Meta Aktie: Kein Hoffnungsschimmer

Meta fokussiert sich radikal auf künstliche Intelligenz, schließt dafür VR-Studios und schließt langfristige Atomstrom-Verträge ab. Die Investitionsausgaben könnten 2026 die 100-Milliarden-Dollar-Marke erreichen.

Kurz zusammengefasst:
  • Langfristige Atomstrom-Verträge für KI-Rechenzentren
  • Massive Kürzungen und Entlassungen bei Reality Labs
  • Investitionsausgaben könnten 2026 100 Mrd. Dollar knacken
  • Aktienkurs notiert deutlich unter Jahreshoch

Mark Zuckerberg korrigiert seine Strategie grundlegend. Während die einst hochtrabenden Pläne für das Metaverse und Virtual Reality durch Entlassungen und Studioschließungen massiv beschnitten werden, setzt der Tech-Gigant nun fast alles auf eine Karte: Energie für künstliche Intelligenz. Die Botschaft ist eindeutig – der Energiehunger der KI-Rechenzentren hat ab sofort Vorrang vor virtuellen Welten.

Historische Atom-Deals für KI-Infrastruktur

Der Bedarf an Rechenleistung für KI-Anwendungen ist gigantisch, und Meta reagiert darauf mit einem beispiellosen Schritt in den Energiemarkt. Das Unternehmen hat Stromabnahmeverträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren unterzeichnet, die Meta zu einem der bedeutendsten unternehmerischen Abnehmer von Atomenergie in der US-Geschichte machen.

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Um die expandierenden KI-Rechenzentren – wie den „Prometheus“-Supercluster in Ohio – stabil zu versorgen, kooperiert Meta mit drei zentralen Partnern:
* Vistra: Lieferung von über 2,1 Gigawatt aus bestehenden Anlagen in Ohio und Pennsylvania.
* TerraPower: Finanzierung von bis zu acht modernen „Natrium“-Reaktoren.
* Oklo: Entwicklung neuer Kapazitäten, die potenziell ab 2030 ans Netz gehen.

Insgesamt sollen bis 2035 bis zu 6,6 Gigawatt Leistung bereitstehen. Diese Verträge zementieren Metas Absicht, die physische Infrastruktur für den KI-Wettlauf langfristig abzusichern.

Harter Schnitt bei Reality Labs

Finanziert wird dieser Fokus unter anderem durch Einschnitte im Sorgenkind des Konzerns. In der Reality Labs-Sparte, die für Virtual Reality und das Metaverse zuständig ist, werden rund 10 Prozent der Belegschaft – mehr als 1.000 Mitarbeiter – entlassen. Betroffen sind vor allem Teams, die an Quest-Headsets und dem sozialen Netzwerk Horizon Worlds arbeiteten.

Mehrere Studios, darunter Armature und Twisted Pixel, werden im Zuge der Restrukturierung geschlossen. Der Grund für die Vollbremsung liegt in den Zahlen: Die Sparte hat seit Ende 2020 über 70 Milliarden US-Dollar Verlust angehäuft. Allein im dritten Quartal 2025 stand einem Umsatz von 470 Millionen US-Dollar ein Verlust von 4,4 Milliarden gegenüber. Ressourcen werden nun intern von VR-Projekten hin zu erfolgreicheren Produkten wie den Ray-Ban Meta Smart Glasses verlagert.

Investitionen auf Rekordniveau

Die aggressive Neuausrichtung auf KI treibt die Ausgaben in bisher ungekannte Höhen. Nachdem Meta 2024 bereits fast 40 Milliarden Dollar investierte, deutet die Prognose für 2025 auf bis zu 72 Milliarden Dollar hin. Für 2026 signalisiert das Management sogar die Möglichkeit, die 100-Milliarden-Dollar-Marke bei den Investitionsausgaben (Capex) zu durchbrechen.

Faktisch fließt derzeit fast der gesamte operative Cashflow des letzten Jahres in den Ausbau der Infrastruktur. An der Börse sorgt dieser enorme Kapitalbedarf für Zurückhaltung. Die Aktie notiert seit Jahresbeginn rund 4,5 Prozent im Minus bei aktuell 620,80 US-Dollar und handelt damit spürbar unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 708,00 US-Dollar.

Der Wettbewerb mit Google und OpenAI bleibt intensiv. Meta plant, sein nächstes KI-Modell mit dem Codenamen „Avocado“ noch im ersten Quartal 2026 zu veröffentlichen. Ob die Strategieanpassung bei den Anlegern langfristig verfängt, wird der nächste wichtige Termin zeigen: Am 27. Januar 2026 präsentiert der Konzern seine Quartalszahlen.

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