Das Frankfurter Geldhaus arbeitet weiter an seiner Aufstellung als eigenständiges Institut, doch im Hintergrund verschieben sich die Gewichte. Während sich die Commerzbank erfolgreich 1,75 Milliarden Euro am Anleihemarkt sichert, hat die britische Großbank Barclays ihre Beteiligung spürbar zurückgefahren. Wie passen diese Kapitalmaßnahmen in die aktuelle Abwehrschlacht gegen UniCredit?
Frisches Kapital für die Bilanz
Die Commerzbank demonstriert ihre Zugkraft am Kapitalmarkt. Am Dienstag platzierte das Institut zwei neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1,75 Milliarden Euro. Besonders bemerkenswert ist dabei die Emission einer grünen Anleihe mit Fälligkeit im Jahr 2037.
Dieser Schritt verdeutlicht, dass die Bank trotz der anhaltenden Übernahmespekulationen operativ handlungsfähig bleibt und das Vertrauen institutioneller Investoren genießt. Die Mittelaufnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie mit aktuell 35,85 Euro in Reichweite ihres 52-Wochen-Hochs notiert.
Veränderungen im Aktionärskreis
Weniger unterstützend wirkt eine Meldung aus dem Aktionariat. Barclays hat seine Gesamtposition an der Commerzbank von 5,26 Prozent auf 4,06 Prozent reduziert. Der Abbau erfolgte überwiegend im Bereich der Finanzinstrumente, etwa durch den Verkauf von Optionen und Swaps.
In der aktuellen Gemengelage wird jede Veränderung in der Eigentümerstruktur genau beobachtet. Die italienische UniCredit hält weiterhin Zugriff auf über 29 Prozent der Anteile (inklusive Instrumente) und drängt auf einen Zusammenschluss. Der Bund verbleibt mit rund 12 Prozent als Ankeraktionär, der eine feindliche Übernahme bisher ablehnt. Der Teilrückzug von Barclays könnte die Volatilität in der Aktie, die auf Jahressicht bereits über 75 Prozent zugelegt hat, kurzfristig beeinflussen.
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Operative Stärke und Aktienrückkauf
Um den Aktienkurs zu stützen und Kapital an die Eigentümer zurückzugeben, treibt das Management sein eigenes Rückkaufprogramm voran. Seit Mitte Februar läuft das sechste Programm mit einem Volumen von bis zu 540 Millionen Euro. Allein in den ersten Tagen wurden fast zwei Millionen eigene Aktien vom Markt genommen.
Fundamental untermauert wird diese Strategie durch das Rekordergebnis des Geschäftsjahres 2025. Mit einem operativen Ergebnis von 4,5 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 2,63 Milliarden Euro hat die Bank ihre Ertragskraft bewiesen – ein zentrales Argument der Geschäftsführung für den Erhalt der Eigenständigkeit.
Da das aktuelle Aktienrückkaufprogramm noch bis zum 26. März 2026 läuft und am 8. Mai die Quartalszahlen anstehen, bleiben die kommenden Wochen für die weitere Kursentwicklung entscheidend. Anleger werden genau beobachten, ob die operative Stärke ausreicht, um die Begehrlichkeiten aus Mailand dauerhaft abzuwehren.
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