Der abrupte Rauswurf von Vorstandschef Dr. Frank Hiller offenbart einen Machtkampf in der BayWa-Führung. Wenige Monate nach Amtsantritt wurde der CEO mit sofortiger Wirkung abberufen – offiziell wegen strategischer Differenzen. Tatsächlich standen sich zwei Lager unversöhnlich gegenüber: Hiller mit seiner Vision einer strategischen Neuausrichtung und Sanierungsvorstand Michael Baur, der kompromisslos auf Entschuldung setzt. Die Entscheidung ist gefallen – zugunsten der harten Linie.
Sanierungsvorstand setzt sich durch
Der Kern des Konflikts: Während Baur den vom Aufsichtsrat und den Gläubigern gestützten Sanierungskurs vorantreibt, wollte Hiller eine andere strategische Richtung einschlagen. Dieser Richtungsstreit ist nun entschieden. Die Position des Vorstandsvorsitzenden wird ersatzlos gestrichen, die Aufgaben auf das bestehende dreiköpfige Vorstandsteam verteilt. Baur übernimmt zusätzlich die Bereiche Strategie und Recht – de facto führt der Sanierer nun den Konzern.
Die wichtigsten Fakten:
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- Abberufung statt Einvernehmen: Hiller wurde mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand entfernt, sein Dienstverhältnis endet erst Ende Juli 2026
- CEO-Position gestrichen: Keine Nachbesetzung geplant, die Macht liegt beim verbleibenden Vorstandstrio
- Genossenschaftliche Eigentümer drängten: Die Großaktionäre vermissten eine überzeugende Zukunftsstrategie für die Zeit nach 2028
- Zwei Monate Vorbereitung: Die Trennung wurde bereits seit November geplant
Aktionäre verloren die Geduld
Besonders brisant: Der Vorstandswechsel wurde maßgeblich durch die genossenschaftlichen Großaktionäre vorangetrieben. Hiller wird vorgeworfen, mehrere Gelegenheiten verpasst zu haben, eine überzeugende Vision für die Zeit nach dem bis 2028 angesetzten Konzernumbau zu präsentieren. Die Ungeduld der Eigentümer führte letztlich zur Abberufung des erst im Frühjahr 2025 angetretenen Managers.
Der Fokus liegt nun unmissverständlich auf der Restrukturierung unter Führung von Michael Baur. Der starke Kursanstieg der BayWa Aktie seit Jahresbeginn erfolgte allerdings größtenteils vor der Ad-hoc-Meldung vom 6. Januar. Die unmittelbare Marktreaktion auf den Führungswechsel fiel verhaltener aus. Der Titel durchläuft derzeit eine Phase der Neubewertung, während die Investoren die Konsequenzen des Machtwechsels an der Konzernspitze einordnen.
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