Nach einem schwachen Börsenjahr 2025 sorgen die vorläufigen Geschäftszahlen bei TeamViewer für spürbare Entspannung. Der Softwareanbieter erfüllt seine Umsatzprognose, hält die Profitabilität stabil und meldet eine operative Trendwende bei der zugekauften Tochter 1E. Die Aktie reagiert mit deutlichen Gewinnen – reicht das für eine nachhaltige Neubewertung?
Die Fakten im Überblick
TeamViewer legte vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vor und bestätigte damit seine Ziele:
- Pro-forma-Umsatz 2025: ca. 767 Mio. Euro (+5 % währungsbereinigt)
- IFRS-Umsatz 2025: ca. 747 Mio. Euro
- ARR 2025: ca. 760 Mio. Euro (+2 % währungsbereinigt)
- Bereinigte EBITDA-Marge: rund 44 % (stabil zum Vorjahr)
Das Wachstum fällt damit solide, aber nicht spektakulär aus. Währungsbelastungen – vor allem durch den EUR/USD-Kurs – dämpften die ausgewiesenen Erlöse, während auf Pro-forma-Basis ein leicht höheres Plus sichtbar wird. Positiv sticht hervor, dass die hohe Profitabilität mit einer EBITDA-Marge von rund 44 % gehalten werden konnte.
Die jährlich wiederkehrenden Erlöse (ARR) legen nur moderat zu, bleiben aber die zentrale Kennzahl für die Stabilität des Abo-Modells. Ein Plus von 2 % währungsbereinigt signalisiert zumindest eine Stabilisierung nach der im Herbst reduzierten Wachstumsprognose.
Enterprise-Segment als Wachstumstreiber
Das vierte Quartal zeigte eine klare Belebung. Die zusätzlichen ARR-Zuwächse lagen bei etwa 11 Mio. Euro und damit deutlich über dem Durchschnitt von rund 7 Mio. Euro in den ersten drei Quartalen. Treiber war vor allem das Enterprise-Segment.
Hier meldet TeamViewer ein „sehr starkes“ Quartal. Zwei strategisch relevante Verträge mit einem kombinierten Gesamtvertragswert von rund 10 Mio. Euro (davon etwa 3 Mio. Euro ARR) unterstreichen die Dynamik im Großkundengeschäft. Diese Deals zeigen, dass größere Kunden weiterhin bereit sind, auf die Plattform zu setzen.
Das SMB-Segment entwickelte sich im Rahmen der internen Erwartungen und lieferte damit keine Überraschungen – weder positiv noch negativ. Damit wird einmal mehr klar: Der Wachstumsschub muss vor allem aus dem Enterprise-Bereich kommen.
1E: Turnaround im Schlussquartal
Besondere Aufmerksamkeit gilt der 2024 übernommenen Tochter 1E. Nach dem Zukauf hatte das Geschäft zunächst enttäuscht. Gründe waren Zurückhaltung bei Ausgaben der US-Regierung sowie höhere Kundenabwanderung als angenommen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TeamViewer?
Im vierten Quartal gelang nun der Turnaround: 1E verzeichnete erstmals sequenzielles ARR-Wachstum. Das ist vor allem deshalb relevant, weil der Großteil des Geschäfts in den USA generiert wird und die Einheit das bestehende Remote-Wartungs- und Connected-Devices-Angebot von TeamViewer strategisch ergänzen soll.
Die Trendwende bei 1E nimmt damit etwas Druck von der Akquisition, die zuvor als Risikofaktor wahrgenommen wurde. Aus Sicht vieler Anleger war die Frage entscheidend, ob sich der Zukauf operativ stabilisieren lässt – das Q4 liefert hier erstmals eine konstruktive Antwort.
Deutliche Kursreaktion nach schwierigem Jahr
An der Börse kamen die vorläufigen Zahlen gut an. Die Aktie stieg im Tagesverlauf um bis zu 6,3 % auf 6,10 Euro und führte damit zeitweise den MDAX an. Zuletzt notierte der Kurs bei rund 6,07 Euro.
Die Kursreaktion steht im Kontext eines sehr schwachen Vorjahresverlaufs. Nach der Senkung der Wachstumsziele im Oktober 2025 markierte der Titel im November ein Rekordtief von 5,38 Euro. Auf Jahressicht verlor die Aktie rund 37 % und zählte damit zu den schwächsten Werten im MDAX.
Langfristig bleibt die Bilanz ernüchternd: Seit dem Börsengang im Herbst 2019 zu 26,25 Euro und dem Corona-Hoch von fast 55 Euro Mitte 2020 hat der Titel erheblich an Wert eingebüßt. Die teure Sponsoring-Partnerschaft mit Manchester United belastete das Sentiment zusätzlich über Jahre. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Erholung eher als erste Reaktion auf stabilisierte Kennzahlen denn als vollwertige Trendwende im Chart zu werten.
Ausblick auf 2026 und Analystensicht
Die vollständigen, ungeprüften Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 will TeamViewer am 10. Februar 2026 vorlegen. An der Prognose für eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 44 % hält das Management fest, was für Kontinuität beim Ertrag stehen dürfte.
Auf Analystenseite überwiegen in diesem Umfeld konstruktive Stimmen. Barclays und RBC stufen die Aktie weiterhin mit einer Kaufempfehlung ein. RBC-Analyst Wassachon Udomsilpa nennt ein Kursziel von 16 Euro und verweist vor allem auf die aus seiner Sicht günstige Produktpositionierung, die Robustheit des Abo-Modells und die Cashflow-Aussichten.
Damit verknüpfen sich die kurzfristige Erleichterung nach den vorläufigen Zahlen mit der Erwartung, dass TeamViewer 2026 eine Kombination aus stabiler Profitabilität, verbesserten Cashflows und einem wachstumsstärkeren Enterprise- und 1E-Geschäft liefern kann.
TeamViewer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TeamViewer-Analyse vom 12. Januar liefert die Antwort:
Die neusten TeamViewer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TeamViewer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TeamViewer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
