BP steht zum Jahresstart unter genauem Marktblick. Milliardenabschreibungen, ein überraschender CEO-Abgang und gesenkte Kursziele zwingen Investoren dazu, ihre Erwartungen neu zu sortieren. Gleichzeitig lockt die hohe Dividendenrendite und stützt den Kurs zumindest teilweise. Wie stabil ist dieses Gleichgewicht?
Analysten werden vorsichtiger
Mehrere große Häuser haben in den vergangenen Tagen ihre Kursziele für BP nach unten angepasst. Berenberg senkte sein Ziel leicht von 525 auf 520 Pence und reiht sich damit in eine vorsichtigere Grundhaltung ein.
Auch international dominieren eher zurückhaltende Anpassungen:
- Scotiabank reduzierte das Kursziel von 43 auf 41 US‑Dollar
- Piper Sandler senkte auf 43 US‑Dollar
- Morgan Stanley liegt nun bei 415 Pence
Trotz dieser Korrekturen bleibt das durchschnittliche 12‑Monats-Kursziel mit rund 42,54 US‑Dollar über dem aktuellen Kursniveau. Die Spanne der Schätzungen ist allerdings breit – von 26,50 bis 66 US‑Dollar – und unterstreicht die Unsicherheit über den weiteren Weg des Konzerns. Das Konsensrating liegt weiterhin bei „Hold“, also eher abwartend als euphorisch.
Milliardenabschreibung belastet Bewertung
Der wichtigste Belastungsfaktor ist eine angekündigte Wertberichtigung in Milliardenhöhe. BP rechnet im vierten Quartal mit einer Abschreibung zwischen 4 und 5 Milliarden US‑Dollar. Betroffen sind vor allem Projekte im Bereich Energiewende sowie ein schwächeres Ölhandelsergebnis.
Diese Sonderbelastung drückt die kurzfristige Ertragskraft und zwingt den Markt, die Profitabilität neu zu bewerten. Hinzu kommt die abrupt erfolgte Demission von CEO Murray Auchincloss im Dezember 2025. Solche Führungswechsel ohne lange Übergangsphase verstärken typischerweise die Unsicherheit, weil strategische Aussagen des interimistischen Managements abgewartet werden.
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In dieser Gemengelage bewegt sich die Aktie aktuell nur leicht: Heute notiert der Titel bei 5,06 Euro und liegt damit nur knapp über dem 50‑Tage-Durchschnitt, was den defensiven Charakter der jüngsten Kursentwicklung widerspiegelt.
Fundamentaldaten im Fokus
Parallel zu den Bewertungsfragen rücken die harten Kennzahlen stärker in den Mittelpunkt. Investoren wägen dabei Licht und Schatten ab:
- Dividendenrendite: Mit rund 5,6 % bleibt die Ausschüttung attraktiv und bietet eine gewisse Unterstützung für den Kurs.
- Verschuldung: Die Verschuldungsquote (Debt-to-Equity) liegt laut Markteinschätzungen deutlich über dem Niveau wichtiger Wettbewerber, was in einem Umfeld hoher Investitionen in neue Energien zusätzlichen Druck erzeugt.
- Marktkapitalisierung: Rund 90,8 Milliarden US‑Dollar unterstreichen die Größe des Konzerns, ändern aber nichts an der Notwendigkeit, Kapital effizient einzusetzen.
- Asset-Verkauf: Der Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an Castrol an Stonepeak zu einer Bewertung von 10 Milliarden US‑Dollar bringt frische Liquidität und schafft finanziellen Spielraum.
Gerade der Castrol-Deal zeigt, dass BP aktiv am Portfolio arbeitet, um Mittel freizusetzen – ein Punkt, den viele Marktteilnehmer angesichts der hohen Schulden genau beobachten.
Ausblick auf die nächsten Wochen
Kurzfristig ist die Aktie zwischen zwei Kräften gefangen: Auf der einen Seite steht die belastende Wirkung der milliardenschweren Abschreibung und der unsicheren strategischen Ausrichtung nach dem CEO-Abgang. Auf der anderen Seite sorgt die hohe Dividendenrendite für eine gewisse Unterstützung, sodass der Titel bislang eher in einem defensiven Muster verharrt.
Mit der anstehenden Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal rückt nun vor allem eines in den Mittelpunkt: Wie das Management den Abbau der Schulden, die Rolle weiterer Portfoliomaßnahmen wie dem Castrol-Verkauf und die künftige Ausrichtung des Low-Carbon-Geschäfts konkret ausgestaltet. Diese Eckpunkte werden entscheidend dafür sein, ob aus der abwartenden Marktstimmung wieder ein klarer Trend wird.
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