Nvidia Aktie: Kartellprüfung zu 20-Milliarden-Groq-Deal
Das US-Justizministerium untersucht Nvidias Groq-Vereinbarung über 20 Milliarden Dollar, während Umsatz und KI-Geschäft weiter stark wachsen.

Kurz zusammengefasst
- US-Behörde prüft Nvidia-Groq-Vereinbarung
- Übernahme von Hugging Face vereinbart
- Quartalsumsatz steigt auf 96,2 Milliarden Dollar
- Gaming-GPU-Pause wegen Speicherengpässen
Nvidia steht erneut im Fokus der US-Kartellwächter. Das Justizministerium prüft, ob der Chiphersteller seine Lizenzvereinbarung mit dem KI-Chip-Start-up Groq über 20 Milliarden Dollar gezielt so strukturiert hat, um einer kartellrechtlichen Prüfung zu entgehen.
Wie Reuters, Bloomberg und die New York Times berichten, hat die Behörde bereits kurz nach der Ankündigung des im Dezember 2025 vereinbarten Deals ein förmliches Auskunftsersuchen an Nvidia geschickt. Eine Rückabwicklung des Geschäfts gilt als unwahrscheinlich, Geldbußen stehen jedoch im Raum.
Die Aktie reagiert auf die Nachrichtenlage bislang gelassen. Am Donnerstag schloss das Papier bei 188,14 Euro, heute notiert es mit 189,18 Euro leicht im Plus.
Über die vergangenen sieben Handelstage hat der Kurs um 4,6 Prozent nachgegeben, auf Monatssicht steht ein Minus von 2,8 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht Mitte Mai, fehlen aktuell 6,6 Prozent.
Expansionskurs trotz regulatorischem Gegenwind
Während die Kartellprüfung im Hintergrund läuft, treibt Nvidia sein Wachstum unbeirrt voran. Anfang September unterzeichnete der Konzern eine definitive Vereinbarung zur Übernahme von Hugging Face für 12,93 Milliarden Dollar, davon rund 11,9 Milliarden in bar sowie bis zu eine Milliarde Dollar in Form von Mitarbeiterbeteiligungen.
Der Abschluss wird für die erste Hälfte des Jahres 2027 erwartet, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung. Nvidia sicherte zu, die Hugging-Face-Plattform offen zu halten und weiterhin andere Chiphersteller zu unterstützen.
Die operative Basis für solche Zukäufe liefert das laufende Geschäft. Im zweiten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027, das Ende Juli endete, erzielte Nvidia einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Rechenzentrumsgeschäft trug mit 89 Milliarden Dollar den Löwenanteil bei.
Für das dritte Quartal stellte Nvidia einen Umsatz von 108,0 Milliarden Dollar in Aussicht, der Auftragsbestand liegt bei über zwei Billionen Dollar. Die Vera-Rubin-Plattform läuft bei Partnern wie Microsoft Azure, Google Cloud und Oracle Cloud in die volle Produktion.
Insider-Verkauf und Dividende als Randnotiz
Parallel zu den strategischen Großereignissen verkaufte Nvidia-Direktor Mark A. Stevens zwischen Ende August und Anfang September 1,85 Millionen Aktien und erzielte dabei Erlöse von 410,84 Millionen Dollar.
Nach dem Verkauf hält Stevens laut den zugrunde liegenden Pflichtmitteilungen weiterhin rund 30 Millionen Aktien im Wert von 6,91 Milliarden Dollar, das entspricht 94,18 Prozent seines bisherigen Bestands. Zudem beschloss Nvidia eine Bardividende von 0,25 Dollar pro Aktie mit Ex-Tag am 10. September und Zahlungstermin Anfang Oktober.
Schatten über dem Gaming-Geschäft
Weniger im Rampenlicht, aber für Anleger nicht folgenlos: Medienberichten zufolge hat Nvidia im laufenden Jahr keine einzige neue Gaming-GPU ausgeliefert und damit erstmals seit 1999 eine Produktpause eingelegt. Die geplante RTX-50-Super-Serie wurde demnach gestoppt, die RTX-60-Generation von Ende 2027 auf 2028 verschoben.
Als Grund gilt ein Engpass bei Speicherchips, der Produktionskapazitäten zugunsten der margenstärkeren KI-Beschleuniger umlenkt. Für Nvidia selbst dürfte das angesichts der Dominanz des Rechenzentrumsgeschäfts finanziell zweitrangig sein – strategisch zeigt es aber, wie stark der Konzern inzwischen auf das KI-Geschäft ausgerichtet ist.
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