SoftBank setzt den nächsten großen Schritt im Bereich Robotik und „Physical AI“ – an der Börse kommt das Signal aber vorerst schlecht an. Nach einer milliardenschweren Finanzierungsrunde für das US-Startup Skild AI rutschte die Aktie deutlich ab. Auslöser sind vor allem eine Analystenabstufung der Schlüsselbeteiligung Arm und neue US-Zölle auf Hochleistungschips.
- SoftBank führt eine Finanzierungsrunde über knapp 1,4 Milliarden US-Dollar für Skild AI an
- Bewertung von Skild AI steigt auf über 14 Milliarden US-Dollar – Verdreifachung in sieben Monaten
- Arm von „Buy“ auf „Neutral“ herabgestuft, Sorgen um Rückgang der Lizenzerlöse 2026
- Neue 25%-US-Zölle auf bestimmte KI-Chips belasten Tech-Werte in Japan
- SoftBank-Aktie verliert rund 4,5 % und fällt zeitweise über 5 % im asiatischen Handel
Skild AI: Hohe Bewertung, klares Signal
Operativ dominieren die Neuigkeiten rund um die Beteiligung an Skild AI. SoftBank führte eine Series-C-Finanzierungsrunde für das in Pittsburgh ansässige Unternehmen an. Insgesamt flossen knapp 1,4 Milliarden US-Dollar, die Unternehmensbewertung kletterte auf über 14 Milliarden US-Dollar – rund das Dreifache des Werts vor sieben Monaten.
An der Runde beteiligten sich prominente Namen wie Nvidia (über NVentures), Jeff Bezos (Bezos Expeditions) und Salesforce Ventures. Skild AI entwickelt ein „General Purpose Brain“ für Roboter und steigerte den annualisierten Umsatz von null auf rund 30 Millionen US-Dollar im Jahr 2025.
Für SoftBank ist der Einstieg ein deutliches Bekenntnis zur nächsten Ausbaustufe von KI in physischer Form – also Robotik mit starker KI-Komponente, jenseits reiner Softwaremodelle.
Arm-Downgrade und Chip-Zölle belasten
Parallel dazu dreht sich die Stimmung an den Märkten jedoch in die andere Richtung. Bereits am 13. Januar stufte Bank of America die Aktie von Arm Holdings, dem zentralen Vermögenswert im SoftBank-Portfolio, von „Buy“ auf „Neutral“ ab. Begründung: Die Analysten rechnen mit einem möglichen Rückgang der Lizenzumsätze um rund 5 % im Jahr 2026, vor allem wegen schwächerer Nachfrage im Smartphone-Geschäft.
Die Arm-Aktie verlor daraufhin fast 4 % und schloss bei 106,75 US-Dollar. Das drückte auch auf den berechneten Net Asset Value von SoftBank.
Hinzu kommen neue Risiken von politischer Seite. US-Präsident Trump unterzeichnete einen Erlass, der einen 25%-Strafzoll auf bestimmte Hochleistungs-KI-Chips vorsieht. Die Meldung löste im japanischen Technologiesektor deutliche Nervosität aus.
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Am 14. Januar legte der Nikkei 225 zwar noch um 1,48 % auf ein Rekordhoch von 54.341 Punkten zu, SoftBank hinkte dem Markt jedoch klar hinterher. Am Folgetag drehte der Index rund 0,9 % ins Minus, Tech-Werte reagierten auf die Zollnachrichten, und SoftBank verlor im Tagesverlauf bis zu 5,6 %.
Teure Wachstumswette trifft Zyklik im Chipgeschäft
Die Kursreaktion zeigt die Spannbreite zwischen langfristiger Wachstumsstory und kurzfristigen Risiken. Die Bewertung von Skild AI entspricht einem Vielfachen des annualisierten Umsatzes – knapp 460-mal – und erinnert an die sehr offensiven Bewertungsniveaus aus der frühen Vision-Fund-Phase von SoftBank.
Dem steht die Sorge um die Zyklik im Kerngeschäft von Arm gegenüber. Die Abstufung durch Bank of America signalisiert, dass der Markt kritischer auf hohe Bewertungen schaut, wenn das Wachstum im Halbleiterbereich nicht klar von steigenden Stückzahlen und Umsätzen im Hier und Jetzt getragen wird.
Brisant bleibt zudem die geopolitische Komponente. SoftBank ist über Arm und verschiedene KI-Investments eng mit globalen Lieferketten verknüpft. Neue oder ausgeweitete Zölle auf KI-Chips sowie verschärfte Handelskonflikte zwischen den USA und China wirken direkt auf die Bewertungen der Beteiligungen – und damit auf die Wahrnehmung der gesamten Holding.
Ausblick: Quartalszahlen von Arm im Fokus
Der nächste klare Fixpunkt für den Markt ist der 4. Februar 2026. Dann legt Arm Holdings die Zahlen für das dritte Quartal vor. Insbesondere die Entwicklung der Lizenzumsätze wird zeigen, ob die von Bank of America skizzierten Risiken eintreten oder zumindest vorerst entschärft werden.
Charttechnisch nähert sich die SoftBank-Aktie wichtigen Unterstützungszonen im Bereich um 4.200 Yen. Hält diese Marke bei anhaltenden Sorgen um US-Tech-Werte und Chipzölle nicht, ist weiterer Abgabedruck möglich.
Gleichzeitig bleibt die langfristige Bewertung der neuen Skild-AI-Beteiligung ein Gegengewicht zu kurzfristigen Belastungen aus der Halbleiterkonjunktur. In den kommenden Quartalen wird der Markt genau beobachten, in welchem Tempo und in welchem Umfang die „Skild Brain“-Technologie in SoftBanks breiteres Robotik-Ökosystem eingebunden werden kann.
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