BioNTech zieht im Patentkonflikt mit Moderna die nächste Karte – und es geht um nicht weniger als die technische Basis der Corona-Impfstoffe. Im Kern wirft BioNTech dem US-Konkurrenten vor, geschützte mRNA-Designs ohne Lizenz zu nutzen. Doch was heißt das für die kommenden Impfstoffumsätze – und welche Rolle spielen mögliche Lizenzdeals?
Worum es in der Klage geht
BioNTech hat am Donnerstag (19. Februar) in einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Delaware Klage gegen Moderna eingereicht. Der Vorwurf: Moderna verletze Patentrechte rund um die Comirnaty-Technologie.
Konkret zielt die Klage auf Modernas Impfstoff mNEXSPIKE, der laut Quelltext 2025 eine FDA-Zulassung erhalten hat. BioNTech argumentiert, mNEXSPIKE nutze ein proprietäres, „verschlanktes“ mRNA-Design, das wirksame Immunisierung mit niedrigeren Dosierungen ermöglichen soll – und zwar ohne entsprechende Lizenz.
Brisant ist auch der zeitliche Kontext: Viele werten den Schritt als direkte Reaktion auf Modernas eigene Patentklage aus dem Jahr 2022 gegen BioNTech und Partner Pfizer, die sich ebenfalls um mRNA- und Impfstoff-Patente drehte.
Warum der Streit finanziell relevant ist
Nach Darstellung in Gerichtsunterlagen rechnet BioNTech damit, dass mNEXSPIKE einen wesentlichen Anteil an Modernas COVID-19-Impfstoffumsätzen in der Atemwegssaison 2025–2026 ausmachen könnte. Genau hier liegt der Hebel: Wenn ein Produkt in einer wichtigen Verkaufssaison stark trägt, werden Fragen nach möglichen Lizenzzahlungen, Nachzahlungen oder alternativen Regelungen schnell teuer – oder zumindest verhandlungsintensiv.
Entsprechend schauen Marktbeobachter vor allem auf zwei mögliche Ausgänge, die sich aus solchen Verfahren ergeben können: Royalty-Vergleiche oder Cross-Licensing-Abkommen. Der Quelltext ordnet den Fall zudem in einen breiteren Trend ein: Patentstreitigkeiten in der Biotech-Branche haben seit der Pandemie zugenommen, weil Unternehmen ihre damals entwickelten Schutzrechte konsequenter verteidigen.
Kurs und Strategie: Fokus verschiebt sich Richtung Onkologie
Am Markt zeigte sich die Aktie laut Vorlage am Freitag zunächst vergleichsweise robust. Aus den bereitgestellten Kursdaten: Heute notiert der Titel bei 92,55 € (‑1,28%).
Parallel zum Rechtsstreit arbeitet BioNTech weiter an der strategischen Verlagerung hin zur Onkologie. Als finanzielles Fundament nennt der Quelltext rund 17,2 Mrd. € an Cash, Cash-Äquivalenten und Wertpapierinvestments (Stand: 31. Dezember 2025). Dieses Polster soll die Pipeline an Krebs-Immuntherapien mitfinanzieren – mit dem Ziel, bis 2030 ein Multi-Produkt-Unternehmen in der Onkologie zu werden und die Abhängigkeit von Erlösen aus Atemwegsimpfstoffen zu senken.
Unmittelbar konkret wird als nächster Schritt vor allem das Verfahren selbst: Die Klage ist eingereicht, der Streitpunkt klar benannt – und damit dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden, ob es auf eine gerichtliche Klärung hinausläuft oder ob am Ende doch ein Lizenz- oder Vergleichsmodell auf den Tisch kommt.
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