Der Anbieter für Fachinformationen steckt in tiefen Turbulenzen. Anleger flüchten aus dem Sektor, getrieben von der Angst, dass künstliche Intelligenz etablierte Geschäftsmodelle nicht nur verändert, sondern obsolet machen könnte. Ist die Ära der teuren Experten-Datenbanken damit angezählt?
Massiver Ausverkauf im Sektor
Der Februar begann für Wolters Kluwer mit einem drastischen Kursrutsch. Auslöser war eine Neubewertung des gesamten Segments für professionelle Informationen und Software durch den Markt. Die Sorge vor der disruptiven Kraft generativer Künstlicher Intelligenz (KI) führte am 3. Februar zu zweistelligen Verlusten: Während Wolters Kluwer fast 13 Prozent an Wert verlor, brachen auch die Wettbewerber RELX und Thomson Reuters um 14 beziehungsweise 16 Prozent ein.
Hintergrund dieser Panikreaktion war unter anderem die Veröffentlichung eines neuen KI-Plugins für den Rechtssektor. Dieses Ereignis verdeutlichte Investoren schlagartig, wie weit die Fähigkeiten der neuen Technologie bereits fortgeschritten sind.
Existenzielle Fragen zum Geschäftsmodell
Der Kern der Verunsicherung liegt in der rasanten Entwicklung sogenannter KI-Agenten. Diese Systeme sind zunehmend in der Lage, komplexe Arbeitsabläufe autonom zu steuern und Rechercheaufgaben zu übernehmen. Marktteilnehmer stellen nun die Langlebigkeit und Preismacht hochmargiger Abonnements für Rechts-, Steuer- und Compliance-Datenbanken infrage. Wenn Software diese Aufgaben künftig ohne menschliche Interaktion mit den proprietären Systemen erledigen kann, drohen die etablierten Einnahmequellen wegzubrechen.
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Diese Ängste manifestierten sich zuletzt am vergangenen Freitag, als die Aktie von Wolters Kluwer ein neues 52-Wochen-Tief markierte. Der Abwärtsdruck bleibt bestehen, da der Markt das Risiko einer dauerhaften Margenerosion neu bewertet.
Strategische Neuausrichtung
Das Management versucht indes aktiv gegenzusteuern und setzt auf die Integration eigener KI-Lösungen, wie etwa „Expert AI“. Um diesen Wandel zu beschleunigen, holte das Unternehmen bereits am 22. Januar Tejas Shah an Bord. Der ehemalige McKinsey-Partner, spezialisiert auf Software und KI, übernahm die Position des Chief Strategy & Innovation Officer.
Für die neue Führungskraft und das Unternehmen steht viel auf dem Spiel. Die dringlichste Aufgabe besteht nun darin, den Anlegern konkret aufzuzeigen, wie die eigenen Datenbanken durch KI-Integration an Wert gewinnen können, anstatt durch externe Technologie ersetzt zu werden.
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