IEA warnt vor Risiken für globale Ölversorgung

Die IEA senkt ihre Verbrauchsschätzung für 2027, während Angriffe und knapper Diesel die Energiemärkte belasten.

Felix Baarz ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Huthi-Rakete trifft Aramco-Zentrale in Dhahran
  • Morgan Stanley erhöht Brent-Prognosen um fünf Dollar
  • IEA erwartet 104,4 Millionen Barrel Tagesverbrauch
  • Mitglieder sollen Notreserven rasch freigeben

Eskalierende Angriffe auf Tanker und Förderanlagen im Nahen Osten bedrohen die Erholung des weltweiten Ölangebots. Obwohl die Internationale Energieagentur ihre globale Nachfrageprognose für das kommende Jahr dämpft, treiben geopolitische Spannungen die Energiepreise an den Rohstoffmärkten.

US-Rohöl zur Lieferung im November verteuerte sich am Mittwoch um 1,20 Dollar oder 1,3 Prozent auf 95,34 Dollar je Barrel. Das europäische Pendant der Sorte Brent verharrte bei 106 Dollar, nachdem es seit Monatsbeginn bereits um mehr als neun Prozent zugelegt hatte.

Drohnenangriffe treffen die Infrastruktur

Im September näherten sich die Rohölexporte aus den Golfstaaten eigentlich wieder dem Vorkriegsniveau an. Diese Entspannung gerät nun ins Wanken. Am Dienstag traf ein Raketenangriff der Huthi-Miliz das Hauptquartier von Saudi Aramco in Dhahran. Zeitgleich verstärkte Teheran die Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, auch wenn US-Streitkräfte am Montag die Durchfahrt von mehr als 19 Millionen Barrel sichern halfen.

Analysten von Morgan Stanley hoben ihre Preisprognose für Rohöl der Sorte Brent für das laufende und das kommende Quartal um jeweils fünf Dollar je Barrel an. Die Ausfuhren laufen zwar weiter, die Unsicherheit für den Seeverkehr bleibt jedoch hoch.

Kraftstoffmärkte bleiben angespannt

Dämpfend wirkt auf die Rohölnotierungen lediglich die verhaltene Konsumentwicklung. Für das kommende Jahr rechnet die Energieagentur mit einem weltweiten Verbrauch von täglich 104,4 Millionen Barrel. Zuvor lag die Erwartung noch bei 105,0 Millionen Barrel pro Tag. Die Schätzung für das laufende Jahr blieb unangetastet.

Entwarnung für die Kraftstoffmärkte bedeutet das aber nicht. Vor allem Diesel bleibt knapp: Raffinerieausfälle im Zuge des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine treffen auf saisonuntypische Lagerabbrüche vor den herbstlichen Wartungsarbeiten. Die Mitgliedsstaaten der Agentur sind daher aufgerufen, ihre Zusagen zur Freigabe von Notreserven rasch zu erfüllen, um Engpässe vor dem Winter zu vermeiden.

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