OMV Aktie: Sondereffekte bremsen

Der Öl- und Gaskonzern OMV meldet im vierten Quartal nicht-zahlungswirksame Wertberichtigungen von 700 Millionen Euro. Gleichzeitig drücken sinkende Rohölpreise und eine leicht rückläufige Produktion auf das operative Ergebnis.

Kurz zusammengefasst:
  • Wertberichtigungen von rund 700 Millionen Euro
  • Sinkende Energiepreise belasten das Kerngeschäft
  • Gemischte Entwicklung in Raffinerie- und Chemiesparte
  • Analysten sehen Update als erwartungskonform

Nicht-zahlungswirksame Abschreibungen von rund 700 Millionen Euro drücken heute auf die OMV-Aktie. Der Konzern hat im Q4-Trading-Update Wertberichtigungen im Öl- und Gasgeschäft gemeldet, während das operative Umfeld ohnehin von sinkenden Energiepreisen geprägt ist. Wie schwer wiegen diese Belastungen im Vergleich zur laufenden Geschäftsentwicklung?

700 Millionen Euro Abschreibungen im Upstream

Im Fokus stehen zwei große Sondereffekte im Explorations- und Produktionsgeschäft:

Omv

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  • Insgesamt rund 700 Mio. € nicht-cashwirksame Wertberichtigungen
  • Davon ca. 400 Mio. € wegen schwächerer Produktion in Rumänien, Tunesien und Neuseeland
  • Weitere ca. 300 Mio. € aufgrund der Verlängerung von Produktionslizenzen in Rumänien mit höheren Abgaben
  • Klassifizierung als Sondereffekte, kein Einfluss auf das bereinigte operative Ergebnis (Clean Operating Result)

Die 400 Millionen Euro resultieren aus geringeren Fördermengen als ursprünglich angenommen. Das betrifft insbesondere Assets in Rumänien, Tunesien und Neuseeland, deren Produktionsprofile nach unten angepasst wurden.

Die übrigen 300 Millionen Euro stehen im Zusammenhang mit der im Dezember 2025 verlängerten Explorations- und Produktionslizenz für die Tochter OMV Petrom in Rumänien. Die Laufzeit wurde um 15 Jahre ausgedehnt, allerdings zu deutlich strengeren Konditionen: Die Onshore-Royalty-Steuern steigen um etwa 40 Prozent. Langfristig sichert das zwar zusätzliche Fördermöglichkeiten, kurzfristig belastet es aber die Profitabilität dieser Felder.

OMV stellt klar, dass diese Wertberichtigungen als Einmaleffekte behandelt werden und das bereinigte operative Ergebnis nicht schmälern sollen. Auf der Ebene des berichteten Ergebnisses werden sie allerdings klar sichtbar sein.

Operativer Alltag: Druck im Energy-Segment

Parallel zu den Abschreibungen zeigt das Q4-Update ein eher verhaltenes Bild im Kerngeschäft mit Öl und Gas. Die Kohlenwasserstoffproduktion ging leicht zurück: Im vierten Quartal lag sie bei 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag nach 304.000 Barrel im Vorquartal.

Hinzu kommt ein schwächeres Preisumfeld. Der durchschnittliche Erdgaspreis liegt unter dem Niveau von Q3, beim Öl fiel der durchschnittlich realisierte Preis auf 62,4 US-Dollar je Barrel. Der Brent-Durchschnittspreis sank auf 63,73 US-Dollar pro Barrel, klar unter den 69,13 US-Dollar des dritten Quartals. Seit dem ersten Quartal 2025 hat Brent damit mehr als 15 Prozent an Wert verloren – ein Gegenwind, der sich direkt im Upstream-Ergebnis niederschlägt.

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Raffinerien und Chemie: Licht und Schatten

Im Kraftstoffgeschäft profitiert OMV grundsätzlich von besseren Raffineriemargen. Die europäische Raffinerie-Indikator-Marge kletterte im vierten Quartal auf 13,96 US-Dollar pro Barrel nach 11,54 US-Dollar in Q3. Dieser positive Hebel wurde jedoch durch operative Einschränkungen an den Raffinerien Schwechat und Burghausen sowie durch Einmaleffekte teilweise neutralisiert. Im Marketing-Geschäft drückten saisonal schwächere Volumina und Margen im Einzelhandel.

Im Chemiebereich ergibt sich ein gemischtes Bild. Die Polyolefin-Verkaufsmengen stiegen deutlich von 1,47 auf 1,80 Millionen Tonnen. Unterstützend wirkten höhere Olefin-Indikator-Margen von 590 Euro je Tonne im vierten Quartal. Gleichzeitig waren die Polyolefin-Indikator-Margen schwächer, und die Auslastung der Steamcracker lag niedriger. In Summe heben sich positive Mengen- und Margeneffekte sowie die geringere Anlagenauslastung weitgehend auf.

Analysten: Keine großen Überraschungen

Trotz der hohen Wertberichtigungen bewertet zumindest Jefferies das Update als weitgehend erwartungsgemäß. Analyst Mark Wilson spricht auf EBIT- und Nettoergebnisebene von einem Bild „im Rahmen der Erwartungen“ und sieht „keine großen Überraschungen“. Die wesentlichen Belastungsfaktoren – geringere Upstream-Volumina, Raffinerieausfälle und eine schwächere Auslastung im Chemiegeschäft – waren zuvor bereits bekannt.

Positiv sticht die Entwicklung im Working Capital heraus: Der Abfluss von 400 Millionen Euro im dritten Quartal soll im vierten Quartal mindestens vollständig umgekehrt werden. Das dürfte den operativen Cashflow deutlich stützen und wirkt der Ergebnisbelastung aus den nicht-cashwirksamen Abschreibungen teilweise entgegen.

Blick nach vorn: Wichtige Termine im Februar

Der Markt erhält die vollständige Abrechnung für 2025 in Kürze. OMV will die detaillierten Zahlen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr am 4. Februar 2026 vorlegen. Die Konsensschätzungen der Analysten werden zwischen dem 15. und 28. Januar gesammelt und am 28. Januar um 7:30 Uhr MEZ veröffentlicht.

Entscheidend für die nächsten Quartale bleibt das Preisniveau bei Öl und Gas. Der deutliche Rückgang des Brent-Preises seit Jahresanfang 2025 belastet die Ertragskraft im Upstream, während höhere Abgaben in Rumänien die Margen zusätzlich einengen. Die verlängerten Förderlizenzen sichern zwar die Produktionsbasis, doch erst die Kombination aus künftiger Preisentwicklung und operativer Stabilität in Raffinerien und Chemie wird zeigen, wie tragfähig das Ergebnisniveau 2026 ausfallen kann.

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