Geht die KI-Rally weiter?

Steigende Zinsen und Marktunsicherheit belasten die KI-Euphorie; Microns anstehender Bericht könnte die Richtung des Sektors beeinflussen.

Stephan Feuerstein ·
Lebendige Skyline bei Dämmerung mit Finanzdistrikt.

Kurz zusammengefasst

  • KI-Anleger werden zunehmend skeptischer
  • Micron veröffentlicht Zahlen am Mittwoch
  • US-Notenbank erhöhte den Leitzins um 25 Basispunkte
  • Marktauftrieb stützt sich auf weniger Aktien

Der Optimismus bei KI-Werten, welcher die einzelnen Titel über viele Monate steil nach oben getrieben hat, bekommt allmählich Risse. Vor dem Hintergrund der steigenden Staatsverschuldung sowie zu hoher Inflationswerte stellt sich mittlerweile der eine oder andere Anleger die Frage, ob sich die hohen Investitionen irgendwann rechnen werden. Mit Spannung darf man diesbezüglich in dieser Woche auf Micron Technology schauen, die am Mittwoch nach Börsenschluss ihre Quartalszahlen präsentieren werden. Sollte das Unternehmen die Anleger nicht überzeugen, könnte dies einen negativen Impuls für den ganzen Sektor auslösen. Gelingt es Micron Technology hingegen, die Erwartungen des Marktes zu übertreffen, geht die KI-Rally in eine weitere Runde.

Anleger bestrafen Zügellosigkeit in der Haushaltsdisziplin!

Nach der Europäischen Zentralbank hat nun auch die US-Notenbank den Leitzins um die erwarteten 25 Basispunkte angehoben. Dabei dürfte es aber nicht bleiben. So ist die Inflation weiterhin zu hoch, womit eine zunehmende Mehrheit der Anleger sogar bereits für den Oktober mit einem weiteren US-Zinsschritt nach oben rechnen. Dies dürfte nicht im Sinne von Donald Trump sein, der bekanntlich ein Zinsniveau von einem Prozent als richtig erachtet. Steigende Zinsen könnten aber auch den Aufschwung im Tech-Sektor bremsen. Nach der Euphorie zu Beginn des Jahres sind die Anleger mittlerweile etwas skeptischer geworden. Im Umfeld steigender Zinsen könnten die Aktienmärkte insgesamt unter Druck geraten. Warnzeichen für einen möglichen Bärenmarkt gibt es schließlich bereits seit einigen Monaten. Dabei fällt unter anderem auf, dass die Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt von immer weniger Titeln getragen wird.

Wie wird der Oktober?

In der Regelt hellt sich die Situation am Aktienmarkt nach einem schwachen August und September im Oktober allmählich wieder auf. So ist in der langfristigen Betrachtung das letzte Quartal des Jahres oftmals ein sehr starker Zeitabschnitt. Im Hinblick auf die mittlerweile vorliegenden Warnzeichen einer möglichen Trendwende bietet es sich allerdings an, weiterhin vorsichtig zu agieren!

Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
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