SAP Aktie: KI-Lücke belastet
Eine Umfrage zeigt, dass SAP-Kunden bei KI-Projekten überwiegend auf Konkurrenzlösungen setzen. Barclays senkt das Kursziel, während SAP die Abrechnungsmodelle umstellt.

Kurz zusammengefasst
- DSAG-Umfrage offenbart geringe Nutzung von SAP-KI
- Barclays reduziert Kursziel auf 220 Euro
- SAP stellt KI-Abrechnung auf Verbrauchsmodell um
- Quartalszahlen am 23. April als nächster Prüfstein
Ein ernüchternder Befund aus dem eigenen Kundenkreis trifft auf wachsende Skepsis der Analysten. Während die britische Investmentbank Barclays ihr Kursziel für den Softwarekonzern stutzt, offenbart eine aktuelle Umfrage massive Defizite bei der hauseigenen Künstlichen Intelligenz. Nur ein Bruchteil der Anwender setzt bei der Implementierung auf SAP-Lösungen.
Konkurrenz dominiert bei KI-Anwendungen
Eine Erhebung der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) quantifiziert das Problem: Von den Unternehmen, die bereits KI-Anwendungsfälle in der Produktion haben, nutzen 77 Prozent externe Lösungen. Lediglich drei Prozent vertrauen auf SAP. Auch in der Testphase dominieren Drittanbieter mit 65 Prozent gegenüber acht Prozent für die Walldorfer.
Verantwortlich für diese Zurückhaltung sind laut DSAG vor allem komplexe Lizenzmodelle und veraltete On-Premise-Systemlandschaften, die Innovationen bremsen. Ab Juli 2026 reagiert der Konzern mit einem strukturellen Umbau und stellt die KI-Dienste von Abonnements auf eine verbrauchsabhängige Abrechnung um. Dieser Wechsel tauscht planbare Erlöse gegen nutzungsbasierte Einnahmen. Ein erster Lichtblick zeichnet sich bei den Investitionsabsichten ab: Für KI-Funktionen innerhalb der SAP Business Technology Platform planen mittlerweile 16 Prozent der Befragten konkrete Budgets ein, nach nur zwei Prozent im Vorjahr.
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Barclays stutzt Kursziel
Die strategische Unsicherheit im KI-Segment spiegelt sich in aktuellen Analystenbewertungen wider. Die britische Investmentbank Barclays senkte ihr Kursziel von 240 auf 220 Euro, behielt die Einstufung aber auf „Overweight“. Analyst Sven Merkt begründet den Schritt mit der Sorge vor zunehmendem Wettbewerb durch KI-Anwendungen, der die gesamte Software-Branche belaste. Selbst robuste Quartalszahlen dürften die Bedenken hinsichtlich eines steigenden Margendrucks kurzfristig kaum zerstreuen.
Als stützender Faktor agiert derweil das laufende Aktienrückkaufprogramm. Allein Ende März erwarb der Konzern knapp vier Millionen eigene Papiere über Xetra. Die Käufe sind Teil einer ersten Tranche im Volumen von bis zu 2,6 Milliarden Euro.
Stiller Countdown zu den Quartalszahlen
Aktuell befindet sich das Unternehmen in der sogenannten Quiet Period, in der sich das Management nicht zur operativen Entwicklung äußert. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf den 23. April, wenn die Zahlen für das erste Quartal anstehen. Der Analystenkonsens erwartet für das Auftaktquartal einen Gewinn von 1,64 Euro je Aktie. Der Bericht dient als erster konkreter Test für das laufende Jahr, ob das Cloud-Wachstum stabil bleibt und die neu formierte KI-Strategie bereits messbar zu Vertragsabschlüssen führt.
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