Covestro Aktie: Pläne gefährdet?

ADNOC hat das Ausschlussverfahren für verbliebene Covestro-Aktionäre eingeleitet. Die Höhe der Barabfindung wird nun durch ein Gutachten bestimmt, bevor die Aktie vom Markt genommen wird.

Kurz zusammengefasst:
  • Formeller Start des Ausschlussverfahrens durch ADNOC
  • Höhe der Barabfindung noch nicht festgelegt
  • Aktienkurs notiert leicht unter früherem Angebot
  • Delisting nach Hauptversammlungsbeschluss geplant

Der Einstieg von ADNOC bei Covestro erreicht heute seinen letzten großen Meilenstein. Mit der Einleitung des Squeeze-Out-Verfahrens ist der Weg für das Delisting praktisch vorgezeichnet. Für die verbliebenen Minderheitsaktionäre dreht sich jetzt alles nur noch um eine Frage: Auf welchem Niveau wird die Barabfindung festgelegt?

Squeeze-Out offiziell gestartet

Am Freitagvormittag meldete Covestro per Ad-hoc-Mitteilung den nächsten formellen Schritt im Übernahmeprozess. Die XRG P.J.S.C., eine indirekte Tochter der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), hat das Verlangen nach § 327a AktG gestellt, die restlichen Aktien der Minderheitsaktionäre gegen Barabfindung zu übernehmen.

Covestro

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Die Grundlage dafür ist klar:

  • XRG P.J.S.C. und ADNOC International Germany Holding AG halten rund 95,10 % des Grundkapitals
  • Damit ist die gesetzliche Schwelle für einen aktienrechtlichen Squeeze-Out überschritten
  • Die Übertragung der verbliebenen Aktien soll über eine noch einzuberufende Hauptversammlung beschlossen werden
  • Die konkrete Höhe der Barabfindung steht noch aus und wird erst nach einer Unternehmensbewertung festgelegt

Im Handel spiegelt sich diese Situation in einem weitgehend ruhigen Kursbild wider. Zuletzt notierte die Aktie bei rund 60,50 Euro und damit leicht unter dem früheren Übernahmeangebot, was zur aktuellen Phase des Prozesses passt.

Von der Übernahmespekulation zum Delisting

Der heutige Schritt ist das Resultat eines mehrjährigen Prozesses. Seit Juli 2023 begleiteten Übernahmespekulationen den Titel, die schließlich in ein offizielles Angebot von ADNOC mündeten. Viele Investoren hatten ihre Aktien bereits im Rahmen dieses öffentlichen Angebots zu 62,00 Euro je Aktie angedient; die Auszahlung erfolgte im Dezember 2024.

Dass der Marktpreis aktuell etwas darunter liegt, ist in dieser Situation üblich. Squeeze-Out-Abfindungen orientieren sich in der Regel an einem neuen, nach IDW S1-Standard erstellten Bewertungsgutachten und müssen nicht identisch mit dem letzten Angebotspreis sein – bewegen sich aber häufig in einer vergleichbaren Größenordnung.

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Parallel dazu liefen regulatorische Prüfungen, insbesondere kartellrechtliche Verfahren, die den Kontrollübergang an ADNOC vorbereitet haben. Auf operativer Ebene hatte der Käufer zugesichert, die europäischen Aktivitäten von Covestro nicht zurückzufahren. Berichte aus der Branche im Dezember 2025 und Januar 2026 bestätigen diese Linie.

Bemerkenswert ist zudem: Während sich die Eigentümerstruktur grundlegend verändert, bleibt das operative Geschäft sichtbar aktiv. Auf der CES 2026 trat Covestro gemeinsam mit BLUETTI auf und präsentierte nachhaltige Energielösungen auf Basis bio-zirkulärer Kunststoffe – ein Signal, dass das Tagesgeschäft weiterläuft, obwohl der Börsenabgang näher rückt.

Was die Bewertung jetzt treibt

Für die verbleibenden Aktionäre rückt damit ein Punkt klar in den Vordergrund: die Ermittlung eines angemessenen Abfindungsbetrags. Der weitere Fahrplan ist rechtlich klar umrissen:

  1. Erstellung eines Bewertungsgutachtens zur Bestimmung des Unternehmenswerts je Aktie
  2. Gerichtliche Bestellung eines sachverständigen Prüfers
  3. Einberufung der Hauptversammlung mit Beschluss über den Squeeze-Out
  4. Eintragung des Beschlusses ins Handelsregister – mit diesem Zeitpunkt gehen alle restlichen Aktien automatisch auf XRG P.J.S.C. über, die Börsennotiz endet

Charttechnische Signale treten in dieser Phase in den Hintergrund, doch ein Blick auf die Daten verdeutlicht die Ausgangslage: Mit einem aktuellen Kurs von 66,00 USD liegt der Titel exakt auf seinem 52-Wochen-Hoch und rund 10 % über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der Markt hat den Kontrollwechsel also längst eingepreist, größere Ausschläge sind vor Bekanntgabe der Abfindung eher nicht zu erwarten.

Fazit: Fokus auf Abfindung und Hauptversammlung

Die Covestro-Aktie steht damit unmittelbar vor dem Abschied vom Börsenparkett. Der Kontrollübergang an ADNOC ist faktisch vollzogen, die rechtlichen Schritte zum Squeeze-Out laufen an. Entscheidend wird nun das Bewertungsgutachten, das den Abfindungsbetrag untermauert und in der Einladung zur Hauptversammlung konkret benannt werden soll. Mit diesem Beschluss und der anschließenden Eintragung ins Handelsregister endet die eigenständige Börsennotierung – und für die Minderheitsaktionäre das Kapitel Covestro an der Börse.

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