BP steht vor einem historischen Umbruch. Medienberichte vom Wochenende skizzieren eine radikale Strategieänderung, die einen CEO-Wechsel und Desinvestitionen in Höhe von 20 Milliarden Dollar vorsieht. Getrieben vom Druck des aktivistischen Investors Elliott Management, stellt sich die Frage: Kann der geplante Teilverkauf der Castrol-Sparte die Bilanzprobleme des Energieriesen lösen?
Neue Führung und Milliarden-Verkäufe
Der britische Energiekonzern befindet sich in einer der bedeutendsten Restrukturierungsphasen seiner jüngeren Geschichte. Laut Berichten des Observer bereitet das Unternehmen unter der Ägide von Chairman Albert Manifold einen Führungswechsel vor: Meg O’Neill soll im April 2026 den aktuellen CEO Murray Auchincloss ablösen. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Einflussnahme durch Elliott Management, die rund fünf Prozent am Unternehmen halten.
Parallel zum Personalwechsel forciert der Vorstand eine massive Verschlankung. Kern des Plans ist der Verkauf von Vermögenswerten im Wert von 20 Milliarden Dollar bis 2027. Ein wesentlicher Baustein steht bereits fest: Der Verkauf einer 65-Prozent-Beteiligung am Schmierstoffgeschäft Castrol für 6 Milliarden Dollar. Ziel dieser Maßnahmen ist die Bereinigung der Bilanz, die zuletzt eine Nettoverschuldung von rund 26 Milliarden Dollar aufwies.
Marktreaktion und Analystenstimmen
Am Markt sorgten die Nachrichten für Bewegung, nachdem die Aktie den Handel am Freitag mit einem Plus von 0,79 Prozent auf 4,92 Euro beendet hatte. Unterstützt wurde der Kurs zuletzt durch eine Erholung der Ölpreise, da Versorgungsrisiken in Iran und Venezuela den Brent-Preis stützten.
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Trotz der strategischen Unsicherheiten hält das Management an seiner aggressiven Ausschüttungspolitik fest und bestätigte am Freitag den Rückkauf von über 3 Millionen eigenen Aktien. Die Stimmung unter den Analysten bleibt jedoch verhalten. Im Vorfeld der Restrukturierung senkte Piper Sandler das Kursziel, während Evercore ISI die Bewertung bereits zuvor auf „Hold“ abgestuft hatte.
Geopolitische Hürden
Der geplante Umbau findet in einem komplexen geopolitischen Umfeld statt. Während BP über seine Zukunft in Venezuela nachdenkt, signalisieren Wettbewerber wie ExxonMobil Vorsicht und bezeichnen das Land aufgrund fehlender Reformen als „nicht investierbar“. Verschärft wird die Lage durch neue US-Sanktionsmaßnahmen, die Einnahmen aus venezolanischem Öl blockieren sollen. Gleichzeitig prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA) für 2026 einen globalen Ölüberschuss, was den Druck auf die Produzenten erhöht, ihre Gewinnschwellen durch Verkäufe wie den Castrol-Deal zu senken.
Anleger blicken nun auf den kommenden Dienstag. Am 14. Januar liefert das Trading Update erste operative Kennzahlen für das Schlussquartal 2025, bevor am 10. Februar die vollständigen Ergebnisse folgen. Entscheidend wird sein, ob das Management den Zeitplan für den Führungswechsel und die Verwendung der Verkaufserlöse konkretisiert.
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