Bitcoin: Senat nähert sich Einigung
Politische Einigung zum CLARITY Act treibt Bitcoin auf 66.890 Dollar. Coinbase und Galaxy Digital verzeichnen zweistellige Kursgewinne.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin erreicht 66.890 Dollar
- CLARITY Act-Einigung treibt Kurse
- Coinbase und Galaxy Digital legen zu
- Senat stimmt vor Sommerpause ab
Ein politischer Deal aus Washington schickt Bitcoin auf ein Fünf-Wochen-Hoch. Am Dienstag klettert die Kryptowährung zeitweise um 2,6 Prozent auf 66.890 Dollar. Noch deutlicher fällt die Reaktion bei den Börsentiteln der Branche aus – ein Zeichen dafür, wie sehr Anleger auf regulatorische Klarheit gewartet haben.
Ethikklausel als letzte Hürde
Monatelang blockierte ein einziger Streitpunkt den CLARITY Act, das geplante US-Regelwerk für digitale Vermögenswerte. Präsident Trump hat einer Ethikklausel zugestimmt, die Amtsträgern wie dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und Kongressmitgliedern die Ausgabe eigener Kryptowährungen untersagen soll. Zuständig für die Durchsetzung soll künftig das Justizministerium sein – nicht die Bundesstaaten, wie es Demokraten gefordert hatten.
Genau an diesem Punkt entzündet sich neuer Streit. Senatorin Angela Alsobrooks, eine der Verhandlungsführerinnen der Demokraten, bezeichnete die DOJ-Zuständigkeit als „unseriöses Angebot“ und knüpfte ihre Zustimmung an Nachbesserungen. Im Hintergrund steht Trumps eigenes Krypto-Engagement: Finanzoffenlegungen zeigten zuletzt Einnahmen in Millionenhöhe aus seiner Beteiligung an World Liberty Financial.
Trotz des offenen Streits werten Marktteilnehmer die Einigung als Fortschritt. Auf der Prognoseplattform Polymarket stieg die gehandelte Wahrscheinlichkeit für eine Unterschrift des CLARITY Act noch in diesem Jahr von 31 auf 48 Prozent. US-Finanzminister Scott Bessent sprach von dem Ziel, den Gesetzentwurf noch vor der Sommerpause des Senats im August zu verabschieden – nötig sind dafür 60 Stimmen aus beiden Lagern.
Kursreaktion fällt deutlich aus
Die Hoffnung auf Rechtssicherheit zieht Kapital an. Die Aktie der Kryptobörse Coinbase schoss zeitweise um 13 Prozent nach oben, Galaxy Digital legte bis zu 10 Prozent zu, und der Miner TeraWulf gewann neun Prozent hinzu.
Charttechnisch rückt bei Bitcoin die Marke von 70.000 Dollar wieder ins Blickfeld. Von einer echten Trendwende ist trotzdem noch keine Rede: Seit Jahresbeginn 2026 summieren sich die Verluste auf rund ein Viertel, GD50 und GD200 zeigen weiterhin nach unten. Erst eine Rückeroberung der 200-Tage-Linie würde das technische Bild spürbar aufhellen.
Regulatorik und Treasury-Trend
Auch anderswo bewegt sich die Regulierung. Russlands Staatsduma verabschiedete ein Gesetz, das Privatanlegern künftig den Kauf liquider Kryptowährungen über lizenzierte Vermittler erlaubt – begrenzt auf umgerechnet rund 3.900 Dollar pro Jahr und Anbieter. Qualifizierte Investoren dürfen ohne Obergrenze handeln. Das Gesetz muss noch den Föderationsrat passieren und von Präsident Putin unterzeichnet werden, bevor es im September in Kraft treten kann.
Parallel zeigt sich bei börsennotierten Bitcoin-Treasury-Firmen eine Gegenbewegung zum Boom des vergangenen Jahres. Die britische Satsuma Technology bekam von ihren Aktionären grünes Licht, ihren Bestand von 668 Bitcoin zu verkaufen, Kapital zurückzuzahlen und sich von der Londoner Börse zurückzuziehen – nach Kursverlusten von mehr als 99 Prozent seit ihrem Hoch im Juni 2025.
Auch andere Firmen ziehen Konsequenzen: Empery Digital trennte sich jüngst von 1.400 Bitcoin, um eine KI-Rechenzentrumsstrategie zu finanzieren, während TD Cowen sein Kursziel für The Smarter Web Company um 36 Prozent kappte.
Langfristig rückt zudem ein anderes Risiko in den Fokus: Krypto-Dienstleister Galaxy kündigte eine mit bis zu 5 Millionen Dollar dotierte Initiative an, um Bitcoin gegen künftige Quantencomputer-Angriffe abzusichern. Ein Beirat aus Kryptografie-Experten soll Forschungsprojekte begleiten – die Umstellung auf quantenresistente Signaturverfahren gilt als Prozess, der Jahre dauern dürfte.
Der Senat braucht für die Verabschiedung noch vor der Sommerpause im August die Stimmen von 60 Senatoren aus beiden Lagern. Scheitert die Einigung an der Ethikklausel, dürfte die aktuelle Kursbewegung schnell wieder an Schwung verlieren.
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