DeFi Technologies gerät zunehmend unter juristischen Druck. Mehrere US-Kanzleien haben Sammelklagen gegen das kanadische Digital-Asset-Unternehmen angestrengt. Im Mittelpunkt stehen der starke Einbruch der Umsatzprognose 2025, deutliche Kursverluste und der Umgang des Managements mit Risiken und Wettbewerb im DeFi-Geschäft.
Sammelklagen und Vorwürfe
Mindestens drei auf Anlegerklagen spezialisierte Kanzleien – Pomerantz LLP, Levi & Korsinsky sowie die Rosen Law Firm – haben Sammelklagen gegen das Unternehmen und bestimmte Führungskräfte eingereicht oder angekündigt.
Betroffen ist der Zeitraum vom 12. Mai 2025 bis 14. November 2025. Die Kläger werfen DeFi Technologies Verstöße gegen die Wertpapiergesetze der USA vor, konkret gegen Sections 10(b) und 20(a) des Securities Exchange Act von 1934.
Im Kern geht es um folgende Punkte:
- Verzögerungen bei der Umsetzung der DeFi-Alpha-Arbitragestrategie sollen nicht offengelegt worden sein
- Der Wettbewerbsdruck durch andere Digital Asset Treasury (DAT) Unternehmen soll unterschätzt dargestellt worden sein
- Der negative Einfluss dieser Entwicklungen auf das operative Geschäft soll verharmlost worden sein
- Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2025 soll irreführend gewesen sein
Die anstehenden Verfahren zielen darauf ab zu klären, ob Investoren durch unvollständige oder irreführende Informationen geschädigt wurden.
Umsatzprognose halbiert, Aktie bricht ein
Der Druck auf das Unternehmen eskalierte nach der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal 2025 am 14. November.
DeFi Technologies meldete einen Umsatzrückgang von knapp 20 % und verfehlte damit die Markterwartungen deutlich. Entscheidend war jedoch der massive Einschnitt bei der Jahresprognose:
- Die Umsatzprognose 2025 wurde von 218,6 Mio. US-Dollar
- auf rund 116,6 Mio. US-Dollar reduziert
Das entspricht einer Kürzung um fast 47 %. Das Management begründete diesen Schritt mit Verzögerungen bei der Nutzung der zuvor eingeplanten DeFi-Alpha-Arbitragemöglichkeiten. Ursache seien die starke Zunahme von DAT-Unternehmen und eine zunehmende Gleichrichtung der Kursbewegungen von Digital Assets in der zweiten Jahreshälfte 2025 gewesen.
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Kursreaktionen im November
Die Börse reagierte in zwei Wellen:
- 6. November 2025: Nach ersten Hinweisen auf zunehmenden Wettbewerb durch DAT-Firmen verlor die Aktie 0,13 US-Dollar bzw. 7,43 % auf 1,62 US-Dollar
- 17. November 2025: Nach der Q3-Veröffentlichung und der deutlichen Prognosekürzung gab der Kurs um weitere 0,40 US-Dollar bzw. 27,59 % nach und schloss bei 1,05 US-Dollar
Die Kombination aus schwächeren Zahlen, massiver Prognosesenkung und wachsender Konkurrenz sorgte somit für erhebliche Kursverluste.
Führungswechsel und Analystenreaktionen
Parallel zu den Q3-Zahlen gab DeFi Technologies einen Wechsel an der Unternehmensspitze bekannt. Mitgründer Olivier Roussy Newton tritt als CEO zurück und wechselt in eine beratende Funktion. Der Führungswechsel inmitten deutlich gesenkter Erwartungen verstärkte die Unsicherheit über die kurzfristige Ausrichtung des Unternehmens.
Kursziele deutlich reduziert
Auch die Analysten reagierten auf die neue Lage mit spürbaren Anpassungen:
- Benchmark-Analyst Mark Palmer senkte das Kursziel von 8 auf 3 US-Dollar, bestätigte aber die Einstufung „Buy“
- Northland reduzierte das Kursziel von 5 auf 2,50 US-Dollar und blieb bei „Outperform“, verwies jedoch explizit auf Verzögerungen bei DeFi Alpha als Hauptsorge
Damit spiegeln die neuen Kursziele das verschlechterte Umsatzprofil und die operative Unsicherheit deutlich wider, auch wenn die Einstufungen formal positiv bleiben.
Frist für Lead Plaintiff endet am 30. Januar
Anleger, die im genannten Zeitraum Aktien von DeFi Technologies erworben haben, können sich an der Sammelklage beteiligen und sich um die Rolle als Lead Plaintiff im konsolidierten Verfahren bewerben. Die Frist dafür endet am 30. Januar 2026.
Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen Linkedto Partners LLC v. DeFi Technologies Inc., et al., No. 25-cv-06637 vor dem United States District Court for the Eastern District of New York. Die weitere Entwicklung der Klage und mögliche Vergleiche oder Urteile dürften entscheidend dafür sein, welche finanziellen Konsequenzen das Unternehmen und betroffene Investoren am Ende tragen müssen.
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