Gerresheimer Aktie: Rettungsanker Centor-Verkauf
Der Verpackungsspezialist Gerresheimer verkauft seine profitable US-Sparte Centor, um Liquidität zu schaffen und eine Kreditkündigung abzuwenden. Die BaFin weitet ihre Bilanzprüfung aus.

Kurz zusammengefasst
- Verkauf der hochprofitablen US-Tochter Centor
- Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro erwartet
- BaFin weitet Bilanzprüfung auf weitere Posten aus
- Institutionelle Investoren steigen trotz Krise ein
Um eine drohende Kreditkündigung abzuwenden, greift Gerresheimer zu drastischen Maßnahmen. Der Verpackungsspezialist opfert seine hochprofitable US-Tochter Centor, um dringend benötigte Liquidität in die Kassen zu spülen. Dieser Schritt verschafft dem Management zwar kurzfristig Luft, dürfte die zukünftige Ertragskraft des Konzerns aber spürbar schwächen.
Schmerzhafte Einschnitte für frisches Kapital
Die Investmentbank Morgan Stanley ist bereits mandatiert, die auf Medikamentenverpackungen spezialisierte Tochtergesellschaft noch in diesem Jahr zu veräußern. Ende 2024 stand die US-Sparte mit 292 Millionen Euro in den Büchern. Parallel dazu schließt der Konzern sein Moulded-Glass-Werk in Chicago und verlagert die Produktion nach Italien und Indien. Diese Restrukturierung hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz: Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet das Unternehmen mit nicht-zahlungswirksamen Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro.
Zeitdruck durch technischen Verzug
Auslöser dieser harten Einschnitte ist eine anhaltende Bilanzkrise. Da ein testierter Jahresabschluss fehlt, hat Gerresheimer vertragliche Reporting-Pflichten verletzt und befindet sich im technischen Verzug. Das Management verhandelt derzeit intensiv mit den Kreditgebern über Fristverlängerungen.
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Erschwerend kommt hinzu, dass die Finanzaufsicht BaFin ihre Untersuchungen ausweitet. Neben den bereits bekannten fehlerhaften Umsatzbuchungen prüft die Behörde nun gezielt drei weitere Posten:
– Wertminderungen im Segment Advanced Technologies (196,5 Mio. Euro)
– Leasingverbindlichkeiten (65,5 Mio. Euro)
– Aktivierte Entwicklungskosten (29,4 Mio. Euro)
Mutige Investoren steigen ein
Während der Aktionärsschutzverband DSW Schadensersatzansprüche gegen das ehemalige Management prüft und die Aufsichtsstelle APAS gegen den Prüfer KPMG ermittelt, positionieren sich erste institutionelle Anleger neu. Der CastleKnight Master Fund und die Deka Investment haben kürzlich signifikante Beteiligungen gemeldet. Einige Marktteilnehmer werten das stark gedrückte Kursniveau offenbar als Einstiegsgelegenheit.
Ob die operative Prognose von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro Umsatz für 2026 Bestand hat, hängt nun vollständig vom Erfolg der Bankverhandlungen ab. Klarheit bringt voraussichtlich erst der Juni 2026. Dann soll der testierte Jahresabschluss 2025 vorliegen und zeigen, ob das Fundament des Restrukturierungsplans tragfähig ist.
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