Die deutsche Berichtssaison hat den Maschinenbausektor ordentlich durcheinandergewirbelt. Beide Unternehmen legten ihre Zahlen für 2025 auf den Tisch – mit höchst unterschiedlichen Reaktionen am Kapitalmarkt. Während Krones auf hohem Niveau eine Verschnaufpause einlegt, reitet Dürr auf einer Welle der Erleichterung. Wer hat im Kopf-an-Kopf-Rennen die besseren Karten?
Wie reagieren beide Aktien auf die jüngsten Zahlen?
Die letzten Handelstage glichen einer emotionalen Achterbahnfahrt. Dürr glänzte Mitte Februar mit einem massiven Befreiungsschlag: Nach Veröffentlichung der vorläufigen Geschäftszahlen schoss die Aktie an einem einzigen Tag um über 5 Prozent nach oben. Das Papier markierte mit Niveaus über 25 Euro zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Juli 2025. Aktuell konsolidiert der Kurs bei rund 24,38 Euro.
Krones verhält sich im Kontrast dazu eher wie ein Marathonläufer, der auf der Zielgeraden kurz Luft holt. Das Unternehmen präsentierte absolute Rekordzahlen auf der Ertragsseite. Dennoch reagierte der Markt mit leichten Gewinnmitnahmen. Aktuell notiert die Aktie bei knapp 132,90 Euro und ringt mit der 200-Tage-Linie. Der Grund? Nicht die historische Leistung enttäuschte, sondern ein verhaltenerer Ausblick für 2026.
Fundamentale Stärken im direkten Vergleich
Wer die Bilanzen nebeneinanderlegt, erkennt schnell: Hier tritt absolute Stabilität gegen massives Turnaround-Potenzial an.
Krones lieferte für 2025 ein operatives Meisterstück. Der Umsatz kletterte auf rund 5,66 Milliarden Euro. Der wahre Star war jedoch das EBITDA: Es sprang um beeindruckende 12,2 Prozent auf den Rekordwert von 602,3 Millionen Euro. Mit einer Marge von 10,6 Prozent erreichte das Unternehmen exakt das obere Ende der eigenen Prognose. Inflationsbedingte Kostensteigerungen wurden erfolgreich an Kunden weitergegeben.
Dürr musste deutlich mehr Gegenwind aushalten, insbesondere durch die Schwäche der Holzbearbeitungs-Tochter HOMAG. Dennoch fiel das Jahresergebnis besser aus als befürchtet. Besonders der überdurchschnittlich hohe Nachsteuergewinn sorgte für leuchtende Augen. Ein extrem starker freier Cashflow untermauert zudem die finanzielle Handlungsfähigkeit.
| Kennzahl | Krones AG | Dürr AG |
|---|---|---|
| Aktueller Kurs | ~132,90 EUR | ~24,38 EUR |
| Marktkapitalisierung | ~4,18 Mrd. EUR | ~1,7 Mrd. EUR |
| Umsatz 2025 | 5,66 Mrd. EUR | ~4,3 Mrd. EUR |
| Operative Highlights | Rekord-EBITDA 602 Mio. EUR | Starker Nettogewinn & Cashflow |
| 1-Jahres-Performance | -0,9 % | -2,1 % |
Wer dominiert seinen Markt?
Hier spielt Krones seinen defensiven Trumpf aus. Getränke und flüssige Lebensmittel werden unabhängig von Konjunkturzyklen konsumiert. Egal ob Boom oder Rezession – die Abfüllanlagen sind weltweit im Dauereinsatz. Das Unternehmen profitiert zudem vom Megatrend Nachhaltigkeit, da Kunden massiv in ressourcenschonende Verpackungslösungen investieren.
Dürr navigiert in deutlich zyklischeren Gewässern. Als Weltmarktführer für Fahrzeug-Lackieranlagen hängt der Konzern stark am Tropf der Automobilindustrie. Doch genau hier liegt die Fantasie: Der Übergang zur Elektromobilität erfordert völlig neue Produktionslinien. Dürrs moderne Anlagen senken den CO2-Fußabdruck der Autobauer drastisch. Wer auf Dürr setzt, wettet auf einen Investitionsschub in der Industrie.
Was sagen die Analysten?
Für Krones bleibt die Stimmung trotz des vorsichtigen Ausblicks bullisch. Warburg Research bestätigte diese Woche die Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 174 Euro. Die DZ Bank hob den fairen Wert von 153 auf 160 Euro an.
Bei Dürr zeigt sich ein ähnlich ermutigendes Bild. Bernstein Research betonte die insgesamt sehr starken Eckdaten. MWB Research lobte das solide operative Geschäft und den beeindruckenden Mittelzufluss. Auch die Deutsche Bank äußerte sich positiv zum überraschend hohen Nachsteuergewinn.
Technische Lage: Gegensätzliche Signale
Die Dürr-Aktie hat ein massives Kaufsignal generiert. Mit dem Kurssprung durchbrach das Papier dynamisch die 21-Tage-Linie. Der Vorstoß auf das Siebenmonatshoch hat die Abwärtsdynamik gestoppt. Gelingt es, das Niveau über 24 Euro zu verteidigen, rücken die Sommerhochs 2025 in den Fokus.
Die Krones-Aktie befindet sich in einer Bewährungsprobe. Der Kurs ist unter die 200-Tage-Linie gerutscht. Die Unterstützungszone zwischen 130 und 132 Euro muss halten. Da die fundamentale Bewertung durch das Rekord-EBITDA untermauert ist, sehen viele Investoren im Rücksetzer eine Einstiegsgelegenheit.
Fazit: Zwei Gewinner mit unterschiedlichen Profilen
Krones liefert genau das, was institutionelle Anleger erwarten: verlässliches Wachstum, Margenverbesserung und operative Exzellenz. Dürr hat eindrucksvoll bewiesen, dass man das Unternehmen niemals abschreiben darf. Der überraschende Gewinnsprung hat den Bären den Wind aus den Segeln genommen.
Für sicherheitsorientierte Anleger bleibt Krones aufgrund seines defensiven Geschäftsmodells die erste Wahl. Wer jedoch bereit ist, Schwankungen auszuhalten und auf eine Erholung der Investitionsgüterindustrie setzen möchte, findet bei Dürr ein spannendes Chance-Risiko-Verhältnis. Der deutsche Maschinenbau lebt – und bietet facettenreiche Opportunitäten für jeden Anlegertyp.
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