SunHydrogen hat seinen Investoren im aktuellen Aktionärsbrief einen Dämpfer verpasst. Zwar produziert die Pilotanlage in Austin bereits Wasserstoff, doch die einst im Labor gezeigten Effizienzwerte werden klar verfehlt. Im Fokus steht nun die Frage, ob das Unternehmen seine Technologie vom Prototyp in einen stabilen industriellen Prozess überführen kann.
Pilotprojekt in Austin: Wasserstoff ja, Zielwerte nein
Ende Dezember 2025 wurden in der Pilotanlage an der University of Texas at Austin die ersten vier von insgesamt 16 geplanten Wasserstoff-Panels in Betrieb genommen. Die Anlage entsteht in Zusammenarbeit mit der Universität und GTI Energy.
Die Panels liefern zwar Wasserstoff, bleiben aber hinter den zuvor definierten Effizienzzielen zurück. Diese Zielwerte waren in früheren Prototypentests in Iowa und bei Honda R&D validiert worden. CEO Tim Young macht vor allem den Herstellungsprozess des Solarsubstrats für die Lücke verantwortlich: Die aktuell eingesetzte Fertigungsmethode reicht nach Unternehmensangaben nicht aus, um die im kleineren Maßstab erzielten Spitzeneffizienzen im Pilotmaßstab zu reproduzieren.
Damit ist klar: Das Problem liegt weniger in der grundsätzlichen Funktionsfähigkeit der Technologie, sondern in deren skalierbarer Umsetzung.
Neuer Industriepartner CTF Solar
Als direkte Reaktion auf die Erkenntnisse aus Austin leitet SunHydrogen einen Kurswechsel in der Fertigung ein. Das Unternehmen hat einen zweijährigen Technologie- und Fertigungsdienstleistungsvertrag mit CTF Solar abgeschlossen. Das Volumen liegt bei rund 2 Millionen Euro.
Ziel dieser Partnerschaft ist die Industrialisierung der Produktionslinie. Konkret planen SunHydrogen und CTF Solar die Herstellung von bis zu 1.000 großformatigen Modulen mit jeweils 1,92 Quadratmetern Fläche. Diese Stückzahl soll die statistische Basis liefern, um Ertragsstabilität und Wiederholbarkeit der Produktion belastbar nachzuweisen – genau jene Punkte, die in der aktuellen Pilotkonfiguration in Austin noch fehlen.
Börse reagiert zurückhaltend
An der Börse setzt sich der bestehende Abwärtstrend fort. Die Aktie schloss gestern bei 0,02 US‑Dollar und notiert damit auf dem Niveau ihres 52‑Wochen-Tiefs, rund 52 % unter dem Hoch vom Juli 2025. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 12,9 tief im überverkauften Bereich, was den deutlichen Druck der vergangenen Wochen widerspiegelt.
Die Zweifel drehen sich weniger um die grundsätzliche Funktionsfähigkeit der Technologie, sondern um den Zeitplan zur kommerziellen Nutzung. Dass die Effizienz in Austin vorerst hinter den Prototypwerten zurückbleibt, verschiebt die Erwartungshaltung der Anleger nach hinten – zumal die Vereinbarung mit CTF Solar von vornherein über zwei Jahre angelegt ist.
Die wichtigsten Punkte im Überblick
- Austin-Pilotstatus: Erste vier Panels seit Dezember 2025 in Betrieb; Wasserstoffproduktion bestätigt.
- Leistungsproblem: Effizienzziele aus Iowa/Honda-Tests werden wegen Fertigungsproblemen beim Solarsubstrat verfehlt.
- Neuer Vertrag: Zweijährige Technologie- und Fertigungskooperation mit CTF Solar im Umfang von rund 2 Mio. Euro.
- Produktionsziel: Aufbau einer Linie für bis zu 1.000 Module (je 1,92 m²) zur statistischen Validierung von Ertrag und Reproduzierbarkeit.
- Nächste Schritte: Inbetriebnahme der nächsten Panelserie ist für Februar 2026 geplant.
- Aktientrend: Kurs nahe 52‑Wochen-Tief, technische Indikatoren zeigen eine schwache Ausgangslage.
Ausblick: Februar als erster Belastungstest
Kurzfristig richtet sich der Blick auf Februar 2026, wenn die nächste Serie von Panels in Austin ans Netz gehen soll. Dann wird sich zeigen, ob erste Anpassungen im Substratprozess bereits messbare Verbesserungen bringen oder ob die entscheidenden Fortschritte erst aus der mit CTF Solar geplanten Industrialisierung kommen. Klar ist: Für SunHydrogen wird die Umsetzung eines stabilen, großtechnischen Fertigungsprozesses zum zentralen Gradmesser auf dem Weg zur wirtschaftlichen Verwertung der eigenen Technologie.
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