Ein massiver Ausverkauf erfasst den australischen Sektor für seltene Erden. Unbestätigte Berichte über eine mögliche Kehrtwende in der US-Politik schickten die Lynas-Aktie heute auf Talfahrt, obwohl das Unternehmen operativ solide Zahlen vorweisen kann. Steht die dringend erhoffte staatliche Preisunterstützung vor dem Aus?
Sektorweiter Abverkauf
Die Papiere von Lynas Rare Earths brachen im frühen Handel um 11 Prozent ein. Auslöser waren Marktgerüchte, wonach die US-Regierung ihre Pläne zur Einführung von Preisuntergrenzen für seltene Erden revidieren könnte. Diese Unsicherheit riss den gesamten Sektor mit sich; der Konkurrent Iluka Resources verlor sogar 15 Prozent an Wert.
Hintergrund der Panik ist die zentrale Rolle des US-Verteidigungsministeriums. Dieses hatte im Juli vorläufige Pläne skizziert, einen Mindestpreis von 110 US-Dollar pro Kilogramm für Neodym und Praseodym (NdPr) festzulegen. Diese Ankündigung hatte zuvor eine Rallye bei den Produzenten ausgelöst, da sie als Absicherung gegen die volatilen Marktpreise galt. Ein Rückzug dieser Unterstützung würde das Marktumfeld für westliche Produzenten deutlich erschweren.
Starke Quartalszahlen verpuffen
Der Kursrutsch steht im scharfen Kontrast zur operativen Entwicklung. Erst am 21. Januar 2026, also vor gut einer Woche, präsentierte Lynas robuste Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026. Trotz operativer Herausforderungen konnte das Unternehmen den Umsatz deutlich steigern.
Wichtige Kennzahlen im Überblick:
* Umsatz: 201,9 Mio. AUD (ein Plus von 43 % gegenüber dem Vorjahr).
* Durchschnittlicher Verkaufspreis: 85,60 AUD pro Kilogramm (Vorjahr: 49,20 AUD/kg).
* Cash-Bestand: Solide 1,03 Mrd. AUD an liquiden Mitteln.
Diese finanzielle Stärke wurde erreicht, obwohl die Produktion aufgrund von Stromausfällen im australischen Kalgoorlie und Wartungsarbeiten in Malaysia um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurückging.
Warnung der scheidenden Chefin
Die aktuelle Marktreaktion bestätigt die Einschätzung der scheidenden CEO Amanda Lacaze. Sie hatte die Diskussionen um Preisuntergrenzen als die wichtigsten Gespräche bezeichnet, die das Unternehmen derzeit mit Regierungen führt. Ihrer Ansicht nach verbesserten solche Maßnahmen die Marktfunktion und sorgten für ein Preisniveau, das die Produktionskosten realistisch abbildet.
Lacaze, die ihren Rücktritt zum Ende des Geschäftsjahres nach zwölf Jahren an der Spitze angekündigt hat, betonte zudem, dass die Lockerung chinesischer Exportkontrollen das Überangebot zuletzt reduziert hatte.
Ob die Berichte über das Ende der US-Preisuntergrenzen zutreffen, ist bislang nicht offiziell bestätigt. Sollte Washington jedoch tatsächlich von den Plänen abrücken, müssten Investoren die Gewinnaussichten der Branche neu bewerten, da der Schutzmechanismus gegen Preisschwankungen entfiele.
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