Cham Paper Group Zahlen für das Geschäftsjahr 2009


17.03.10 09:28
Meldung
 
Cham (aktiencheck.de AG) - Die Cham Paper Group (ISIN CH0001931853 / WKN 884785 ) erzielte 2009 einen Umsatz von CHF 312,6 Mio.
Das entspricht einem deutlichen Rückgang von -10,3% gegenüber dem Vorjahr. Währungsbereinigt beträgt die Reduktion -5,8%. Als Resultat von Marktanteilsgewinnen, Restrukturierungserfolgen und einer strikten Kostenkontrolle sowie tiefe Rohmaterial- und Energiekosten wurde ein Free Cash Flow von CHF 35,0 Mio. (Vorjahr CHF -6,7 Mio.) und ein EBIT von CHF 13,6 Mio. (Vorjahr CHF 10,1 Mio.) erzielt, wozu alle drei Werke einen positiven Beitrag leisteten.

Der Reingewinn beläuft sich auf CHF 15,9 Mio. (davon CHF 6,8 Mio. aus aufgegebenen Geschäftsbereichen). Das abgesetzte Volumen von 182.498 Tonnen liegt kumuliert -2,5% unter dem Vorjahr. Während sich die verkaufte Menge im ersten Quartal noch mehr als -30% unter dem Vorjahr bewegte, lag das Absatzvolumen im vierten Quartal bereits wieder deutlich über dem (schwachen) Vorjahresquartal.

Tiefere Herstellkosten und Bilanzdisziplin tragen Früchte

Infolge tieferer Zellstoffpreise und Energiekosten im ersten Halbjahr bewegten sich die durchschnittlichen Herstellkosten im ganzen Jahr auf niedrigerem Niveau. Dank konsequentem Lagerbewirtschaftungs- und Debitorenmanagement konnte ein Free Cash Flow (Geldfluss aus operativem Geschäft minus Investitionstätigkeit) von CHF 35,0 Mio. erreicht werden (Vorjahr CHF -6,7 Mio.). Dies trotz höherer Aufwendungen für Forschung/Entwicklung und Verkauf/Marketing.

Das Nettoumlaufvermögen sank dank deutlich verringerter Lager auf CHF 90,4 Mio. Mit dem positiven Free Cash Flow und dem Geldzufluss aus dem Verkauf der Immobiliensparte verringerte sich die Nettoverschuldung um CHF 108,7 Mio. auf CHF 26,0 Mio. Die Gruppe verfügte per 31. Dezember 2009 über flüssige Mittel in der Höhe von CHF 77,7 Mio. Das Eigenkapital betrug zum selben Zeitpunkt CHF 215,9 Mio. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 55,3%.

Ausblick: weitere Verbesserung in Sicht

Die Normalisierung in den von der Cham Paper Group bedienten Märkten setzt sich weiter fort. Aufgrund des kurzfristigen Bestellverhaltens der Kunden bleiben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung vorsichtig bezüglich der Prognosen für 2010.

Dividende von CHF 12,50 vorgeschlagen

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung sind überzeugt, dass die Cham Paper Group sowohl operativ als auch finanziell auf sicherem Boden steht, im Spezialpapiermarkt gut positioniert und damit gut vorbereitet ist, um ihre Wachstumschancen in den nächsten Jahren wahrnehmen zu können. Die Gruppe verfügt zudem über drei leistungsfähige Werke, deren Kapazität noch nicht ausgeschöpft ist. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vor, 30% des operativ erwirtschafteten Gewinns als normale Dividende und den Gewinn aus dem Teilverkauf der Hammer Retex den Aktionären als zusätzliche Dividende zufließen zu lassen. Der Vorschlag des Verwaltungsrates sieht also vor, insgesamt CHF 12,50 pro Aktie in Form einer verrechnungssteuerfreien Nennwertrückzahlung an die Aktionäre auszuschütten.

Heute, am 17. März 2010, findet um 10:00 Uhr im SIX Convention-Point in Zürich eine Bilanzmedien- und Analystenkonferenz statt.

Informationen und Erläuterungen des Emittenten zu dieser Mitteilung:

Nachfolgend ein Auszug aus dem Geschäftsbericht 2009 (Bericht zum Geschäftsverlauf)

Der vollständige Geschäftsbericht (deutsch) ist abrufbar in der Investor Relations-Sektion (Rubrik Finanzberichte) auf unserer Website www.cham-group.com.

Die Cham Paper Group blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Der im Sog der Finanz- und Wirtschaftskrise einsetzende Bestellungsrückgang führte ab Oktober 2008 bis zum Ende des ersten Quartals zu Umsatzeinbussen von bis zu 40% in bestimmten Produktbereichen. Eventualplanung, Kurzarbeit und intensiver Austausch mit den Kunden bestimmten in diesen Monaten das Geschehen in allen Geschäftsbereichen. Insbesondere der extreme Lagerabbau über alle Stufen der Wertschöpfungskette brachte jegliche Planung ins Wanken. Gegen Ende des ersten Quartals folgte eine Phase der Stabilisierung, danach setzte allmählich eine Erholung ein, die bis zum Ende des Jahres zu einer gewissen Normalisierung des Marktgeschehens führte.

Dank der bis Ende Mai stark sinkenden Energie- und Rohmaterialpreise konnten die fehlenden Volumen durch tiefere Herstellkosten teilweise aufgefangen werden. Doch auch hier drehte der Markt rasch, sodass sich die Einkaufspreise im letzten Quartal wieder nahezu auf Vorjahresniveau bewegten. In diesem anspruchsvollen, phasenweise widrigen Umfeld gelang es der Cham Paper Group einerseits, finanziell auf Kurs zu bleiben. Andererseits wurden die Projekte zur weiteren Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit - insbesondere in Italien - konsequent umgesetzt. Und schließlich wurden zahlreiche Initiativen zur Beschleunigung eines innovationsorientierten Wachstums mit unverminderter Kraft vorangetrieben.

Fortsetzung der Erholung in allen Marktsegmenten

Von der Krise wenig zu spüren war in der Lebensmittelindustrie und bei den Konsumgütern für den täglichen Bedarf. Der positive Trend bei einseitig gestrichenen Papieren für flexible Verpackungen setzte sich fort. In diesem stabilen Markt konnte die abgesetzte Menge im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Fünftel erhöht werden. Zu diesem erfreulichen Ergebnis trugen einerseits die konstant hohe Qualität der Produkte und andererseits die Übernahme von Marktanteilen von Mitbewerbern, die aus dem Geschäft aussteigen mussten, bei. Bei den Papieren für den Haftverbundmarkt (Pressure Sensitive), mit denen insbesondere auch die Autoindustrie beliefert wird, war der Einbruch zu Jahresbeginn so markant, dass er nicht mehr aufgeholt werden konnte.

Dank der Wiederbelebung der Industrie und des Werbemarktes überstieg der Umsatz im vierten Quartal das Vorjahr wieder, für das Gesamtjahr blieb er jedoch deutlich unter dem Vorjahr. Auch bei den technischen Papieren wie Innerliner für Zigarettenpackungen setzte nach einer Lagerabbauphase wie erwartet eine Markterholung ein. Die Cham Paper Group profitierte zudem vom anhaltenden Trend zu metallisierten Papieren, die im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen erhebliche Rohstoffeinsparungen ermöglichen und ökologisch verträglicher sind.

Im noch kleinen Bereich Digital Imaging setzte ebenfalls eine Trendwende ein. Nach dem massiven Einbruch im ersten Halbjahr erholte sich der Werbemarkt zusehends. Zudem konnte die Cham Paper Group mit neuen Produkten, die mit dem Curtain Coater produziert werden, Akzente im Markt setzen. Dank einer intensiven Marktbearbeitung und einer generell zunehmenden Nachfrage nach Lösungen für innovative Bereiche des Werbemarkts bewegten sich die Verkäufe hier insgesamt auf Vorjahresniveau.

Flexible Produktion kontert Volatilität der Nachfrage

Im ersten Halbjahr hatte die Wirtschaftskrise auch in traditionell wenig zyklischen Bereichen zu anhaltendem Lagerabbau bei den Kunden der Cham Paper Group geführt. Dadurch wurde der Bestellungseingang stark beeinträchtigt. Dank rechtzeitig vorbereiteter und umgesetzter Eventualplanungsmaßnahmen gelang es, rasch auf diese Situation zu reagieren. Insbesondere die Maßnahme Kurzarbeit leistete hierzu einen wichtigen Beitrag, auch wenn sie im dritten und vierten Quartal nur noch für kurze Zeit in Anspruch genommen werden musste. Die minimierte Lagerhaltung bei den Kunden führte zu teilweise erheblich verkürzten Bestellzyklen.

Statt mit einem Intervall von vier bis sechs Wochen waren die Werke der Cham Paper Group immer häufiger mit einem sehr kurzfristigen Abrufverhalten von manchmal nur noch zwei bis drei Tagen konfrontiert. Dank ihres gut funktionierenden Supply Chain Managements (SCM) war die Cham Paper Group in der Lage, die Kundenbedürfnisse zu erfüllen, ohne dabei selbst übermäßig hohe Lager aufbauen zu müssen. Im Gegenteil: Durch die Umsetzung ihres SCM-Konzepts konnten die Lagerbestände auch in den Werken der Cham Paper Group deutlich reduziert werden. Dies hat die Stellung der Gruppe als Partnerin bei ihren Kunden gestärkt - nicht zuletzt, weil die Prozessoptimierungen und Effizienzsteigerungsprogramme in den italienischen Werken per Jahresende ebenfalls abgeschlossen werden konnten.

Segel auf Wachstum gesetzt

Die Cham Paper Group hat 2009 bewiesen, dass sie sowohl strategisch als auch operativ gut aufgestellt ist, um außergewöhnliche Krisensituationen bewältigen zu können. Parallel zum operativen Geschäft konnten diverse strategische Projekte zum Ausbau und zur langfristigen Sicherung der Marktposition in Angriff genommen werden. Dazu gehören erstens ein umfassendes Programm zur Stärkung des Marktauftritts und des Verkaufs, zweitens eine Intensivierung der Innovationstätigkeit, drittens eine Reihe von Projekten zur Sicherung der operativen Effizienz auch in Zukunft und viertens eine vertiefte Analyse als Basis für die Definition einer Wachstumsstrategie, insbesondere in Asien.

Strategische Unterstützung des Verkaufs eingeleitet

Die Besonderheit der Marktpositionierung der Cham Paper Group liegt darin, dass ihre Fachspezialisten und Kundenbetreuer gemeinsam mit ihren Direktkunden (zwischengelagerten Verarbeitern) und den Endkunden neue Produkte entwickeln. Dank dieser Verzahnung werden zukünftige Produktanforderungen bzw. Funktionalitäten möglichst frühzeitig erkannt, entsprechende Produkte entwickelt und diese innerhalb der ganzen Wertschöpfungskette zum Nutzen aller Beteiligten am Markt platziert. Unsere Kunden sollen dabei die ganze Gruppe als eine Einheit wahrnehmen. Sie erwarten eine umfassende Betreuung und individuelle Lösungen, der Ort der Herstellung unserer Produkte tritt dabei in den Hintergrund.

Die Voraussetzungen für eine optimale Umsetzung des "ONE CPG"-Marktauftritts müssen mit einer gruppenweiten Koordination der Kundenbetreuung sowohl im Bereich der Informatik als auch in der Logistik verbessert werden. Die entsprechenden Prozessanpassungen werden 2010 gestartet bzw. umgesetzt. Im Zuge dieser Anstrengungen ist per 1. Januar 2010 die frühere Profitcenter-Organisation in eine zentrale Stammhausorganisation überführt worden. Die Voraussetzungen dafür, dass unsere Verkaufsanstrengungen belohnt werden, sind gut.

Im Bereich Consumer Goods kann die positive Wachstumsdynamik des Berichtsjahres auf die Märkte Deutschland und Nordeuropa ausgedehnt werden. Im Bereich Industrial Release & Processes halten wir mit der Markteinführung der Weltneuheit Silico Premium (Polyethylen-Ersatz) das Eintrittsticket zu zahlreichen neuen Kundenkontakten in der Hand. Im Bereich Digital Imaging steht die Marktdurchdringung der 2009 lancierten neuen Produkte für den Outdoor-Markt noch ganz am Anfang.

Curtain Coater sorgt für volle Pipeline

Nach sechs Jahren Planung, Entwicklung und umfangreichen Produkttests zusammen mit Schlüsselkunden wurde der Curtain Coater im zweiten Quartal 2009 in Betrieb genommen. Diese Anlage ist heute ein wesentliches Element im Innovationsprozess der Cham Paper Group und das Herzstück zahlreicher Entwicklungsprojekte. Im Kern dieser Entwicklungen geht es um die Befriedigung von Daueraufgaben und Megatrends bei den Kunden wie Prozessoptimierungen, Einsparungen, neue Anwendungen und insbesondere Nachhaltigkeit.

Während erste Produkte für den Enduser-Markt im Bereich Digital Imaging bereits erfolgreich eingeführt sind, befinden sich neue Spezialpapiere mit Barriere-Funktionalitäten zurzeit noch im Zertifizierungsprozess bei großen Abnehmern aus der Lebensmittelindustrie. Auch polyethylenfreie Spezialpapiere für die Selbstklebeindustrie stehen nach umfangreichen Tests im Produktionsprozess von Schlüsselkunden kurz vor der Markteinführung. Die Cham Paper Group hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren mindestens eine bedeutende Weltneuheit pro Jahr im Markt einzuführen.

Einkaufsoptimierung zur Effizienzsicherung

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Restrukturierungsprogramms Speed, bei dem vor allem interne Abläufe und die Logistikkette im Vordergrund standen, wurden Anfang 2010 unter dem Namen "Seal" diverse Projekte gestartet, die im Bereich des Einkaufs zu Einsparungen und Verbesserungen führen sollen. Bei einem Einkaufsvolumen der Cham Paper Group von über CHF 230 Mio. ist hier erhebliches Potenzial eruiert worden. Die entsprechenden Programme werden bis Jahresende abgeschlossen und 2011 voll ergebniswirksam sein.

Expansionsschritte in Evaluation

Dank ihrer starken Bilanz ist die Cham Paper Group in der Lage, Wachstumsschritte auch über Zukäufe oder größere Investitionen zu tätigen. Die Gruppe erzielt noch immer 84% ihres Umsatzes in Europa, während der asiatische Markt mit deutlich höheren Wachstumschancen lockt. Die Verkäufe, beispielsweise nach China, bewegen sich zurzeit noch auf bescheidenem Niveau, steigen aber jedes Jahr. Das heißt jedoch nicht zwingend, dass Papierfabriken in Asien gekauft oder gebaut werden müssen, denn die Kompetenz der Cham Paper Group liegt ja insbesondere darin, den Kunden Mehrwert zu bieten, indem sie das Substrat Papier durch gezielte Veredelung der Oberfläche mit denjenigen Funktionalitäten ausstattet, die der Kunde in seinen Verarbeitungsprozessen benötigt.

Die Geschäftsleitung hat im Berichtsjahr umfangreiche Marktanalysen vorgenommen und wird 2010 gemeinsam mit dem Verwaltungsrat eine mittelfristige Wachstumsstrategie festlegen.

Medien- und IR-Stelle
Cham Paper Group Holding AG
c/o Dynamics Group
Edwin van der Geest/ Philippe Blangey
E-Mail: media@cham-group.com
bzw. investor@cham-group.com
Telefon: +41 43 268 32 32

Cham Paper Group

Die Cham Paper Group ist eine führende Herstellerin von gestrichenen Spezialpapieren. Sie liefert ihren Kunden einen Mehrwert durch Funktionalitäten, die auf Oberflächenveredelungen basieren. Das 1657 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert an ihren drei Standorten in der Schweiz und in Italien Spezialpapiere, die in den Bereichen Consumer Goods, Industrial Release sowie Digital Imaging Anwendung finden. Der Bereich Consumer Goods umfasst Papiere für flexible Verpackungen und Basispapiere für den Etikettendruck, die in der Food, Non-Food, Zigaretten-, Getränke- und pharmazeutischen Industrie verwendet werden.

Den Bereich Industrial Release bedient die Cham Paper Group mit Silikonbasispapieren für Release Liner in grafischen Anwendungen, für Klebebänder und Etiketten. Für Anwendungen in industriellen Gieß- und Laminierprozessen bietet sie Basispapiere für Prozess Liner an. Vervollständigt wird das Sortiment durch Facestock Papiere für die Selbstklebeindustrie. Der Bereich Digital Imaging umfasst neben großformatigen Inkjetpapieren für Innen- und Außenanwendungen auch Sublimationspapiere für den digitalen Textildruck. Die Cham Paper Group profitiert vom Trend zu nachhaltigen Produkten und ist dank ihrer technologischen Innovationskraft gut im Markt etabliert. Sie ist als eigenständiges Unternehmen an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert (Börsenkürzel: CPGN). (Ad hoc vom 17.03.2010) (17.03.2010/ac/n/a)


 
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