SpaceX Aktie: Bernstein hält 239-Dollar-Ziel
Trotz billionenschwerem Wertverlust hält Bernstein SocGen an einem Kursziel von 239 Dollar fest. HSBC hingegen sieht den Wert deutlich niedriger.

Kurz zusammengefasst
- Bernstein SocGen bekräftigt Kaufempfehlung
- HSBC sieht Kursziel unter IPO-Preis
- Aktie markiert neues 52-Wochen-Tief
- Erste Quartalszahlen am 4. August
Zwei Analysten, zwei Welten. Während SpaceX-Aktien seit Wochen abstürzen, sieht Bernstein SocGen weiterhin ein Kursziel von 239 Dollar – mehr als das Doppelte des aktuellen Niveaus. HSBC dagegen hält nicht einmal den IPO-Preis für gerechtfertigt.
Bulle bleibt Bulle
Analyst Douglas Harned von Bernstein SocGen bekräftigte in einer Notiz vom 28. Juli seine Kaufempfehlung für SpaceX. Sein Kursziel von 239 Dollar impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 110 Prozent gegenüber dem Referenzkurs. Das ist bemerkenswert, denn die Aktie hat seit ihrem Hoch im Juni bereits mehr als eine Billion Dollar an Marktwert verloren.
Harned stützt seine Einschätzung auf den jüngsten Starship-Test. Booster V3 ging bei der Landung zwar verloren, doch die Rakete setzte erfolgreich 20 Starlink-Satelliten aus. Harned nennt das einen „großen Erfolg“.
Sein Optimismus steht im Kontrast zur Stimmung am Markt. Leerverkäufer haben durch den Kursverfall bereits 15,5 Milliarden Dollar verdient. Prognosemärkte räumen der Aktie nur 4 Prozent Wahrscheinlichkeit ein, bis Monatsende wieder über 150 Dollar zu steigen.
HSBC sieht das anders
Nur wenige Tage zuvor hatte HSBC die Coverage mit einem deutlich zurückhaltenderen Ton aufgenommen. Die Bank vergab ein Hold-Rating mit einem Kursziel von 115 Dollar. Die Bewertung basiert auf einer Sum-of-the-Parts-Rechnung, die sogar eine zweifache „Innovationsprämie“ für Musks Fähigkeit einpreist, disruptive Technologien zu vermarkten.
Selbst mit dieser großzügigen Annahme bleibt HSBCs Kursziel unter dem IPO-Preis von 135 Dollar. Die Spanne zwischen den Extremen ist damit außergewöhnlich groß.
Der breitere Analystenkonsens tendiert trotzdem positiv. 34 von S&P Global befragte Analysten kommen im Schnitt auf ein Kursziel von 236,71 Dollar – bei einer Kaufempfehlung als Konsens-Rating. Die Prognosen reichen von 62 Dollar am unteren bis zu 800 Dollar am oberen Ende.
Charttechnik: Erholung von schwachem Niveau
Die Aktie schloss am Dienstag bei 102,28 Euro, ein Plus von 2,28 Prozent zum Vortag. Erst einen Tag zuvor hatte das Papier mit 94,15 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert. Der RSI von 35,6 Punkten deutet weiterhin auf eine überverkaufte Situation hin.
Die Schwankungsbreite bleibt hoch: Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei knapp 65 Prozent. Zum Vergleich – im Juni hatte die Aktie noch bei 194,46 Euro notiert. Der Abstand zu diesem Hoch beträgt inzwischen fast 47 Prozent.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Am 4. August meldet SpaceX seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen. Investoren erhalten damit erstmals einen standardisierten Einblick in die Finanzlage seit dem Börsengang. Kurz danach laufen die ersten Sperrfristen für Insider-Aktien aus.
Bis dahin bleibt das Papier zwischen zwei Lagern gefangen: Optimisten, die auf das langfristige Potenzial von Starship setzen, und Skeptiker, die an der Rechtfertigung der Billionen-Bewertung zweifeln. Mit erhöhtem Short-Interesse und Prognosemärkten, die gegen eine kurzfristige Erholung wetten, könnten die Zahlen vom 4. August und der Ablauf der Lockup-Frist darüber entscheiden, welches Lager recht behält.
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