DAX: 25.078 Punkte zurückerobert

Der DAX steigt kräftig auf 25.078 Punkte, gestützt durch starke US-Tech-Zahlen und fallende Ölpreise. Rheinmetall verliert Milliardenauftrag.

Andreas Sommer ·
DAX Aktie

Kurz zusammengefasst

  • DAX legt um 1,37 Prozent zu
  • Rheinmetall verliert 15-Milliarden-Auftrag
  • Micron-Ergebnisse beflügeln Tech-Sektor
  • Ölpreis fällt auf tiefsten Stand seit Februar

Der Rüstungsschock vom Vortag ist verdaut. Nach dem massiven Kurseinbruch bei Rheinmetall findet der deutsche Leitindex zurück in die Spur. Starke Vorgaben aus dem US-Tech-Sektor treiben die Kurse an. Aktuell notiert der DAX bei 25.078 Punkten. Das entspricht einem kräftigen Tagesplus von 1,37 Prozent.

Rheinmetall verliert Milliardenauftrag

Die Schwäche der vergangenen Tage hatte einen klaren Auslöser. Rheinmetall verlor das größte Beschaffungsprojekt in der Geschichte der Deutschen Marine. Die Regierung strich den Kauf von sechs Fregatten. Dieses Programm besaß ein Volumen von rund 15 Milliarden Euro. Die Folge: Die Aktie brach um fast 19 Prozent ein.

Berlin plant stattdessen den Kauf von acht Schiffen des Konkurrenten TKMS. Dessen Papiere schossen im Gegenzug zweistellig in die Höhe. Heute setzt bei TKMS allerdings eine erste Gewinnmitnahme ein. Auch andere Rüstungswerte wie Renk und Hensoldt mussten zuletzt Federn lassen.

Tech-Sektor und Ölpreis stützen

Neue Impulse kommen indes aus den USA. Micron Technology legte nach US-Börsenschluss spektakuläre Quartalszahlen vor. Das hellt die Stimmung im zuletzt angeschlagenen KI-Sektor massiv auf. Davon profitieren im frühen Handel auch heimische Halbleiterwerte wie Infineon.

Parallel dazu lindern fallende Energiekosten die Inflationssorgen. Der Preis für Brent-Rohöl rutschte auf gut 73 US-Dollar je Barrel. Das ist der tiefste Stand seit Februar. In der Folge gaben auch die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen nach. Sie fielen unter die Marke von 4,5 Prozent.

Verbraucher fassen Mut

Auch die heimische Wirtschaft sendet leise Signale der Besserung. Das GfK-Konsumklima stieg für Juli leicht an. Die Einkommenserwartungen der Deutschen legten spürbar zu. Verbraucher hoffen auf staatliche Entlastungen und profitieren von den stabilen Energiemärkten.

Ein harter Kontrast zeigt sich bei der Zinspolitik. Der neue US-Notenbankchef Kevin Warsh signalisiert einen strengen Kurs. Schnelle Zinssenkungen sind vom Tisch. Steigende Inflationsprognosen in den USA verhindern vorerst billige Liquidität.

Technisch hat sich das Bild durch den heutigen Kurssprung deutlich aufgehellt. Der DAX hat den 50-Tage-Durchschnitt bei rund 24.595 Punkten erfolgreich verteidigt. Mit dem Sprung über die psychologische Marke von 25.000 Punkten rückt nun das Jahreshoch in den Fokus. Dieses liegt bei 25.507 Zählern. Fällt auch dieser Widerstand, wäre der Weg für neue Rekorde frei.

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