SAP Aktie: Guidance wegen Dremio und Prior Labs gesenkt
SAP schließt zwei KI-relevante Übernahmen ab, senkt deshalb die Ergebnisprognose leicht und steigert den Cloud-Auftragsbestand um 27 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Dremio-Übernahme Anfang Juli vollzogen
- Prior Labs erweitert SAPs KI-Kompetenz
- Cloud-Auftragsbestand wächst um 27 Prozent
- Aktienrückkäufe und Insiderkauf im August
SAP hat seine Datenplattform mit zwei abgeschlossenen Zukäufen erweitert. Am 6. Juli schloss der Konzern die Übernahme von Dremio ab, einem Anbieter offener Data-Lakehouse-Technologie. Wenige Wochen später, am 17. Juli, folgte der Abschluss der Akquisition von Prior Labs, einem Spezialisten für tabellarische Foundation-Modelle. Beide Deals sollen die Datenbasis für SAPs KI-Strategie rund um den Assistenten Joule stärken.
Die Übernahmen bleiben nicht ohne Preis für die Ergebnisrechnung. SAP passte am 23. Juli seine Guidance für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026 leicht an, von zuvor 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro auf nun 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro bei konstanten Währungen.
Der Konzern begründet die Absenkung mit einem Verwässerungseffekt aus den beiden Transaktionen von projiziert über 100 Millionen Euro. Das Wachstumsziel von 13 bis 17 Prozent bleibt davon unberührt.
Cloud-Geschäft liefert weiter zweistelliges Wachstum
Die zugrundeliegende Geschäftsentwicklung stützt die Investitionen. Im zweiten Quartal stieg der Current Cloud Backlog um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 26 Prozent.
Die Clouderlöse legten um 22 Prozent zu, das Segment Cloud ERP Suite sogar um 25 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt SAP nun Clouderlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro an, ein Plus von 23 bis 25 Prozent gegenüber den 21,02 Milliarden Euro aus dem Vorjahr.
Auch operativ zeigt sich der Konzern aktiv im Markt: Der IT-Dienstleister NTT DATA wählte SAP SuccessFactors und die SAP Business Data Cloud, integriert mit Joule, für eine globale Transformation seiner Personalprozesse aus. Der Auftrag wurde am 19. August bestätigt und unterstreicht, dass die neu erworbenen Datenkapazitäten bereits in bestehende Produktlinien einfließen.
Rückkäufe und Insider-Käufe begleiten die Konsolidierung
Parallel zu den Zukäufen setzt SAP sein Aktienrückkaufprogramm fort. In der ersten Augustwoche erwarb der Konzern rund 2,9 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 169,72 Euro, kumuliert kamen 2026 bislang rund 5 Millionen Stück zusammen.
Mitte August kaufte zudem ein Insider 1.700 Aktien zu je 179,15 Euro. BlackRock meldete Anfang August einen leicht gestiegenen Stimmrechtsanteil von 6,75 Prozent.
Regulatorisch verschaffte sich SAP zudem Klarheit: Anfang Juli begrüßte der Konzern den Abschluss einer Überprüfung der Europäischen Kommission zu den Wartungs- und Support-Richtlinien für On-Premise-Lösungen.
Die Aktie honorierte das operative Momentum zuletzt deutlich. Am Freitag schloss das Papier bei 190,86 Euro, ein Plus von 1,0 Prozent auf Tagessicht und von 20 Prozent binnen 30 Tagen. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 8,9 Prozent zu Buche, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro beträgt weiterhin 21 Prozent.
Der jüngste Kursschub deutet darauf hin, dass Anleger die Kombination aus starkem Cloud-Wachstum und gezielten KI-Zukäufen honorieren, auch wenn die Verwässerung aus den Übernahmen kurzfristig auf der Marge lastet.
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