Ocugen hat im Januar gleich zwei Themen geliefert, die für Biotech-Anleger zählen: neue Wirksamkeitsdaten aus einer Phase-2-Studie – und frisches Geld in der Kasse. Genau diese Kombination entscheidet oft darüber, ob ein Projekt Momentum bekommt oder im Alltag der Finanzierungssorgen steckenbleibt. Doch wie belastbar sind die Ergebnisse wirklich?
Phase-2-Daten: Weniger Läsionswachstum, sauberes Sicherheitsbild
Mitte Januar meldete das Unternehmen positive vorläufige 12-Monats-Daten aus der Phase-2-ArMaDa-Studie zu OCU410, einer Gen-Therapie gegen geografische Atrophie (GA) als Folge trockener altersbedingter Makuladegeneration. Wichtig dabei: Ausgewertet war zu diesem Zeitpunkt etwa die Hälfte der Patienten nach 12 Monaten.
Laut Mitteilung zeigte sich in den mittleren und hohen Dosierungen gegenüber der Kontrollgruppe eine Reduktion des Läsionswachstums um 46% (p=0,015; N=23). In der Aufschlüsselung erreichte die mittlere Dosis 54% (p=0,02; N=10), die hohe Dosis 36% (p=0,05; N=8). Zudem sprach rund die Hälfte der Patienten so an, dass die Läsionsgröße um mehr als 50% stärker zurückging als in der Kontrollgruppe.
Für Biotech-Investoren ist neben der Wirksamkeit ein Punkt mindestens genauso entscheidend: die Sicherheit. Ocugen berichtet, dass über Phase 1 und Phase 2 hinweg keine arzneimittelbedingten schwerwiegenden Nebenwirkungen im Zusammenhang mit OCU410 aufgetreten seien. Beim Zeitplan bleibt die Firma ambitioniert und nennt weiterhin 2028 als Ziel für einen BLA-Antrag (Zulassungsantrag in den USA).
Kapitalerhöhung: Runway bis Q4 2026
Nur wenige Tage später folgte die zweite zentrale Nachricht: Am 23. Januar schloss Ocugen eine platzierte Aktienemission ab. Insgesamt wurden 15.000.000 Aktien zu 1,50 US-Dollar je Aktie ausgegeben. Das brachte brutto 22,5 Mio. US-Dollar und netto rund 20,85 Mio. US-Dollar nach Gebühren und Kosten ein.
Federführend war RTW Investments, weitere neue und bestehende Investoren beteiligten sich. Das Unternehmen will das Geld für allgemeine Unternehmenszwecke nutzen – inklusive Working Capital, Investitionen sowie Verwaltungs- und Betriebskosten. Entscheidend: Ocugen erwartet, damit die Liquiditätsreichweite bis ins vierte Quartal 2026 zu verlängern.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
– Studie: Phase 2 ArMaDa (OCU410), vorläufige 12-Monats-Daten (ca. 50% der Patienten)
– Wirksamkeit: 46% geringeres Läsionswachstum vs. Kontrolle (mittlere + hohe Dosis)
– Sicherheit: keine arzneimittelbedingten schwerwiegenden Nebenwirkungen (Phase 1 + 2)
– Finanzierung: 15 Mio. neue Aktien zu 1,50 US-Dollar
– Erlös: 22,5 Mio. US-Dollar brutto / ca. 20,85 Mio. US-Dollar netto
– Liquidität: nach Unternehmensangaben bis Q4 2026 verlängert
– Zulassungsziel: BLA-Antrag für 2028 weiter avisiert
Kursbild: Zuletzt unter Druck
Am Freitag schloss die Aktie bei 1,25 Euro und lag damit in den vergangenen sieben Tagen spürbar im Minus (-10,94%). Das passt zu einem Titel, der zwar von klinischen Fortschritten profitieren kann, aber durch Verwässerungseffekte und den typischen Finanzierungsbedarf in der Branche immer wieder Gegenwind bekommt.
Unterm Strich hat Ocugen im Januar zwei Voraussetzungen verbessert, die der Markt sehen will: Daten, die eine Story untermauern, und Kapital, das Zeit verschafft. Der nächste konkrete Meilenstein bleibt der weitere Studienfortschritt – während das zusätzliche Geld vor allem eines tut: den Kalender bis Q4 2026 nach hinten schieben.
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