Kurz vor dem Start der CES in Las Vegas erhält Intel Rückenwind von Analystenseite und von hohen Erwartungen an die neue Prozessorgeneration „Panther Lake“. Ein deutlich angehobenes Kursziel und die Hoffnung auf ein Comeback in der Fertigungstechnologie rücken die Aktie wieder stärker in den Fokus. Entscheidend ist dabei, ob Intel seine ambitionierte Technologieroadmap tatsächlich umsetzen kann.
Deutliches Upgrade durch Melius Research
Melius Research hat die Einstufung für Intel heute von „Hold“ auf „Buy“ angehoben und das Kursziel von 44 auf 50 US‑Dollar erhöht. Ausgehend von den jüngsten Kursniveaus ergibt sich daraus ein Aufwärtspotenzial von rund 27 %.
Die positive Einschätzung stützt sich auf mehrere konkrete Punkte der Intel-Roadmap:
- 14A-Chipknoten: Für 2027 erwartet Melius den Rollout des 14A-Nodes, der als zentraler Werttreiber gesehen wird.
- Foundry-Potenzial: Ab 2028/2029 traut der Analyst Intel zu, große Kunden wie Nvidia und Apple für seine Auftragsfertigung zu gewinnen.
- Führung und Netzwerk: Im Bericht werden die guten politischen und industrieinternen Verbindungen von CEO Lip-Bu Tan hervorgehoben, unter anderem zu Vertretern der Trump-Regierung und zu Nvidia-Chef Jensen Huang.
- Verpackungstechnologie: Die Nachfrage nach Intels EMIB-Packaging (Embedded Multi-die Interconnect Bridge) habe spürbar angezogen.
Damit verknüpft Melius das Potenzial der Foundry-Sparte mit der anstehenden Produktoffensive und skizziert ein deutlich konstruktiveres Szenario für die kommenden Jahre.
CES 2026: „Panther Lake“ im Mittelpunkt
Parallel zum Analysten-Upgrade richtet sich der Blick der Tech-Branche auf Intels Auftritt bei der CES 2026. Dort stellt das Unternehmen die Core Ultra Series 3 mit dem Codenamen Panther Lake vor.
Diese Generation gilt als wichtiger Test für Intels Fertigungsambitionen. Die Chips basieren auf dem neuen 18A-Prozess, mit dem Intel technologisch wieder zu Wettbewerbern wie TSMC aufschließen oder sie überholen will.
Wichtige technische Eckpunkte, die auch die Stimmung am Markt prägen:
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- Leistung: Die neue Architektur soll die CPU- und GPU-Performance um rund 50 % gegenüber den Vorgängern steigern.
- KI-Fokus: Die integrierte Neural Processing Unit (NPU) zielt auf bis zu das Dreifache der bisherigen KI-Leistung ab – ein zentrales Kriterium, da KI-Workloads im PC- und Client-Geschäft immer wichtiger werden.
- Effizienz: Deutlich höhere Effizienzwerte sollen insbesondere den Vorteil von ARM-basierten Konkurrenzlösungen bei der Kennzahl „Performance pro Watt“ adressieren.
Ob der Markt Intel diese technischen Versprechen abnimmt, hängt maßgeblich von der späteren Serienreife und den tatsächlichen Leistungsdaten ab – genau dieses Spannungsfeld spiegelt sich aktuell im gesteigerten Interesse an der Aktie.
Institutionelle Bewegungen und Finanzrahmen
Die jüngsten verfügbaren Daten zu Q3 2025 zeigen ein gemischtes Bild bei institutionellen Investoren:
- Sandy Cove Advisors LLC ist neu eingestiegen und hat 12.724 Aktien im Gegenwert von rund 427.000 US‑Dollar erworben.
- TriaGen Wealth Management LLC hat seine Position dagegen deutlich reduziert und über 88.000 Anteile verkauft, was einem Rückgang des Bestands um 92,8 % entspricht.
Auf der Ergebnisseite meldete Intel im dritten Quartal 2025 Erlöse von 13,7 Mrd. US‑Dollar, ein Plus von 2,78 % im Jahresvergleich. Das Wachstum bleibt damit moderat, signalisiert aber eine gewisse Stabilisierung, auf der die nun deutlich ambitionierteren Ziele – wie das neue Kursziel von 50 US‑Dollar – aufbauen.
Vorbörsliche Reaktion und Umfeld
Im vorbörslichen Handel heute legte die Intel-Aktie im Zuge des Melius-Upgrades und der bevorstehenden CES-Keynote um rund 1,83 % zu.
Das geschieht in einem Umfeld, in dem auch die Konkurrenz die Preise anzieht: Nvidia und AMD planen laut Berichten für Anfang 2026 höhere GPU-Preise, unter anderem wegen gestiegener Speicherkosten. Gleichzeitig bleibt der politische Rahmen angespannt. Die US-Regierung unter Präsident Trump setzt ihre protektionistische Linie im Halbleitersektor fort und blockierte erst gestern den geplanten HieFo/Emcore-Deal mit Verweis auf nationale Sicherheitsinteressen.
Für Intel rückt damit noch stärker die Umsetzung des 18A-Prozesses in den Mittelpunkt. Die am Markt erwarteten Ausbeuteraten („Yields“) dieses Fertigungsknotens gelten derzeit als der wichtigste Faktor für die mittelfristige Kursentwicklung – ob als Basis für das Foundry-Geschäft mit externen Kunden oder als Fundament für eigene Produkte wie „Panther Lake“.
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