Micron hat gleich zwei Themen auf dem Tisch, die Anleger derzeit genau abwägen: Rückenwind aus dem extrem angespannten Speichermarkt – und ein juristisches Etappenergebnis rund um ein Netlist-Patent. Dazu kommt: Die KI-Welle frisst Kapazitäten, und das zieht die Preise in der Lieferkette spürbar nach oben. Doch was heißt das konkret für die weitere Dynamik bei Umsatz und Margen?
Patentstreit: Micron blitzt ab
Ein US-Bundesberufungsgericht hat am 20. Februar eine Anfechtung von Micron gegen ein Netlist-Speicherpatent abgewiesen. Konkret geht es um das Patent US 10,489,314, dessen Gültigkeit bereits zuvor vom Patentamt gegen Einwände verteidigt wurde.
Für den Markt ist das vor allem ein Signal: Der rechtliche Gegenwind verschwindet nicht einfach. Stattdessen bleibt das Patent in Kraft – und damit auch das Risiko, dass es rund um Lizenzfragen oder Folgekonplexität in der Auseinandersetzung weiter ungemütlich werden könnte.
Engpässe treiben die Kette – und die Preise
Der größere Treiber kommt aber aus dem Markt selbst. Weltweit gibt es laut Bericht „severe supply constraints“ bei DRAM und 3D-NAND. Lenovo hat Partner am 21. Februar darüber informiert, dass ab März Preiserhöhungen für Server und PCs anstehen. Begründung: genau diese Speicherknappheit.
Besonders brisant: Die Nachfrage nach KI verschlingt demnach 20% bis 25% der globalen Wafer-Kapazität. Wenn so viel Fertigung in KI-lastige Produkte fließt, wird Standardkapazität zur Mangelware. Entsprechend stark reagierten die Vertragspreise für Speicherkomponenten – sie seien seit Dezember um 86% gestiegen.
HBM ausverkauft, Zahlen stark
Micron hängt operativ stark am DRAM-Geschäft: 80% des Umsatzes kommen laut Artikel aus DRAM-Komponenten. Gleichzeitig ist die High-Bandwidth-Memory-(HBM)-Kapazität für 2026 bereits komplett ausverkauft. Das passt zur aktuellen Marktlage: HBM ist ein Schlüsselbaustein für KI-Rechenzentren – und knappe Ware hat Preismacht.
In den jüngsten Quartalszahlen zeigt sich, wie stark dieser Rückenwind bereits wirkt. Micron meldete im ersten Quartal ein Ergebnis je Aktie von 4,78 US-Dollar und lag damit über der Schätzung von 3,77 US-Dollar. Der Umsatz stieg auf 13,64 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 56,7% gegenüber dem Vorjahr. Auffällig sind auch die Margen: Die Bruttomarge kletterte von 38,4% auf 56%. Für das zweite Quartal stellt das Unternehmen ein EPS von 8,22 bis 8,62 US-Dollar sowie 18,7 Mrd. US-Dollar Umsatz in Aussicht.
Um die globale Produktion zu stützen, investiert Micron zudem 2,75 Mrd. US-Dollar in eine neue Assembly- und Test-Fabrik im indischen Sanand (Gujarat). Die Anlage soll moderne Memory-Wafer verpacken.
Die Aktie schloss am Freitag bei 363,35 Euro und legte damit 2,60% zu – sie notiert nur rund 2,10% unter ihrem 52‑Wochen‑Hoch.
Zum nächsten Gradmesser wird vor allem, ob die angekündigte zweite Quartals-Spanne tatsächlich in ähnlich starke Margen übersetzt – denn in einem Markt, in dem Kapazitäten ausverkauft sind und die Preisschilder steigen, zählt am Ende nicht nur Wachstum, sondern die Qualität dieses Wachstums.
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