Ethereum steht gleich von mehreren Seiten unter Druck. Nicht nur der Kurs hat in den letzten Tagen kräftig nachgegeben – auch im Hintergrund mehren sich Signale, dass sich Anleger neu sortieren. Dazu kommt eine überraschend klare Ansage von Mitgründer Vitalik Buterin zur bisherigen Layer-2-Strategie.
Liquidationen und ETF-Abflüsse
Auslöser der jüngsten Unruhe war laut AInvest ein Rutsch unter eine psychologisch wichtige Marke am Montag. Das zog eine Welle an Zwangsliquidationen nach sich: Innerhalb von 24 Stunden wurden demnach ETH-Positionen im Volumen von über 1,15 Milliarden US-Dollar glattgestellt. Solche Ereignisse verstärken Bewegungen oft selbst – weil gehebelte Positionen automatisch geschlossen werden, sobald Sicherheiten nicht mehr reichen.
Parallel dazu verzeichneten Spot-Ethereum-ETFs am Montag deutliche Abflüsse von insgesamt 308 Millionen US-Dollar. Das gilt als Hinweis, dass sich zumindest ein Teil institutioneller Investoren kurzfristig zurückzieht. Marktbeobachter verorten den Kontext in einem breiteren „Risk-off“-Umfeld, das auch andere Risikoanlagen belastet.
Einordnend dazu die Kurslage: Heute markiert Ethereum bei 2.265,31 US-Dollar zugleich ein neues 52-Wochen-Tief – und liegt damit rund 52% unter dem Hoch von Oktober 2025.
Buterin stellt Layer-2-Kurs infrage
Neben der Marktmechanik rückt ein strategisches Thema in den Mittelpunkt. Am Montag kritisierte Vitalik Buterin laut CoinDesk die bisherige, „rollup-zentrierte“ Skalierungs-Roadmap deutlich. Sein Punkt: Wenn Layer-2-Lösungen nicht ausreichend dezentralisiert sind, verliert das Konzept seinen Kernvorteil. Dann sei der Unterschied zu einer direkten Skalierung auf Layer 1 begrenzt – gerade, wenn sich die Gebühren auf der Mainnet-Ebene ohnehin stabilisieren.
Das ist mehr als Wortklauberei. Denn es berührt die Frage, wie Ethereum Wachstum und Sicherheit künftig austariert: über ausgelagerte Ausführung auf Layer 2 – oder stärker über Verbesserungen am Hauptnetz.
Upgrade-Debatte und gegensätzliche On-Chain-Signale
Zeitlich fällt die Diskussion mit Entwicklergesprächen über das „Hegota“-Upgrade zusammen, das laut DL News noch in diesem Monat debattiert werden soll. Im Fokus steht dabei unter anderem „FOCIL“, eine Funktion gegen Zensur durch Block-Builder. Außerdem werden Vorschläge für einen verschlüsselten Mempool diskutiert, um Front-Running zu erschweren.
On-Chain-Daten zeigen derweil ein gemischtes Bild:
- Bitmine Immersion Technologies soll Anfang Februar 2026 rund 4,29 Mio. ETH halten (etwa 3,55% des Gesamtangebots) – trotz nicht realisierter Verluste auf jüngere Käufe.
- Trend Research transferierte 93.588 ETH (rund 215 Mio. US-Dollar) zu Binance, vermutlich zur Liquidierung oder Schuldentilgung.
- Vitalik Buterin zog 16.384 ETH ab, um Open-Source- und Ökosystem-Projekte zu finanzieren; zudem verkaufte er am 2. Februar 493 ETH für wohltätige Zwecke.
Unterm Strich wirkt es, als ob kurzfristig orientiertes Kapital abnimmt, während einzelne große Akteure sehr unterschiedlich positioniert sind.
Zumindest bei den Fundamentaldaten bleibt das Bild stabil: Der Total Value Locked (TVL) in ETH soll nahe Rekordniveaus liegen, und die Warteschlange für Validatoren beträgt laut Bericht rund 70 Tage. Das spricht dafür, dass die langfristige Beteiligung am Konsensmechanismus trotz Korrektur nicht einbricht. In den kommenden Wochen dürfte deshalb entscheidend sein, ob die technische Erholung trägt – und ob die Debatte um Dezentralisierung auf Layer 2 konkrete Prioritäten für die nächste Upgrade-Runde setzt.
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