Lockheed Martin Aktie: Raketenmotoren aus Virginia
Avio soll nach erfolgreicher Qualifizierung Feststoffmotoren für zwei Lockheed-Programme in Virginia fertigen; finanzielle Konditionen fehlen.

Kurz zusammengefasst
- Kooperation für Feststoffmotoren vereinbart
- Fertigung in Hurt, Virginia vorgesehen
- Qualifizierung geht der Serienproduktion voraus
- Avio investiert über 500 Millionen Dollar
Lockheed Martin sichert sich Nachschub bei einem der kritischsten Bauteile moderner Lenkflugkörper. Gemeinsam mit dem italienischen Raumfahrt- und Antriebsspezialisten Avio hat der Rüstungskonzern auf der Branchenmesse AUSA Annual Meeting 2026 eine strategische Kooperation für Feststoffraketenmotoren vereinbart.
Was die Vereinbarung vorsieht
Nach erfolgreicher Qualifizierung sollen die Motoren zunächst für zwei Programme entstehen: die Extended Range GMLRS und die Precision Strike Missile. Gefertigt wird in der neuen Anlage von Avio USA in Hurt, Virginia. Lockheed erhält Zugriff auf einen Teil der frei verfügbaren Lieferkapazität des Partners.
Das Ziel ist klar. Der Konzern will Engpässe in der Lieferkette abbauen und die Ausbringung beider Systeme beschleunigen. Tim Cahill, Präsident von Lockheed Martin Missiles and Fire Control, nennt eine verlässliche und diversifizierte Lieferkette „fundamental“ für eine stärkere Rüstungsindustrie.
Avio baut in den USA aus
Für Avio ist der Vertrag ein wichtiger Ankerkunde. Der Konzern investiert über 500 Millionen Dollar in neue Fertigungskapazitäten in den USA und will dort als unabhängiger Zulieferer für Verteidigungskunden auftreten. Avio-USA-Chef James Syring, ein pensionierter Vizeadmiral der US-Marine, spricht von einem Meilenstein. Die Aufträge lieferten ein starkes Fundament für den Fabrikbetrieb, während Bau und Personalaufbau noch laufen.
Avio USA arbeitet nach US-Sicherheits- und Exportkontrollvorgaben und wird von einem US-Verwaltungsrat geführt. Die Muttergesellschaft bringt mehr als 50 Jahre Erfahrung bei Trägerraketen und Antriebssystemen mit.
Marktreaktion
Die Lockheed-Aktie notierte zum Zeitpunkt der Meldung rund 1,3 Prozent im Minus, die Avio-Aktie gab etwa 2,4 Prozent nach. Einen direkten Zusammenhang mit der Kooperation legen die Kursbewegungen nicht nahe.
Finanzielle Details nannten die Partner nicht. Als nächster Schritt steht die Qualifizierung der Motoren an, erst danach beginnt die Serienproduktion für ER GMLRS und PrSM in Virginia.
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