Der Polymerkonzern Covestro bereitet den vollständigen Rückzug von der Börse vor. Nachdem der Abu Dhabi-Konzern XRG im Dezember 2025 die Übernahme abschloss und nun 95,1 Prozent der Anteile hält, soll noch in diesem Jahr ein Squeeze-out die verbliebenen Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen drängen. Für die letzten freien Aktionäre bleibt damit nur noch eine Frage offen: Wie hoch fällt die Barabfindung aus?
Segmentwechsel läuft bereits
Die Weichen sind gestellt. Der Vorstand hat den Wechsel vom Prime Standard in den General Standard beantragt – ein erster Schritt zur Reduzierung kapitalmarktrechtlicher Verpflichtungen. Die Widerrufsentscheidung der Frankfurter Wertpapierbörse wird drei Monate nach ihrer Veröffentlichung wirksam. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen den für die Hauptversammlung 2026 geplanten Squeeze-out-Beschluss.
Mit einem Übernahmepreis von 14,7 Milliarden Euro zählt der Deal zu den größten ausländischen Übernahmen eines EU-Unternehmens durch einen Golfstaat. XRG will die Eigentümerstruktur vereinfachen und sich von börsenrechtlichen Anforderungen befreien.
Schwache Zahlen belasten
Das Geschäftsjahr 2025 fiel ernüchternd aus. Der Konzernumsatz sank um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro, das EBITDA brach um knapp ein Drittel auf 740 Millionen Euro ein. Unter dem Strich steht ein Verlust von 644 Millionen Euro – deutlich mehr als im Vorjahr. Der Free Operating Cash Flow rutschte mit minus 283 Millionen Euro ins Negative.
Besonders hart traf es das Segment Performance Materials mit einem Umsatzrückgang von 12,1 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Eine Dividende gibt es aufgrund des negativen Konzernergebnisses nicht. Zuletzt hatte Covestro im Jahr 2022 ausgeschüttet – damals 3,40 Euro je Aktie für das Rekordjahr 2021.
Keine Trendwende in Sicht
Für 2026 erwartet der Konzern ein EBITDA auf Vorjahresniveau. Beim Free Operating Cash Flow und der Kapitalrendite rechnet das Management mit deutlichen Verbesserungen. Eine nachhaltige Erholung der globalen Nachfrage bleibt jedoch aus. Überkapazitäten, Preisdruck und protektionistische Handelspolitik belasten das Geschäft weiterhin.
Immerhin macht das Sparprogramm STRONG Fortschritte. Bis Ende 2025 wurden rund 275 Millionen Euro eingespart. Bis Ende 2028 sollen jährlich 400 Millionen Euro eingespart werden. Zudem stärkt die geplante Übernahme zweier Produktionsstandorte für HDI-Derivate von Vencorex das Netzwerk – der Abschluss ist für die erste Jahreshälfte 2026 vorgesehen.
Führungswechsel nach Übernahme
Die neue Eigentümerstruktur führt auch zu personellen Veränderungen. Vorstandschef Markus Steilemann kündigte an, nach Ablauf seiner bis Mai 2028 laufenden Amtszeit nicht weiterzumachen. Bereits zuvor hatte Finanzvorstand Christian Baier seinen Abschied angekündigt. Der Aufsichtsrat muss nun einen Nachfolgeprozess einleiten.
Für die verbliebenen freien Aktionäre rückt die Hauptversammlung 2026 in den Fokus. Dort soll XRG den Squeeze-out beschließen lassen – inklusive der Festlegung der Barabfindung, die über Gewinn oder Verlust der letzten Börsianer entscheiden wird.
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