Ferrexpo Aktie: HANetf-ETF nimmt Kernposition auf
Trotz Börsenaussetzung wird Ferrexpo Kernbestandteil eines ETFs für den ukrainischen Wiederaufbau. Die operative Erholung bleibt fragil.

Kurz zusammengefasst
- ETF nimmt Ferrexpo als Kernposition auf
- Produktionseinbruch um 72 Prozent im Quartal
- Liquidität reicht nur bis Ende Juni
- Aktienhandel in London weiter ausgesetzt
Der britisch-ukrainische Eisenerzpelletsproduzent Ferrexpo ist gesetzt. Ausgerechnet jetzt, wo die Aktie an der Londoner Börse seit Wochen nicht mehr gehandelt wird.
Der HANetf Ukraine Reconstruction UCITS ETF (UKRN) hat Ferrexpo als Kernposition aufgenommen. Der Fonds setzt damit auf Unternehmen, die für den Wiederaufbau der ukrainischen Industrieinfrastruktur entscheidend sind. Neben Ferrexpo zählt etwa der Telekomkonzern Kyivstar zu den größten Gewichtungen. Ziel des ETFs: Internationalen Anlegern direkten Zugang zu den Vermögenswerten verschaffen, die für den milliardenschweren Wiederaufbau benötigt werden.
Ein schwieriges Quartal
Die operative Entwicklung zeigt, wie verletzlich Ferrexpo noch ist. Im ersten Quartal 2026 produzierte das Unternehmen rund 593.000 Tonnen Eisenerzpellets. Das sind 72 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Grund: massive Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur.
Doch es gibt einen Silberstreif. Nach der Stabilisierung der Stromversorgung Ende Februar stieg die Produktion um 83 Prozent im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2025. Ferrexpo betreibt derzeit eine Pelletieranlage und beliefert Kunden in Mittel- und Osteuropa mit einer eigenen Eisenbahnflotte.
Liquidität auf Kante genäht
Die finanzielle Lage bleibt angespannt. Ende März 2026 verfügte Ferrexpo über liquide Mittel von rund 35 Millionen Dollar. Die Netto-Cash-Position lag bei etwa 25 Millionen Dollar. Frei verfügbar waren davon nach Abzug gebundener Gelder bei der MBaer Merchant Bank nur 22 Millionen Dollar.
Das Management geht davon aus, dass die Reserven mindestens bis Ende Juni reichen. Der Konzern prüft daher mehrere Optionen: mögliche Vermögensverkäufe oder alternative Finanzierungen. Das größte Problem: Die ukrainischen Behörden halten weiterhin Mehrwertsteuerrückzahlungen in Höhe von schätzungsweise 80 Millionen Dollar zurück.
Wechsel im Aufsichtsrat
Eine regulatorische Pflichtmitteilung brachte zudem eine Personalie ans Licht. Vitalii Lisovenko, seit mehr als neun Jahren im Board, stellt sich nicht zur Wiederwahl. Sein Ausscheiden ist für die Hauptversammlung Ende Juni vorgesehen.
Der Aktienhandel an der Londoner Börse bleibt unterdessen ausgesetzt. Ferrexpo hatte die Suspendierung im Mai selbst beantragt. Sie gilt so lange, bis der Konzern seinen geprüften Jahresabschluss für 2025 vorlegen kann. Dafür muss das Unternehmen eine langfristige Finanzierungslösung finden, um die Fortführungsprognose der Wirtschaftsprüfer zu erfüllen. Der ETF-Einsatz ist ein klares Bekenntnis zur Rolle Ferrexpos beim Wiederaufbau. Die operative und finanzielle Gesundung steht dagegen noch ganz am Anfang.
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