Die ABO Energy Aktie steht nach einer dramatischen Gewinnwarnung unter massivem Druck. Der Wiesbadener Projektentwickler für erneuerbare Energien musste gestern seine ohnehin schon pessimistische Jahresprognose erneut nach unten korrigieren – und das drastisch. Statt der im September angekündigten 95 Millionen Euro Verlust erwartet das Unternehmen nun einen Fehlbetrag von rund 170 Millionen Euro. Fast eine Verdopplung innerhalb weniger Monate.
Die Kernfakten im Überblick:
- Erwarteter Nettoverlust 2025: ~170 Mio. Euro (vorher: ~95 Mio. Euro)
- Gesamtleistung: ~230 Mio. Euro (vorher: ~250 Mio. Euro)
- Verschobene Projektverkäufe: ~40 Mio. Euro Belastung
- Wertberichtigungen: ~35 Mio. Euro zusätzliche Last
Projektverschiebungen und Wertberichtigungen
Verantwortlich für die erneute Prognoseverfehlung sind drei wesentliche Faktoren: Verschobene Rechteverkäufe von Wind- und Batterieprojekten in Deutschland belasten mit rund 40 Millionen Euro. Hinzu kommen Wertberichtigungen in Höhe von etwa 35 Millionen Euro durch Neubewertungen im Portfolio. Zusätzlich wurden Entwicklungs- und Bauleistungen nicht planmäßig abgenommen und abgerechnet.
Die ursprünglich für 2025 eingeplanten Projektverkäufe verschieben sich damit ins laufende Jahr – in einem Marktumfeld, das sich weiter verschärft hat. Die Onshore-Windausschreibungen in Deutschland führten 2025 zu massiver Überzeichnung. Im August überstiegen die Projekteinreichungen mit 5,7 Gigawatt das ausgeschriebene Volumen von 3,5 Gigawatt deutlich. Zahlreiche Projekte – auch von ABO Energy – erhielten keinen Zuschlag. Die Einspeisevergütungen sanken entsprechend.
Lichtblicke werden überlagert
Komplett düster ist die Lage allerdings nicht. Ende November schloss das Unternehmen den Verkauf eines 4,4-Gigawatt-Windportfolios in Finnland an Fortum ab. Der Deal umfasste 29 Windkraftprojekte und brachte rund 40 Millionen Euro ein. Zudem erhielten zwei Solarprojekte in Südafrika im Dezember den Status als bevorzugte Bieter.
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Diese positiven Entwicklungen werden jedoch von der operativen Krise im Heimatmarkt überlagert. Das im September gestartete Effizienz- und Transformationsprogramm zeigt bislang keine spürbare Wirkung.
Strategische Neuausrichtung unter Druck
Parallel zur operativen Schwäche prüft ABO Energy strategische Optionen. Seit September berät die Privatbank Metzler bei einem möglichen Verkauf eines kontrollierenden Anteils. Der Aktivistenfonds Enkraft forderte das Management im November auf, einen fairen M&A-Prozess zu gewährleisten, bei dem alle Aktionäre profitieren.
Die zweite Gewinnwarnung binnen weniger Monate dürfte den Druck auf das Management weiter erhöhen. Bei einer Marktkapitalisierung von nur noch rund 63 Millionen Euro und einem erwarteten Verlust von 170 Millionen Euro wird die Transformation zum Independent Power Producer (IPP) zur Belastungsprobe. Ob die strategische Neuausrichtung gelingt, entscheidet sich spätestens mit den Zahlen für 2025 – und der Frage, ob sich tatsächlich ein Käufer für einen kontrollierenden Anteil findet.
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