LVMH Aktie: Schmuck sticht Mode aus
Tiffany und Bulgari treiben das Wachstum bei LVMH, während die Mode-Sparte die Analystenerwartungen knapp verfehlt.

Kurz zusammengefasst
- Schmuck- und Uhrensparte mit starkem Plus
- Mode- und Lederwaren verfehlen Prognosen
- Operativer Gewinn übertrifft Analystenschätzungen
- Aktie gibt nachbörslich leicht nach
Bei LVMH zeigt sich im zweiten Quartal ein ungewohntes Bild: Nicht Louis Vuitton oder Dior treiben das Wachstum, sondern Tiffany und Bulgari. Die Kernsparte Mode und Lederwaren kämpft weiter mit sich selbst — und verpasst ausgerechnet beim ersehnten Comeback die Erwartungen der Analysten.
Der Luxuskonzern meldete am Montagabend einen Konzernumsatz von 38,6 Milliarden Euro für das erste Halbjahr, drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, organisch aber ein Plus von zwei Prozent. Im zweiten Quartal allein beschleunigte sich das organische Wachstum auf drei Prozent und übertraf damit den Marktkonsens von 2,3 Prozent. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem von den USA, wo starke Nachfrage die Schwäche in Europa und im Golfraum ausglich — Folge des Iran-Konflikts, der laut Unternehmensangaben allein die Modesparte um rund einen Prozentpunkt Wachstum kostete.
Mode enttäuscht, Schmuck überzeugt
Die Sparte Mode und Lederwaren, traditionell der wichtigste Ergebnistreiber, kehrte nach einem schwachen Auftaktquartal zwar mit organischem Wachstum von einem Prozent zurück auf den Wachstumspfad. Der Bloomberg-Konsens hatte allerdings 1,5 Prozent erwartet, der Quartalsumsatz von 8,90 Milliarden Euro blieb knapp unter der Prognose. Immerhin: Dior zeigt unter dem neuen Kreativdirektor Jonathan Anderson erste positive Signale.
Deutlich kräftiger legte die Sparte Uhren und Schmuck zu. Angetrieben von Tiffany und Bulgari kletterte der organische Umsatz um elf Prozent auf 2,78 Milliarden Euro — mehr als das Doppelte der von Analysten erwarteten 6,9 Prozent. Das Wein- und Spirituosengeschäft trat dagegen auf der Stelle.
Gewinn übertrifft Schätzungen, Aktie reagiert verhalten
Auf der Ergebnisseite lieferte LVMH solide Zahlen ab. Das operative Ergebnis sank im Halbjahresvergleich zwar um vier Prozent auf 8,69 Milliarden Euro, lag damit aber über den Analystenschätzungen von 8,46 Milliarden Euro. Die operative Marge blieb mit 22,5 Prozent auf hohem Niveau, der Nettogewinn verharrte mit 5,70 Milliarden Euro praktisch auf Vorjahresniveau.
Konzernchef Bernard Arnault sprach von neuem Vertrauen für die zweite Jahreshälfte, mahnte aber zur Wachsamkeit bei den Margen. Der Aufsichtsrat beschloss eine Zwischendividende von 5,50 Euro je Aktie, zahlbar am 3. Dezember 2026. An der Börse überwog dennoch die Enttäuschung über die verfehlten Modeumsätze: Die Aktie gab nachbörslich um rund 1,5 Prozent nach, die in New York gehandelten Hinterlegungsscheine verloren etwa 1,6 Prozent.
Für die zweite Jahreshälfte bleibt die entscheidende Frage, ob sich die Erholung in der Modesparte fortsetzt oder die geopolitischen Belastungen aus dem Nahen Osten weiter auf die Bremse treten.
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