Evonik Aktie: Preise treiben das Ergebnis
Evonik steigerte im dritten Quartal Umsatz und bereinigtes EBITDA; eine Rückstellung für das Effizienzprogramm führte dennoch zu roten Zahlen.

Kurz zusammengefasst
- Bereinigtes EBITDA steigt um 40 Prozent
- Verkaufspreise legen um zehn Prozent zu
- Rückstellung von 313 Millionen Euro belastet
- BASF bemüht sich weiter um Evonik
Operativ läuft es bei Evonik hervorragend, unter dem Strich bleibt trotzdem ein Minus. Der Essener Spezialchemiekonzern legte heute Zahlen für das dritte Quartal vor und hob den Ausblick leicht an. Im Hintergrund wirbt BASF weiter um eine Übernahme.
Operativ deutlich stärker
Das bereinigte EBITDA stieg im dritten Quartal um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 633 Millionen Euro gerechnet, die Zahl lag also minimal darunter. Der Umsatz wuchs um 13 Prozent auf knapp 3,83 Milliarden Euro und übertraf die Erwartungen leicht.
Den Ausschlag gaben die Preise. Sie legten um 10 Prozent zu, die Verkaufsmengen nur um 2 Prozent. Von dieser Konstellation profitierten zuletzt viele europäische Chemiefirmen, während die asiatische Konkurrenz unter den Folgen des Iran-Kriegs leidet.
Für das Gesamtjahr hält Evonik es nun für wahrscheinlich, in der oberen Hälfte der Zielspanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro zu landen. Die Spanne hatte der Konzern im Juni angehoben. Der Markt hatte allerdings schon das obere Ende eingepreist. Das erklärt, warum die Aktie vorbörslich kaum Impulse zeigte: Sie gab zeitweise 0,58 Prozent auf 20,42 Euro nach.
Nettoverlust durch Sparprogramm
Unter dem Strich steht ein Verlust von 53 Millionen Euro, nach einem Minus von 106 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Hauptgrund ist eine Rückstellung von 313 Millionen Euro für zusätzliche Maßnahmen im Effizienzprogramm, etwa für Abfindungen.
Claus Rettig, der den Konzern als stellvertretender Vorstandschef interimistisch führt, gab sich dennoch selbstbewusst: „Wir sind stark und robust.“ Finanzvorstand Michael Rauch verwies auf einen deutlich verbesserten Cashflow und niedrigere Schulden. Die Ratingagentur Moody’s hat Evonik zuletzt hochgestuft.
BASF bleibt das Thema
Die Anleger interessiert ohnehin vor allem die Übernahmefrage. BASF bemüht sich um Evonik, der Konzern lehnt das ab. Die Tür für Gespräche hat er jedoch offen gelassen.
Die Zahlen stärken die Verhandlungsposition des Managements: Ein Konzern mit kräftig wachsendem operativem Ergebnis und sinkender Verschuldung kann einen höheren Preis verlangen. Ob BASF nachlegt, ist offen. Die Zahlen für das vierte Quartal dürften zeigen, ob Evonik die obere Hälfte der Prognosespanne tatsächlich erreicht.
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