RWE Aktie: Doppelsieg gelungen

RWE sichert sich einen 6,9-Gigawatt-Auftrag für Offshore-Wind in Großbritannien und finanziert das Wachstum durch eine Partnerschaft mit dem Investor KKR, was den Aktienkurs nahe an sein Jahreshoch bringt.

Kurz zusammengefasst:
  • Zuschlag für 6,9 Gigawatt Offshore-Wind in Großbritannien
  • Partnerschaft mit KKR reduziert Kapitalbedarf
  • Aktie notiert nahe dem 52-Wochen-Hoch
  • Langfristig garantierte Strompreise sichern Cashflow

Während Wettbewerber mit Abschreibungen und gescheiterten Auktionen kämpfen, demonstriert der Essener Energieversorger operative Stärke. RWE sicherte sich nicht nur ein massives Projektvolumen in Großbritannien, sondern präsentierte zeitgleich eine smarte Finanzierungslösung, die die Bilanz schont. Dies treibt den Kurs in die Nähe des 52-Wochen-Hochs.

  • Großauftrag: Zuschlag für 6,9 Gigawatt Offshore-Kapazität in UK.
  • Partnerschaft: US-Investor KKR übernimmt 50 Prozent an Norfolk-Projekten.
  • Performance: Kursgewinn von 9,78 Prozent seit Jahresanfang.

Machtdemonstration in Großbritannien

In der britischen „Allocation Round 7“ hat Rwe die Konkurrenz deutlich distanziert. Der Konzern gewann Differenzverträge für fünf Offshore-Windprojekte mit einer Gesamtkapazität von 6,9 Gigawatt (GW). Zum Vergleich: Der Wettbewerber EnBW ging leer aus und musste infolgedessen Milliardenabschreibungen ankündigen.

Rwe

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Entscheidend für die Bewertung der Rwe Aktie sind die finanziellen Rahmenbedingungen dieses Erfolgs. Das Unternehmen erhält für die Laufzeit von 20 Jahren einen inflationsindexierten Preis von 91,20 GBP pro Megawattstunde. In einem volatilen Marktumfeld garantieren diese Konditionen langfristig stabile Cashflows, die weitgehend unabhängig von kurzfristigen Strompreisschwankungen am Spotmarkt sind.

Smartes Finanzierungsmodell mit KKR

Wachstum kostet Geld, doch Rwe vermeidet eine übermäßige Belastung der eigenen Bücher. Für die Großprojekte „Norfolk Vanguard East“ und „Norfolk Vanguard West“, die zusammen etwa 3,1 GW umfassen, holt der Versorger den US-Finanzinvestor KKR an Bord.

KKR erwirbt 50 Prozent der Anteile an diesen Vorhaben. Dieser Schritt reduziert den Kapitalbedarf für Rwe erheblich, da Entwicklungskosten und Risiken geteilt werden. Der für den Sommer 2026 erwartete Abschluss der Transaktion schafft finanziellen Spielraum für weitere Investitionen in die grüne Transformation oder Ausschüttungen an die Aktionäre.

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Kursentwicklung und politische Rückendeckung

Der Markt honoriert die Kombination aus Projekterfolg und Kapitaleffizienz. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 51,50 Euro, was einem Wochenplus von 1,46 Prozent entspricht. Mit einem Abstand von nur noch 3,60 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 53,42 Euro bestätigt der Titel seinen robusten Aufwärtstrend.

Zusätzliche Unterstützung liefert die Einigung zur Kraftwerksstrategie in Deutschland, die Rwe den Bau von 3 GW wasserstofffähiger Gaskraftwerke ermöglicht. Flankiert wird dies durch einen neuen LNG-Liefervertrag mit Texas LNG ab 2030, der die Versorgungssicherheit im Handelsgeschäft stärkt.

Die Analysten von Bernstein Research bestätigten am 16. Januar ihr „Outperform“-Rating. Zwar notiert der Kurs inzwischen leicht über dem dort genannten Kursziel, doch spiegelt dies das gestiegene Vertrauen der Investoren in die Umsetzungskraft des Managements wider. Solange die Projektausführung im Zeitplan bleibt und die Zinsen stabil sind, sind die fundamentalen Voraussetzungen für eine Fortsetzung des positiven Trends gegeben.

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