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GFT Technologies: "Dynamischen Endspurt
hingelegt" - CFO Dr. Ruetz im Interview
Hamburg (ots) - Die schwäbische GFT Technologies AG (ISIN
DE0005800601 / WKN 580060) zählt zu den weltweit führenden Anbietern
von IT-Dienstleistungen im Finanzsektor.
Im Interview mit a|m spricht
der Finanzvorstand Dr. Jochen Ruetz über die vorläufigen Zahlen 2009.
a|m: Herr Dr. Ruetz, das Jahr 2009 war sicherlich kein einfaches.
Wie ist GFT durch dieses Krisenjahr gekommen?
Dr. Jochen Ruetz: Vor dem Hintergrund des schwierigen
Marktumfelds sind wir mit der Geschäftsentwicklung im vergangenen
Jahr sehr zufrieden. In der ersten Jahreshälfte waren wir mit einer
zurückhalten Nachfrage und einem konjunkturbedingten Preisdruck
konfrontiert. Dies führte erwartungsgemäß gegenüber dem Vorjahr zu
einer schwächeren Umsatz-und Ergebnisentwicklung. Im zweiten Halbjahr
ist es uns jedoch gelungen, wieder aufzuholen. So konnten wir zum
Jahresende mit einem Gesamtumsatz von 216 Mio. Euro und einem
Vorsteuerergebnis von knapp 8 Mio. Euro unsere 2009-Prognose sogar
leicht übertreffen. Dabei war es ganz wesentlich, dass wir unser
Leistungsangebot frühzeitig an die Marktanforderungen angepasst und
so die Weichen für Wachstum gestellt haben.
a|m: Welche Geschäftsfelder hatten besonders zu leiden, in
welchen lief es besser?
Dr. Jochen Ruetz: Vor allem der Geschäftsbereich Services hat
sich erfreulich entwickelt. Hier profitierten wir von unserer starken
Kundenbindung und konnten den Umsatz trotz der gelegentlichen
Endzeitstimmung zum Jahresbeginn gegenüber dem Vorjahr leicht
steigern. Im Jahresverlauf wurden vor allem Outsourcing-Angebote
verstärkt nachgefragt, die unsere Kunden dabei unterstützen, ihre
Kostenstruktur zu flexibilisieren. Im umsatzstärksten Segment
Resourcing spürten wir eine konjunkturbedingt schwache Nachfrage nach
freiberuflichen IT-Spezialisten. Vor allem der niedrigmargige Bereich
des Third Party Managements litt unter den Folgen der
Finanzmarktkrise. Dies wirkte sich stärker auf den Umsatz als auf das
Ergebnis aus.
a|m: Und wie hat sich das Produktgeschäft entwickelt? Das Segment
Software ist in Ihren vorläufigen Zahlen separat ausgewiesen. Ist der
angekündigte Verkauf schon so weit fortgeschritten?
Dr. Jochen Ruetz: Das Geschäft mit Software-Lizenzen stand im
vergangenen Jahr weiterhin unter Druck. Im Jahresverlauf haben wir
die Kostenstruktur optimiert und konnten den Verlust gegenüber dem
Vorjahr erheblich reduzieren. Der Geschäftsbereich ist nun auch für
den Fall einer anhaltenden Nachfrageschwäche stabil aufgestellt. Wir
beabsichtigen nach wie vor das Software-Segment zu veräußern und
haben deshalb Maßnahmen ergriffen, den Verkauf im zweiten Quartal
dieses Jahres abzuschließen. Nach internationalen
Rechnungslegungsstandards - genauer gesagt nach den Bestimmungen des
IFRS 5 - mussten wir dieses Segment deshalb in unserem
Konzernabschluss separat ausweisen.
a|m: Insbesondere im vierten Quartal ist eine deutliche
Verbesserung der Geschäftsentwicklung zu sehen. War das nur eine
kurze Aufholjagd oder können Sie das Niveau im Jahr 2010 halten?
Dr. Jochen Ruetz: In der Tat haben wir im zweiten Halbjahr 2009
einen dynamischen Endspurt hingelegt. Zum Jahresende ist es uns unter
anderem gelungen, einen mehrjährigen Auftrag zur Wartung und
Weiterentwicklung von IT-Anwendungen mit der Deutschen Bank in
Spanien abzuschließen. Ich bin optimistisch, dass wird die positive
Geschäftsentwicklung auch in diesem Jahr fortsetzen können. Wir sehen
eine Stabilisierung der Gesamtwirtschaft sowie der für uns wichtigen
Finanzbranche. In ausgewählten Sektoren unserer Bankkunden zieht die
Nachfrage derzeit deutlich an. Zudem sind wir mit unserem
Leistungsangebot strategisch gut aufgestellt und adressieren genau
die Themen, die zukünftig von Bedeutung sein werden. Mit einer hohen
Liquidität und einer starken Bilanzstruktur sind wir für die
Herausforderungen, die auch das Jahr 2010 sicherlich noch bringen
wird, gut gerüstet. Unsere Prognose für das laufende Geschäftsjahr
sieht daher ein Umsatzwachstum auf 230 Mio. Euro vor. Beim
Vorsteuerergebnis rechnen wir mit 8 bis 9 Mio. Euro.
a|m: Im Geschäftsbereich Services liegt Ihr Schwerpunkt auf dem
Finanzsektor. Hat sich diese Branche schon soweit stabilisiert, dass
Sie hiervon profitieren werden?
Dr. Jochen Ruetz: Ja, wir erkennen bereits deutliche Anzeichen
einer Erholung der Finanzbranche. Vor allem in Großbritannien und den
USA spüren wir einen steigenden Bedarf an Lösungen für das Investment
Banking. Darüber hinaus werden weiterhin verstärkt Outsourcing
Projekte nachgefragt. Banken sehen sich zudem mit der Umsetzung
regulatorische Anforderungen konfrontiert. Hierbei werden wir sie mit
intelligenten IT-Lösungen unterstützen. Großes Potenzial bietet der
Wachstumsmarkt Mobile Banking. Für diesen Markt haben wir uns mit
unserem Mobile Finance Kompetenzzentrum gezielt aufgestellt, um
Finanzinstitute bei der Mobilisierung ihrer Geschäftsprozesse und bei
der Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen für das Handy zu
unterstützen.
a|m: Herr Dr. Ruetz, vielen Dank für das Gespräch.
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Originaltext: Equity
Analyst Ltd.
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