Adobe steht im Zentrum der aktuellen Debatte rund um KI und kreative Software. Nach Wochen wachsender Sorgen, generative KI könnte zentrale Geschäftsbereiche bedrohen, reagiert der Konzern nun mit einem klaren Gegenentwurf. Mit einer neuen Plattform für „sichere“ KI-Inhalte und frischen Allianzen in Hollywood versucht Adobe, die eigene Rolle in der AI-Ära neu zu definieren.
Firefly Foundry: Antwort auf die Disruptionsangst
Am Samstag, 24. Januar, hat Adobe offiziell Firefly Foundry vorgestellt – eine Enterprise-Plattform, die speziell auf die Bedürfnisse großer Unternehmen zugeschnitten ist. Kernziel: Generative KI nutzbar machen, ohne Urheberrechts- und Markensicherheitsrisiken einzugehen.
Anders als offene KI-Modelle setzt Firefly Foundry darauf, dass Firmen ihre Modelle mit ihrem eigenen kreativen Material trainieren können. So sollen Ausgaben entstehen, die zu den bestehenden Markenwelten passen und zugleich rechtlich besser abgesichert sind. Gerade bei globalen Konzernen waren genau diese Punkte bislang ein Haupthindernis für den breiten Einsatz von generativer KI.
Der Schritt ist klar als Reaktion auf die zuletzt dominierende „AI-Disruption“-Erzählung zu sehen. Berichte über Anthropics „Cowork“-Agenten hatten die Sorge geschürt, dass automatisierte KI-Assistenten Aufgaben übernehmen könnten, für die bisher Adobes Creative-Cloud-Produkte genutzt wurden. Mit Firefly Foundry signalisiert Adobe, dass man sich in diese neuen Workflows integrieren will – nicht an den Rand gedrängt werden.
Hollywood-Deals: Signal an die Profi-Kreativen
Parallel zur Produkteinführung hat Adobe beim laufenden Sundance Film Festival mehrere Kooperationen mit der Film- und Entertainmentbranche bekanntgegeben. Ziel ist es, die führende Position im professionellen Kreativsegment zu verteidigen – genau jenem Bereich, den viele Beobachter als besonders anfällig für neue KI-Konkurrenz einstufen.
Die Vereinbarungen umfassen:
- Talentagenturen: Kooperationen mit den Branchengrößen CAA, WME und UTA
- Studios & Produktionen: Zusammenarbeit beim Aufbau „kommerziell sicherer“ KI-Workflows für Film- und TV-Projekte
- Klare Positionierung: Fokus auf IP-geschützte Inhalte und rechtliche Absicherung – als bewusster Kontrast zu rechtlich riskanteren offenen KI-Modellen
Damit unterstreicht Adobe, dass man sich an der Schnittstelle von Kreativwirtschaft und KI-Technologie positionieren will – und versucht, genau jene Profis zu halten, die für die Marke strategisch besonders wichtig sind.
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Marktlage und institutionelle Ströme
An der Börse spiegelt sich die Skepsis rund um KI jedoch weiterhin deutlich wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 301,37 US-Dollar – rund ein Drittel unter dem 52‑Wochen-Hoch von 445,25 US-Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Minus auf gut 28 Prozent, was den Druck zeigt, unter dem etablierte Softwarewerte im Zuge der „AI-Neubewertung“ stehen.
Institutionelle Investoren reagieren unterschiedlich auf diese Phase:
- Baillie Gifford & Co. nutzte die Schwächephase im dritten Quartal für einen Neueinstieg und kaufte rund 50.514 Aktien.
- Mitsubishi UFJ Trust & Banking Corp erhöhte seine Position um etwa 60 Prozent.
- Dash Acquisitions Inc. und CIBC Asset Management reduzierten hingegen ihr Engagement und trennten sich von Anteilen im aktuellen Unsicherheitsumfeld.
Das Bild: Einige Adressen sehen die niedrigeren Kurse als Chance, andere bleiben angesichts der KI-Risiken vorsichtig.
Fundamentale Basis bleibt solide
Operativ liefert Adobe bislang weiter ab. Im jüngsten Quartal erzielte der Konzern einen Umsatz von 6,19 Milliarden US-Dollar und lag damit leicht über den Analystenerwartungen von 6,11 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie (EPS) kam mit 5,50 US-Dollar ebenfalls über dem Konsenskurs von 5,40 US-Dollar heraus.
Trotz dieser soliden Zahlen richtet sich der Fokus am Markt derzeit weniger auf die Vergangenheit als auf die Frage, wie sich das Geschäftsmodell im Umfeld autonomer KI-Agenten behaupten kann. Die Sorge: Starke KI-Assistenten wie Anthropics „Cowork“ könnten mittelfristig klassische Kreativ-Workflows verkürzen oder teilweise ersetzen – und damit auch Teile des bisherigen Lizenzgeschäfts unter Druck setzen.
Fazit: Konkreter Schritt, Bewährungsprobe folgt
Mit Firefly Foundry und den neuen Hollywood-Partnerschaften setzt Adobe ein deutliches Zeichen: Der Konzern will die KI-Entwicklung aktiv gestalten und sich als Anbieter rechtssicherer, markenkonformer AI-Lösungen etablieren. Entscheidend wird nun, ob große Unternehmenskunden und die Filmbranche diese Angebote im Alltag annehmen und damit die Story von der reinen „Disruption“ hin zu einer integrierten KI-Zusammenarbeit drehen. Der nächste Lackmustest folgt, wenn die Märkte nach dem Wochenende eröffnen und sich zeigt, ob die neuen Initiativen dem Kurs zumindest kurzfristig einen tragfähigen Boden verschaffen.
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