Nach einem Jahr tiefgreifender Umbauten bekommt Ørsted Rückenwind von Analystenseite. Berenberg hat das Kursziel für den dänischen Offshore-Windkonzern deutlich angehoben und bleibt bei „Kaufen“. Doch wie belastbar ist die Rückkehr zur Profitabilität – und was sind die nächsten Prüfsteine?
Berenberg hebt Kursziel an
Berenberg erhöhte das Kursziel auf 180 dänische Kronen von zuvor 140 Kronen und bestätigte die Kaufempfehlung. Zur Begründung verwies die Bank auf den Fortschritt nach einer Phase hoher Volatilität sowie auf einen vorsichtigen Neustart der langfristigen Wachstumsplanung.
Der Konzern hat sein Profil zuletzt klar geschärft: Offshore-Windentwicklung, -bau und -betrieb machten 72,6% der Nettoumsätze aus. 2025 produzierte Ørsted 18,7 TWh Windstrom. Strom- und Bioenergieaktivitäten steuerten 23,3% der Erlöse bei.
2025: Gewinn zurück, Quartal im Rahmen
Die Anfang Februar veröffentlichten Zahlen für 2025 zeigten eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Das EBITDA (ohne neue Partnerschaftsvereinbarungen und Stornogebühren) lag bei 25,1 Mrd. Kronen und damit innerhalb der Prognosespanne von 24 bis 27 Mrd. Kronen. Unterm Strich stand ein Nettogewinn von 3,2 Mrd. Kronen – 3,2 Mrd. Kronen mehr als 2024. Die um Wertminderungen und Stornogebühren bereinigte ROCE erreichte 8,4%.
Im vierten Quartal lagen die Ergebnisse insgesamt nahe an den Markterwartungen. Die Aktie sprang im frühen Handel um mehr als 4%, nachdem Ørsted ein Q4-EBITDA von 8,10 Mrd. Kronen (bereinigt) meldete – nach 7,55 Mrd. Kronen im Vorjahr.
Auffällig war die Sparte Onshore-Wind: Mit 1,36 Mrd. Kronen EBITDA lag sie rund 24% über Konsens, vor allem wegen im Quartal verbuchter Gewinne aus Veräußerungen. Bioenergy blieb dagegen mit 650 Mio. Kronen EBITDA etwa 11% unter den Erwartungen.
Verkäufe, Kapitalerhöhung und US-Rechtsstreit
Ein Kern der Stabilisierung war das Verkaufsprogramm. Ørsted vereinbarte mit Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) den Verkauf des gesamten europäischen Onshore-Geschäfts. Der Transaktionswert liegt bei 1,44 Mrd. Euro (rund 10,7 Mrd. Kronen). Der Abschluss wird für Q2 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
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Zusammen mit dem Verkauf von 50% an Hornsea 3 sowie der Vereinbarung zum Verkauf von 55% an Changhua 2 hat Ørsted damit die drei zuvor angekündigten Schlüsseltransaktionen unterzeichnet. Insgesamt summieren sich die Erlöse aus in 2025–2026 vereinbarten Transaktionen auf rund 46 Mrd. Kronen – und damit über das Ziel von mehr als 35 Mrd. Kronen.
Zusätzlich führte Ørsted eine Bezugsrechtskapitalerhöhung mit rund 60 Mrd. Kronen Bruttoerlös durch.
In den USA blieb die Lage juristisch geprägt: Am 22. Dezember erging laut Bericht eine zweite Aussetzungsanordnung der Trump-Regierung, die fünf Offshore-Projekte betraf, darunter Revolution Wind und Sunrise Wind vor New York. Das US-Bezirksgericht in Washington D.C. gab Anträgen auf einstweilige Verfügungen statt. Beide Projektgesellschaften nahmen die betroffenen Aktivitäten wieder auf, während die Klagen weiterlaufen.
Im Quartal verbuchte Ørsted zudem eine Netto-Wertminderung von 2,1 Mrd. Kronen. Haupttreiber war eine Goodwill-Abschreibung von 1,5 Mrd. Kronen im Zusammenhang mit dem Verkauf europäischer Onshore-Assets. Hinzu kam ein kleinerer Effekt aus der Aussetzung einer Leasinganordnung rund um Sunrise und Revolution Wind. Revolution Wind war zum 31. Dezember zu 87% fertiggestellt und sollte planmäßig testweise Strom nach Rhode Island und Connecticut liefern.
Ausblick: 2026-Ziele stehen
Für 2026 erwartet Ørsted ein bereinigtes EBITDA von über 28 Mrd. Kronen. Die Bruttoinvestitionen sollen bei 50–55 Mrd. Kronen liegen. Zudem bestätigte das Unternehmen die 2027-Prognose von über 32 Mrd. Kronen.
Auf der Kostenseite kündigte Ørsted an, bis Ende 2027 rund 2.000 Stellen abzubauen, um Effizienz und Flexibilität zu erhöhen. Operativ meldete der Konzern 10,2 GW installierte Offshore-Kapazität und 8,1 GW im Bau. Zu den großen Projekten zählen Hornsea 3 (2.852 MW) in Großbritannien, Borkum Riffgrund 3 (913 MW) in Deutschland und Baltica 2 (1.498 MW) in Polen.
Der nächste größere Termin für Anleger ist die Vorlage der Q1-Zahlen Anfang Mai (im Quelltext: 6.–7. Mai, geschätzt).
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