Puma soll für menschenwürdige Standards sorgen / Kritik an
Sportartikelkonzern: In Zulieferbetrieben werden Hungerlöhne gezahlt
und die Gewerkschaftsfreiheit verletzt
Berlin / Münster (ots) - Nicht nur der schärfste wirtschaftliche
Abschwung in der Firmengeschichte sitzt der Führung des
Sportartikelkonzerns Puma im Nacken: Anlässlich der Hauptversammlung
des Unternehmens, die am morgigen Dienstag im fränkischen
Herzogenaurach über die Bühne geht, formulieren
entwicklungspolitische Organisationen massive Kritik an dem
Geschäftsgebaren von Puma.
Die Vorwürfe der Puma-KritikerInnen: In Zulieferbetrieben des
Sportriesen in China und El Salvador werden Hungerlöhne gezahlt und
eine gewerkschaftliche Organisation der ArbeiterInnen im Keim
erstickt.
"Puma betont im Vorfeld der Hauptversammlung seine
Unternehmensverantwortung, spricht davon, stark zu sein, indem es
Gutes bewirkt. Für die NäherInnen in den Fertigungsstätten in Ländern
des Südens muss diese Ethik-Propaganda wie blanker Hohn wirken",
kritisiert Kirsten Clodius, Sprecherin der Christlichen Initiative
Romero (CIR). "Puma muss endlich seinen hehren Worten Taten folgen
lassen und existenzsichernde Löhne in seinen Zulieferbetrieben ebenso
gewährleisten wie die Einhaltung der Gewerkschaftsfreiheit", führt
Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk e.V. aus.
In China und El Salvador erhalten NäherInnen in den
Puma-Zulieferbetrieben zwar jeweils den dort geltenden Mindestlohn.
"Fakt ist aber, dass diese investorInnenfreundlichen Mindestlöhne
gerade einmal die wichtigsten Lebensmittel abdecken, um eine
ausreichende Kalorienzufuhr zum Überleben zu gewährleisten", legt
Kirsten Clodius dar. "Dinge wie Kleidung, Miete, Strom, Wasser,
Gesundheit und der Schulbesuch der Kinder bleiben auf der Strecke."
"Von den Millionengewinnen, die Puma trotz deutlicher Einbrüche
eingefahren hat, erhalten die ArbeiterInnen in den Zulieferbetrieben
lediglich Brosamen. Mit der von Puma propagierten Verantwortung für
eine bessere Welt lässt sich das nicht vereinbaren", stellt Berndt
Hinzmann fest.
In seinem letzten offiziellen Nachhaltigkeitsbericht hatte Puma
ganz offen die Position vertreten, es sei nicht die geeignete Zeit,
einen Lohn zu fordern, der die Lebenshaltungskosten deckt. In den
Augen von Clodius und Hintzmann ein "nicht zu überbietender
Zynismus". "ArbeiterInnen müssen von dem, was sie täglich in den
Puma-Fabriken leisten, leben können", fordern sie ihrerseits. "Um
diese und weitere Interessen in ihren Fabriken zu vertreten,
benötigen sie wiederum eine gewerkschaftliche Interessenvertretung in
ihren Betrieben. Es ist die verdammte Pflicht und Schuldigkeit von
Puma, für menschenwürdige Standards in seinen Zulieferbetrieben zu
sorgen."
AnsprechpartnerInnen für Medienkontakte: Kirsten Clodius,
Christliche Initiative Romero, Münster, Telefon 02 51 / 8 95 03
Berndt Hinzmann, INKOTA-netzwerk e.V., Berlin, Telefon 0 30 / 4 20 82
02 51; 01 60 / 94 69 87 70
Originaltext: Clean Clothes Campaign - Kampagne für Saubere Kleidung
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Pressekontakt:
Kirsten Clodius,
Christliche Initiative Romero,
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