Silber Preis: Fed-Entscheidung am 16. September
Silber erholt sich nach dem Rückgang auf 64,24 Dollar, bleibt aber wegen Nahost-Spannungen und der Fed-Sitzung am 16. September volatil.
Kurz zusammengefasst
- Silber fällt auf 64,24 Dollar
- Fed-Signale lösen Erholung aus
- Monatsplus beträgt 7,3 Prozent
- Zinsentscheid am 16. September
Silber hat eine turbulente Woche hinter sich. Nach einer zweiten US-Angriffswelle gegen Iran fiel der Preis am Mittwoch auf Zweiwochentiefs, bevor dovish-Signale aus der Federal Reserve am Donnerstag eine Erholung über die Marke von 66 Dollar auslösten. Zum Wochenschluss notiert Silber bei 66,82 US-Dollar je Feinunze, nach einem Tagesminus von 1,1 Prozent.
Nahost-Eskalation als Preistreiber
Am Dienstag griff das US-Militär innerhalb von drei Tagen zum zweiten Mal Ziele im Iran an – eine Verschiebung vom wirtschaftlichen Druck hin zu direkten Militäroperationen. Silber-Futures öffneten daraufhin bei 64,69 Dollar, ein Minus von rund einem Prozent gegenüber dem Vortag, und rutschten im Handelsverlauf weiter auf 64,24 Dollar ab.
Parallel zogen die Ölpreise an, nachdem Iran mit Angriffen auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien reagiert hatte. Steigende Energiepreise schüren Inflationssorgen – ein Umstand, der die Fed unter Zugzwang setzen könnte, im September doch die Zinsen zu erhöhen, was Silber als zinslos gehaltenes Edelmetall belasten würde.
Diese Gemengelage erklärt die Nervosität am Markt. Fed-Vorsitzender Warsh hatte am Montag betont, die Zentralbank habe noch „Arbeit zu leisten“, solange keine klareren Inflationsbeweise vorlägen – Marktteilnehmer preisten daraufhin eine Wahrscheinlichkeit von über 65 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein.
Dovish-Wende sorgt für Erleichterung
Die Stimmung drehte am Donnerstag, als Fed-Gouverneur Christopher Waller signalisierte, fortgesetzte Inflationsfortschritte würden eine unveränderte Zinspolitik unterstützen, sofern die August-Daten dies bestätigten. Der US-Dollar und die Treasury-Renditen gaben von ihren Höchstständen nach, was Silber stützte.
Laut dem CME FedWatch Tool sank die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Septemberzinserhöhung binnen eines Tages von rund 63 auf etwa 50 Prozent. Silber-Futures eröffneten am Donnerstag bei 66,17 Dollar, ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortag.
Auf Monatssicht bleibt der Trend intakt: Der Preis liegt derzeit 7,3 Prozent über seinem Niveau von vor 30 Tagen, während er sich gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 62,61 Dollar um 6,7 Prozent absetzt – ein Hinweis darauf, dass die kurzfristige Dynamik trotz der jüngsten Rückschläge nach oben zeigt.
Fed-Entscheidung am 16. September im Fokus
Die entscheidende Weichenstellung steht erst noch bevor: Am 16. September trifft die Fed ihre Ratsentscheidung samt Ausblick. Marktbeobachter preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit zwischen 57 und 64 Prozent für eine Zinserhöhung ein.
Für Silberanleger bedeutet das: Solange sich Geopolitik und Geldpolitik in ihrer Wirkung gegenseitig aufheben oder verstärken, dürfte die Volatilität hoch bleiben. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 36 Prozent unterstreicht diese Unsicherheit bereits jetzt.
Anleger sollten die kommenden zwei Wochen bis zur Fed-Sitzung als entscheidende Weichenstellung betrachten. Sollte sich der Nahost-Konflikt weiter zuspitzen und die Energiepreise treiben, könnte dies die Zentralbank trotz dovish-Tendenzen zu einem restriktiveren Kurs zwingen – mit entsprechenden Folgen für den Silberpreis.
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