Nvidia Aktie: 8. Juni 2026 mit SK Hynix
Nvidias Kursverlust ist Folge enttäuschender Broadcom-Prognosen. Die Vera-CPU-Partnerschaft mit SK Hynix signalisiert langfristiges Wachstum.

Kurz zusammengefasst
- Kursrückgang durch Broadcoms schwache Prognose
- Vera-CPU als neues Standbein gegen Intel
- SK Hynix sichert sich 70 Prozent der Aufträge
- Analysten sehen 43 Prozent Kurspotenzial
Der jüngste Kursrückgang bei Nvidia hat wenig mit dem Unternehmen selbst zu tun. Er ist ein Kollateralschaden — ausgelöst durch enttäuschende Guidance-Zahlen eines Wettbewerbers. Wer das versteht, sieht die aktuelle Lage anders.
Der Broadcom-Effekt und was er wirklich bedeutet
Broadcom hat mit seiner KI-Umsatzprognose für das dritte Quartal die Erwartungen verfehlt. Konkret: 16 Milliarden Dollar prognostiziert, der Markt hatte inoffiziell mit 17,2 Milliarden Dollar gerechnet. Die Folge war ein breiter Ausverkauf im Halbleitersektor — Nvidia eingeschlossen.
Der Schlusskurs am Montag lag bei 180,92 Euro, rund elf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro aus dem Mai. Der RSI notiert bei 48 — weder überkauft noch in einer echten Abwärtsdynamik. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt knapp zwölf Prozent nach oben. Das sieht nach gesunder Konsolidierung aus, nicht nach Trendbruch.
Hinzu kommt ein Bewertungsargument, das der Markt derzeit ignoriert: Nvidia handelt auf Basis der Gewinnerwartungen mit etwa dem halben Kurs-Gewinn-Verhältnis von Broadcom und einem Drittel von AMD. Diese Diskrepanz dürfte sich nicht dauerhaft halten.
Die Vera-Strategie: Nvidia greift Intel und AMD an
Das eigentlich Bedeutsame passiert gerade woanders. Am 8. Juni 2026 hat Nvidia eine mehrjährige Technologiepartnerschaft mit SK Hynix formalisiert. Es geht nicht nur um HBM-Speicher für Grafikprozessoren. Es geht um den Vera-Prozessor — Nvidias ersten eigenständigen CPU für Rechenzentren.
Damit betritt Nvidia das Kernterritorium von Intel Xeon und AMD Epyc. SK Hynix liefert HBM4-Speicher direkt in die Vera-Architektur — und sichert sich dabei Berichten zufolge 70 Prozent der Aufträge. Das ist keine Liefervereinbarung. Das ist eine vertikal integrierte Allianz, die den Arbeitsspeicher-Engpass adressiert, den Jensen Huang selbst als jahrelanges Problem bezeichnet hat.
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Der Vera-Prozessor ist das Fundament für die nächste Generation von KI-Supercomputern. Wer das einpreist, versteht warum die aktuelle Kursschwäche wie eine Fehlbewertung wirkt.
Seoul statt Washington
Während Huang die Einladung zum Senate Banking Committee am 11. Juni abgelehnt hat — was Senator Elizabeth Warren öffentlich kritisiert — war er in Seoul. Das sagt viel über die Prioritäten des Unternehmens.
Die Ergebnisse sprechen für sich: ein „Gigawatt-KI-Cloud“-Abkommen mit SK Telecom ab 2027, KI-Fabrikprojekte mit Naver und Doosan. Parallel dazu Partnerschaften mit LG Group im Bereich Robotik und mit Hyundai Motor für autonomes Fahren. Nvidia baut nicht mehr nur Chips. Das Unternehmen baut Infrastruktur für eine neue Industriegeneration.
Politische Optics gegen globale Execution — Huang hat sich klar entschieden.
Mein Urteil: Die Chancen überwiegen
Der YTD-Gewinn von 12,3 Prozent und ein Kursanstieg von über 45 Prozent im Zwölfmonatszeitraum zeigen, dass Nvidia bereits erhebliche Gewinne eingefahren hat. Der Konsens-Kursziel liegt bei 258,62 Euro — das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 43 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Die annualisierte Volatilität von 43 Prozent bleibt hoch. Wer das nicht aushält, wird mit Nvidia nie glücklich. Aber für Anleger mit Zeithorizont spricht die Kombination aus Vera-CPU-Potenzial, wachsenden Korea-Deals und strukturell günstigerer Bewertung gegenüber den Peers dafür, dass der aktuelle Kurs ein Einstiegsniveau darstellt — bevor der Markt die volle Tragweite dieser Strategie einpreist.
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