BYD setzt den internationalen Ausbau seines Elektroautogeschäfts fort und verknüpft ehrgeizige Absatzpläne mit Rückenwind durch veränderte Handelspolitik in mehreren Regionen. Nach dem Titel als weltweit größter E-Auto-Hersteller im Jahr 2025 rückt 2026 klar das Auslandsgeschäft in den Mittelpunkt.
Ambitionierte Ziele im Ausland
BYD peilt für 2026 einen Absatz von 1,3 Millionen Fahrzeugen außerhalb Chinas an. Das entspräche einem Plus von rund 24 % gegenüber den 1,05 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen im Ausland im Jahr 2025. Brand- und PR-Chef Li Yunfei nannte das Ziel auf einem Medientermin in Shanghai.
Der Fokus auf das Ausland nimmt zu, weil der Heimatmarkt schwieriger geworden ist. In China werden Kaufanreize für Elektrofahrzeuge zurückgefahren, während der Wettbewerb unter lokalen Anbietern zunimmt und Preise wie Margen unter Druck stehen.
Wichtige Kennzahlen zur internationalen Expansion:
- Auslandsabsatz 2025: 1,05 Mio. Fahrzeuge
- Auslandsziel 2026: 1,3 Mio. Fahrzeuge (+24 %)
- Weltweite Verkäufe 2025: rund 4,6 Mio. New-Energy-Fahrzeuge
- Reine Elektrofahrzeuge 2025: 2,26 Mio. Einheiten
- Marktpräsenz: über 110 Länder und Regionen
Argentinien als Türöffner in Lateinamerika
Einen bedeutenden Schritt in Lateinamerika markiert eine Großlieferung von mehr als 5.800 Elektro- und Hybridfahrzeugen nach Argentinien. Die Fahrzeuge wurden mit dem Frachter BYD Changzhou in den Hafen Zárate in der Provinz Buenos Aires gebracht – ein ungewöhnlich großer Import chinesischer E-Autos in einen traditionell stark abgeschotteten Markt.
Die Regierung von Präsident Javier Milei hat ein zollfreies Kontingent von 50.000 Elektro- und Hybridfahrzeugen für 2026 geschaffen, das speziell auf Modelle unter 16.000 US-Dollar abzielt. Damit bricht Argentinien deutlich mit der protektionistischen Handelspolitik früherer Regierungen.
Im vergangenen Jahr stiegen die Importe aus China nach Argentinien um mehr als 57 % gegenüber dem Vorjahr, begleitet von wachsender chinesischer Investitionstätigkeit in den Energie- und Rohstoffsektor des Landes.
Neue Chancen durch niedrigere Zölle in Kanada
Zusätzlichen Rückenwind erhält BYD durch den Zollabbau auf in China produzierte Elektrofahrzeuge in Kanada. Die Entscheidung der Regierung von Premierminister Mark Carney könnte chinesischen Herstellern einen strategischen Zugang unmittelbar an der Grenze zu den USA ermöglichen.
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Brisant ist dies vor dem Hintergrund, dass BYD Tesla bereits in wichtigen europäischen Märkten überholt hat. In Deutschland stieg der Absatz 2025 auf 23.306 Fahrzeuge und damit auf das Achtfache des Vorjahres, während Tesla-Zulassungen dort um fast 50 % auf 19.390 Einheiten zurückgingen. Auch im Vereinigten Königreich hat BYD Tesla bei den Verkäufen übertroffen.
Ford-Gespräche sorgen für Debatte
Die Aktie stand zusätzlich im Blickpunkt, nachdem bekannt wurde, dass Ford mit BYD über den Bezug von Batterien für Hybridmodelle verhandelt. Ein solches Abkommen würde Ford Zugang zu kostengünstigeren Batterien und Technologie eines der größten chinesischen E-Auto-Hersteller verschaffen.
Die Gespräche stoßen in den USA jedoch auf politische Kritik. Aus dem Weißen Haus äußerte Handelsberater Peter Navarro Bedenken zur strategischen Sinnhaftigkeit einer möglichen Kooperation. Eine diskutierte Variante sieht vor, BYD-Batterien nur in Märkten außerhalb der USA einzusetzen.
Entspannungssignale im EU-Handelskonflikt
Im Handelsstreit zwischen der Europäischen Union und China über Elektroauto-Importe zeichnen sich Annäherungen ab. Die EU signalisiert Bereitschaft, die bislang geltenden hohen Strafzölle von 7,8 % bis 35,3 % durch ein Mindestpreissystem zu ersetzen.
Die Aussicht auf eine solche Lösung ließ chinesische E-Auto-Aktien zulegen. BYD-Titel gewannen in Hongkong zeitweise bis zu 4,8 %. Vorgesehen ist ein Rahmen, in dem chinesische Exporteure Mindestimportpreise melden, Obergrenzen für Liefermengen akzeptieren und Investitionszusagen in Europa machen.
Bewertung und Ertragslage
An der Börse Hongkong wird BYD derzeit mit rund 938 Mrd. HKD bewertet. Auf Basis der vergangenen zwölf Monate ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 63,5, während das erwartete KGV bei rund 17 liegt – ein Ausdruck der Erwartung deutlich steigender Gewinne.
Die Nettomarge liegt bei etwa 4,6 %. Das spiegelt den intensiven Preiswettbewerb im globalen Elektroautomarkt wider. 2026 gilt für viele Beobachter als Prüfstein, ob der Konzern seine Größenvorteile und Kostenführerschaft in dauerhaft höhere Profitabilität ummünzen kann, obwohl die Margen im Vergleich zu einigen internationalen Wettbewerbern dünner ausfallen.
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