Bloom Energy Aktie: KI-Fantasie befeuert

Bloom Energy profitiert von einem Rekordauftrag für Festoxid-Brennstoffzellen, die als Lösung für den Energiebedarf von Rechenzentren gelten. Die Aktie wird zunehmend als KI-Infrastrukturwert gehandelt.

Kurz zusammengefasst:
  • Rekordauftrag von American Electric Power über bis zu 1 Gigawatt
  • Festoxid-Brennstoffzellen als Lösung für Rechenzentren
  • Bewertung im Kontext der KI-Infrastruktur gestiegen
  • Nächster Meilenstein sind die Quartalszahlen Anfang Februar

Bloom Energy startet mit einer kräftigen Rally ins neue Jahr. Der Titel hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 70 % verteuert und notierte gestern bei rund 151,75 US‑Dollar. Auslöser ist vor allem ein Großauftrag von American Electric Power (AEP) und die wachsende Überzeugung am Markt, dass Festoxid-Brennstoffzellen zum Engpasslöser für stromhungrige Rechenzentren werden könnten.

AEP-Deal als Wendepunkt

Der wichtigste Treiber der aktuellen Kursbewegung ist ein kommerzielles Lieferabkommen mit American Electric Power, das Anfang Januar bekanntgegeben wurde. Das Volumen: bis zu 1 Gigawatt (davon 900 Megawatt bereits bestätigt) an Festoxid-Brennstoffzellen von Bloom Energy – der bisher größte Auftrag in der Branche.

Bloom Energy

US0937121079
-
Heute: -
7 Tage: -

Im Unterschied zu früheren Pilotprojekten handelt es sich hier um einen groß angelegten kommerziellen Einsatz. Die Anlagen sollen die Stromversorgung großer Rechenzentrumsbetreiber sicherstellen, die kurzfristig verlässliche Leistung benötigen, die das bestehende Stromnetz in der geforderten Zeit nicht bereitstellen kann. Die Größenordnung – grob vergleichbar mit der Leistung eines konventionellen Atomkraftwerks – hat die Einschätzung des Umsatzpotenzials deutlich verschoben.

Zusätzlichen Rückenwind erhält das Unternehmen durch Berichte, die die sogenannte „Time-to-Power“-These untermauern. In wichtigen Standorten wie Nord-Virginia und Texas liegen Netzanschluss-Wartezeiten inzwischen bei drei bis fünf Jahren. Dass Bloom dezentrale, vom Netz entkoppelte („islanded“) Lösungen innerhalb weniger Monate installieren kann, wird damit zu einem klaren Wettbewerbsvorteil.

Pipeline wächst über AEP hinaus

Parallel dazu stützt eine Reihe weiterer Großprojekte das Vertrauen in die Wachstumsperspektiven. RBC Capital Markets hat bereits zuvor auf die Dimension der Projekt-Pipeline hingewiesen und dabei unter anderem einen Genehmigungsantrag von BFC Power LLC für ein 900‑MW‑Projekt im Laramie County (Wyoming) hervorgehoben.

Dieses Vorhaben ist mit einem Rechenzentrums-Campus von 1,8 Gigawatt verknüpft und gilt als wichtiger Beleg für die „Behind-the-Meter“-Strategie. Der Ansatz: Hyperscaler, also große Cloud-Anbieter, sichern sich die Stromversorgung direkt vor Ort und umgehen klassische Versorgerstrukturen. Die Parallelen zwischen dem AEP-Vertrag und dem Projekt in Wyoming deuten darauf hin, dass die Auftragspipeline sich zügig füllt und die ambitionierten Wachstumsziele des Unternehmens unterlegt werden.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bloom Energy?

Ein weiterer Baustein ist die Ende 2025 geschlossene Partnerschaft mit Brookfield Asset Management im Volumen von 5 Milliarden US‑Dollar. Diese Vereinbarung stellt eine Finanzierungsplattform für großvolumige Installationen bereit und nimmt potenziellen Rechenzentrumskunden einen Großteil der Investitionshürde ab.

Bewertung rückt in KI-Kontext

Per Handelsschluss gestern lag die Aktie bei 151,75 US‑Dollar und damit deutlich über den Tiefstständen aus 2025. Bloom Energy hat sowohl den breiteren Cleantech-Sektor als auch den S&P 500 klar hinter sich gelassen.

Am Markt zeichnet sich ein Bewertungswechsel ab: Statt wie ein klassischer Industriewert wird Bloom zunehmend mit einem Aufschlag gehandelt, der eher an schnell wachsende KI-Infrastruktur-Anbieter erinnert. Hintergrund ist die Einschätzung, dass künftig weniger Chips, sondern vielmehr verfügbare Energie der begrenzende Faktor für die Skalierung von KI-Anwendungen sein dürfte. In diesem Szenario nimmt Bloom eine strategisch wichtige Rolle ein.

Ganz ohne Vorbehalte ist die Story allerdings nicht. Der Relative-Stärke-Index der Aktie signalisiert eine überkaufte Situation, und die aktuelle Marktkapitalisierung spiegelt sehr hohe Erwartungen an eine reibungslose Umsetzung wider. Jefferies hatte sich in der Vergangenheit zurückhaltender positioniert und auf die Notwendigkeit einer stetigen Margenverbesserung verwiesen, auch wenn die Dimension des AEP-Deals skeptische Argumente deutlich erschwert.

Ausblick: Quartalszahlen als nächster Test

Im Fokus steht nun der anstehende Q4‑2025-Bericht, dessen Veröffentlichung für Anfang Februar (voraussichtlich 5. Februar 2026) erwartet wird. Besonders genau dürften Investoren auf drei Punkte schauen:

  • Liefertermine: Konkrete Zeitpläne für die Auslieferung an AEP und Projekte im Rahmen der Brookfield-Partnerschaft.
  • Margen-Entwicklung: Hinweise, ob die großen „Giga-Orders“ Skaleneffekte freisetzen und die Bruttomarge in Richtung des langfristigen Ziels von 30 % treiben.
  • Auftragsbestand: Aktualisierte Zahlen zu weiteren Großaufträgen, auf die unter anderem die Unterlagen aus Wyoming schließen lassen.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie im sogenannten „Blue-Sky“-Bereich ohne historische Widerstände. Gelingt es, das Niveau oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 150 US‑Dollar zu halten, wäre das ein Argument für anhaltendes institutionelles Interesse; ein Rutsch darunter könnte dagegen eine Konsolidierung in Richtung der Ausbruchszone um 130 US‑Dollar einleiten.

Bloom Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bloom Energy-Analyse vom 21. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Bloom Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bloom Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bloom Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Weitere Artikel zu Bloom Energy

Neueste News

Alle News

Bloom Energy Jahresrendite

Rechtliche Hinweise zu den Hebelprodukten