PayPal steckt in einer schwierigen Phase. Ein enttäuschender Quartalsbericht, ein abrupter CEO-Wechsel, Klagen von Aktionären und der Rauswurf aus dem S&P 100 – das alles traf das Unternehmen innerhalb weniger Wochen. Gleichzeitig versucht der neue Chef Enrique Lores, mit strategischen Partnerschaften Aufbruchssignale zu setzen.
Mastercard, Blockchain und 430 Millionen Nutzer
Mastercard hat ein Crypto Partner Program mit über 85 Unternehmen gestartet, darunter Binance, Ripple, Circle und PayPal. Ziel ist es, Blockchain-Technologie mit dem bestehenden globalen Zahlungsnetzwerk zu verknüpfen – konkret bei grenzüberschreitenden Überweisungen, B2B-Zahlungen und internationalen Ausschüttungen.
PayPals Rolle in diesem Programm ist strategisch naheliegend. Mit mehr als 430 Millionen aktiven Konten kann das Unternehmen als Brücke zwischen klassischen Finanzdienstleistungen und digitalen Assets fungieren. Die Teilnehmer sollen gemeinsam mit Mastercard Produkte entwickeln, die On-Chain-Funktionen wie programmierbare Zahlungen oder tokenisierte Assets mit etablierten Zahlungsinfrastrukturen verbinden.
Parallel dazu kooperiert PayPal mit OpenAI, um Sofort-Checkout-Funktionen in ChatGPT zu integrieren und Millionen von Händlern an KI-gestützte Einkaufsplattformen anzubinden.
Der Absturz im Februar und seine Folgen
Der Hintergrund dieser Neuausrichtung ist düster. Am 3. Februar 2026 veröffentlichte PayPal seine Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 – und löste damit einen Kurssturz von rund 20 Prozent an einem einzigen Tag aus. Mehr als neun Milliarden Dollar Marktkapitalisierung wurden vernichtet.
Der Auslöser: Das Wachstum des sogenannten Branded Checkout – also Zahlungen, bei denen Nutzer aktiv die PayPal-Schaltfläche wählen – verlangsamte sich auf nur noch ein Prozent Volumenwachstum, nach fünf Prozent im Vorquartal. Der Quartalsumsatz lag mit 8,68 Milliarden Dollar unter den Analystenerwartungen von 8,80 Milliarden Dollar. Hinzu kam, dass PayPal seine Mittelfristziele für 2027 vollständig zurückzog.
In der Folge wurden mehrere Sammelklagen eingereicht. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, Anleger über die tatsächliche Wachstumsdynamik und die Risiken durch Saisonalität und makroökonomische Schwankungen im Unklaren gelassen zu haben – und zwar über den gesamten Zeitraum von Februar 2025 bis Februar 2026.
Neuer CEO, offene Fragen
Zeitgleich mit den Zahlen gab PayPal den Abgang von CEO Alex Chriss bekannt. Das Board begründete den Schritt damit, dass das Tempo bei Umsetzung und Veränderung nicht den Erwartungen entsprochen habe. Sein Nachfolger ist Enrique Lores, langjähriger CEO von HP, der sein Amt am 1. März 2026 antrat. Von ihm erwartet das Board eine Beschleunigung bei Innovation, KI-Initiativen und operativer Disziplin.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 21 Prozent verloren und notiert weit unterhalb ihrer gleitenden Durchschnitte. Ob Lores das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen kann, wird sich spätestens am 5. Mai 2026 zeigen – dann legt PayPal seine nächsten Quartalszahlen vor. Entscheidend wird sein, ob sich das Branded-Checkout-Wachstum stabilisiert oder weiter abschwächt.
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