Microsoft stellt sein Geschäft so konsequent auf künstliche Intelligenz um wie kaum ein anderes Schwergewicht im Tech-Sektor. Zwischen milliardenschweren Investitionen und einem radikalen Sparkurs entsteht ein Spannungsfeld, das Anleger genau hinschauen lässt. Wie weit geht der Konzern, um seine selbst ausgerufene KI-Vormachtstellung zu finanzieren?
Geplante Massenentlassungen zur Kostenbremse
Im Zentrum der aktuellen Diskussion steht ein neuer, groß angelegter Stellenabbau. Laut jüngsten Berichten von The Economic Times und TipRanks plant Microsoft, zwischen 11.000 und 22.000 Stellen zu streichen. Das entspräche rund 5 bis 10 Prozent der weltweiten Belegschaft – eine Größenordnung, die deutlich macht, wie ernst es der Konzern mit seinem Sparkurs meint.
Betroffen sein sollen vor allem drei Bereiche:
- Azure-Cloud-Teams: Trotz ihrer Rolle als Wachstumsmotor sollen Abläufe verschlankt und Effizienzen erhöht werden.
- Gaming-Sparte: Hier setzt Microsoft die Konsolidierung nach den großen Übernahmen der vergangenen Jahre fort.
- Globaler Vertrieb: Die weltweite Vertriebsorganisation wird stärker auf eine „AI-first“-Ausrichtung zugeschnitten.
Zeitlich werden die Einschnitte in der dritten Januarwoche 2026 erwartet. Aus Investorensicht signalisiert das eine klare Priorität: Margen sichern und „Altlasten“ im Kostenblock abbauen, um Mittel für kapitalintensive KI-Infrastruktur freizuräumen.
80 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur
Dem rigiden Sparkurs beim Personal steht eine extrem offensive Investitionsplanung gegenüber. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 peilt Microsoft über 80 Milliarden US‑Dollar an Investitionsausgaben an – fast vollständig für Rechenzentren, Chips und KI-Tools.
Wie diese Strategie in der Praxis aussieht, zeigt sich derzeit auf der CES 2026 in Las Vegas. Dort spielt das Microsoft-Ökosystem eine zentrale Rolle. Ein Beispiel ist der AFEELA Prototype 2026, ein Gemeinschaftsprojekt von Sony und Honda. Das Fahrzeug nutzt den Microsoft Azure OpenAI Service für seinen konversationalen digitalen Assistenten. Solche Anwendungen unterstreichen, dass Microsoft seine KI-Plattform als technisches Rückgrat für die nächste Hardware-Generation positioniert – von Notebooks bis hin zu Autos.
Der Aktienkurs spiegelt diesen Spagat nur bedingt wider: Gestern schloss die Aktie bei 478,51 US‑Dollar und liegt damit weniger als 2 Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, zugleich aber deutlich über dem Jahrestief im Bereich von gut 320 Dollar. Der Markt preist die KI‑Story also weiterhin hoch ein.
Analysten gespalten: Top-KI-Wert oder zu teuer?
Die Folge dieser Strategie: Die Bewertung der Aktie wird zum Streitpunkt.
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Auf der optimistischen Seite steht Wedbush Securities. Die US‑Investmentbank hat Microsoft zu ihrem „Top-AI-Pick für 2026“ gekürt und ein Kursziel von 625 US‑Dollar ausgerufen. Entscheidend ist aus ihrer Sicht das Geschäftsjahr 2026, das als Wendepunkt gilt: Ab dann soll die Monetarisierung von KI-Angeboten deutlich stärker in den Ergebnissen sichtbar werden.
Auf der anderen Seite warnt eine heute veröffentlichte Analyse von Trefis vor einem zu hohen Niveau. In einer mehrstufigen Bewertung kommt Trefis zum Schluss, dass die Aktie auf dem aktuellen Kurs „relativ teuer“ sei. Das Risiko eines Rückgangs bis auf 337 US‑Dollar wird hervorgehoben. Begründet wird dies mit den Bewertungsmultiplikatoren: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 37 erscheint der Spielraum nach oben begrenzt, falls das Wachstum spürbar nachlassen sollte.
Der Markt steht damit zwischen einem klar positiven KI‑Narrativ und nüchternen Bewertungsbedenken – und genau diese Spannung sorgt für eine erhöhte Anfälligkeit für Schwankungen.
Wichtige Eckdaten im Überblick
Einige zentrale Fakten der aktuellen Lage:
- Mögliche Stellenstreichungen: 11.000 bis 22.000 Positionen, entsprechend etwa 5–10 % der Belegschaft
- Geplanter CapEx 2026: Über 80 Milliarden US‑Dollar, primär für KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur
- Letzter Schlusskurs: 478,51 US‑Dollar, knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch
- Nächster wichtiger Termin: Quartalszahlen Anfang Februar 2026
- Institutionelle Investoren: Beacon Investment Advisory Services hat seine Beteiligung zuletzt um 22,6 % erhöht
Der Anstieg des Engagements institutioneller Investoren wie Beacon deutet darauf hin, dass größere Adressen trotz der anstehenden Einschnitte und Bewertungsdebatten an das KI‑Profil des Konzerns glauben.
Ausblick: Entscheidungen in den kommenden Wochen
Microsoft vollzieht aktuell eine strategische Verschiebung von historischem Ausmaß: Das Unternehmen ist bereit, bis zu 22.000 Stellen zu streichen und gleichzeitig zweistellige Milliardensummen in KI-Infrastruktur zu lenken. Die Botschaft des Managements ist eindeutig – die Zukunft des Konzerns soll um KI herum gebaut werden, auch wenn das kurzfristig Unruhe in Belegschaft und Anlegerbasis bringt.
Für die kommenden Wochen sind zwei Wegmarken entscheidend: die offizielle Bestätigung und konkrete Ausgestaltung der angekündigten Entlassungen sowie die Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal Anfang Februar. Erst dann wird sich klarer abzeichnen, ob der harte Sparkurs und die massiven KI-Investitionen sich bereits messbar in Margen, Wachstum und Ausblick niederschlagen.
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