Graphite One Aktie: EXIM signalisiert 2,07 Milliarden
Die EXIM-Bank bekundet Interesse an einer 2,07-Milliarden-Dollar-Finanzierung für Graphite One. Die Aktie steigt daraufhin um 5,77 Prozent und profitiert von der US-Rohstoffpolitik.

Kurz zusammengefasst
- EXIM-Bank signalisiert Milliarden-Finanzierung
- Aktie steigt um 5,77 Prozent
- Produktionsstart für 2029 bestätigt
- Kanada fördert Graphitprojekte
Graphite One profitiert von einem weiteren Baustein der US-Rohstoffpolitik. Die Export-Import Bank der Vereinigten Staaten (EXIM) hat gestern ein unverbindliches Finanzierungsinteresse über 2,07 Milliarden US-Dollar für die integrierte Lieferkette des Unternehmens von Alaska nach Ohio signalisiert. Die Aktie reagierte am Dienstag mit einem Tagesgewinn von 5,77 Prozent und baute damit den Wochenzuwachs auf 14 Prozent aus.
Die Zusage der EXIM-Bank fällt in eine Phase, in der die US-Regierung ihre kritischen Rohstofflieferketten gezielt absichert. Auslöser ist die Durchführungsverordnung „Securing America’s Defense Supply Chains“, die bereits vor rund einem Monat für einen deutlichen Kursschub bei Graphite One gesorgt hatte und seither ein Kursplus von 26,1 Prozent begleitet.
Die nun bekräftigte Finanzierungsbereitschaft der Exportbank untermauert, dass diese politische Rückendeckung nicht folgenlos bleibt, sondern sich in konkreten Kapitalzusagen für das Projekt niederschlägt.
Zeitplan trotz Umweltprüfung bestätigt
Parallel dazu hält das Management am Produktionsstart für 2029 fest. Das US Army Corps of Engineers hatte vor rund zwei Wochen entschieden, für das Graphite-Creek-Projekt in Alaska eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung zu verlangen – eine Nachricht, die die Aktie seither um 24,6 Prozent nach oben trieb, weil Anleger die geordnete Prüfung als Fortschritt werteten.
Das Unternehmen verweist darauf, dass der Status als koordiniertes FAST-41-Verfahren den Zeitplan nicht gefährde. Graphite Creek gilt als größtes bekanntes natürliches Graphitvorkommen der Vereinigten Staaten.
Die politische Unterstützung reicht über die USA hinaus. Premierminister Mark Carney kündigte am Montag ein umfangreiches Investitionspaket für Kanadas Cleantech- und Rohstoffsektor an, das über den „First and Last Mile Fund“ von Natural Resources Canada gezielt Infrastruktur für kanadische Graphitprojekte fördern soll. Damit entsteht auf beiden Seiten der Grenze ein politisches Umfeld, das nordamerikanische Graphitversorgung strategisch priorisiert.
Wettbewerb bestätigt Nachfrage
Auch aus der Konkurrenz kommen Signale, die die Investmentthese stützen. Titan Mining schloss Anfang August eine bedingte Lieferverpflichtung mit dem Feuerfestmaterial-Konzern RHI Magnesita für natürliches Flake-Graphit aus dem eigenen Kilbourne-Projekt ab.
Ein solcher Vertrag zeigt, dass Abnehmer bereit sind, sich frühzeitig an nordamerikanische Graphitquellen zu binden – ein Umstand, der auch für Graphite One relevant ist, sollte das Unternehmen in ähnliche Abnahmegespräche eintreten.
Charttechnisch bleibt die Aktie trotz der jüngsten Rally noch weit von ihren früheren Höchstständen entfernt: Der aktuelle Kurs von 0,6330 Euro liegt 60 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom 28. Januar, während die Erholung vom Jahrestief im September rund 51 Prozent beträgt.
Die Aktie bewegt sich damit zwar deutlich über ihrem 50-Tage-Durchschnitt, doch der 200-Tage-Durchschnitt signalisiert mit einem Abstand von 24 Prozent nach unten, dass die längerfristige Erholung erst begonnen hat.
Am 13. November will Graphite One die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegen. Bis dahin dürfte die Kursentwicklung stark von weiteren politischen Signalen aus Washington und Ottawa abhängen, während operativ der Fortgang der Umweltprüfung im Fokus bleibt.
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