Der Satellitenbetreiber Eutelsat musste am Donnerstag einen herben Rückschlag hinnehmen: Der geplante Verkauf der passiven Bodeninfrastruktur an EQT Infrastructure VI ist gescheitert. Die Transaktion hätte dem Unternehmen rund 550 Millionen Euro für den Schuldenabbau einbringen sollen. Die Aktie reagiert mit deutlichen Verlusten – am 29. Januar sackte der Kurs zeitweise um über 2,4 Prozent auf 2,32 Euro ab.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
- Verkauf der Bodenstations-Assets an EQT ist geplatzt (Bedingungen nicht erfüllt)
- Entgangener Nettoerlös: rund 550 Millionen Euro
- Verschuldungsprognose steigt: Net Debt/EBITDA nun bei 2,7x statt 2,5x
- EBITDA-Marge-Ziel für 2028/29 auf 65 Prozent angehoben (zuvor 60 Prozent)
- Operative Erfolge: Kabelio verlängert HOTBIRD-Vertrag bis 2031
Liquidität entgeht – Profitabilität bleibt
Das Scheitern des Deals hat ambivalente Folgen. Einerseits fehlt dem hoch verschuldeten Konzern die dringend benötigte Liquidität zur Bilanzentlastung. Andererseits bleiben die profitablen Assets im Unternehmen: Der jährliche EBITDA-Beitrag von 75 bis 80 Millionen Euro, der durch den Verkauf verloren gegangen wäre, fließt weiterhin in die Kasse.
Für die Verschuldungskennzahl bedeutet dies eine Korrektur nach oben. Zum Jahresende wird das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA nun bei etwa 2,7x liegen – statt der ursprünglich avisierten 2,5x. Das Management betont jedoch, dass die übrigen Finanzziele für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 unverändert bleiben.
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Margenziel nach oben geschraubt
Die Kehrseite der gescheiterten Transaktion zeigt sich in der langfristigen Profitabilitätsprognose. Da Eutelsat die Infrastruktur nicht mehr zurückmieten muss, entfallen entsprechende Kosten. Das Unternehmen hebt daher das EBITDA-Marge-Ziel für das Geschäftsjahr 2028/29 auf rund 65 Prozent an – ein deutlicher Sprung gegenüber den vorherigen 60 Prozent.
Stabilität im operativen Geschäft
Abseits der Finanzstruktur meldet Eutelsat operative Kontinuität. Die Schweizer TV-Plattform Kabelio hat ihren Vertrag für Satellitenkapazitäten auf der HOTBIRD-Position bei 13° Ost vorzeitig um fünf Jahre bis Ende 2031 verlängert. Über diese Position werden mehr als 60 HD-Kanäle verbreitet.
CEO Jean-François Fallacher hob zudem die strategische Bedeutung des europäischen Satellitenprojekts IRIS2 hervor. Die Multi-Orbit-Konstellation soll Europa ab 2029 eine autonome, hochsichere Satellitenkommunikation ermöglichen. Das geplatzte Geschäft mit EQT zwingt Eutelsat nun, den Schuldenabbau über alternative Wege voranzutreiben – während die operative Basis zunächst stabil bleibt.
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