Die Übernahme von PSI Software durch Warburg Pincus ist weitgehend unter Dach und Fach, das Börsen-Aus rückt näher. Für verbleibende Aktionäre hat das weitreichende Folgen, vor allem mit Blick auf die künftige Handelbarkeit der Aktie. Zugleich stellen Warburg Pincus und E.ON die Weichen für die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens.
- Annahmequote: 83,24 % des Grundkapitals
- Angebotspreis: 45 Euro je Aktie
- Transaktionsvolumen: ca. 702 Mio. Euro
- Closing: Im ersten Quartal 2026 erwartet
- E.ON-Anteil: 17,77 % (unverändert)
Übernahme im Detail
Die verlängerte Annahmefrist des öffentlichen Übernahmeangebots endete am 2. Januar. Über die Zest Bidco GmbH sicherte sich Warburg Pincus insgesamt 81,72 % der PSI-Aktien. Diese Quote setzt sich zusammen aus angedienten Aktien, bereits zuvor gehaltenen Anteilen sowie einem Paket eines Ankeraktionärs, das über einen separaten Kaufvertrag erworben wurde.
Zusätzlich hält der Bieter Cash-settled Financial Instruments auf weitere 1,52 % des Aktienkapitals. Zusammengenommen kommt Warburg Pincus damit auf 83,24 % der Stimmrechte. Der Vollzug der Transaktion (Closing) wird im ersten Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der noch ausstehenden regulatorischen Genehmigungen.
Der Angebotspreis lag bei 45 Euro je Aktie. Auf diesem Niveau pendelt der Kurs auch nach Ablauf der Annahmefrist, was den Übernahmepreis als maßgebliche Referenzmarke festigt.
Delisting und Folgen für Aktionäre
Warburg Pincus plant, die PSI Software Aktie nach Abwicklung des Angebots schnellstmöglich von der Börse zu nehmen. Der Vorstand unterstützt diesen Schritt ausdrücklich und verweist darauf, dass sich langfristige strategische Pläne in einem privaten Umfeld besser umsetzen lassen.
Für Aktionäre, die ihre Papiere nicht angedient haben, hat das spürbare Konsequenzen: Mit dem Delisting entfällt die reguläre Börsennotierung. Die Handelbarkeit wird deutlich eingeschränkt, eine Veräußerung ist dann im Wesentlichen nur noch außerbörslich möglich.
Erreicht Warburg Pincus perspektivisch die Schwelle von 95 %, könnte zudem ein Squeeze-out-Verfahren folgen. In diesem Fall würden die verbleibenden Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen gedrängt.
Rolle von E.ON und strategische Ausrichtung
E.ON bleibt mit einem Anteil von 17,77 % an Bord und fungiert weiterhin als strategischer Investor. Damit bleibt der Energiesektor klarer Schwerpunkt für die künftige Ausrichtung von PSI Software.
Warburg Pincus will die Gesellschaft beim Umbau in Richtung Cloud und Software-as-a-Service (SaaS) unterstützen. Die Private-Equity-Gesellschaft, die mehr als 85 Milliarden US-Dollar verwaltet, sieht erhebliches Wachstumspotenzial im globalen Markt für Energie- und Industriesoftware. Der PSI-Vorstand begrüßt den neuen Eigentümer ausdrücklich und erwartet durch die finanzielle Stärke und stabile Eigentümerstruktur eine beschleunigte Weiterentwicklung.
Fazit: Klarer Einschnitt für Freefloat-Aktionäre
Mit der dominierenden Beteiligung von Warburg Pincus, dem unveränderten Ankerinvestment von E.ON und dem angekündigten Delisting ist der Kurs für PSI Software weitgehend vorgegeben. Für den verbleibenden Streubesitz bedeutet die neue Struktur vor allem eine deutlich eingeschränkte Handelbarkeit und die realistische Option eines späteren Squeeze-out auf Basis eines festgelegten Barabfindungsbetrags.
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