Ein deutlicher Analystenrückschlag und strukturelle Probleme im wichtigen Methionin-Geschäft setzen die Evonik Aktie spürbar unter Druck. Während der Konzern mit Nachhaltigkeitsinnovationen nach vorne geht, dominieren an der Börse derzeit Sorgen um Margen und Preissetzungsmacht. Wie stark wiegt das Zusammenspiel aus negativer Analystenstudie und chinesischem Konkurrenzdruck?
Berenberg senkt auf „Sell“
Zu Jahresbeginn hat Berenberg seine Einschätzung für die Evonik Aktie von „Hold“ auf „Sell“ herabgestuft und das Kursziel klar reduziert – von 14,60 Euro auf 11,60 Euro. Die Bank reagiert damit nach eigener Begründung nicht nur auf Stimmung, sondern auf Daten aus dem hauseigenen KI-Tool „ChemCast“.
Dieses Tool signalisiert bei sieben von zehn beobachteten Preisindikatoren eine negative Tendenz. Aus Sicht von Berenberg deutet das auf nachlassende Preissetzungsmacht hin. Gelingt es einem Chemiekonzern nicht mehr, höhere Kosten über Preise weiterzugeben, geraten die Margen unter Druck – genau dieses Risiko stellen die Analysten jetzt in den Vordergrund.
Charttechnisch passt das Bild dazu: Die Aktie notiert nahe dem 52‑Wochen-Tief und befindet sich in einem etablierten Abwärtstrend. Das neue Kursziel von 11,60 Euro liegt noch einmal unter diesem Bereich und unterstreicht die skeptische Haltung.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Berenberg stuft von „Hold“ auf „Sell“ ab
- Kurszielkürzung von 14,60 Euro auf 11,60 Euro
- KI-Tool „ChemCast“ mit 7 von 10 negativen Preisindikatoren
- Aktie knapp über dem 52‑Wochen-Tief, klarer Abwärtstrend
Methionin-Geschäft unter strukturellem Druck
Zusätzlich zur kurzfristigen Preisschwäche sieht Berenberg ein tiefer liegendes Problem im Methionin-Geschäft. Methionin ist eine Aminosäure, die vor allem als Zusatzstoff in Tierfutter eingesetzt wird und für Evonik ein wichtiges Segment darstellt.
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In China entstehen derzeit umfangreiche neue Kapazitäten, die das globale Angebot deutlich ausweiten dürften. Steigt das Angebot stärker als die Nachfrage, geraten Preise und Margen unter Druck. Berenberg warnt deshalb, dass das Methionin-Geschäft in eine „strukturell margenschwache Kategorie“ abrutschen könnte.
Für Evonik bedeutet das: Nicht nur konjunkturelle Schwankungen, sondern ein möglicher dauerhafter Wettbewerbs- und Margendruck belasten die Perspektiven in einem zentralen Bereich des Portfolios.
Nachhaltigkeitsprojekte ohne Kurseffekt
Operativ versucht Evonik, mit nachhaltigen Produkten Akzente zu setzen. Jüngst meldete der Konzern den Marktstart von Brillen, die aus recyceltem TROGAMID® R gefertigt werden. Damit adressiert Evonik die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Hochleistungskunststoffen.
An der Börse wirkt diese Meldung jedoch kaum kursrelevant. Der Aktienkurs liegt weiterhin nur knapp über dem 52‑Wochen-Tief von 12,62 Euro und rund 41 % unter dem letzten Hoch. In der aktuellen Marktphase konzentrieren sich Investoren vor allem auf die von Berenberg herausgearbeiteten Risiken: schwächere Preissetzungsmacht, Margendruck und die drohende strukturelle Belastung im Methionin-Segment.
Damit bleibt das Bild klar: Solange sich bei Preisen und Kapazitäten im Kerngeschäft keine Entspannung abzeichnet, dürfte die skeptische Analystensicht das Sentiment um die Evonik Aktie prägen.
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