Redcare Pharmacy steht zum Jahresende an mehreren Fronten unter Druck. Nach einem ohnehin schwachen Börsenjahr verschärft sich nun der Wettbewerb im Kerngeschäft der Online-Apotheke deutlich. Besonders brisant: Ausgerechnet ein Handelsriese mit hoher Markenbekanntheit greift jetzt im deutschen Versandmarkt für rezeptfreie Medikamente an.
dm greift das Non-Rx-Geschäft an
Auslöser der aktuellen Sorgen ist der Ausbau der Online-Aktivitäten von dm-drogerie markt. Der Drogeriekonzern hat sein E-Commerce-Angebot inzwischen um einen Versandservice für nicht verschreibungspflichtige Medikamente (Non-Rx) erweitert. Damit dringt ein etablierter Filialist direkt in einen Bereich vor, der für Redcare bislang ein zentrales Erlösstandbein ist.
Die Konkurrenzsituation verschiebt sich damit spürbar. Ein Schwergewicht wie dm bringt Millionen Stammkunden, hohe Marktdurchdringung und starke Markenbindung mit. Für spezialisierte Online-Apotheken wie Redcare bedeutet das potenziell sinkende Margen und Druck auf die Marktanteile. Besonders heikel: Während Redcare stark auf den Ausbau des E-Rezepts (e-Rx) setzt, gerät der bedeutende OTC- bzw. Non-Rx-Bereich nun ausgerechnet dort unter Beschuss, wo viele Kunden spontan und preisbewusst entscheiden.
Schwache Kursentwicklung und technisches Bild
An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage klar wider. Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten etwa halbiert und liegt seit Jahresanfang fast 50 % im Minus. Mit einem Schlusskurs von 65,80 € heute notiert der Titel deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 138,40 € und weist damit einen Abstand von über 50 % auf.
Kurzfristig fällt auf: Trotz einer leichten Erholung von gut 2 % in den letzten sieben und 30 Tagen bleibt der übergeordnete Abwärtstrend intakt. Der Kurs liegt zwar knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt, aber weit unter der 200-Tage-Linie, was technisch eine anhaltende Schwächephase signalisiert. Die Aktie zählt damit weiterhin zu den schwächeren Werten im MDAX, größere Erholungsversuche konnten bislang nicht durchgezogen werden.
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Shortseller bleiben aktiv
Zusätzlichen Druck bringt die anhaltende Aktivität von Shortsellern. Neue Transparenzmeldungen vom heutigen 31. Dezember 2025 zeigen, dass institutionelle Investoren weiterhin Netto-Shortpositionen auf Redcare halten. Diese Marktteilnehmer setzen somit explizit auf weiter fallende Kurse.
Dass trotz der Rückzahlung einer Wandelanleihe zu Monatsbeginn keine Entlastung im Kursbild erkennbar ist, unterstreicht die Skepsis gegenüber der mittelfristigen Wachstumsperspektive. Im Fokus stehen dabei vor allem zwei Fragenkomplexe: Wie stark wird der Margen- und Marktanteilsdruck durch dm im Non-Rx-Segment? Und kann die E-Rezept-Strategie diese Belastungen zeitnah kompensieren? Die aktuelle Shortquote legt nahe, dass professionelle Investoren hier vorerst keine klare Trendwende erkennen.
Kerndaten im Überblick
- Kursentwicklung 12 Monate: ca. -50 %
- Schlusskurs heute: 65,80 €
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch (138,40 €): rund -52 %
- Wettbewerb: dm startet Versand für rezeptfreie Medikamente
- Sentiment: anhaltend hohe Shortseller-Aktivität laut aktuellen Meldungen
Ausblick: Bewährungsprobe für die Strategie
Die Lage für Redcare Pharmacy bleibt angespannt. Die Börse preist derzeit sowohl den verschärften Wettbewerb durch dm im OTC-/Non-Rx-Segment als auch die bislang fehlende Dynamik im Kurs ein. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen in den kommenden Quartalen mit belastbaren Zahlen zeigen kann, dass das E-Rezept- und Digitalisierungsmodell ausreichend Wachstum und Profitabilität generiert, um die neuen Wettbewerbsrisiken auszugleichen. Ohne solche Nachweise spricht der aktuelle Trend und die Short-Positionierung eher für ein weiterhin schwieriges Umfeld für die Aktie.
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