DJ Europa-Börsen schließen schwach -Gewinnmitnahmen belasten
FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Börsen haben am Montag unter Gewinnmitnahmen gelitten und nach ruhigem Geschäft schwach geschlossen.
Der besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht habe keinen neuen Aufwärtsschub zu entfachen vermocht. Auf dem erreichten Niveau sei die Bereitschaft zum Einstreichen der massiven Gewinne seit März gestiegen. Als negativ wurde auch gewertet, dass die Rating-Agentur S&P das Langfrist-Rating für Irland auf "AA" nach "AA+" und den Ausblick auf "Negativ" gesenkt hat.
Rohstoffwerte unter Druck
Rohstoffwerten gaben nach dem Anstieg der Vorwoche mit minus 2,7% besonders deutlich nach. "Die Sektoren, die uns zuletzt gestützt haben, ziehen uns nun nach unten", sagte ein Händler. In den vergangenen Wochen sei wieder verstärkt spekulatives Kapital an die Märkte gelangt, wovon insbesondere der Rohstoffsektor profitiert habe. Nach Einschätzung der Commerzbank hat der jüngsten Aufwärtsbewegung am Ölmarkt ohnehin "jegliche fundamentale Begründung" gefehlt. Rio Tinto verloren 2,5%, obwohl die Analysten der Deutschen Bank dem angekündigten Joint-Venture mit BHP erhebliches Synergiepotenzial zubilligen.
Bankentitel geben nach
Die Bankentitel büßten im Schnitt 1% ein. Die Finanzmarktkrise hat den Analysten von Keefe, Bruyette und Woods (KBW) zufolge gezeigt, dass das Geschäftsmodell und die Bilanz vieler Banken nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet gewesen seien. Auch hätten zahlreiche Jahre der Deregulierung Systemrisiken geschaffen. Nun jedoch kehrten die Banken zum Wesentlichen zurück.
Die Strategien würden umgearbeitet, Risiken gemindert und Schulden abgebaut -dennoch müssten sich die Banken noch durch die Rezession navigieren. Aufgrund des geringeren Risikos von verwässernden Kapitalerhöhungen dürften Investoren ihr Augenmerk nun auf mögliche Gewinne nach der Krise richten, so die Experten.
Finanzdienstleister leiden unter Abgaben von Fortis
Die Finanzdienstleister büßten mit 1,8% ebenfalls deutlich ein. Der Streit zwischen Fortis und der niederländischen Regierung belastete die Aktie. Es zeichnet sich zunehmend ab, dass der niederländische Staat eine Kompensationssumme von 362,5 Mio EUR von der Fortis Holding für die Aktionäre der Fortis Bank Netherlands einklagen wird. Fortis Holding vertritt allerdings die Auffassung, dass der Vertrag mit der Regierung eine Entschädigungszahlung durch die Fortis Bank an die Aktionäre vorsehe. Fortis verloren 4,6%.
Telekom-Aktien stemmen sich gegen den negativen Trend
Telekomaktien stiegen dagegen im Schnitt um 0,4%. Händler verwiesen auf einen Bericht des amerikanischen Anlegermagazins "Barron's". Die Aktien seien gemessen an der Ertragsstärke und den Dividendenrenditen billig. Einerseits sollten sie bei einer Korrektur am Gesamtmarkt als defensive Werte relativ gut abschneiden. Andererseits sollte sich die Rally auch auf die bisher vernachlässigten Branchen wie Telekom ausdehnen, wenn der Gesamtmarkt weiter steige. France Telecom gewannen 0,3% und Telecom Italia 2,1%.
Europäische Schlussindizes am Montag, 8. Juni:
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Index Schluss- Veränd. Veränd. Veränd.
stand abs. in % seit Jahresbeginn
DJ Europe EuroSTOXX50 2468,37 -34,80 -1,39 +0,69
STOXX 50 2135,59 -10,76 -0,50 +3,40
STOXX 600 209,29 -1,47 -0,70 +6,29
London FTSE 100 4405,22 -33,34 -0,75 -0,65
Frankfurt Xetra DAX 5004,72 -72,31 -1,42 +4,04
Paris CAC40 3289,66 -49,39 -1,48 +2,23
Amsterdam AEX 262,39 -4,54 -1,70 +6,69
Brüssel BEL-20 2046,17 -25,22 -1,22 +7,21
Kopenhagen OMXC20 289,46 -4,67 -1,59 +16,85
Dublin ISEQ 2866,77 -65,51 -2,23 +22,34
Helsinki OMXH-25 1629,37 -19,09 -1,16 +7,50
Istanbul IMKB-100 33655,59 -1094,60 -3,15 +25,28
Madrid IBEX-35 9396,20 -122,80 -1,29 +2,18
Mailand FTSE MIB 19889,60 -280,48 -1,39 +2,21
Moskau RTS 1096,68 -53,27 -4,63 +73,56
Oslo OBX Stock 265,39 -7,38 -2,70 +33,27
Prag PX 940,50 -10,50 -1,10 +9,59
Stockholm OMXS-30 770,32 -0,16 -0,02 +16,30
Wien ATX 2117,52 -28,06 -1,31 +20,94
Zürich SMI 5391,72 -7,18 -0,13 -2,58
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DJG/mif/reh
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June 08, 2009 12:38 ET (16:38 GMT)
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