PayPal steht plötzlich wieder im Zentrum von Übernahmegesprächen – nicht wegen einer eigenen Offensive, sondern wegen laut Medienberichten „unaufgeforderter“ Interessenten. Das Interesse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bewertung deutlich gefallen ist und das Unternehmen zuletzt operativ enttäuschte. Doch wie belastbar ist das Ganze überhaupt?
Bloomberg-Bericht sorgt für Bewegung
Auslöser war am Montag ein Bloomberg-Bericht (von Reuters aufgegriffen), wonach PayPal Gespräche mit Banken geführt haben soll, nachdem sich potenzielle Käufer gemeldet hätten. Mindestens ein großer Wettbewerber prüfe demnach sogar eine Übernahme des gesamten Unternehmens. Andere Interessenten sollen eher an einzelnen Geschäftsteilen interessiert sein.
Wichtig: Laut den Quellen befindet sich das Interesse erst in einer frühen Phase – es ist also keineswegs sicher, dass daraus ein konkretes Angebot entsteht. PayPal selbst wollte den Bericht nicht kommentieren.
Warum PayPal für Käufer plötzlich „günstig“ wirkt
Das Timing ist kein Zufall: Reuters beziffert die Marktkapitalisierung zuletzt auf rund 38 Milliarden US-Dollar. Nach dem kräftigen Wertverlust seit dem Rekordhoch wirkt die Aktie laut The Motley Fool auch über die Kennzahl „Free Cashflow“ deutlich günstiger bewertet (genannt wird ein Multiple von etwa 7,7).
Hinzu kommt, dass PayPal mehrere Assets unter einem Dach vereint – vom klassischen Checkout bis zu Venmo, Braintree und PayPal Credit. Genau diese Mischung kann für Strategen interessant sein: Je nach Käufer lassen sich Synergien, Abspaltungen oder Fokus-Strategien denken.
Unruhe im Management, Gegenwind im Geschäft
Die Übernahmegerüchte treffen auf eine ohnehin angespannte Lage. Erst vor drei Wochen hatte PayPal einen großen Führungswechsel angekündigt: Zum 1. März soll Enrique Lores (ehemals HP Inc.) den CEO-Posten übernehmen. Der Verwaltungsrat begründete den Schritt laut Reuters damit, dass Tempo und Umsetzung unter dem bisherigen Chef Alex Chriss nicht den Erwartungen entsprochen hätten.
Operativ kam zuletzt noch ein Dämpfer dazu. Im Q4 2025 verfehlte PayPal die Wall-Street-Erwartungen: Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie lag bei 1,23 US-Dollar (erwartet: 1,29), der Umsatz bei 8,68 Milliarden US-Dollar (erwartet: 8,77). Für 2026 stellte PayPal zudem eine Entwicklung des Non-GAAP-EPS in Aussicht, die von leicht rückläufig bis minimal positiv reichen soll – ein Ausblick, der Anleger verunsicherte.
Auch das Umfeld bleibt rau: PayPal verwies laut Reuters auf schwächere Einzelhandelsausgaben, gedrückt durch hohe Zinsen und weiterhin hohe Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb durch Apple und Google im Kerngeschäft zu. Zusätzlich bekam zuletzt auch Stripe-Tochter Bridge Rückenwind: Sie erhielt laut TipRanks am 20. Februar eine bedingte Genehmigung, eine bundesstaatliche Bankeinheit in den USA zu organisieren – ein Schritt, der als Herausforderung für PayPals Krypto- und Payment-Positionierung gesehen wird.
Zum Kursbild: In den vergangenen sieben Tagen legte die Aktie zwar um 8,62% zu, auf 30 Tage liegt sie jedoch mit -21,39% deutlich im Minus.
Am 1. März übernimmt Enrique Lores offiziell – und damit auch die Verantwortung, wie PayPal strategisch mit dem kolportierten Käuferinteresse umgeht, falls aus den frühen Gesprächen tatsächlich mehr werden sollte.
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