Nordex Aktie: Rekordaufträge

Der Windanlagenhersteller Nordex meldet einen Rekordauftragseingang für 2025 mit stabilen Preisen. Analysten und Investoren warten nun auf die Umsetzung in höhere Profitabilität.

Kurz zusammengefasst:
  • Auftragsvolumen erreicht neues Rekordhoch
  • Stabile Verkaufspreise trotz starken Wachstums
  • Aktienkurs reagiert verhalten auf positive Nachricht
  • Analysten erwarten entscheidende Margenverbesserung

Nordex meldet einen Rekord beim Auftragseingang für 2025 – und die Börse reagiert zunächst erstaunlich nüchtern. Während das operative Bild mit stark steigenden Bestellungen und stabilen Preisen klar positiv wirkt, bleibt ein Teil des Marktes skeptisch. Entscheidend wird nun, ob sich der Auftragsboom auch in den Margen und damit im Ergebnis niederschlägt.

Rekordjahr bei den Bestellungen

Am Dienstag hat Nordex konkrete Zahlen zur Auftragslage 2025 vorgelegt. Im Segment Projekte erzielte der Windanlagenhersteller im vierten Quartal ein Bestellvolumen von 3.552 Megawatt (MW), ein Plus von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr summiert sich der Auftragseingang auf 10.214 MW – ein neuer Rekord und ein Anstieg von 22,5 Prozent gegenüber 2024 (8.336 MW).

Nordex

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Wichtiger als das Volumen ist dabei die Preisqualität der Aufträge. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt (ASP) lag im Schlussquartal mit 0,89 Millionen Euro stabil. Auf Jahressicht stieg der ASP sogar leicht auf 0,91 Millionen Euro. Laut Unternehmen ist das vor allem auf den Projektumfang und den regionalen Mix zurückzuführen. Die 547 im vierten Quartal bestellten Anlagen stammen überwiegend aus den Kernmärkten Deutschland, Kanada und Frankreich.

Damit zeigt Nordex, dass das Unternehmen in einem anspruchsvollen Umfeld nicht nur wachsen, sondern auch Preisstabilität halten kann – ein Punkt, der in den vergangenen Jahren in der Branche keineswegs selbstverständlich war.

Gemischte Analystenstimmen, verhaltener Kurs

Trotz der starken Auftragsdynamik reagierte die Aktie im XETRA-Handel am Dienstag zunächst verhalten. Das Papier schloss bei 32,80 Euro. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein leichter Rückgang von rund 1 Prozent, während der Titel auf 30-Tage-Sicht noch deutlich im Plus liegt. Über zwölf Monate betrachtet steht allerdings ein bemerkenswerter Anstieg von rund 177 Prozent zu Buche – die Erwartungen sind also bereits hoch.

Einige technische Kennzahlen unterstreichen diese Ausgangslage:

  • Schlusskurs gestern: 32,80 €
  • 52-Wochen-Hoch: 33,32 € (Abstand ca. -1,6 %)
  • 52-Wochen-Tief: 10,90 € (Abstand über 200 %)
  • Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt (28,68 €): rund +14 %

Die Aktie notiert damit nahe ihrem 52-Wochen-Hoch und deutlich über den zentralen gleitenden Durchschnitten. Gleichzeitig signalisiert ein 14-Tage-RSI von 32,0, dass der Titel kurzfristig eher aus einer abgekühlten als aus einer überhitzten Situation kommt.

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Auf Analystenseite fällt das Bild uneinheitlich aus.
Jefferies und mwb research bestätigen ihre Kaufempfehlungen. Besonders mwb verweist auf die Erwartung einer EBITDA-Marge von über 10 Prozent im vierten Quartal – ein Niveau, das eine operative Wende untermauern würde.
RBC bleibt dagegen bei „Underperform“ und hebt das unsichere gesamtwirtschaftliche Umfeld sowie Risiken im Türkei-Geschäft hervor. Diese Skepsis dürfte ein Grund dafür sein, dass der Kurs trotz Rekordaufträgen nicht stärker angesprungen ist.

Schritt in Richtung Profitabilität

Nach Jahren mit Margendruck durch gestiegene Kosten und Lieferkettenprobleme wertet Nordex den Rekordauftragseingang als wichtigen Meilenstein. Der Vorstand spricht von einer soliden Grundlage für die kommenden Jahre. Besonders die Kombination aus höherem Volumen und stabilen Preisen deutet darauf hin, dass Profitabilität wieder stärker in den Vordergrund rückt.

Der Markt nimmt diese Botschaft durchaus wahr, wartet aber auf harte Ergebniszahlen. Die verhaltene Kursreaktion deutet darauf hin, dass viele Investoren nun auf die bald anstehende Vorlage der vorläufigen Jahreszahlen schauen. Dort wird sich zeigen, ob die erwartete EBITDA-Marge von über 10 Prozent und eine nachhaltige Verbesserung der Ertragslage tatsächlich erreicht wurden.

Mit einem Jahresplus von über 170 Prozent seit dem 52-Wochen-Tief ist bereits viel Zukunftshoffnung im Kurs eingepreist. Um dieses Niveau zu rechtfertigen oder weiter auszubauen, muss Nordex nun belegen, dass der Rekord-Auftragsbestand nicht nur Wachstum, sondern auch belastbare Gewinne ermöglicht.

Ausblick: Bilanz als nächster Prüfstein

In den kommenden Wochen rückt die Veröffentlichung der vorläufigen Jahreszahlen 2025 in den Mittelpunkt. Im Fokus stehen dabei:

  • die tatsächliche EBITDA-Marge im Schlussquartal,
  • die Profitabilität des Gesamtjahres 2025,
  • und Hinweise des Managements zur Marge bei der Abarbeitung des hohen Auftragsbestands.

Gelingt es Nordex, die erwartete Margenverbesserung zu bestätigen und einen klaren Pfad zu stabilen zweistelligen Renditen zu skizzieren, könnten die jetzt gemeldeten Rekordaufträge dem Kurs weiteren Rückenwind geben. Bleibt die Profitabilität hinter den Erwartungen zurück, dürfte der Markt das bereits hohe Bewertungsniveau kritischer hinterfragen.

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