Gold: 1,32 Prozent Sprung auf 4.485,80 Dollar
Gold steigt auf Zehn-Wochen-Hoch dank Zinssenkungs-Hoffnung und starker Nachfrage aus China. Technische Signale deuten auf weiteres Potenzial.

Kurz zusammengefasst
- Gold erreicht Zehn-Wochen-Hoch
- Chinas Zentralbank kauft weiter zu
- Gold-ETFs verzeichnen Zuflüsse
- US-Arbeitsmarkt schwächt sich ab
Der Goldpreis steht kurz vor einem historischen Sprung. Vor den heute anstehenden US-Verbraucherpreisdaten wetten Anleger darauf, dass eine schwächere Inflation der US-Notenbank mehr Spielraum für Zinssenkungen gibt. Das treibt das Edelmetall auf ein Zehn-Wochen-Hoch.
Zentralbanken und ETFs treiben die Nachfrage
Die chinesische Zentralbank kauft weiter Gold. Im Juli stockte die PBOC ihre Reserven um schätzungsweise 640.000 Unzen auf. Damit wachsen die chinesischen Goldbestände bereits den 21. Monat in Folge.
Parallel dazu kehren westliche Anleger zurück. Gold-ETFs verzeichneten zuletzt fünf Handelstage in Folge Zuflüsse. Die Gesamtbestände erreichten damit ein Sechs-Wochen-Hoch.
Diese Entwicklung ergänzt die strukturellen Käufe aus Asien. Zusammen bilden sie einen stabilen Boden oberhalb der 4.300-Dollar-Marke.
Geopolitik und schwacher Arbeitsmarkt liefern zusätzlichen Schub
Die Lage in der Straße von Hormuz verschärft sich weiter. Der Iran fordert eine Aufhebung der US-Seeblockade, was Sorgen vor Lieferausfällen am Energiemarkt schürt. Investoren flüchten deshalb verstärkt in sichere Häfen.
Hinzu kommen enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag. Die US-Wirtschaft verlor im Juli unerwartet 23.000 Stellen, zusätzlich wurden die Vormonatswerte nach unten korrigiert. Die Erwartungen an weitere Zinsstraffungen sind dadurch deutlich gesunken.
Fallende Renditen senken die Opportunitätskosten fürs Halten von Gold. Das Edelmetall zahlt zwar keine Zinsen, wird aber gerade dadurch relativ attraktiver.
Technisches Bild zeigt Stärke – und Überhitzungsrisiko
Der Ausbruch zeigt sich auch in den Kursdaten. Gold notiert aktuell bei 4.485,80 US-Dollar und legt allein am heutigen Tag um 1,32 Prozent zu. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt bereits 7,54 Prozent — ein Zeichen für die Wucht der jüngsten Bewegung.
Charttechnisch hat Gold damit die von Analysten genannte Widerstandszone zwischen 4.460 und 4.500 US-Dollar erreicht. Der Sprung über die 200-Tage-Linie hatte zuvor ein wichtiges Kaufsignal geliefert. Der RSI steht bei 69,1 und nähert sich der überkauften Zone — der Trend bleibt intakt, Rücksetzer werden aber wahrscheinlicher.
Auf der Unterseite gilt das Niveau um 4.200 US-Dollar weiter als strukturelle Absicherung. Sollte der heutige Inflationsbericht niedriger ausfallen als erwartet, könnte das den Weg zur psychologisch wichtigen 5.000-Dollar-Marke freimachen.
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