Rheinmetall Aktie: 2,2 Prozent Plus nach DZ-Bank-Auftritt
Rheinmetall präsentiert beim DZ Bank Expert Day Wachstumsstrategien nach Guidance-Senkung. Aktie steigt um 2,2 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Auftragsbestand soll 100 Milliarden Euro übersteigen
- Bundeswehr-Auftrag für Camp in Litauen
- Umsatzprognose nach F126-Verlust reduziert
- Aktie erholt sich um 2,2 Prozent
Rheinmetall nutzt den heutigen Auftritt beim „DZ Bank Expert Day“ in Bremen, um erstmals öffentlich zu den mittelfristigen Wachstumspfaden nach der jüngsten Anpassung der Umsatzprognose Stellung zu beziehen.
Nach einer vorangegangenen Schwächephase der Aktie wird der Auftritt am Markt als möglicher positiver Impuls für den gesamten Rüstungssektor gewertet. Die Aktie legt am heutigen Mittwoch um 2,2 Prozent auf 1.144,20 Euro zu, nachdem sie am Vortag noch bei 1.119,80 Euro geschlossen hatte.
Auftragsseite bleibt robust
Während die operative Nachrichtenlage der vergangenen Wochen von der gesenkten Umsatzprognose überschattet wurde, zeigt sich die Auftragsseite weiterhin dynamisch. Erst am Dienstag vermeldete Rheinmetall einen Auftrag der Bundeswehr über 250 Millionen Euro für den Bau eines modularen Camps für 2.000 Soldaten in Litauen.
Der Vertrag sieht ab der geplanten Inbetriebnahme im August 2027 zusätzliche jährliche Service-Erträge von 40 Millionen Euro vor. Zudem hatte das Unternehmen am 23. August seine Erwartungen für den Auftragsbestand konkretisiert und rechnet nun mit einem Anstieg auf über 100 Milliarden Euro bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres.
Diese Entwicklung fügt sich in eine Reihe weiterer Rüstungsdeals der vergangenen Wochen ein. Bereits Mitte August hatte das Beschaffungsamt der Bundeswehr, BAAINBw, aus einem bestehenden Rahmenvertrag weitere 149 mobile Rettungsstationen im Gesamtwert von über 500 Millionen Euro abgerufen.
Vorstandschef Armin Papperger hatte zudem in Aussicht gestellt, dass ein Vertrag mit der Bundeswehr über „Boxer“-Radpanzer noch bis zum Jahresende abgeschlossen werden könnte – der Rheinmetall-Anteil am Projektvolumen wird auf 12,4 Milliarden Euro geschätzt.
Gesenkte Guidance belastet weiterhin
Der Grund für die zuletzt schwache Kursentwicklung liegt in den Quartalszahlen vom 14. August: Trotz eines Umsatzsprungs von 69 Prozent im zweiten Quartal senkte Rheinmetall die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro.
Auslöser war die Vergabe des Fregatten-Programms F126 durch die Bundeswehr an den Wettbewerber TKMS – ein herber Dämpfer für die Wachstumsstory des Konzerns. Seither hat die Aktie deutlich an Boden verloren und notiert seit Jahresbeginn 26 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht sogar 30 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, das am 3. Oktober 2025 markiert wurde, ist das Papier inzwischen 43 Prozent entfernt. Zugleich liegt der Kurs mit 27 Prozent deutlich über dem 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro, das erst kürzlich Ende Juni erreicht wurde.
Der Auftritt in Bremen könnte für Anleger nun ein erster Hinweis darauf sein, wie das Management die mittelfristigen Perspektiven nach dem F126-Rückschlag und der gesenkten Guidance neu einordnet.
Blick nach vorn
Die nächste harte Datenlage liefert die für den 5. November angesetzte Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026. Bis dahin dürfte der Markt die Aussagen aus Bremen daraufhin abklopfen, ob die milliardenschweren Rahmenverträge und Einzelaufträge – von Litauen über die Rettungsstationen bis zum möglichen Boxer-Deal – die gesenkte Umsatzguidance mittelfristig wieder ausgleichen können. Der jüngste Kursanstieg zeigt jedenfalls, dass ein Teil der Anleger bereit ist, dieser Hoffnung Vorschuss zu gewähren.
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