Deutsche Telekom Aktie: T-Systems baut Europas KI-Kern

T-Systems stellt Rechenleistung für das ambitionierte europäische KI-Sprachmodell SOOFI bereit. Analysten bleiben optimistisch, während die Dividende steigt und ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm läuft.

Dieter Jaworski ·
Deutsche Telekom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • T-Systems liefert Infrastruktur für KI-Modell mit 100 Mrd. Parametern
  • Auftragsvolumen im zweistelligen Millionenbereich für Telekom-Tochter
  • Analysten heben Kursziele an und bestätigen Kaufempfehlungen
  • Dividende steigt um 11 Prozent auf 1,00 Euro je Aktie

T-Systems liefert ab diesem Monat die Recheninfrastruktur für Europas ambitioniertestes souveränes KI-Sprachmodellprojekt. Für die Deutsche Telekom ist das mehr als ein Auftrag — es ist eine strategische Weichenstellung.

Europas größtes Open-Source-Sprachmodell läuft auf Münchner Hardware

Das Forschungsprojekt SOOFI (Sovereign Open Source Foundation Models) an der Leibniz Universität Hannover hat ein klares Ziel: ein vollständig in Europa trainiertes Large Language Model mit rund 100 Milliarden Parametern. Es soll das bisherige Modell Teuken7B mit sieben Milliarden Parametern ablösen. Das Training läuft auf rund 130 NVIDIA DGX B200 Systemen — DSGVO-konform, auf deutschem Boden, mit regulierten Datenzugriffspfaden.

Die technische Basis liefert die Industrial AI Cloud von T-Systems in München: über 10.000 GPUs, 0,5 ExaFLOPS Rechenleistung und rund 20 Petabyte Speicher. Das Auftragsvolumen für T-Systems liegt im zweistelligen Millionenbereich. Hinter dem Konsortium stehen sechs deutsche Forschungseinrichtungen, darunter Fraunhofer IAIS und das DFKI. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt mit rund 20 Millionen Euro.

SOOFI ist dabei kein Einzelprojekt. Am Mobile World Congress 2026 präsentierte der Konzern den Magenta AI Call Assistant, entwickelt mit ElevenLabs. Für den Netzbetrieb setzt die Telekom auf MINDR, ein Multi-Agenten-System auf Basis der Google-Gemini-Modelle zur automatisierten Störungserkennung. Die KI-Infrastruktur wird zum Konzernthema.

Analysten optimistisch, Aktie über dem 200-Tage-Schnitt

An der Börse spiegelt sich die strategische Neuausrichtung bislang nur bedingt wider. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit rund 14 Prozent im Plus und notiert deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 29,55 Euro — ein solides Fundament. Zuletzt geriet der Kurs jedoch mit dem breiten Markt unter Druck.

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Die Analystengemeinde bleibt dennoch konstruktiv. JPMorgan hob das Kursziel am 19. März auf 41,50 Euro an und bestätigte „Overweight“ — Analyst Akhil Dattani verwies auf die starke relative Performance des europäischen Telekomsektors im ersten Quartal. Goldman Sachs folgte mit einem Kursziel von 42 Euro und einem „Buy“-Rating. Auch DZ Bank, Barclays, Deutsche Bank, UBS und Bernstein Research sprechen Kaufempfehlungen aus.

Dividende, Rückkauf und der Blick auf den 13. Mai

Auf der Hauptversammlung am 1. April soll eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie beschlossen werden — ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr und der Fortschritt einer Ausschüttungsreihe, die in den vergangenen drei Jahren im Schnitt um zwölf Prozent jährlich gewachsen ist. Das laufende Aktienrückkaufprogramm nähert sich dem Ende seiner ersten Tranche: 550 Millionen Euro sollen bis Ende März platziert sein, das Gesamtprogramm für 2026 umfasst bis zu zwei Milliarden Euro.

Ab dem 13. April beginnen Tarifverhandlungen mit ver.di — die Gewerkschaft fordert für rund 60.000 Beschäftigte 6,6 Prozent mehr Entgelt. Den eigentlichen Stresstest liefern die Q1-Zahlen am 13. Mai 2026: Dann zeigt sich erstmals, ob die KI-Infrastrukturstrategie auch in den Konzernzahlen messbar wird. Die Gewinnprognose für 2026 von rund 47,4 Milliarden Euro bereinigtem Kerngewinn übertraf die Analystenerwartungen bereits leicht — der Anspruch, Europas KI-Infrastruktur mitzugestalten, muss sich nun auch in den Zahlen beweisen.

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