SoftBank treibt den Umbau zum AI-Infrastrukturkonzern voran – und der Markt reagiert verhalten. Zum Wochenschluss geriet die Aktie leicht unter Druck, während Anleger die jüngste Serie strategischer Schritte einordnen.
- Aktie in Tokio: minus 1,18% auf 4.274 Yen
- ADR in den USA: minus 3,35% auf 13,27 US-Dollar
- Geplante Übernahme von DigitalBridge für rund 4 Milliarden US-Dollar
- Vollständiger Ausstieg aus Nvidia zur Finanzierung neuer AI-Investments
- Start der eigenen Infrinia AI Cloud OS-Plattform
Umbau zur AI-Infrastrukturplattform
Die aktuelle Kursentwicklung spiegelt weniger eine Einzelmeldung vom Freitag wider, sondern die Bündelwirkung mehrerer Entscheidungen aus den vergangenen Wochen. Im Zentrum steht ein deutlich erkennbarer Strategiewechsel von CEO Masayoshi Son: weg vom reinen Beteiligungsinvestor hin zum direkten Betreiber von AI-Infrastruktur.
Kernstück ist die geplante Komplettübernahme von DigitalBridge Group, einem großen Investor in digitale Infrastruktur. Der Ende Dezember angekündigte All-Cash-Deal soll rund 4 Milliarden US-Dollar kosten, was 16 US-Dollar je Aktie entspricht.
Mit DigitalBridge will sich SoftBank den Zugriff auf ein breites Portfolio an Rechenzentren, Glasfasernetzen und Funktürmen sichern. Diese physischen Assets gelten als zentrale Basis, um die wachsende Nachfrage nach AI-Diensten zu bedienen.
Parallel dazu treibt SoftBank den softwareseitigen Ausbau voran. Mitte Januar wurde die „Infrinia AI Cloud OS“ vorgestellt, eine Softwareplattform für AI-Rechenzentren. Sie soll GPU-Cloud-Services automatisieren und verwalten, inklusive Angeboten wie „Kubernetes-as-a-Service“ und „Inference-as-a-Service“. Ziel ist es, Betriebskosten und Komplexität für Rechenzentrumsbetreiber zu reduzieren.
Finanzierung über Portfolio-Umschichtung
Für diesen strategischen Umbau nutzt SoftBank Mittel aus einer deutlichen Portfolio-Rotation. Im vierten Quartal 2025 hat der Konzern seine komplette Beteiligung am Chipkonzern Nvidia veräußert. Das Paket brachte rund 5,8 Milliarden US-Dollar ein, wie im November bekannt wurde.
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Das Management begründete den Ausstieg mit dem Bedarf, umfangreiche neue Investitionen im AI-Bereich zu finanzieren. Dazu zählen sowohl die DigitalBridge-Transaktion als auch Verpflichtungen gegenüber OpenAI und der Aufbau eigener Plattformlösungen wie Infrinia.
Damit verschiebt sich das Risikoprofil des Konzerns spürbar. Statt Anteile an einem Chipdesigner wie Nvidia zu halten, setzt SoftBank nun auf kapitalintensive physische Infrastruktur und operative Softwarelösungen. Der Konzern steigt tiefer in die operative Wertschöpfung rund um AI ein, also in jene „Schaufeln und Werkzeuge“, die hinter dem AI-Boom stehen.
Diese Neuaufstellung erfolgt in einer Phase, in der der Markt die Wirtschaftlichkeit des AI-Sektors genauer prüft. Insbesondere das zirkuläre Kapitalmodell – große Konzerne finanzieren Start-ups, die im Gegenzug Dienste des Geldgebers nutzen – steht unter Beobachtung. Durch den Besitz der Infrastruktur will SoftBank den wachsenden Bedarf an Rechenleistung direkter und nachhaltiger monetarisieren. Prognosen gehen von Investitionen großer Tech-Konzerne in Höhe von mehreren Hundert Milliarden US-Dollar in den kommenden Jahren aus.
Nächste Wegmarken im Februar
Wichtige Orientierungspunkte für die weitere Kursentwicklung stehen bereits fest. Rund um Mitte Februar will SoftBank die nächsten Quartalszahlen vorlegen. Dann dürfte das Management ausführlicher auf die finanziellen Auswirkungen der strategischen Neuausrichtung eingehen.
Kurzfristig sind vor allem zwei Faktoren entscheidend: Zum einen das Gelingen und der Zeitplan beim Abschluss der DigitalBridge-Übernahme, die noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen steht. Zum anderen erste Hinweise zur Marktakzeptanz und möglichen Erlöschancen der neuen Infrinia AI Cloud OS. Die Kursreaktion zum Wochenschluss signalisiert, dass die Richtung klar ist, Anleger aber die Umsetzungsrisiken und die hohen Kapitalbindungen dieser Transformation genau abwägen.
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