Die Ende Januar veröffentlichten vorläufigen Zahlen des Chemie-Riesen BASF zeichnen ein widersprüchliches Bild, das Anleger aktuell beschäftigt. Während das operative Geschäft unter den eigenen Zielen blieb und die Prognose verfehlte, überraschte der Konzern an einer anderen, entscheidenden Stelle positiv. Greift der Sparkurs schneller als gedacht, oder belasten die makroökonomischen Gegenwinde zu stark?
Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
- Umsatz: 59,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 61,4 Mrd. Euro)
- EBITDA vor Sondereinflüssen: 6,6 Mrd. Euro (Prognose verfehlt)
- Free Cashflow: 1,3 Mrd. Euro (Erwartungen deutlich übertroffen)
- Ergebnis nach Steuern: 1,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,3 Mrd. Euro)
Operatives Geschäft unter Druck
Der Blick auf die reine operative Leistung ernüchtert zunächst. Mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen von 6,6 Milliarden Euro verfehlte BASF nicht nur die Analystenschätzungen, sondern rutschte auch unter die eigene Prognose-Bandbreite von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro.
Verantwortlich für diesen Dämpfer waren primär negative Währungseffekte und sinkende Verkaufspreise. Zwar konnte der Konzern die Absatzmengen leicht steigern, doch reichte dies nicht aus, um den Preisdruck zu kompensieren. Der Umsatz sank im Jahresvergleich auf 59,7 Milliarden Euro. Diese Entwicklung spiegelt die weiterhin herausfordernde Lage der Chemiebranche wider, die noch immer nach einer nachhaltigen Bodenbildung bei den Margen sucht.
Überraschung beim Cashflow
Völlig konträr zur operativen Schwäche entwickelte sich der Free Cashflow. Mit 1,3 Milliarden Euro lag dieser Wert weit über dem Analystenkonsens von lediglich 0,6 Milliarden Euro. Auch die eigene Prognose wurde pulverisiert.
Dieser starke Zufluss ist primär auf Disziplin bei den Ausgaben zurückzuführen. Niedrigere Investitionen stützten die Kasse. Zudem scheint die Restrukturierung Früchte zu tragen: Laut Unternehmensangaben kommen die Sparmaßnahmen schneller voran als geplant, auch wenn dies kurzfristig zu höheren Restrukturierungsaufwendungen im EBIT führte. Auch unter dem Strich fiel das Ergebnis besser aus als erwartet: Das Ergebnis nach Steuern kletterte auf voraussichtlich 1,6 Milliarden Euro, gestützt durch Beiträge der Beteiligung an Wintershall Dea.
Kurs hält sich stabil
Der Markt honorierte die Cashflow-Stärke und die Fortschritte beim Umbau offenbar stärker als er die operative Verfehlung abstrafte. Die Aktie notiert aktuell bei 46,14 Euro und behauptet sich damit im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von gut 3 Prozent. Technisch betrachtet notiert das Papier damit über dem wichtigen 200-Tage-Durchschnitt von 43,91 Euro, was auf einen intakten mittelfristigen Trend hindeutet.
Neben den reinen Zahlen treibt das Management den Konzernumbau weiter voran. In Indien soll ein neuer globaler Digital Hub entstehen, während für die Tochtergesellschaft trinamiX strategische Optionen geprüft werden – ein klassischer Schritt zur Portfolio-Bereinigung.
Ausblick: Details im Februar
Die vorläufigen Zahlen haben die grobe Richtung vorgegeben, doch die Details zur Strategie für das laufende Jahr fehlen noch. Am 27. Februar 2026 wird BASF den vollständigen Geschäftsbericht vorlegen. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird dann sein, ob das Management einen konkreten Pfad aufzeigen kann, wie trotz Preisdruck die operative Marge im Jahr 2026 wieder gesteigert werden soll.
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