Procter & Gamble setzt auf frischen Wind im Gesundheitsportfolio. Am 27. Januar 2026 gab der Konsumgüterriese die Übernahme von Wonderbelly bekannt – einem Digestive-Wellness-Startup aus Austin, das sich mit „Clean Label“-Produkten einen Namen gemacht hat. Die Akquisition zeigt, wohin die Reise geht: weg von altbackenen Antazida-Formeln, hin zu Produkten, die bei gesundheitsbewussten Millennials und Gen Z ankommen.
Übernahme mit Strategie
Wonderbelly passt ins Konzept. Die Marke verzichtet auf künstliche Farbstoffe, Talkum, Titandioxid und Süßstoffe – genau das, was klassische OTC-Medikamente oft noch enthalten. Für P&G bedeutet die Integration eine Erweiterung des Personal-Health-Care-Segments, in dem bereits Metamucil und Pepto-Bismol angesiedelt sind.
Das Timing ist kein Zufall. Die Q2-Zahlen für das Geschäftsjahr 2026, die am 22. Januar vorgelegt wurden, offenbarten ein bekanntes Problem: Volumenwachstum gleich null. Der Umsatz stieg zwar um 1 Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar – aber nur dank Preiserhöhungen. Organisch blieb das Wachstum bei 0 Prozent, weil die Konsumenten weniger kauften.
Preismacht stößt an Grenzen
Die Details der Quartalszahlen verdeutlichen die Gratwanderung:
- Organisches Wachstum: 0 % (Preis +1 %, Volumen -1 %)
- Core EPS: 1,88 Dollar (unverändert zum Vorjahr)
- Verwässertes EPS: 1,78 Dollar (-5 % durch höhere Restrukturierungskosten)
- Bruttomarge: -50 Basispunkte durch ungünstigen Produktmix
Die Börse reagierte verhalten. Der Kurs gab nach Veröffentlichung rund 1,5 Prozent nach. Investoren bemängelten vor allem die schwache Volumendynamik in Nordamerika, wo die Kaufzurückhaltung spürbar bleibt.
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P&G hält dennoch an seiner Jahresprognose fest: Organisches Wachstum zwischen 0 und 4 Prozent, Core EPS ebenfalls in diesem Korridor. Beim verwässerten Gewinn pro Aktie wurde die Spanne auf 1 bis 6 Prozent angepasst – Restrukturierung kostet.
Produktivität gegen Margendruck
Das Management setzt auf die sogenannte „Integrated Superiority“-Strategie: bessere Produkte, smartere Verpackungen, klarerer Kundennutzen. Einsparungen aus Effizienzprogrammen fließen in Marketing und Innovation zurück. Die Hoffnung: Im zweiten Halbjahr dreht das Volumen ins Plus, sobald sich die Inflation weiter normalisiert.
Entscheidend wird sein, wie schnell Wonderbelly über P&Gs Vertriebsnetzwerk skaliert werden kann. Außerdem beobachten Analysten, ob die Bruttomarge stabilisiert werden kann, nachdem sie im zweiten Quartal unter Druck geriet. Die nächsten Quartalszahlen werden für April 2026 erwartet – dann zeigt sich, ob die Wende gelingt.
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