Liquidia Aktie: YUTREPIA bleibt für PAH verfügbar
Der Vergleich sichert Liquidias PAH-Vertrieb, beendet sechs Verfahren und verpflichtet das Unternehmen zu Zahlungen von insgesamt 380,7 Millionen US-Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Sechs Rechtsstreitigkeiten durch Vergleich beendet
- YUTREPIA bleibt für PAH verfügbar
- PH-ILD-Anwendung soll aus Kennzeichnung entfallen
- 222,7 Millionen Dollar vorläufige Quartalsverkäufe
Liquidia kann YUTREPIA für PAH-Patienten ohne Unterbrechung weiter vermarkten. Das sichert der gestern bekannt gegebene Vergleich mit United Therapeutics. Die Einigung beendet sämtliche sechs laufenden Rechtsstreitigkeiten. Für Anleger liegt ihre Bedeutung jedoch nicht allein im Rechtsfrieden: Sie erhält den Zugang zum PAH-Markt, während Liquidia bei der Anwendung für PH-ILD zurücksteckt.
Rechtssicherheit mit klaren Grenzen
Liquidia verzichtet auf eine Berufung gegen das Urteil des US-Bezirksgerichts Delaware vom 30. September. Dieses betrifft die Ansprüche 1 und 14 eines US-Patents. Das Unternehmen erkennt die betreffenden Patentansprüche als gültig und verletzt an.
Als Konsequenz hat Liquidia bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt, die PH-ILD-Indikation aus der Produktkennzeichnung von YUTREPIA zu entfernen. Die Bewerbung für diese Anwendung hat das Unternehmen bereits eingestellt. Der fortgesetzte Vertrieb für PAH bedeutet somit keine unveränderte Vermarktung für alle bisherigen Anwendungen.
Auch die Reichweite der Einigung ist begrenzt. Sie umfasst keine anderen Indikationen oder neuen treprostinilhaltigen Produkte. Liquidia will seine Programme für YUTREPIA und L606 dennoch wie zuvor geplant fortführen. Zusätzlich beendet das Unternehmen die Vermarktungsvereinbarung für Treprostinil Injection und wird dieses Produkt nicht mehr kommerziell unterstützen.
Zahlungen belasten die Liquidität
Die Nettozahlungen im Rahmen der Einigung belaufen sich auf insgesamt 380,7 Mio. US-Dollar. Davon werden 175 Mio. US-Dollar an United Therapeutics binnen 30 Geschäftstagen fällig.
Damit tauscht Liquidia die Unsicherheit der laufenden Verfahren gegen festgelegte finanzielle Verpflichtungen. Der gesicherte PAH-Vertrieb steht einem erheblichen Mittelabfluss gegenüber. Entscheidend ist deshalb auch die zeitliche Staffelung der Zahlungen.
Weitere Raten von jeweils 72,7 Mio. US-Dollar sind bis zum 31. Januar 2027 und zum 30. April 2027 vorgesehen.
Daneben umfasst die Vereinbarung Zahlungen an Beteiligte des Kartellverfahrens zu Treprostinil Injection. Diese Verpflichtung kommt zu den Zahlungen an United Therapeutics hinzu.
Für die weiteren Parteien sind im Oktober 60,3 Mio. US-Dollar vorgesehen. Liquidia erwartet, sämtliche Vergleichszahlungen aus laufenden Verkäufen und vorhandenen Barmitteln zu finanzieren. Eine zusätzliche Finanzierung hält das Unternehmen dafür nicht für erforderlich.
Verkäufe sollen Finanzierung tragen
Diese Erwartung stützt sich auf das laufende Geschäft und den vorhandenen Kassenbestand. Sie bleibt allerdings eine Unternehmenseinschätzung und ist keine Garantie für den weiteren Finanzierungsverlauf.
Liquidia meldete für das dritte Quartal 2026 vorläufige, ungeprüfte YUTREPIA-Nettoverkäufe von 222,7 Mio. US-Dollar. Der ebenfalls vorläufige, ungeprüfte Barmittelbestand lag Ende September bei 396,1 Mio. US-Dollar.
Für Anleger verschiebt sich der Schwerpunkt damit von den beendeten Rechtsstreitigkeiten auf die wirtschaftliche Umsetzung des Vergleichs. Der PAH-Vertrieb bleibt erhalten, muss aber zugleich zur Finanzierung der vereinbarten Zahlungen beitragen. Das für November angekündigte Ergebnisgespräch zum dritten Quartal bietet den nächsten Termin, um die vorläufigen Geschäftszahlen und Liquidias Finanzierungserwartung einzuordnen.
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