Bloom Energy rückt mit einem Schlag in eine neue Größenordnung auf dem Markt für Brennstoffzellen vor. Ein Milliardenauftrag von American Electric Power (AEP) sorgt nicht nur für einen Kurssprung, sondern bringt auch deutlich mehr Klarheit über die künftige Nachfrage. Entscheidend ist dabei: Es geht um Gigawatt-Dimensionen und langfristig gesicherte Abnahme – ein Signal, das viele Investoren so nicht erwartet hatten.
AEP-Option wird zum Milliardenvertrag
Ausgangspunkt ist ein Rahmenvertrag aus dem Jahr 2024. Damals hatte AEP zugesagt, 100 Megawatt Festoxid-Brennstoffzellen von Bloom abzunehmen – verbunden mit einer Option auf weitere 900 Megawatt.
Diese Option hat eine AEP-Tochter nun laut SEC-Meldung vom 8. Januar 2026 weitgehend gezogen. Insgesamt summiert sich die bestellte Kapazität damit auf rund 1.000 Megawatt, also ein Gigawatt. Das Auftragsvolumen liegt bei etwa 2,65 Milliarden US‑Dollar und zählt zu den größten Versorgungsprojekten mit Festoxid-Brennstoffzellen weltweit.
Kern des Deals ist ein neues Kraftwerksprojekt nahe Cheyenne im US-Bundesstaat Wyoming. Dort sollen die Bloom-Systeme eine neue Erzeugungsanlage speisen. Die zuständigen Behörden im Laramie County haben den Standort am 6. Januar genehmigt – ein wichtiger regulatorischer Schritt, damit das Projekt überhaupt starten kann.
AEP hat sich für die gesamte Leistung der Anlage einen 20‑jährigen Stromabnahmevertrag mit einem bislang nicht genannten Kunden gesichert. Die Vereinbarung steht noch unter Bedingungen, die voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2026 erfüllt werden. Sollten diese wider Erwarten nicht eintreten, erhält AEP eine finanzielle Kompensation für alle bislang angefallenen Investitionen und Kosten – ein Punkt, der die Projekt-Risiken aus Sicht des Versorgers deutlich begrenzt.
Nachfrage-Sichtbarkeit und Kundendiversifikation
Analysten von Evercore ISI bewerten den Deal als „deutlich positiven“ Impuls für Bloom Energy. Aus ihrer Sicht löst die Vereinbarung gleich zwei zentrale Unsicherheiten für Investoren auf.
Zum einen mache der Vertrag sichtbar, dass das AEP-Abkommen zu deutlich höheren Volumina führe als die bislang bekannte Mindestabnahme. Die Nachfrage nach Blooms Technologie werde damit greifbarer und weniger spekulativ.
Zum anderen sehen die Analysten in dem Schritt ein wichtiges Signal für die Kundendiversifikation. Viele Anleger hatten Bloom bisher vor allem mit der Partnerschaft mit Oracle in Verbindung gebracht, die im Juli 2025 bekannt wurde. Der Großauftrag eines Versorgers wie AEP zeigt nun, dass Bloom auch jenseits einzelner Tech-Kunden zunehmend auf breiterer Basis im Markt für Energieinfrastruktur ankommt.
Kursentwicklung: Rally auf hohem Risiko-Niveau
Die Aktie hat auf die Ankündigung kraftvoll reagiert. Am Donnerstag legte der Titel deutlich zu und setzte die Bewegung am Freitag fort. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Plus von rund 23 %, im 12‑Monats-Vergleich steht ein Anstieg von mehr als 400 %.
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Mit einem Schlusskurs von 121,84 US‑Dollar liegt die Aktie nur knapp unter ihrem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 123,56 US‑Dollar. Gleichzeitig handelt der Titel mehr als 120 % über seinem 200‑Tage-Durchschnitt, der 14‑Tage-RSI liegt bei über 90 – Kennzahlen, die auf einen sehr überkauften Zustand und eine hohe Volatilität hinweisen.
Strategischer Kontext: Wachsende Rolle im AI-Infrastruktur-Boom
Der AEP-Deal fügt sich in eine Reihe größerer Vereinbarungen ein, mit denen Bloom Energy sich als Anbieter für Stromlösungen rund um Rechenzentren positioniert. Hintergrund ist der stark steigende Energiebedarf von AI- und Cloud-Infrastruktur, der klassische Netze zunehmend an ihre Grenzen bringt.
Bereits im Oktober 2025 hatte Brookfield Asset Management eine strategische Partnerschaft über 5 Milliarden US‑Dollar mit Bloom angekündigt. Ziel ist der globale Einsatz der Brennstoffzellentechnologie für AI-Infrastruktur. Für Brookfield war dies der erste Baustein in einer eigenen AI-Infrastruktur-Strategie – und Bloom wurde als bevorzugter Anbieter für dezentrale Energieversorgung an entsprechenden Standorten platziert.
Die Kombination aus Brookfield-Partnerschaft und dem jetzt konkretisierten AEP-Auftrag stärkt das Bild, dass Blooms Technologie nicht nur in Pilotprojekten, sondern in skalierbaren, milliardenschweren Infrastrukturvorhaben gefragt ist.
Fundament: Starke Q3-Zahlen als Rückenwind
Die operative Basis für diese Story hatten die Q3‑Zahlen 2025 gelegt. Am 28. Oktober meldete Bloom:
- Umsatz von 519,05 Mio. US‑Dollar, ein Plus von 57,1 % im Jahresvergleich
- Adjusted EPS von 0,15 US‑Dollar, damit 0,07 US‑Dollar über den Konsensschätzungen von 0,08 US‑Dollar
- Die Erlöse lagen rund 22,8 % über den Analystenerwartungen von 425,18 Mio. US‑Dollar
Damit übertraf Bloom bereits das vierte Quartal in Folge die Gewinnschätzungen der Analysten. Zusammen mit dem aktuellen Großauftrag verstärkt das den Eindruck, dass sich der Auftragseingang zunehmend in messbares Wachstum übersetzt.
Ausblick: Nächste Termine und Projektpipeline
Der nächste konkrete Meilenstein ist der Quartalsbericht für Q4 2025, der voraussichtlich am Donnerstag, dem 26. Februar 2026, ansteht. Dort wird sich zeigen, wie sich das starke Q3-Niveau fortschreibt und inwieweit neue Verträge bereits im Auftragsbestand sichtbar werden.
Operativ ist geplant, die Umsetzung des AEP-Abkommens mit Installationen in Ohio und Texas zu beginnen. Danach sollen weitere Standorte folgen – insbesondere Rechenzentren, Produktionsanlagen und netznahe Standorte, die besonders auf zuverlässige, steuerbare und CO₂‑arme Stromversorgung angewiesen sind. CEO KR Sridhar spricht in diesem Zusammenhang von einem „neuen Zeitalter der großskaligen, von Versorgern getriebenen Brennstoffzellen-Einführung“.
Parallel dazu deuten Prognosen darauf hin, dass allein in den USA der Strombedarf von AI-Rechenzentren bis 2035 die Marke von 100 Gigawatt übersteigen könnte. In diesem Umfeld bietet der AEP-Großauftrag für Bloom Energy eine planbare Gigawatt-Pipeline, an der sich künftige Kapazitätsplanung, Partnerschaften und Investoren-Erwartungen konkret ausrichten lassen.
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