Zwei Tesla-Meldungen an einem Tag: Nur eine verändert alles


19.04.18 07:48
Meldung
 

Am Dienstag war der Medienwirbel um den Elektropionier Tesla (WKN:A1CX3T) mal wieder groß. Bei den vielen Schlagzeilen um das Model 3 wurde allerdings übersehen, dass am gleichen Tag eine viel wichtigere Nachricht zu lesen war.

Die erhielt zwar weniger Aufmerksamkeit, könnte aber sehr wohl die beste Nachricht für Tesla-Investoren seit Jahren sein.

So fängt dich die Medienwelt

Am Dienstag wurde bekannt, dass Tesla die Produktion des Model 3, die schon länger nicht wie geplant hochgefahren werden konnte, komplett stoppt. Einige Arbeitnehmer sollten laut Medienberichten entweder Urlaub nehmen oder unbezahlt zuhause bleiben.

Gleich hagelte es Schock-Schlagzeilen:

„Tesla-Mitarbeiter bekommen kein Geld mehr“ – heute.at

„Massive Probleme bei der Produktion: Tesla stoppt Model-3-Produktion für mehrere Tage“ – CHIP Online

Tesla stoppt Model-3-Produktion – Belegschaft ist ratlos“ – STERN.de

Das war nur eine winzige Auswahl, fast jede erdenkliche Publikation hat sich dazu, meistens alarmiert, zu Wort gemeldet. Am Mittwoch in den grauen Morgenstunden wurde dann aber klar, dass der Produktionsstopp deshalb durchgeführt wurde, weil Tesla-Chef Elon Musk das Model 3 in Zukunft rund um die Uhr fertigen lassen will, wofür Anpassungen der Fabrik nötig sind. Diese Umstellung kann das aktuelle Produktionsniveau deutlich erhöhen.

Ohne den wirklichen Grund für den Produktionsstopp zu wissen, lassen sich schnell viele Dinge vermuten. Das Schlimmste an den Schlagzeilen war aber nicht, dass sie ein falsches Bild von der Situation gezeichnet haben, sondern dass sie von einer viel, viel wichtigeren Nachricht abgelenkt haben.

China öffnet die Tore

Am Dienstag wurde bekannt, dass China seine Regel, dass ausländische Automobilhersteller nur in Kooperation mit einem heimischen Hersteller produzieren dürfen, abschaffen wird.

Das wird die dortige Produktionslandschaft aber nicht unbedingt massiv verändern. Sowohl das Wall Street Journal als auch Bloomberg merkten an, dass etablierte Autohersteller mit einer großen China-Präsenz nur sehr schwer aus ihren bestehenden Joint Ventures wieder herauskommen können.

Deutsche Hersteller wie Daimler (WKN:710000) und VW (WKN:766403) haben komplexe und umfangreiche Produktionskapazitäten innerhalb des bisher bestehenden Systems aufgebaut. Auch wenn der chinesische Markt für sie von enormer Bedeutung ist, heißt das noch lange nicht, dass es sich lohnen würde, jetzt mit riesigen Investitionen eigene Fabriken aufzubauen. Es ist wahrscheinlicher, dass die meisten etablierten Autohersteller mit einer bereits großen China-Präsenz in ihren Joint Ventures gefangen bleiben.

Tesla verschaffen die Reformen einen Vorsprung

Ganz anders sieht es dagegen bei Tesla aus. Das Unternehmen will schon länger eine Fabrik in China eröffnen, hat aber anscheinend noch keine befriedigenden Rahmenbedingungen dafür gefunden. Nicht zuletzt wird es bei den bisher zwingenden Kooperationen um sein technologisches Knowhow gefürchtet haben.

Jetzt wird es aber den eigenen Start in China wagen können und das verspricht die Möglichkeit auf gigantische Absatzzahlen. Schon heute verkaufen sich Teslas Premiummodelle in China gut, obwohl dort die ohnehin schon hohen Preise durch Importzölle noch einmal deutlich höher sind. Kann Tesla vor Ort produzieren, dürften die niedrigeren Preise Käuferscharen anlocken, denn China setzt voll auf Elektroautos und ein Tesla gilt als Statussymbol.

Für Tesla eröffnet sich ein wirklich gigantischer Markt. In China wurden im letzten Jahr so viele Autos wie in den USA, Japan und Indien zusammen verkauft. Natürlich ist nicht garantiert, dass Tesla dort auch wirklich Erfolg haben wird, aber am Dienstag hat das Unternehmen einen starken Rückenwind erhalten. Das war die wirklich wichtige Meldung.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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