VanEck Semiconductor ETF: 3,28-Prozent-Sturz nach Broadcom-Warnung
Der VanEck Semiconductor UCITS ETF verliert binnen einer Woche fast zehn Prozent. Auslöser ist ein enttäuschender KI-Ausblick von Broadcom.
Kurz zusammengefasst
- Wöchentliches Minus von fast zehn Prozent
- Broadcom enttäuscht mit KI-Prognose
- Asiatische Tech-Märkte brechen ein
- Geopolitische Spannungen belasten zusätzlich
Der Hype um Künstliche Intelligenz bekommt tiefe Risse. Nach monatelanger Rekordjagd ziehen Investoren im großen Stil Kapital aus dem Chip-Sektor ab. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF verliert massiv an Boden.
Am Mittwoch fiel der Kurs um 3,28 Prozent auf 91,99 Euro. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf fast zehn Prozent. Den Auslöser lieferte Broadcom. Der US-Konzern enttäuschte den Markt mit seinem Ausblick für KI-Umsätze.
Die Skepsis erfasste umgehend die gesamte Branche. Nvidia und Micron Technology gaben vorbörslich deutlich nach. Super Micro Computer stürzte sogar um über elf Prozent ab. Hier belastete zusätzlich eine milliardenschwere Kapitalerhöhung die Stimmung.
Asiens Tech-Riesen unter Druck
Parallel dazu rutschten asiatische Technologiemärkte ab. Der südkoreanische KOSPI-Index verlor 4,5 Prozent. Schwergewichte wie Samsung und SK Hynix verbuchten herbe Verluste.
Auch SoftBank geriet unter die Räder. Berichte über Probleme bei einem besicherten Milliardenkredit ließen die Aktie absacken. Die Folge: Händler sichern sich massiv gegen weitere Kursrutsche ab. Bei Halbleiter-ETFs übersteigt das Volumen der Put-Optionen die Call-Optionen aktuell um das Vierfache.
Geopolitik und Zinsangst
Abseits der Unternehmensdaten trübt die Geopolitik das Bild. Militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus schüren Ängste. Investoren schichten Kapital aus riskanten Tech-Werten in defensive Anlagen um.
Hinzu kommen makroökonomische Hürden. Analysten rechnen für Mai mit einer US-Inflation von 4,2 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung bis Oktober liegt bei 40 Prozent. Das drückt auf die Bewertungen hochpreisiger KI-Aktien.
Trotz des aktuellen Rückschlags bleibt die Jahresbilanz des VanEck-ETFs mit einem Plus von über 67 Prozent stark. Setzt sich der Verkaufsdruck fort, rückt die 50-Tage-Linie bei rund 80 Euro als nächste Unterstützung in den Fokus.
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