Heidelberger Druckmaschinen Aktie: ONBERG soll 300 Millionen erreichen
Heidelberger Druckmaschinen setzt vierte Dividende in Folge aus und investiert in Drohnenabwehr. Trotz verdreifachtem Gewinn droht im neuen Jahr ein Verlust.

Kurz zusammengefasst
- Vierte Dividendenpause in Folge
- Jahresüberschuss verdreifacht auf 15 Mio. Euro
- Investitionen in Drohnenabwehr und Batteriezellen
- Verlustprognose für das laufende Geschäftsjahr
Heidelberger Druckmaschinen bleibt seinen Aktionären eine Ausschüttung schuldig. Auf der Hauptversammlung am 23. Juli beschloss der Konzern zum vierten Mal in Folge, keine Dividende zu zahlen. Das Unternehmen wies für das Geschäftsjahr 2025/26 einen Umsatz von 2,293 Milliarden Euro aus und verdreifachte den Jahresüberschuss auf 15 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge sank jedoch von 7,1 auf 6,6 Prozent – ein Zeichen dafür, dass operativ Druck auf der Profitabilität lastet, obwohl unter dem Strich mehr Gewinn stand.
Kapital fließt in Drohnenabwehr und Batteriezellen
Statt an die Aktionäre auszuschütten, lenkt Heidelberger Druckmaschinen Mittel in neue Geschäftsfelder. Im Zentrum steht die Rüstungstochter ONBERG, die auf Drohnenabwehr spezialisiert ist und mittelfristig einen Umsatz von mehr als 300 Millionen Euro erreichen soll. Parallel investiert der Konzern in die Entwicklung von Natrium-Ionen-Batteriezellen und baut einen neuen Standort in China auf. Die Strategie zeigt, dass sich das traditionelle Druckmaschinengeschäft zunehmend mit sicherheits- und energietechnischen Feldern verzahnt – ein Umbau, der Kapital bindet und kurzfristig auf die Ausschüttungsfähigkeit drückt.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 rechnet das Unternehmen mit einem Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Anleger müssen sich also darauf einstellen, dass die Ergebniswende vom vergangenen Jahr keine nachhaltige Trendumkehr markiert, sondern von Sondereffekten getragen war. Die Investitionen in ONBERG und die Batterietechnologie sollen langfristig neue Ertragsquellen erschließen, belasten aber zunächst die Bilanz.
Kurs nahe am Jahrestief
Der Markt reagiert entsprechend nüchtern auf die Gemengelage aus Dividendenverzicht und Verlustprognose. Am Freitag schloss die Aktie bei 1,36 Euro, ein Minus von 0,80 Prozent auf Tagesbasis. Damit notiert das Papier nur noch 5,19 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 1,29 Euro, das am 16. März markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Kursverlust von 33,05 Prozent zu Buche – ein Ausmaß, das die Skepsis der Anleger gegenüber dem laufenden Umbau widerspiegelt.
Die Kombination aus schrumpfender Marge, angekündigtem Verlust und wiederholtem Dividendenausfall lässt wenig Spielraum für kurzfristigen Optimismus. Gleichzeitig zeigt der verdreifachte Jahresüberschuss, dass operative Verbesserungen grundsätzlich möglich sind, wenn auch bislang nicht ausreichend, um die strukturellen Investitionen zu kompensieren. Für Anleger bleibt entscheidend, ob sich die Wetten auf Drohnenabwehr und Batteriezellen in den kommenden Quartalen in belastbaren Umsatzbeiträgen niederschlagen – oder ob der angekündigte Verlust für 2026/27 die Neuausrichtung zunächst weiter verteuert.
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