DAX: Warsh liefert die Zutat für neue Bestmarke
Der DAX übertraf am Freitag sein bisheriges Hoch. Rückenwind lieferten Warshs US-Einschätzung, Autowerte und ein nachgebender Ölpreis.

Kurz zusammengefasst
- Leitindex steigt auf 26.580,64 Punkte
- Warsh betont robuste US-Konjunktur
- BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen gewinnen
- Ölpreise dämpfen den Inflationsdruck
Ein Satz von Kevin Warsh reichte am Freitagnachmittag, um den DAX über seine bisherige Bestmarke zu heben. Der US-Notenbankchef sprach in Jackson Hole zwar weiter von Inflationsrisiken, betonte aber gleichzeitig die Robustheit der US-Wirtschaft. Genau diese Kombination trieb den deutschen Leitindex auf 26.580,64 Punkte und damit über die alte Rekordmarke von 26.573,50 Zählern.
Bemerkenswert ist, wie die Anleger die Rede interpretierten. Warsh signalisierte zwar eine weiterhin straffe Zinspolitik und machte deutlich, dass die Fed bei ausbleibendem Rückgang der Inflation in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels reagieren müsse.
Die Anleger fokussierten sich aber vor allem auf seine optimistische Einschätzung der US-Konjunktur. Für exportorientierte deutsche Konzerne ist das ein wichtiges Signal, schließlich hängt ein erheblicher Teil ihrer Ertragserwartungen an der Stärke des US-Marktes.
Autowerte und sinkender Ölpreis als zusätzliche Treiber
Der Rückenwind kam nicht nur aus Wyoming. Die deutschen Autowerte legten ihre Vortagesrally fort: BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen zogen um bis zu 3,9 Prozent an und zählten zu den größten Tagesgewinnern im Index. Bereits am Vortag hatten BMW von einer positiveren Einschätzung der Citigroup profitiert.
Hinzu kommt Entlastung von der Rohstoffseite. Die Ölpreise gaben zuletzt nach, was laut Marktbeobachtern Inflationsdruck aus dem System nimmt. Ein möglicher Austritt Venezuelas aus der Opec sorgte zusätzlich für Bewegung am Ölmarkt, ohne den grundsätzlichen Trend zu brechen.
Auch aus den USA selbst kam Rückenwind: Die Zahlen von Nvidia und Salesforce hatten bereits am Donnerstag für Kursfantasie gesorgt und den Index seinem damaligen Rekord nahegebracht. Der Chefvolkswirt von M.M. Warburg, Carsten Klude, sieht die Perspektiven für den deutschen Aktienmarkt insgesamt aufgehellt — robuste Unternehmensgewinne und bessere Konjunkturdaten sprächen für weiteres Potenzial, auch wenn strukturelle Probleme bestehen bleiben.
Seit Jahresbeginn hat der DAX rund 8,5 Prozent zugelegt und damit die Kurskorrektur im Zuge des Iran-Kriegs längst wettgemacht. Nach dem Rekordschluss am Freitag rückt nun die Frage in den Fokus, ob die Fed in ihren kommenden Sitzungen den von Warsh skizzierten Kurs tatsächlich bestätigt.
DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 28. August liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...