Impuls durch US-Zwischenwahlen?

JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo legen Quartalszahlen vor; Dieselpreise und US-Zwischenwahlen prägen den Ausblick.

Stephan Feuerstein ·
Hektischer Handelsboden mit digitalen Stockindikatoren in grün und rot.

Kurz zusammengefasst

  • US-Banken veröffentlichen Quartalsergebnisse
  • Aktien pausierten nach vorherigem Anstieg
  • Russland soll Diesel in die USA liefern
  • Dieselpreise bleiben Wahlkampfthema

Nachdem in der vergangenen Woche Pepsi die Ertragszahlen zum angelaufenen Jahresviertel vorgelegt hat, starten mit JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo in dieser Woche die US-Banken. Dabei steigt die Spannung, da sich die Werte in den letzten Wochen eine kleine Pause gegönnt haben. Im Hinblick auf den vorausgegangenen Anstieg war dies keine überraschende Reaktion. Nun muss sich zeigen, ob es den Titeln gelingt, an die zuletzt unterbrochene Aufwärtsbewegung wieder anzuknüpfen.

Welche Impulse setzt Donald Trump?

Die Luft wird vor den US-Zwischenwahlen Anfang November allmählich dünner für den amtierenden US-Präsidenten. Viele seiner vollmundigen Ankündigungen haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil, wollte Trump doch alle länger andauernden Kriege beenden. Stattdessen zeigt sich am Irankrieg, wie wenig durchdacht dieser seitens der USA zu sein scheint. Bedingt dadurch ist der Ölpreis steil nach oben geklettert, was sich mittlerweile auch bei anderen Produkten in Form einer höheren Inflation bemerkbar macht. Der US-Amerikaner spürt beim normalen Einkauf bereits, dass die von Trump gemachten Versprechen der Realität nicht standhalten. Entsprechend verheerend sind auch die Umfrageergebnisse im Vorfeld der Zwischenwahlen. Aber Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht mit allen Mitteln versuchen würde, das Wahldesaster noch einmal abzuwenden.

Diesel für die USA und den Welthandel?

300.000 Tonnen Diesel soll Russland demnach sofort liefern und bis zu 1,8 Mio. Tonnen sollen es in den kommenden Monaten werden. Dabei dürften für Trump die bevorstehenden Zwischenwahlen Anlass des „Deals“ sein, wenngleich ein spürbarer Effekt voraussichtlich nicht vor den Wahlen erkennbar sein wird. Allerdings wird der Dieselpreis auch weiterhin ein großes Wahlkampfthema bleiben. Dennoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Republikaner unter Trump im November sowohl die Mehrheit im Senat als auch im Repräsentantenhaus verlieren. Damit wäre Trump in den letzten beiden Jahren dann doch noch die „lame duck“, deren Flügel ordentlich gestutzt werden. Da Trump aber noch immer von der nicht belegbaren, gestohlenen Wahl spricht, bleibt abzuwarten, wie er mit dem möglichen Verlust bei den Zwischenwahlen umgehen wird.

Stephan Feuerstein
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