analysten der BayernLB.
Treibende Kräfte der Aufwärtsbewegung, die den Bund-Future in der Spitze bis auf 123,15 geführt habe, seien zum einen die enttäuschenden ISM- und PMI-Daten, zum anderen die Aussicht auf massive Leitzinssenkungen der EZB und BoE am Donnerstag sowie ferner die massiven Kursverluste der Aktienmärkte (z.B. S&P 500: -8,93%) gewesen. Angesichts der fortdauernden Kursverluste im asiatischen Aktienhandel und des Fehlens erstrangiger Datenveröffentlichungen sei für Treasuries und Bunds heute eine Fortsetzung der Hausse vorgezeichnet.
Beim Kfz-Absatz in den USA drohe eine Enttäuschung. Nach dem stärker als erwarteten Rückgang der Euroraum-Verbraucherpreise könnten auch die heutigen Erzeugerpreise positiv überraschen.
Was die Geldpolitik anbetreffe, habe FED-Präsident Bernanke in seiner gestrigen Rede darauf hingewiesen, dass der Spielraum der Notenbank für weitere Leitzinssenkungen begrenzt sei. Die FED könne ihre geldpolitischen Ziele aber auch mit unkonventionellen Maßnahmen - wie beispielsweise dem großvolumigen Kauf von US-Staatsanleihen oder Agency Bonds - erreichen. Nach allen bisherigen "unkonventionellen" Fed-Maßnahmen bis hin zur Kreditlinie für AIG könne die hiermit ergfolgte Ankündigung einer direkten Kreditvergabe an den US-Staat kaum noch überraschen. Die FED würde damit lediglich einen weiteren Schritt hin zu der von der BoJ in den 90er Jahren verfolgten Geldpolitik vollziehen.
Im Rat der Euroraum-Finanzminister bestehe offenbar Dissens über die Anwendung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes im Umfeld der Finanzmarktkrise. Während die Notwendigkeit expansiver fiskalpolitischer Maßnahmen zur Flankierung der expansiven EZB-Geldpolitik allgemein anerkannt sei, würden sich vor allem die Vertreter der Niederlande und Deutschlands dafür aussprechen, die im Stabilitätspakt vereinbarten Verschuldungsgrenzen einzuhalten. (02.12.2008/ac/a/m)