Die Papiere von Siemens Energy eilen von einem Hoch zum nächsten, getrieben durch den globalen Hunger nach Energie für KI-Rechenzentren. Doch hinter der glänzenden Kursfassade brodelt es: Während Aufsichtsratschef Joe Kaeser die europäische Energiepolitik scharf kritisiert, drängt ein aktivistischer Investor auf Lösungen für die kriselnde Windkraftsparte.
Das sind die wichtigsten Entwicklungen:
* Kursfeuerwerk: Die Aktie notiert mit 141,75 Euro nur hauchdünn unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
* Politik-Kritik: Joe Kaeser warnt vor einer Deindustrialisierung durch ideologische Vorgaben.
* Interne Baustellen: Der Investor Ananym Capital fordert eine Überprüfung des Windgeschäfts.
Kaesers Abrechnung in Davos
Trotz der starken Performance an der Börse nutzte Chefaufseher Joe Kaeser das Weltwirtschaftsforum in Davos für deutliche Worte. Seine Kritik zielt auf die europäische „Net-Zero-Strategie“, die laut Kaeser die industrielle Basis gefährdet. Er wirft der Bundesregierung vor, bei den Erneuerbaren ideologisch zu handeln, statt wirtschaftlich machbare Pläne zu verfolgen.
Kaeser argumentiert, dass Europas Alleingang bei der Regulierung der Angebotsseite wirkungslos verpuffe, solange globale Emissionen nicht sinken. Für Investoren ist diese Positionierung relevant: Sie signalisiert, dass der Konzern sich gegen politische Rahmenbedingungen wehrt, die das Geschäft operativ belasten könnten.
Spagat zwischen KI-Boom und Wind-Krise
Operativ zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite profitiert Siemens Energy massiv vom Ausbau der KI-Infrastruktur. Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Strom, was die Nachfrage nach Gasturbinen und Netzequipment in die Höhe treibt. Ein Treffen von CEO Christian Bruch mit US-Präsident Trump unterstreicht die Bedeutung des amerikanischen Marktes für dieses Wachstumsfeld.
Auf der anderen Seite bleibt die Windkrafttochter Siemens Gamesa das Sorgenkind. Qualitätsprobleme und hohe Kosten belasten die Bilanz. Der Einstieg des aktivistischen Investors Ananym Capital erhöht den Druck auf das Management, hier schneller Ergebnisse zu liefern. Die Forderung nach einer Überprüfung der Sparte steht im Raum, auch wenn die Konzernführung zunächst am Sanierungsplan bis 2028 festhält.
Überhitzung im Chartbild?
Die fundamentale Turnaround-Story spiegelt sich eindrucksvoll im Kurs wider. Auf Sicht von zwölf Monaten legte das Papier um rund 140 Prozent zu. Am Freitag schloss die Aktie bei 141,75 Euro, nur wenige Cent unter dem 52-Wochen-Hoch von 141,84 Euro.
Diese Rallye hat jedoch ihren Preis: Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit einem Wert von 85,4 im extrem überkauften Bereich. Solche Niveaus deuten oft auf eine kurzfristige Überhitzung hin und erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Gewinnmitnahmen oder eine Konsolidierung. Auch die Analysten sind sich uneins: Während einige Banken ihre Kaufempfehlungen bestätigen, mahnen andere angesichts der Bewertung zur Vorsicht.
Fazit: Profitabilität im Fokus
Siemens Energy hat mit der Rückkehr in die Gewinnzone und einem prognostizierten Umsatzwachstum von 11 bis 13 Prozent für 2026 das Vertrauen des Marktes zurückgewonnen. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob das Management die Marge bis 2028 wie geplant auf 14 bis 16 Prozent steigern kann und wie schnell die Sanierung der Windsparte greifbare Erfolge liefert.
Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 25. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

