Digitalisierung: HR holt auf


07.08.19 09:41
Meldung
 


DGAP-Media / 07.08.2019 / 09:37

  • DHBW Lörrach und hkp/// group veröffentlichen zweite Studie zum Stand der Digitalisierung der HR-Profession
  • Größtes Hindernis ist nicht mehr das Budget, sondern mangelnde digitale Kompetenz


Ergebnisse der Studie "HR drives digital"

Frankfurt am Main, 07.08.2019. HR-Organisationen haben in Sachen Digitalisierung aufgeholt, wirken jedoch noch nicht als aktive digitale Treiber in den Unternehmen. Als größtes Hindernis der Digitalisierung gilt die fehlende digitale Kompetenz in HR-Abteilungen, aber auch bei Führungskräften in den Unternehmen ganz allgemein.

Dies sind die zentralen Erkenntnisse der Studie "HR drives digital", die gemeinsam von der Unternehmensberatung hkp/// group sowie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach (DHBW) unter 136 Personalentscheidern aus verschiedenen Branchen im deutschsprachigen Raum durchgeführt wurde.

Im Mittelpunkt der Studie steht die Feststellung des digitalen Reifegrades von HR. Identifiziert wurden dabei drei Gruppen: Die digital Fortschrittlichen, ein großes Mittelfeld sowie wenige Nachzügler. Dem überwiegenden Teil der Personalbteilungen wird mittlerweile ein zumindest mittlerer digitaler Reifegrad attestiert. "Im Vergleich zu unserer letzten Studie ist die Digitalisierung in HR nachweislich vorangeschritten", stellt hkp/// group Senior Manager Leon Jacob fest. "Auch wenn HR die Digitalisierung in den Unternehmen noch nicht aktiv vorantreibt, ist das Potenzial, aktiver Gestalter des Wandels zu werden, mittlerweile gegeben", zeigt sich Jacob zuversichtlich.

Neben fehlenden digitalen Kompetenzen benennt die Studie u.a. Generationsunterschiede im Sinne fehlender Veränderungsbereitschaft innerhalb der Belegschaft als ein großes Hemmnis für die Digitalisierung. Weitere Hürden sind mangelndes Budget sowie die schlechte Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung und fehlende digitale Infrastruktur.

"Digital fortschrittlich aufgestellte HR-Funktionen kennzeichnet ein gutes Miteinander mit den Kolleginnen und Kollegen aus der IT. Erkennbar ist aber auch eine bessere Personal- und Ressourcenausstattung, eine stärkere Prozess- und Kundenorientierung sowie eine größere Lust, neue Methoden und Technologien zu nutzen. Gerade das verschafft den HR-Abteilungen in ihren Unternehmen ein hohes Ansehen", erklärt hkp/// group Partner Holger Jungk. Insgesamt unterscheidet die Studie neun sogenannte "Treiber", die den digitalen Reifegrad determinieren. "Die fortschrittlich aufgestellten Teilnehmer investieren in jeden Treiber und schöpfen damit die Potenziale der Digitalisierung aus", stellt Jungk fest.


Die wichtigsten Studienergebnisse im Überblick
 

1) Digitale Kenntnisse

Eines der wichtigsten Ergebnisse ist der dringende Bedarf an digitalen Kompetenzen: Um die Digitalisierung aktiv voranzutreiben, muss es Personalern gelingen, HR-Mitarbeiter weiterzubilden und diejenigen neu einzustellen, die über das nötige Wissen verfügen. Dazu gehört insbesondere der Umgang mit Daten, IT-Kenntnisse sowie die Fähigkeit, digitale Chancen zu erkennen. Fehlende digitale Kompetenzen, sowohl innerhalb von HR als auch bei Führungskräften in Unternehmen allgemein, werden von den Teilnehmenden als zentrales Hindernis für die Digitalisierung genannt. In der vorangegangenen Studie von 2016 wurde hier noch zuallererst fehlendes Budget genannt. Verwunderlich ist diese Entwicklung indes nicht, so Prof. Dr. Uwe Schirmer, DHBW Lörrach: "Die Digitalisierung braucht neue Fähigkeiten und Kompetenzen auf Seiten der HR-Mitarbeiter. Die Weiterentwicklung der eigenen Mitarbeiter und ihrer Fähigkeiten ist entscheidend, damit sich Investitionen in neue HR-Anwendungen amortisieren können."
 

2) Kundenorientierung und Benutzerfreundlichkeit

Bei den Champions der Digitalisierung lässt die Studie einen klaren Fokus auf Kundenorientierung und Benutzerfreundlichkeit erkennen. Sie befähigen zudem ihre Führungskräfte und Mitarbeiter und stellen automatisierte Workflows, Reports sowie Plattformen zur Verfügung, die im Self Service genutzt werden können. Gleichzeitig sorgen sie auch für eine hohe Transparenz von Entscheidungen und Prozessen im HR Management. In diesen Organisationen wird HR deutlich stärker als Treiber der Digitalisierung wahrgenommen.
 

3) Infrastrukturelle und organisationale Rahmenbedingungen

Eine solide digitale Infrastruktur ist, laut der Studie, die Grundlage für alle weiteren Digitalisierungsmaßnahmen. Dazu gehört zuallererst die Verfügbarkeit entsprechender Hard- und Software, aber auch entsprechende Plattformen, ebenso wie Micro Apps und HR Analytics. Die Voraussetzungen reichen jedoch über den technischen Rahmen hinaus und beinhalten nicht zuletzt auch die nötigen Betriebsvereinbarungen, wie Studienautorin Insa Martens, hkp/// group Consultant, feststellt: "Unternehmen müssen für die richtigen organisationalen Rahmenbedingungen sorgen. Dazu gehört eine konstruktive Einbindung der betrieblichen Mitbestimmung und der Abschluss der nötigen Betriebsvereinbarungen. Die Studienergebnisse zeigen, dass die Zahl der Betriebsvereinbarungen mit dem digitalen Reifegrad deutlich steigt."
 

4) Zukunftstechnologien

Bereits heute nutzen zahlreiche HR-Abteilungen die Vorteile verschiedener Zukunftstechnologien: Algorithmen selektieren Bewerbungen, Chatbots übernehmen Aufgaben im Shared Service Center oder beim initialen Bewerberkontakt, Augmented- oder Virtual-Reality-Anwendungen simulieren Job-spezifische Erfahrungen im Auswahlprozess. Die Studie verdeutlicht, dass durch eine solche strategische Auseinandersetzung mit Zukunftstechnologien und die Pilotierung neuer Lösungen auch die Wahrnehmung von HR als Treiber der Digitalisierung steigt.

Die Studie identifiziert hier jedoch auch einen eindeutigen Nachholbedarf: Fast ein Drittel der Unternehmen beschäftigt sich aktuell noch nicht mit entsprechenden Technologien. Mehr noch: "Die Studienergebnisse machen deutlich, dass das Gros der Prozesse im HR Management noch nicht digitalisiert ist", stellt Prof. Dr. Michael Lindemann, DHBW Lörrach, fest. "Noch immer nutzt jedes zehnte Unternehmen kein digitales Bewerbermanagement. Die digitale Abdeckung der meisten anderen Personalprozesse liegt bei etwa 50 Prozent", so Lindemann.


Personalabteilungen sind auf dem richtigen Weg

Die Studie "HR drives digital" zeigt damit sowohl den digitalen Fortschritt als auch den deutlichen Spielraum für die digitale Optimierung von HR auf. Der Vergleich mit den Ergebnissen der "HR goes digital" Studie von vor drei Jahren legt nahe, dass die Digitalisierung im Personalumfeld an Fahrt aufgenommen hat. HR erkennt zunehmend seine erfolgskritische Rolle bei der Digitalisierung der Unternehmen. Nun gilt es jedoch, diese aktiv zu gestalten: u.a. durch die Anpassung von Qualifikationsprofilen, die Befähigung von Führungskräften und Mitarbeitern sowie einer intensiveren, kooperativen Zusammenarbeit mit der IT-Funktion.
 

Hintergrundinformationen zur Studie

Die Studie "HR drives digital" ist ein gemeinsames Projekt der hkp/// group mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach. Im Rahmen einer Online-Befragung haben HR-Experten und -Entscheider aus insgesamt 136 Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branche aus dem deutschsprachigen Raum teilgenommen. Die Auswertungen wurden auf Basis einer Reihe statistischer Verfahren wie einer Faktoren- und Clusteranalyse durchgeführt.


Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse kann formlos per Mail an info@hkp.com angefordert werden. Zudem steht sie auf hkp.com zum Download bereit:
www.hkp.com/article/HRdrivesdigital

 

Kontakt Thomas Müller, Mobil: +49 176 100 88 237, E-Mail: thomas.mueller@hkp.com



Ende der Pressemitteilung


Emittent/Herausgeber: hkp/// group
Schlagwort(e): Informationstechnologie

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