Quelle:
www.geldanlage-report.de
Sei gierig, wenn andere Angst haben!
Lieber
Geldanleger,
alle
Welt
rätselt: Ist das nun schon der Boden bei Aktien gewesen oder nicht?
Glauben Sie
mir: Keiner weiß es, keiner kann auch nur eine Ahnung haben, denn der
Gesamtmarkt lässt sich nicht prognostizieren - zumindest nicht
kurzfristig.
Und
mit
kurzfristig meine ich einen Zeitraum bis zu einem Jahr. Vernünftiger
ist es, zu
schauen, was der wohl beste Investor aller Zeiten, Warren Buffett,
aktuell zum
Aktienmarkt zu sagen hat!
Eins
vorweg: Auch Buffett kann keine Wunder vollbringen. Auch Buffett macht
Fehler.
Wenn Sie das ganze letzte Jahr über dem Rat von Buffett gefolgt wären,
hätten
Sie 31,8 Prozent verloren. Das ist sicher kein Grund zur Freude, aber
Fakt ist
auch, dass Sie damit immer noch sieben Prozent besser gewesen wären als
der
Gesamtmarkt (S&P 500).
Und
genau
darum geht es letztlich: Die Benchmark konstant Jahr für Jahr zu
schlagen.
Alles andere ist unrealistisch. Buffett schafft dieses Kunststück schon
seit
mehreren Dekaden. Der Aktienkurs seines Unternehmens, Berkshire
Hathaway, ist
in den letzten 20 Jahren um 687 Prozent gestiegen, der S&P 500
dagegen nur
um 68 Prozent. Buffett war also zehnmal so gut wie der Markt.
Das
Schöne
daran ist, dass Buffett trotz seines unvorstellbaren Erfolges immer
bescheiden
geblieben ist. Er zahlt sich selbst jährlich ein Gehalt von nur 100.000
US-Dollar, wohnt immer noch im selben Haus in Omaha, Nebraska, das er
1958 für
31.500 US-Dollar gekauft hat, bevorzugt einen alten grauen Anzug
gegenüber
Designerklamotten und will 85 Prozent seines Vermögens, nämlich 30
Milliarden
US-Dollar, der Wohltätigkeitsstiftung von Bill Gates vermachen.
Für
uns als
Investoren hat das "Orakel aus Omaha", wie Buffett eigentlich
unpassenderweise genannt wird, noch eine wichtige Eigenschaft: Er
bezieht klar
Stellung zu seiner Anlagestrategie und gibt Fehler unumwunden zu.
*Die
Buffett-Beichte 2008
So
habe er
beispielsweise Aktien des Ölkonzerns ConocoPhillips nahe der
Höchstkurse des
Ölpreises gekauft, was sich als schwerer Fehler erwiesen hatte. Noch
weit
schwerer schlugen bisher fehlgeschlagene Wetten auf Index-Derivate des
S&P
500, des britischen FTSE 100 und des Euro Stoxx 50 zu Buche. Die
Derivate
laufen jedoch bis 2019, so dass genug Zeit bleibt, dass Indizes wieder
über die
für Buffett maßgeblichen Stände zum Zeitpunkt des Kaufs steigen können.
Buffett
findet deutliche Worte für seine Fehler: "Während des letzten Jahres
habe
ich einige dumme Transaktionen getätigt bzw. solche unterlassen, die
ich
tätigen hätte sollen. Bei Letzteren habe ich Daumen gelutscht als neue
Fakten
an die Öffentlichkeit kamen, anstatt mein Denken zu überprüfen und
sofort zu
handeln", sagte er beim Jahrestreffen der Berkshire-Aktionäre in seiner
gewohnt selbstironischen Art, die viele Aktionäre so sehr zu schätzen
wissen.
Was
hat nun
dazu geführt, dass Buffett trotzdem besser als der Markt abgeschnitten
hat? Zum
einen sein breit diversifiziertes Portfolio exzellenter
Einzelunternehmen. Die
gut performenden Versicherungsaktien, insbesondere GEICO haben die
extrem
schwache Entwicklung von Finanzaktien wie Wells Fargo wieder
ausgeglichen.
Zugleich erhielt er über Dividenden und andere Gewinnbeteiligungen
zusätzliche
Einnahmen und musste nicht börsengelistete Investments weniger stark
abschreiben.
Auch
wenn
er zugibt, dass es besser gewesen wäre, die eine oder andere
Aktienposition zu
verkaufen, trat er zuletzt als Käufer am Markt auf. Nicht zuletzt seine
spektakuläre Beteiligung an der Investmentbank Goldman Sachs sorgte für
Aufsehen. Buffett setzt damit auch das um, was er selber predigt:
*Was
Buffett rät
Sei
gierig,
wenn andere ängstlich sind und sei ängstlich, wenn andere gierig sind.
Das ist
seit jeher sein Credo und macht eines klar: Buffett kauft aktuell
Aktien, er
verkauft sie nicht. Wenn andere ihre Positionen angstgetrieben auf den
Markt
werfen, schlägt Buffett zu.
Beim
Investieren gehe es nicht darum, Anerkennung und Beifall von den Massen
zu
ernten. Das sei sogar eher kontraproduktiv, weil Beifall das Hirn ruhig
stelle,
es behäbig mache. Damit sei es weniger aufnahmefähig für neue Fakten
und
schwerlich in der Lage bereits gezogenen Schlussfolgerungen noch einmal
zu
überprüfen. Hüten Sie sich vor Investment-Aktivitäten, die Ihnen sofort
Applaus
einbringen. Die wirklich großartigen Schritte werden normalerweise von
Gähnen
begleitet.
Nicht
ganz
neu, aber aktueller denn je ist sein Rat, nur das zu kaufen, was man
auch
verstehe. "Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, dass bestimmte
Vorstände
mit großen Namen bei großen Finanzinstitutionen unfähig sind, das
Risiko, das
mit riesigen, komplexen Derivateportfolien einhergeht, zu managen."
Erneut
selbstironisch ergänzt er: "Da können sie mich und Charlie (gemeint ist
sein langjähriger Partner Charlie Munger; Anm. d. Verf.) übrigens mit
einschließen."
Schließlich
widerspricht er der Aussage, der Markt habe immer Recht. Jahrelang
wurden
Risiken unterschätzt, jetzt würden sie überschätzt und entsprechend
heftig sind
die Ausschläge bei den Prämien, die dafür bezahlt werden müssten.
Rückblickend
werde in den Finanzgeschichtsbüchern nicht nur von der Internet-Bubble
in den
späten 90er-Jahren, oder der Immobilienblase zu Beginn der 2000er-Jahre
gesprochen werden, sondern auch von einer weiteren Übertreibung: Die
U.S. Staatsanleihen-Blase
von Ende 2008 werde in ferner Zukunft als fast genauso außergewöhnlich
betrachtet werden.
Was
meint
Buffett damit? Nun, er selbst sagt, vor ein paar Jahren wäre es noch
undenkbar
gewesen, dass die Renditen für Unternehmensanleihen mit gutem Rating
oder für
Kommunalanleihen derart hoch sein könnten und gleichzeitig risikolose
Staatsanleihen fast eine Nullrendite bringen.
Oder
noch
deutlicher ausgedrückt: Die Flucht der Anleger in Sicherheit ist in
dieser
Dimension fast einmalig. Die allermeisten Anleger wollen überhaupt kein
Risiko
mehr eingehen und flüchten sich deshalb in Anleihen. Die dadurch
entstandene
Anleihen-Blase wird bald platzen und Aktien werden wieder steigen.
MEIN FAZIT:
- Ähnlich wie O`Shaughnessy
(siehe letztes
Update http://www.geldanlage-report.de/GAR-Update-070309.html)
ist Warren Buffett davon überzeugt, dass aktuell ein guter Zeitpunkt
ist, um
Aktien zu kaufen.
- Wenn Sie Anleihen kaufen
möchten, sollten Sie
US-Staatsanleihen meiden und stattdessen Unternehmens- oder
Kommunalanleihen
bevorzugen.
- Seien Sie mutig, handeln
Sie antizyklisch und kaufen
Sie nur, was Sie kennen.
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Viel Erfolg bei Ihrer
Geldanlage wünscht Ihnen
Ihr
Armin Brack
Chefredakteur Geldanlage-Report
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