Almonty Aktie: 21-Jahres-Vertrag mit GTP über 490 Millionen
Almonty sichert sich einen 21-Jahres-Vertrag mit GTP und steigert das Liefervolumen um 40 Prozent. Das Unternehmen wandelt sich vom Explorations- zum Produktionsbetrieb.

Kurz zusammengefasst
- Liefervertrag bis in die 2040er Jahre
- Volumensteigerung um 40 Prozent
- Produktionsstart in Montana geplant
- Aktie trotz Kursschwankungen im Jahresplus
Wie wird aus einem Bergbau-Entwickler ein strategischer Baustein der westlichen Verteidigungsindustrie? Almonty Industries liefert gerade eine Antwort darauf. Während der globale Markt für kritische Rohstoffe von wechselnden Handelsallianzen und Exportbeschränkungen geprägt bleibt, positioniert sich das Unternehmen als eine Art westlicher Vorposten in einem Metall, ohne das weder Panzerung noch Halbleiter auskommen: Wolfram.
Ein Vertrag bis in die späten 2040er-Jahre
Mitte Juli 2026 hat Almonty seine Liefervereinbarung mit Global Tungsten & Powders (GTP) neu verhandelt — und zwar radikal. GTP beliefert die US-Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie mit Wolfram-Produkten. Der neue Vertrag läuft 21 Jahre, reicht damit bis in die späten 2040er-Jahre. Zugleich steigt das kontrahierte Volumen um 40 Prozent.
Das Management beziffert den potenziellen Jahresumsatz aus diesem einen Abkommen auf rund 490 Millionen US-Dollar, gerechnet zu aktuellen Marktpreisen. Für ein Unternehmen dieser Größe ist das eine enorme Zahl. Wichtiger als die Summe selbst ist aber, was sie bedeutet: Almonty verschiebt sich von der spekulativen Rohstoffsuche hin zu einem Modell industrieller Verlässlichkeit — fast wie ein Versorger, nur eben für Wolfram statt Strom.
Kurs und Kontext driften auseinander
Der Aktienkurs zeigt derzeit, wie schwer sich der Markt mit dieser Neubewertung tut. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 20,12 kanadischen Dollar, nach einem Minus von 4,87 Prozent an diesem einen Handelstag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 22,05 Prozent zu Buche.
Diese Schwankungsbreite ist bei Almonty keine Seltenheit. Die annualisierte Volatilität liegt bei 88,52 Prozent — ein Wert, der eher zu einem spekulativen Explorer passt als zu einem 21-Jahres-Lieferanten des US-Verteidigungssektors. Genau in diesem Widerspruch liegt der eigentliche Kern der Geschichte.
Wer nur auf die vergangenen Wochen schaut, sieht Nervosität. Wer zwölf Monate zurückblickt, sieht etwas anderes: ein Plus von 229,84 Prozent. Die Aktie notiert damit zwar 39,67 Prozent unter ihrem Hoch vom April bei 33,35 kanadischen Dollar, doch das Jahresplus liegt weiterhin klar im positiven Bereich. Der Markt verdaut offenbar die schnellen Kursgewinne aus dem ersten Halbjahr, während das Unternehmen operativ in Richtung Vollauslastung marschiert.
Panasqueira und die Brücke nach Montana
Almontys Strategie beschränkt sich nicht auf den einen Großvertrag in Asien. In Portugal liefert die Panasqueira-Mine seit Jahrzehnten hochreines Wolframerz mit niedrigem Verunreinigungsgrad — sie gilt als die am längsten durchgehend betriebene Wolfram-Mine der Welt und dient als verlässlicher Anker im Portfolio.
Der eigentliche Umbruch findet aber in Nordamerika statt. Almonty hat seinen Firmensitz nach Dillon, Montana, verlegt und treibt dort das Gentung-Projekt voran. Die Produktionsreife am Standort Montana ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Damit baut das Unternehmen eine direkte logistische Brücke zu US-Industriepartnern — kein Umweg über Übersee-Lieferketten mehr, sondern Wolfram made in Montana für amerikanische Abnehmer.
Diese Kombination aus europäischem Ankerprojekt, nordamerikanischem Wachstumsprojekt und dem Nasdaq als bevorzugtem Kapitalmarkt zeigt eine klare Richtung: Almonty entkoppelt sich bewusst von den traditionellen Rohstoffzentren Asiens.
Der 21-Jahres-Vertrag mit GTP gibt dem Unternehmen eine Planungssicherheit, die in der Bergbaubranche selten ist. Ob der Aktienkurs diese neue Stabilität in den kommenden Monaten nachvollzieht, hängt nun maßgeblich davon ab, wie zügig die Produktion in Montana anläuft und wie sich die Wolframpreise am globalen Markt entwickeln.
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