Pyrum Innovations Aktie: Pelletanlage-Frust?
Pyrum diskutiert mit mehr als 20 Netzwerkpartnern Recyclinganwendungen; technische Verzögerungen belasten Prognose und Kursziel.

Kurz zusammengefasst
- Mehr als 20 AZuR-Partner in Dillingen
- Austausch zu Pyrolyseöl und rCB
- Durchsatz bleibt unter dem Zielwert
- SMC Research senkt Kursziel auf 54,30 Euro
Der Recyclingspezialist Pyrum Innovations treibt den Austausch über den industriellen Einsatz von Altreifen-Rezyklaten voran. Am Standort in Dillingen an der Saar kamen am 1. Oktober mehr als 20 Partner des Netzwerks Allianz Zukunft Reifen (AZuR) zur Sitzung der Projektgruppe „Chemisches Recycling“ zusammen.
Die Beteiligten berieten über Einsatzmöglichkeiten von Pyrolyseöl sowie wiedergewonnenem Industrieruß (recovered Carbon Black) und analysierten die dafür notwendigen technischen sowie regulatorischen Rahmenbedingungen.
Technologischer Dialog am Saar-Standort
Für Pyrum bietet der fachliche Austausch mit den Netzwerkpartnern eine wichtige Plattform, um die Akzeptanz der Produkte im Markt zu vertiefen. Bei der thermischen Verwertung von Altreifen entstehen vor allem das Pyrolyseöl TPO und der feste Kohlenstoff rCB.
Beide Stoffe gelten in der Kreislaufwirtschaft als potenzielle Rohstoffe für Neureifen oder chemische Erzeugnisse. Dennoch erfordern Vertrieb und industrielle Weiterverarbeitung verlässliche Spezifikationen und entsprechende gesetzliche Freigaben.
Das Brancheninteresse trifft allerdings auf operative Hürden im Produktionsalltag. Das Unternehmen kämpfte zuletzt mit technischen Verzögerungen beim Hochlauf seiner Mahl- und Pelletieranlage. Trotz baulicher Anpassungen konnte der avisierte Durchsatz von 1.650 Kilogramm pro Stunde bislang nicht erzielt werden; möglich waren bis zu 1.250 Kilogramm pro Stunde.
Operative Verzögerungen dämpfen Geschäftsjahr
Vor rund zwei Wochen passte der Vorstand daher die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr an. Die Umsatzprognose für 2026 wurde auf 4,2 bis 5,3 Millionen Euro zurückgenommen, während das operative Ergebnis (EBIT) voraussichtlich zwischen minus 10,0 und minus 12,5 Millionen Euro liegen wird. Die erwartete Gesamtleistung bezifferte das Management auf 11,0 bis 14,0 Millionen Euro.
Die Bremsspuren zeigten sich bereits in den Zahlen zum ersten Halbjahr 2026, die vor rund zwei Wochen vorgelegt wurden. Zwar kletterte der Halbjahresumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1.267 Tausend Euro auf 1.743 Tausend Euro, doch das EBIT lag bei minus 6.297 Tausend Euro. Unter dem Strich stand ein Konzernhalbjahresergebnis von minus 7.003 Tausend Euro.
Analysten passen Kursziel an
Die anhaltenden Herausforderungen in der Fertigung spiegeln sich auch in den Bewertungen wider. Die Analysten von SMC Research reduzierten am 29. September ihr Kursziel für den Titel von 57,00 Euro auf 54,30 Euro. Als Begründung nannten die Experten den noch bestehenden Engpass in der Pelletproduktion sowie die reduzierte Jahresprognose. Die Einstufung „Speculative Buy“ behielt das Analysehaus jedoch bei.
An der Börse notierte das Papier am Freitag mit einem Abschlag von 1,7 Prozent bei 28,20 Euro. Damit liegt der Titel 5,5 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Für Anleger bleibt entscheidend, wie schnell Pyrum die verbleibenden Produktionsengpässe in Dillingen abbauen kann.
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