Microsoft startet mit einem klaren Vertrauensbeweis von der Wall Street in die neue Woche. Goldman Sachs hat die Aktie neu mit „Buy“ eingestuft und ein Kursziel von 655 US‑Dollar ausgegeben – rund 37 Prozent über dem aktuellen Niveau von etwa 479 US‑Dollar. Die Bank setzt dabei vor allem auf die starke Stellung des Konzerns im laufenden KI-Investitionszyklus.
Gleichzeitig wächst der Druck im neuen Geschäftsfeld „Agentic Commerce“: Google attackiert Microsoft nur wenige Tage nach dem Start von „Copilot Checkout“ mit einem eigenen offenen Standard für KI-gestütztes Einkaufen. Kurzfristig prallen damit hohe Erwartungen an das KI-Geschäft und neue Wettbewerbsrisiken direkt aufeinander.
Goldman Sachs setzt auf KI-Infrastruktur
Goldman Sachs begründet das hohe Kursziel mit Microsofts dominanter Infrastruktur im sich entwickelnden KI-Produktzyklus. Trotz eines ambitionierten Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 34,1 sehen die Analysten die Bewertungsprämie als gerechtfertigt – getragen vom strategischen „Entdeckungsvorteil“ in der künstlichen Intelligenz.
Institutionelle Investoren folgen diesem langfristigen Szenario teilweise bereits. So hat IMS Investment Management seine Beteiligung im dritten Quartal um 6,3 Prozent erhöht. Damit stützt Zufluss von Profianlegern das positive Analystenbild.
Kernpunkte der Goldman-Sachs-Einschätzung:
– Starkes KI-Ökosystem rund um Azure und Copilot
– Hohe Zahlungsbereitschaft des Marktes trotz KGV von 34,1
– Langfristig zweistelliges Wachstumspotenzial im KI-Segment
Google greift im KI-Commerce an
Die positive Analystenstimmung trifft auf einen verschärften Wettbewerb im KI-basierten Onlinehandel. Am 8. Januar hat Microsoft „Copilot Checkout“ eingeführt. Nutzer sollen damit direkt innerhalb des KI-Chats einkaufen können, abgewickelt über Partner wie PayPal und Stripe.
Nur wenige Tage später folgte Googles Antwort: Am 11. Januar stellte der Konzern auf der NRF Retail Conference in New York den „Universal Commerce Protocol“ (UCP) vor. Dieser offene Standard wird gemeinsam mit großen Handelspartnern wie Walmart, Target und Shopify entwickelt und richtet sich gegen Microsofts eher geschlossenes Ökosystem.
Die wichtigsten Fronten im neuen Wettbewerb:
– Microsoft: Proprietäres „Copilot Checkout“ mit direkter Kaufabwicklung im Chat, Zahlungsabwicklung über PayPal und Stripe.
– Google: Offener UCP-Standard für „native Checkouts“ in Search AI Mode und Gemini, unterstützt von mehr als 20 Partnern, darunter Adyen und Visa.
– Marktmechanik: Beide Konzerne zielen auf die „Transaktionsschicht“ von KI-Assistenten – also dort, wo aus Anfragen direkte Umsätze werden.
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Diese Entwicklung könnte die kurzfristige Stimmung begrenzen, da zunächst offener ist, wem es gelingt, sich als Standard im KI-basierten Handel zu etablieren.
Insiderverkäufe und fehlende Käufe
Auf der Insiderseite zeigt sich ein anderes Bild als bei Analysten und Institutionellen. In den letzten Monaten gab es keine größeren Käufe aus dem Top-Management. Die letzte bedeutende Transaktion von CEO Satya Nadella datiert aus September 2025, als er 149.205 Aktien für rund 75,3 Millionen US‑Dollar veräußerte.
Seit diesem Verkauf sind keine größeren Insiderkäufe bekannt geworden, die ein stärkeres Vertrauenssignal auf dem aktuellen Bewertungsniveau senden würden. Zusammen mit dem damaligen Verkaufsvolumen deutet dies eher auf eine Haltung des Abwartens hin als auf zusätzliche Risikobereitschaft der Führungsebene.
Spekulationen um mögliche Stellenkürzungen
Für zusätzliche Unsicherheit sorgen Gerüchte über mögliche Einschnitte beim Personal. Am Wochenende kursierten Marktberichte über potenzielle Stellenstreichungen zwischen 11.000 und 22.000 Jobs. Das Management hat diese Zahlen am 11. Januar allerdings als unbegründet zurückgewiesen.
Allein die Hartnäckigkeit solcher Spekulationen zeigt jedoch, worauf sich der Markt aktuell fokussiert: Die Effizienz der milliardenschweren KI-Investitionen. Anleger fordern zunehmend, dass die hohen Ausgaben für Infrastruktur und Modelle klar in bessere Margen übersetzt werden – ein Thema, das auf der kommenden Quartalsbilanz im Mittelpunkt stehen dürfte.
Wichtige Kennzahlen im Überblick
Aktuell rücken für die Aktie vor allem folgende Daten in den Vordergrund:
- Aktueller Kurs: ca. 479,05 US‑Dollar (Tagesbandbreite: 472,20 – 479,82 US‑Dollar)
- Kursziel Goldman Sachs: 655 US‑Dollar
- Marktkapitalisierung: 3,56 Billionen US‑Dollar
- Bewertung: KGV 34,1
- Nächster Impuls: Q2-Zahlen am 28. Januar 2026
Ausblick auf die kommenden Wochen
Die Aktie bewegt sich derzeit zwischen starkem Rückenwind durch die KI-Fantasie und frischem Gegenwind durch Googles UCP-Initiative. Die Aufnahme durch Goldman Sachs mit klarem Aufwärtspotenzial stützt zwar die langfristige Story, nimmt kurzfristig aber nicht den Wettbewerbsdruck aus dem neuen KI-Commerce-Segment.
Für die Kursentwicklung in Richtung und über die Marke von 500 US‑Dollar dürfte der nächste entscheidende Test der Q2-Bericht am 28. Januar sein. Dann wird sich zeigen, ob Microsoft bereits erste belastbare Nutzungs- und Umsatzsignale rund um „Copilot Checkout“ liefern kann – und damit die hohen Vorschusslorbeeren im direkten Vergleich mit Googles offener Lösung rechtfertigt.
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