Siemens zieht im März gleich mehrere Hebel: 18 Millionen eigene Aktien werden eingezogen, das Rückkaufprogramm läuft schneller als geplant – und zugleich rückt die geplante Abspaltung von Siemens Healthineers näher. Das ist mehr als Kosmetik, denn parallel liefert der Konzern operativ starke Eckdaten. Was zählt für Aktionäre am Ende stärker: die Kapitalmaßnahmen oder der strategische Umbau?
18 Millionen Aktien weniger – Rückkauf beschleunigt
Siemens will im März 18 Millionen Schatzaktien einziehen und damit das Grundkapital auf 782 Millionen Aktien reduzieren. Der Effekt ist rechnerisch klar: Weniger ausstehende Aktien bedeuten – bei gleichen Gewinnen – einen höheren Gewinn je Aktie.
Dazu kommt Tempo beim Rückkauf. Zwischen dem 16. und 22. Februar kaufte Siemens weitere 354.983 Aktien über Xetra. Seit Start des Programms im Februar 2024 flossen bereits knapp 4,4 Milliarden Euro. Geplant sind insgesamt bis zu 6 Milliarden Euro über maximal fünf Jahre (Ankündigung: November 2023) – Siemens liegt also deutlich vor dem ursprünglichen Zeitplan.
An der Börse zeigte sich zuletzt dennoch Druck: Heute notiert die Siemens-Aktie bei 228,45 Euro (-4,13%). Auf 30 Tage summiert sich das Minus auf 12,25% – der Kurs liegt damit auch klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 250,49 Euro.
Operativ Rückenwind: Rekordauftragsbestand, Prognose rauf
Das Fundament für die Maßnahmen kommt aus dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Oktober bis Dezember 2025). Die Gruppenaufträge stiegen um 10% auf 21,4 Milliarden Euro, der Umsatz um 8%. Treiber waren laut Unternehmen vor allem Digital Industries und Smart Infrastructure.
Im Industriegeschäft legte das Ergebnis auf 2,9 Milliarden Euro zu (+15%), die Marge lag bei 15,6%. Beim Ergebnis je Aktie meldete Siemens 2,80 Euro (Vorjahr: 2,22 Euro bereinigt). Besonders auffällig: Der Auftragsbestand kletterte auf 120 Milliarden Euro – Rekord. Der Book-to-Bill lag bei 1,12, es kamen also mehr neue Aufträge herein als Umsatz verbucht wurde.
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Ein konkreter Wachstumsimpuls kam aus dem Datencenter-Geschäft in Smart Infrastructure: Datencenter-Aufträge sorgten für ein Umsatzplus von 35% im Segment. Aus den USA kamen mehrere Großaufträge für Cloud- und KI-Infrastruktur mit 1,8 Milliarden Euro Bestellungen; in den Vereinigten Staaten stiegen die Orders in diesem Bereich um 54%.
Auf dieser Basis hob Siemens die Jahresprognose für den Gewinn je Aktie (vor PPA) auf 10,70 bis 11,10 Euro an. CFO Ralf Thomas sagte zudem, man erwarte nun die obere Hälfte der Umsatzwachstumsprognose von 6 bis 8% zu erreichen.
Healthineers-Abspaltung: Details im Q2 angekündigt
Parallel konkretisiert Siemens den Konzernumbau. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen die Abgabe der Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers. Geplant ist eine Direktabspaltung von rund 30% der Anteile an die Siemens-Aktionäre. Damit würde Siemens die Kontrollmehrheit verlieren und Healthineers künftig als Minderheitsbeteiligung führen. Als Begründung nennt der Konzern eine Vereinfachung des Portfolios und stärkeren Fokus als Technologieunternehmen.
Noch offen sind Zustimmungen der Hauptversammlungen und regulatorische Freigaben. Details zu Zeitplan und Struktur will Siemens Anfang des zweiten Quartals 2026 vorlegen. Zudem steht ein CFO-Wechsel an: Veronika Bienert übernimmt die Rolle der Finanzchefin am 1. April 2026.
Der nächste feste Termin für neue harte Fakten ist der 13. Mai 2026 mit den Q2-Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 – dann wird sich auch zeigen, ob das starke Auftragsmomentum (inklusive Datencenter-Impulsen) im laufenden Jahr weiter trägt.
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