PayPal sucht die Flucht nach vorn und stärkt seine technologische Basis durch die Übernahme von Cymbio. Doch die strategische Expansion in den KI-gestützten Handel wird von operativen Problemen überschattet: Die wichtige Browser-Erweiterung Honey wurde aus mehreren großen Partnernetzwerken verbannt. Angesichts dieser gemischten Gemengelage fragen sich Anleger, ob der Zukauf die aktuellen Belastungen kompensieren kann.
Zukauf für die KI-Zukunft
Der Zahlungsdienstleister gab am Mittwoch bekannt, die Plattform Cymbio zu übernehmen. Das Unternehmen aus Tel Aviv hat sich auf sogenannte „Multi-Channel-Orchestrierung“ spezialisiert. Im Kern geht es darum, Händlern den Verkauf über KI-gestützte Kanäle wie Microsoft Copilot oder Perplexity zu erleichtern. PayPal setzt damit gezielt auf den wachsenden Markt des „Agentic Commerce“, bei dem KI-Assistenten Kaufentscheidungen für Nutzer vorbereiten oder durchführen.
Die Übernahme ist der nächste logische Schritt einer bereits bestehenden Partnerschaft. Cymbio soll in PayPals „Store Sync“-Dienst integriert werden, der Produktdaten von Händlern in diesen neuen KI-Umgebungen auffindbar macht. Zu den Kunden, die diese Technologie bereits nutzen, gehören prominente Namen wie Abercrombie & Fitch oder Steve Madden. Finanzielle Details oder der Kaufpreis wurden nicht kommuniziert, der Abschluss der Transaktion ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant.
Ärger bei der Tochter Honey
Während PayPal strategisch aufrüstet, kämpft das Unternehmen an einer anderen Front mit erheblichem Gegenwind. Die Browser-Erweiterung Honey, die Nutzern Rabattcodes sucht, steht unter Beschuss. Drei große Affiliate-Netzwerke – Rakuten Advertising, impact.com und Awin – haben die Zusammenarbeit mit Honey ausgesetzt oder beendet. Der Vorwurf wiegt schwer: Es geht um Richtlinienverstöße und Eingriffe in die Zuordnung von Werbeerfolgen (Attribution).
Rakuten Advertising entfernte Honey bereits Mitte Januar aus seinem Netzwerk, wodurch der Zugriff auf rund 2.000 Handelspartner wie Walmart oder Sephora gekappt wurde. Ein PayPal-Sprecher räumte die Existenz von „problematischem Code“ ein, betonte jedoch, dieser stamme aus der Zeit vor der PayPal-Übernahme und betreffe weniger als 0,1 Prozent des Traffics. Dennoch belastet der Konflikt das Affiliate-Geschäft spürbar.
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Chartbild und Analystenstimmen
Die operativen Sorgen spiegeln sich deutlich im Aktienkurs wider. Das Papier notiert aktuell bei 48,01 Euro und befindet sich damit in unmittelbarer Nähe zum 52-Wochen-Tief von 47,69 Euro. Besonders die kurzfristige Entwicklung ist alarmierend: Innerhalb der letzten sieben Tage verlor der Titel rund 15 Prozent an Wert.
Analysten sind sich uneins über die weitere Richtung. Während einige Experten aufgrund des niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von ca. 11,3 eine Unterbewertung sehen, mahnen andere wegen des schwachen Momentums zur Vorsicht. Das durchschnittliche Kursziel an der Wall Street liegt zwar über dem aktuellen Niveau, doch die jüngsten Ereignisse um Honey drücken auf die Stimmung.
Konkreter Ausblick
Für Anleger wird der 3. Februar 2026 zum entscheidenden Datum. Vor US-Markteröffnung legt PayPal die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Der Markt erwartet einen Gewinn je Aktie von 1,28 US-Dollar. Sollte das Unternehmen hier enttäuschen oder keine Lösung für die Honey-Problematik präsentieren, dürfte der Test des 52-Wochen-Tiefs unvermeidbar sein. Bis zum Abschluss der Cymbio-Übernahme im ersten Halbjahr bleibt der Fokus auf dem operativen Kerngeschäft.
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