Der Satellitenbetreiber verschafft sich finanziellen Spielraum für seinen radikalen Konzernumbau. Während das klassische TV-Geschäft weiter schrumpft, treibt Eutelsat die Expansion im Weltraum-Internet voran. Die erfolgreiche Platzierung einer neuen Anleihe sichert die Strategie nun langfristig ab, doch der französische Staat setzt den Ambitionen am Boden klare Grenzen.
Frisches Kapital bis 2033
Eutelsat Communications hat die Neuordnung seiner Bilanz mit einer Anleiheemission im Volumen von 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Das Unternehmen platzierte Papiere in zwei Tranchen: 850 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis 2031 (Kupon 5,75 %) und 650 Millionen Euro bis 2033 (Kupon 6,25 %). Dass die begleitende Bank BNP Paribas keine Stützungskäufe tätigen musste, deutet auf eine solide Nachfrage am Markt hin.
Das Management nutzt die Erlöse primär zur Umschuldung. Teurere Altschulden mit Fälligkeiten in den Jahren 2027 und 2029 werden abgelöst. Durch diesen Schritt verschiebt der Konzern seinen Rückzahlungshorizont deutlich in das nächste Jahrzehnt und sichert sich Liquidität für die operative Neuausrichtung. Die formale Ausgabe der Papiere ist für den kommenden Donnerstag geplant.
Wachablösung im operativen Geschäft
Die Halbjahreszahlen verdeutlichen die massive Verschiebung des Geschäftsmodells. Das klassische Videosegment, einst die Cashcow des Unternehmens, verliert weiter an Boden. Der Umsatz in diesem Bereich sank um fast 45 Millionen Euro, da lineares Fernsehen zunehmend an Bedeutung verliert.
Im Gegenzug entwickelt sich die Sparte für LEO-Konnektivität (Low Earth Orbit) zum neuen Wachstumsmotor. Die Erlöse hieraus sprangen um rund 60 Prozent auf 110,5 Millionen Euro an. Besonders die Nachfrage nach Internetverbindungen in Flugzeugen treibt das Geschäft: Die Anzahl der Installationen hat sich binnen sechs Monaten versechsfacht. Mittlerweile machen Konnektivitätslösungen 56 Prozent des Gesamtgeschäfts aus und haben den Videobereich als wichtigste Einnahmequelle abgelöst.
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Paris legt Veto ein
Ein Wermutstropfen bleibt die gescheiterte Veräußerung der Bodeninfrastruktur. Eutelsat plante, durch einen Teilverkauf an Private-Equity-Investoren rund 550 Millionen Euro zu erlösen. Dieser Deal wurde jedoch von der französischen Regierung blockiert.
Da der Staat mit knapp 30 Prozent größter Einzelaktionär ist und die Antennen als strategisch wichtige Infrastruktur für zivile und militärische Zwecke einstuft, verweigerte Minister Roland Lescure die Genehmigung. Das Management betonte zwar, dass dies die finanzielle Prognose für das laufende Geschäftsjahr nicht gefährde, die geplante Cash-Injektion entfällt jedoch ersatzlos.
Das Unternehmen hält an seinen Jahreszielen fest und erwartet weiterhin stabile Gesamterlöse sowie eine Verschuldungsquote von rund dem 2,7-fachen des EBITDA. Ob die LEO-Sparte das Wachstumstempo halten kann, wird sich spätestens bei der Vorlage der nächsten Quartalsergebnisse am 12. Mai 2026 zeigen.
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