Erste Group Aktie: Dividende sinkt

Die Erste Group meldet einen Rekordgewinn von 3,5 Mrd. Euro, kürzt die Dividende jedoch drastisch, um die Expansion nach Polen zu finanzieren. Für 2026 strebt die Bank einen bereinigten Nettogewinn von über 4 Mrd. Euro an.

Kurz zusammengefasst:
  • Rekordgewinn steigt auf 3,5 Milliarden Euro
  • Dividende sinkt von 3,00 auf 0,75 Euro je Aktie
  • Expansion durch Übernahme in Polen finanziert
  • Ziel für 2026: Nettogewinn über 4 Milliarden Euro

Rekordgewinn – und trotzdem gibt es für Aktionäre deutlich weniger Ausschüttung. Die Erste Group steckt nach dem starken Jahr 2025 mitten in einem strategischen Spagat: Wachstum durch den Einstieg in Polen, bezahlt mit einbehaltenen Gewinnen. Kann die Bank 2026 trotzdem wie angekündigt auf über 4 Milliarden Euro bereinigten Nettogewinn zulegen?

Rekordjahr 2025 liefert Rückenwind

Operativ hat die Erste Group 2025 spürbar zugelegt. Der Nettogewinn stieg auf 3,5 Milliarden Euro (nach 3,1 Milliarden Euro 2024). Treiber war vor allem das wachsende Kreditgeschäft: Das Kreditvolumen kletterte um 6,4% auf 232,0 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss erhöhte sich in der Folge auf 7,8 Milliarden Euro.

Erste Bank

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Auch das Provisionsgeschäft entwickelte sich robust. Der Provisionsüberschuss legte um 8,6% auf 3,2 Milliarden Euro zu. Unterm Strich verbesserte sich die Eigenkapitalrendite (RoTE) auf 16,6%.

Auffällig stark präsentiert sich zudem die Kapitalbasis. Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 19,3%, gestützt durch einbehaltene Gewinne von rund 4,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig nahmen die Einlagen um 4,7% auf 253,0 Milliarden Euro zu, getragen von der Entwicklung in Tschechien, Ungarn und Kroatien.

Dividendenkürzung wegen Polen-Deal

Der Preis für die Expansion ist für Aktionäre klar sichtbar. Für das Geschäftsjahr 2025 will der Vorstand der Hauptversammlung nur noch 0,75 Euro je Aktie vorschlagen – nach 3,00 Euro für 2024. Damit wird auch die Ausschüttungsquote deutlich reduziert: von 50 bis 55% auf 10%.

Der Hintergrund: Die Übernahme wurde vollständig aus Eigenmitteln finanziert, dafür wurden Gewinne im Unternehmen behalten. Die nächste Dividendenzahlung ist für den 24. April 2026 vorgesehen, der Ex-Dividende-Tag ist am 22. April 2026.

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2026: Mehr Gewinn trotz Zusatzkosten

Strategisch geht es um einen großen Schritt: Für insgesamt 7 Milliarden Euro erwarb die Erste Group einen beherrschenden 49%-Anteil an der Santander Bank Polska sowie 50% an Santander TFI. Die Erstkonsolidierung soll mit den Zahlen zum ersten Quartal 2026 erfolgen. Im zweiten Quartal 2026 ist zudem ein Rebranding zur „Erste Bank Polska“ geplant.

Für 2026 setzt sich das Management klare Ziele: organisches Kreditwachstum von über 5%, ein bereinigter Nettogewinn von über 4 Milliarden Euro und eine Ziel-RoTE von rund 19%. Auf Basis des um Sondereffekte bereinigten Nettogewinns 2025 erwartet die Bank zudem einen um mehr als 20% höheren Gewinn pro Aktie.

Gleichzeitig steigen die Kosten spürbar. Bankenabgaben und vergleichbare regulatorische Kosten sollen 2026 bei rund 450 Millionen Euro liegen, vor allem in Ungarn und Rumänien. Für die Integration der polnischen Beteiligung kalkuliert die Bank zusätzlich etwa 180 Millionen Euro. Hinzu kommen jährliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von rund 70 Millionen Euro nach Steuern.

Zumindest am Markt wirkt die Gemengelage zuletzt belastend: Nach einem Schlusskurs von 95,60 Euro am Dienstag liegt die Aktie in den vergangenen 30 Tagen mit 13,01% im Minus.

Im Frühjahr werden die Quartalszahlen erstmals zeigen, wie stark Polen ab dem ersten Quartal 2026 tatsächlich zum Ergebnis beiträgt – und ob der Weg zu „über 4 Milliarden Euro“ trotz 450 Millionen Euro regulatorischer Kosten und der Integrationsaufwendungen planmäßig aufgeht.

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