Mercedes-Benz Aktie: 4 Milliarden für Tuscaloosa geplant
Rückläufige Fahrzeuglieferungen und geplante US-Ausgaben prägen Mercedes-Benz, während ein neues Abfindungsprogramm im Dezember starten soll.

Kurz zusammengefasst
- IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn
- Rund vier Milliarden US-Dollar für Tuscaloosa geplant
- Abfindungsprogramm soll im Dezember starten
- Pkw-Auslieferungen sinken um sieben Prozent
Mercedes-Benz verschärft vor den anstehenden Geschäftszahlen die Debatte um die künftige Kostenstruktur. Während im Tarifkonflikt am Standort Bremen die Fronten verhärtet bleiben, treibt der Automobilhersteller seine internationale Produktionsverlagerung voran.
Medienberichten von gestern zufolge fordert die IG Metall in Bremen ein Lohnplus von fünf Prozent, während das Management auf geringere Arbeitskosten drängt. Gleichzeitig plant der Konzern bis 2030 Investitionen von rund vier Milliarden US-Dollar am US-amerikanischen SUV-Standort Tuscaloosa. Damit soll der Anteil der lokalen Fertigung von 60 auf 70 Prozent steigen.
Sparmaßnahmen und Personalabbau in Deutschland
Der Druck auf die heimischen Standorte beschränkt sich nicht auf das Verhandlungspult im Norden. Wie die dpa Anfang der Woche berichtete, legt Mercedes-Benz sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen in Deutschland neu auf. Der Start ist für Dezember vorgesehen, wobei eine konkrete Zahl betroffener Stellen bislang nicht beziffert wurde.
Zugleich nutzt der Konzern liquide Mittel für die Kurspflege. Im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms erwarb Mercedes-Benz zwischen dem 28. September und dem 2. Oktober insgesamt 875.000 eigene Papiere. Seit dem 1. September summiert sich das zurückgekaufte Volumen auf 3.851.805 Anteilsscheine.
Belastungen im Kerngeschäft belasten Bewertung
Die Sparbemühungen und Werksumbauten treffen auf ein herausforderndes Marktumfeld. In den ersten neun Monaten des Jahres beliefen sich die Pkw-Auslieferungen auf 1,24 Millionen Fahrzeuge, was einem Rückgang von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das dritte Quartal verzeichnete insbesondere auf dem chinesischen Markt spürbare Einbußen bei den Pkw-Lieferungen.
An der Börse notiert die Aktie heute bei 39,60 Euro, was einem Zuwachs von 1,0 Prozent entspricht. Damit liegt das Papier nur 1,8 Prozent über dem gestrigen 52-Wochen-Tief.
Weichenstellung vor den Quartalszahlen
Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der Belastungen erhalten Anleger am 28. Oktober. An diesem Termin legt Mercedes-Benz den Zwischenbericht für das dritte Quartal 2026 vor.
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