IonQ Aktie: Die Optionsschein-Falle?
Die Finanzierung umfasst Aktien und Optionsscheine; technische Fortschritte und eine DARPA-Prüfung stehen daneben.

Kurz zusammengefasst
- Platzierung umfasst 20,5 Millionen Stammaktien
- Optionsscheine für weitere 100 Millionen Aktien
- Mehr als 1.000 Verschränkungen pro Sekunde gemeldet
- DARPA-Vereinbarung mit bis zu 300 Millionen Dollar
Bei IonQ überlagert die Aktienfinanzierung die jüngsten technischen Fortschritte. Die heutige Tagesbilanz beträgt -2,0%. Reuters berichtete gestern über vorbörsliche Verluste nach der Finanzierungsankündigung. Für Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Fragen nebeneinander: Wie entwickelt sich die Technologie, und wie stark wächst die mögliche Aktienzahl?
Finanzierung mit langfristiger Verwässerungswirkung
IonQ hat die Konditionen einer Aktienfinanzierung über 2,0 Milliarden $ festgelegt. Käufer der Wertpapiere soll eine von Heights Capital Management verwaltete Gesellschaft sein. Das Paket verbindet Stammaktien mit unterschiedlichen Optionsscheinen.
Damit reicht die Bedeutung der Transaktion über den unmittelbaren Mittelzufluss hinaus. Für bestehende Aktionäre zählt auch, welche zusätzlichen Aktien aus den vereinbarten Instrumenten entstehen können.
Die Platzierung umfasst 20.500.000 Stammaktien zu jeweils 40,00 $. Hinzu kommen vorfinanzierte Optionsscheine für 29.500.000 Aktien.
Diese vorfinanzierten Instrumente sind von den zusätzlich vereinbarten länger laufenden Optionsscheinen zu unterscheiden. Wer die mögliche Verwässerung beurteilen will, muss beide Bestandteile berücksichtigen.
Auch die vorfinanzierten Optionsscheine werden zu jeweils 40,00 $ angeboten. Daneben umfasst das Paket Optionsscheine für 100.000.000 Aktien mit einem Ausübungspreis von 69,46 $.
Die letztgenannten Optionsscheine laufen sieben Jahre. Ihre tatsächliche Ausübung ist deshalb von der bereits vereinbarten Ausgabe der übrigen Wertpapiere zu trennen.
Technische Fortschritte brauchen externe Prüfung
Auf der technologischen Seite meldete IonQ am 9. Oktober einen Fortschritt bei der Verbindung unterschiedlicher Quantensysteme. Das Unternehmen erreichte nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Verschränkungen pro Sekunde zwischen einem Ionenfallen-Qubit und einem Festkörperspeicher.
Die Verbindung erfolgt über eine photonische Schnittstelle. IonQ bezeichnete die Demonstration als Meilenstein für verteilte Quantenanwendungen. Das ist ein technischer Fortschritt, aber kein Beleg für bereits realisierte Geschäftserlöse aus dieser Anwendung.
Einen weiteren Prüfstein bildet die am 7. Oktober gemeldete Aufnahme in Stufe C der Quantum Benchmarking Initiative von DARPA. Die zugrunde liegende Vereinbarung hat einen potenziellen Wert von bis zu 300 Millionen $.
Nach Unternehmensangaben umfasst diese Stufe die unabhängige Validierung mehrerer Generationen seiner Quantensysteme. Der potenzielle Vertragswert ist dabei weder mit einem gesicherten Mittelzufluss noch mit bereits erzieltem Umsatz gleichzusetzen.
Kaufempfehlung ändert Kapitalstruktur nicht
Rosenblatt-Analyst John McPeake bestätigte am Dienstag seine Kaufempfehlung und das Kursziel von 100 $. Es handelte sich ausdrücklich weder um eine Hochstufung noch um eine Anhebung des Ziels.
Die positive Einschätzung steht damit neben einer umfangreichen Finanzierung. Technische Meilensteine und externe Prüfungen betreffen die Leistungsfähigkeit der Systeme; die Finanzierungsbedingungen betreffen den Anteil bestehender Aktionäre. Für die Bewertung von IonQ müssen Anleger beide Ebenen auseinanderhalten. Fortschritte in der Entwicklung heben die mögliche Verwässerung nicht auf.
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